Home Formel EinsF1Formel Eins: Rückblick 2017 – Force India

Formel Eins: Rückblick 2017 – Force India

von DonDahlmann
1 Kommentare 4 minutes read

Wieder ein bärenstarkes Jahr von Force India, die zudem dann auch noch einen neuen Hauptsponsor gefunden habe. Besser hätte es kaum laufen können.

Erneut gelang es Force India, den vierten Platz in der Konstrukteursweltmeisterschaft zu belegen. Damit konnte man das Ergebnis aus der letzten Saison wiederholen. Zudem konnte man insgesamt auch noch mehr Punkte einsammeln als in der eh schon starken Saison des letzten Jahres. Das ist, für ein echtes Privatteam wie Force India, ein bemerkenswerte Leistung. Das Team muss das Vorbild für alle anderen privaten Teams in der Formel Eins sein. HaasF1, Sauber und Williams müssen sich an dem messen lassen, was die Inder da jedes Jahr hinzuzaubern.

Wie genau es Force India gelingt, über so lange Zeit, trotz Regeländerungen, so gut zu sein, ist tatsächlich eine Frage, mit der sich nicht wenige im Paddock beschäftigten. Immerhin hat Vijay Mallya das Team aus den Tiefen des Hinterfelds zum „Best of the Rest“ gemacht. Noch vor Renault oder McLaren. Um so etwas zu schaffen, benötigt man neben den richtigen Managemententscheidungen natürlich auch das passende Team im Hintergrund. Seit einigen Jahren ist Force India vor allem im Bereich der Aerodynamik stark. „Schuld“ daran sind die beiden Chefs der Abteilung Aiko Haga und Ian Hall, die schon seit dem VJM05 (2012) für die Autos verantwortlich sind. Davor war es Andrew Green, der jetzt technischer Direktor beim Team ist. Erstaunlich ist, dass weder Williams noch sonst wer Haga und Hall abwerben konnten.

Das Budget von Force India ist schwer einzuschätzen, liegt aber wohl ungefähr da, wo Williams liegt. Also bei irgendwas zwischen 120 und 150 Millionen Dollar pro Jahr. Wie Williams setzt man auf den Mercedes-Motor, was natürlich nicht schadet. Dazu kommt, dass man die eigene Fertigung von Teilen weiter ausgebaut hat. Das Lenkrad stammt zum Beispiel aus dem eigenen 3D-Drucker. Auf diesem Weg hat man sich im Laufe der Jahre einerseits eine Menge Know-how aufgebaut, auf der anderen Seite aber auch das passende Personal ausgebildet. Und wenn die Dinge dann eben zusammenspielen, dann stellt sich auch der Erfolg ein. Und das alles, obwohl Teambesitzer Vijay Mallya weiter in England festsitzt und nicht reisen darf (Sein Auslieferungsverfahren nach Indien läuft dieser Tage).

Man kann Force India als Team wenig vorwerfen. Die Boxenstopps sind ok, man probiert gerne auch mal was anderes in der Strategie aus und oft passt das dann auch. Bei einer so guten Organisation wie bei Force India kann man dann auch erkennen, was Geld am Ende ausmacht. Den Indern fehlten im Schnitt auf Mercedes 1,2 Sekunden, obwohl sie identische Ausbaustufen fuhren. Aber das ist eben der Unterschied zwischen knapp 400 und 1.500 Mitarbeitern. Und zeigt auch gleichzeitig das Problem der Formel Eins auf.

Einen kleinen Wermutstropfen gab es allerdings dann doch. Das Verhältnis zwischen Sergio Perez und Esteban Ocon kann man getrost als zerrüttet bezeichnen. Während der Saison schaukelte sich der Stress zwischen beiden immer weiter hoch, bis es zu den bekannten Kollisionen kam und Vijay Mallya himself eingriff und eine Teamorder anwies. Wer im Rennen vorne ist, bleibt vorne, es sei denn, der andere hinter ihm ist auf einer besseren Strategie. Anders bekam man die Streithähne nicht in den Griff.

Wer Schuld an so einem tiefen Zerwürfnis hat, ist immer schwer zu sagen. Aber sagen wir mal: Bisher hatte Perez nie Probleme mit seinen Teamkollegen. Mit Hülkenberg war und ist er sogar befreundet. Ocon hat es natürlich schwerer. Er muss sich beweisen und das gegen einen Fahrer, der mehr Erfahrung hat und zu den schnellsten im Feld gehört.

Ausblick 2018:
Man kann davon ausgehen, dass es für Force India in der nächsten Saison schwer wird, den Erfolg aus den letzten beiden Jahren zu wiederholen. Von hinten drücken Renault und McLaren, was alleine schon Probleme verursachen wird. Um vorne zu bleiben, muss Force India in allen Bereichen nachlegen. Das gilt für die Aerodynamik ebenso wie für die Entwicklung während der Saison. Da kann man sich keine Pause erlauben. Oder man muss zu Beginn der Saison so gut sein, dass man sich am Ende erlauben kann, früh den Fokus auf das 2019er zu verschieben. Und dann dürfen sich Perez und Ocon nicht mehr in die Haare kriegen. Vermutlich wird Force India daher gleich ab dem ersten Rennen eine Teamorder verhängen.

Das könnte Dir auch gefallen

1 Kommentare

Karl 27 Dezember, 2017 - 19:39

Es ist schon Wahnsinn was in der F1 an Geld steckt. Kein Wunder das die kleinen Teams Probleme haben. Danke für den tollen Jahresrückblickt.
Guten Rutsch ins neue Jahr

LG Karl

Comments are closed.

  Der Ansprechpartner in Sachen Automobil ist AUTODOC   Der Ansprechpartner in Sachen Automobil ist AUTODOC
Racingblog
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.