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Formel Eins: Vorschau GP von Monaco 2026

von DonDahlmann
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Der allgemeine Wahnsinn von Monaco steht diese Woche auf dem Programm. Die FIA hat schon mal vorsorglich die Autos eingebremst.

Die gute Nachricht zuerst: Dieses Wochenende müssen sich die Fahrer keine Gedanken über das Batteriemanagement machen. Die Strecke in Monaco bietet einerseits zu wenig und zu kurze Geraden, um die Batterie komplett zu entleeren, und genug Bremszone, um die Batterie wieder aufzuladen. Dennoch hat die FIA aus Sicherheitsgründen den Autos ein paar Beschränkungen verordnet.

Das als “Active Aero” glorifizierte DRS gibt es in Monaco schon mal nicht. Die Autos fahren also mit fixen Flügeln vorne und hinten. Ebenso neu ist der “REV1” Mode. Der macht nichts anderes, als die Energie aus der Batterie zu reduzieren. Bei den gewöhnlichen Strecken liefert die Batterie 350 kW bis 290 km/h. In Monaco wird diese Leistung schon ab 200 km/h auf 100 kW reduziert. Ab 300 km/h wird die Batterie komplett abgeklemmt. Auch diese Maßnahme wird dafür sorgen, dass die Fahrer sich keine Gedanken um die Batterieladung machen müssen.

Seit dem 01.06. gelten auch die neuen Regeln bezüglich der erlaubten Kompressionsraten der Motoren. Wie bekannt, gab es Gerüchte, dass Mercedes und Red Bull die Kompressionsrate bei bestimmten Motortemperaturen erhöhen können. Beide haben zwar nie komplett bestritten, aber auch nicht zugegeben. Wie groß der Einfluss des Tricks auf die Leistung des Motors ist lässt sich schwer sagen, und Monaco wird da keine Antwort geben. Aber das Rennen in Österreich.

News gab es wenige und die interessanteste Meldung war, dass Charles Leclerc seinen Vertrag mit Ferrari verlängert hat. Das kam etwas überraschend, denn zum einen lief der bisherige Vertrag noch bis 2029, zum anderen scheint der Markt ja etwas in Bewegung zu sein. Ob Verstappen weiterfährt, ist noch unklar, und ob Mercedes George Russell ersetzen will, ist ebenfalls im Gespräch. Leclerc würde zu Mercedes sicher gut passen, auch aus Sicht des Marketings.

Damit sind aber die Cockpits für 2027 mehr oder weniger gesetzt. McLaren wird nichts ändern, Hamilton bleibt mindestens bis Ende 2027 bei Ferrari. Bei Mercedes stellt sich nur die Frage, ob man Verstappen bekommen kann, ansonsten bleibt man bei der bisherigen Besetzung. Sollte Verstappen eine Pause einlegen wollen, steht Red Bull vor einem Problem, den alle Spitzenpiloten sind gebunden. Aber ich gehe auch nicht davon aus, dass Verstappen die F1 verlässt.

Das Rennen

Das Rennen in Monaco wird wie immer am Samstag in der Qualifikation entschieden. Wer nicht aus den ersten beiden Reihen startet, hat statistisch gesehen keine Chance auf den Sieg. Die Frage ist also: Wer hat die besten Chancen auf die Pole? Und da kommt dann wieder Ferrari ins Spiel. Die haben einen kleineren Turbo im Motor, der schneller anspricht und daher gerade in Monaco einen Vorteil bringen müsste. Zudem hat man mit Charles Leclerc einen absoluten Experten für die Strecke im Team, der das Rennen 2024 schon mal gewinnen konnte und einmal an Ferrari scheiterte.

Aber auch Hamilton, der hier dreimal erfolgreich war, sollte gut dabei sein. Ich gehe nicht davon aus, dass er Leclerc auf dessen Heimstrecke wird schlagen können, aber die letzten Ergebnisse waren ja vielversprechend. Vielleicht sehen wir ja eine komplett rote erste Reihe in der Startaufstellung.

Nicht abschreiben sollte man aber wie immer Max Verstappen (zweifacher Sieger) und die Mercedes, die immer noch gegenüber der Konkurrenz einen Leistungsvorteil haben. In der Form, in der Antonelli gerade ist, muss man ihm einiges zutrauen, auch wenn ich glaube, dass ein Sieg in Monaco etwas früh für ihn wäre. Russell kommt mit mehr Erfahrung in den Kleinstaat und liegt in meiner Wette vor seinem Teamkollegen.

Und dann ist da noch McLaren, die nach ihrem katastrophalen Wochenende in Kanada einiges gutzumachen haben. Lando Norris gewann im letzten Jahr relativ deutlich, und Norris ist auch derjenige, dem ich es zutraue, den McLaren weit nach vorne zu stellen. Aber ob es für die ersten beiden Reihen reicht? Der McLaren ist schwer einzuschätzen und dieses Jahr sehr wankelmütig, was seine Leistungen angeht. Ich sehe die McLaren daher nur in einer Außenseiterrolle.

Monaco ist aber auch immer wieder für Überraschungen gut und es wäre schön, wenn man mal wieder eine sehen würde. Aber die Abstände der Top 4 zum Rest des Feldes sind leider zu groß. Ich sehe weder Alpine, Haas noch Audi in einer Position, in der sie ein überraschendes Podium anvisieren könnten. Natürlich ist da aber immer noch das Element des Zufalls (Regen, SC).

Das Mittelfeld wird wie immer eng und Alpine bleibt gegenwärtig der Favorit für “best of the rest”. Ob das Auto aber auch in Monaco funktioniert, ist eine andere Frage. Audi wird sich schwer tun, offenbar hat man einen größten Turbolader im Feld, was auf dem engen Kurs keine gute Wahl ist.

Gute Nachrichten (sorf of) gibt es von Aston Martin und Honda. Die Japaner haben laut eigener Aussage beim Versuch, den Motor etwas fahrbarer zu machen, zufälligerweise etwas mehr Leistung entdeckt. Kann in Monaco nicht schaden, vor allem die Verbesserung der Fahrbarkeit. Zudem plant man ein Upgrade für den Motor, das knapp vor oder nach der Sommerpause kommen soll.

Silly Season 2

Eigentlich ist Monaco ja immer Start der “Silly Season”, aber wie oben schon erwähnt sollte man keine großen Verschiebungen für das Jahr 2027 erwarten. Die Top-4-Teams haben bis Ende ihre Fahrer bis mindestens 2027 gesetzt. Wer viel Bewegung im Mittelfeld erwartet, dürfte auch enttäuscht werden. Audi und Cadillac werden nichts verändern, man kann zudem davon ausgehen, dass Carlos Sainz seinen Vertrag mangels anderer Optionen bei Williams verlängert. Bewegung könnte es nur bei zwei Teams geben.

Esteban Ocon wackelt bei Haas, weil er von Oliver Bearman gebügelt wird, und seine üblichen Wochenenden, an denen er ein Komplettausfall ist, helfen da auch nicht. Die Frage ist nur, wen Haas als Ersatz hätte. Der in der F2 führende Italiener Gabriele Minì ist bei Alpine unter Vertrag und Colton Herta tut sich sehr schwer in der F2, auch wenn er ein paar Punkte sammeln konnte. Aber für die F1 hat er sich bisher nicht empfohlen.

Ein ähnliches Problem dürfte Aston Martin haben, sollte Fernando Alonso am Ende des Jahres seine Karriere beenden. Davon gehe ich allerdings nicht aus. Nach dem verlorenen Jahr 2027 dürfte der Spanier ein gewisses Interesse daran haben, zu schauen, ob sich das 2028 bessert. Mangels Alternativen auf dem Fahrermarkt wird Lawrence Stroll auch bereit sein, ein bisschen mehr Geld auf den Tisch zu legen, was ja bei Verhandlungen immer hilfreich ist. Lance Stroll wird auch weiter fahren.

Strategie

Wie üblich gibt es C3, C3 und C5. Im vergangenen Jahr gab es die Regel, dass die Teams im Rennen alle drei Mischungen verwenden mussten, also gezwungenermaßen zweimal an die Box mussten. Die Regel hat man für dieses Jahr wieder fallen lassen. Was dann auf das klassische Ein-Stopp-Rennen hinausläuft. Die einzige Frage ist, welche Reifen man für den Start wählt. Aber damit man auf den ersten Metern nicht zu viel an Boden verliert, werden die meisten auf die Soft setzen.

Weiter hinten gibt es andere Möglichkeiten. Der Hard wird gerne genommen, weil man mit ihm locker 50 % der Distanz bewältigen kann. Die Chance ist, dass man doppelt profitiert. Durch die Stopps der anderen wird man nach vorne gespült, die Möglichkeit ist groß, dass man durch eine SC-Phase einen freien Stopp bekommt.

Eine Safety-Car ist sowieso die große Unbekannte im Rennen. Die Frage ist ja meist nicht, ob es kommt, sondern wann es kommt. Vor oder nach dem eigenen Stopp? Eine weitere Frage ist, wann das SC auf die Strecke kommt. Die Chance, dass der Leader den Boxeneingang verpasst ist hoch, und das kann ein Problem darstellen. Aber meist lässt die FIA die SC-Phase so lange laufen, bis sich alles wieder sortiert hat.

Das Wetter spielt ja auch gerne mal eine Rolle in Monaco, aber für dieses Wochenende ist Sonnenschein bei moderaten 25 Grad angesagt.

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