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Formel Eins: Vorschau GP von Österreich 2026

von DonDahlmann
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Eines der kürzesten Rennen des Jahres wird heiß. 34 Grad stehen am Wochenende an. Das dürfte für einige Probleme sorgen.

Hitzerennen sind in der Formel Eins keine Neuheit, aber am Wochenende könnte eines der wärmsten Rennen seit langem anstehen. 34 Grad und mehr sollen es in Spielberg werden. Das wird die Asphalttemperaturen auf dem mehr oder weniger schattenlosen Kurs auf Rekordhöhen treiben. Da können auch gerne mal 60 Grad und mehr auf der Skala erreicht werden. Und das schafft natürlich Probleme.

Die komplexen Motoren mögen Hitze überhaupt nicht, also werden die Teams dazu gezwungen, die Seitenverkleidungen rund um die Kühler aufzumachen. Ebenso wird man die Bremsbelüftungen erweitern müssen. Das sind aber alles Dinge, die man auf einem so schnellen Kurs wie in Österreich eher vermeiden will. Denn jede Öffnung kostet aerodynamische Effizienz. Sie macht das Auto langsamer, kostet Abtrieb und treibt den Spritverbrauch nach oben. In Österreich wird sich zeigen, wer sein Auto am besten runterkühlen kann, ohne allzu viel an Leistung zu verlieren.

Nach dem Sieg in Spanien richten sich alle Augen auf Ferrari. Deren massives Update hat ganz offensichtlich funktioniert und den Ferrari auf einer sehr technischen Strecke nach vorn gebracht. Spielberg ist nun alles andere als komplex, hier geht es mehr um den Topspeed und den mechanischen Grip beim Herausbeschleunigen. Etwas, was vor allem Red Bull beherrscht, wie man in Monaco gesehen hat. Auch die Mercedes waren offensichtlich gut, während Ferrari etwas hinterher hing.

Die Abstände in der Qualifikation werden sehr eng sein. Ein Blick ins letzte Jahr zeigt, dass zwischen P1 und P20 gerade mal 1,6 Sekunden lagen. Zieht man die irrsinnige Polezeit von Norris ab, der über eine halbe Sekunde Vorsprung hatte, liegt man bei knapp einer Sekunde zwischen P2 und P20. Das wird sich in diesem Jahr etwas mehr entzerren, aber vor allem in den Top 12 sollten die Abstände sehr eng zusammenliegen. Vermutlich entscheiden eher Tausendstel.

Allerdings ist die Startposition in Österreich nicht ganz so entscheidend. Es gibt drei gute Überholstellen. Und dann gibt es noch den “Boost” Modus. Die Motoren werden in Spielberg nicht nur aufgrund der Hitze leiden, sondern auch, weil sie nicht genug Energie sammeln können. Neben Monza und Kanada gehört Spielberg zu den schlimmsten Strecken für die neuen Motoren. Die FIA senkt die verfügbare Energie daher auf 6 MJ. Das wird die Probleme beim Clipping senken, aber nicht aufheben. “Yo-Yo” Racing wird die Folge sein.

Das gilt vor allem für das dicht gedrängte Mittelfeld. Alpine, Audi, RB und mit Abstrichen Haas und Williams werden eng zusammenliegen. Ich würde auf die RB als “best of the Rest” tippen, aber der Pokal könnte auch an Alpine gehen, weil sie mit dem Mercedes den besseren Motor im Heck haben. Die Audi sehe ich sehr knapp dahinter. Williams wird weiter daran arbeiten, das Auto abzuspecken, Haas hat seit dem letzten Update einiges gegenüber der Konkurrenz verloren.

Bleiben Aston und Cadillac. Bei Aston wird das Leiden weitergehen, das Update ist wohl erst für Ende Juli geplant. Was mit den bisherigen Strategien von Aston übereinstimmt. Dann soll allerdings ein komplett neues Auto auf die Strecke gesendet werden. Honda hat bekanntgegeben, dass man die Vibrationen im Griff hat, nun will man beim Verbrenner nachlegen. Auch hier kommt das Update erst später.

Daher könnten die Cadillacs, die ja mit dem Ferrari-Motor unterwegs sind, in Österreich klar vor den Aston Martin stehen. Die US-Mannschaft hat sich über die Saison nur langsam gesteigert, aber immerhin ist ein Fortschritt zu sehen. Man darf nicht vergessen, dass das Team wirklich bei Null angefangen hat und jeder Arbeitsschritt quasi Neuland bedeutet. Dafür schlägt man sich ganz ordentlich.

Der Ausgang des Rennens könnte den Ton für die restlichen Rennen bis August setzen. Wenn Ferrari die gute Form aus Spanien mit nach Österreich bringen kann, dann wäre das gut für die WM. Denn Hamilton liegt nur 44 Punkte hinter Antonelli, der ja in Spanien leider ausgefallen ist. Sollten Antonelli und Hamilton wieder erneut vor ihren Teamkollegen liegen, wird man in beiden Lagern langsam überlegen müssen, wenn man für den WM-Kampf bevorzugt.

Strategie

Zwei Stopps werden es werden. Wie immer bringt Pirelli C3, C4 und C5 an die Strecke. Die C5 will man im Rennen bei den Streckentemperaturen meiden wie die Pest. C4 wird der Startreifen sein, C5 dann für den Rest des Rennens. Im letzten Jahr gab es auch größtenteils Zwei-Stopp-Strategien. C5 und C4 waren die Hauptwahl auf dem Startgrid: Fünf Fahrer entschieden sich für den C5, während die anderen den C4 wählten. Aber dieses Jahr ist es noch heißer als im letzten Jahr, weswegen die C5 auch am Start vermutlich keine gute Idee sein werden.

Bilder: Pirelli

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