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IndyCar: Analyse Chevrolet Detroit Grand Prix

von Rainer
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Alex Palou holte am Sonntag seinen vierten Saisonsieg. Damit dürfte die Meisterschaft vor Saisonhalbzeit bereits entschieden sein.

Die Qualifikation am Samstag begann mit einem Knall. David Malukas setzte seinen Penske-Chevrolet in die Mauer. Das bedeutete den letzten Startplatz für das Rennen am Sonntag. Josef Newgarden ging aber nur wenige Plätze vor ihm ins Rennen. In den letzten Startreihen hatten sie Gesellschaft von Santino Ferruci, Mick Schumacher und Sting Ray Robb. Immerhin stellte Scott McLaughlin seinen Chevrolet auf Startplatz drei. Derweil ging Alex Palou zum dritten Mal in Folge von der Pole-Position in Detroit ins Rennen. Sein Teamkollege Scott Dixon startete von Platz vier. Sehr gut unterwegs waren auch die Andretti-Hondas von Will Power (Startplatz zwei) und Kyle Kirkwood (Startplatz sechs). Das gilt auch für die McLaren-Chevrolets mit den Startplätzen 5 und 7 für Christian Lundgaard und Pato O’Ward.

Dem überraschend disziplinierten Start ohne Unfall folgten zehn Runden im Renntempo. Alex Palou setzte sich nur sehr langsam an der Spitze von Scott McLaughlin ab, der wiederum Will Power beim Start überholt hatte. Dann setzte Christian Rasmussen seinen ECR-Chevrolet in die Wand von Kurve 1, woraufhin einige Fahrer, darunter Felix Rosenqvist, Josef Newgarden und David Malukas, die Caution für einen frühen Stopp nutzten. Beim Restart holte sich Will Power in Kurve 1 den zweiten Platz von McLaughlin zurück. Nur zwei Kurven später übernahm er die Führung von Alex Palou. Im Gegensatz zu den meisten anderen Piloten der Spitzengruppe war Christian Lundgaard mit Prime-Reifen gestartet. Mit diesen war er nun im Vorteil und fuhr bis Runde 25 auf Platz 4 nach vorne. Auch Will Power litt unter den abbauenden Reifen. Alex Palou folgte und steckte ab Runde 25 mit der Nase im Getriebe des Andretti-Hondas. Auch Scott McLaughlin kam wieder näher. Seinen Rückstand von fast drei Sekunden konnte er bis Runde 30 auf 1,2 Sekunden verringern. Dahinter kam Christian Lundgaard mit großen Schritten näher.

In der 32. Runde spitzte sich der Kampf um den Sieg zu. McLaughlin versuchte, Palou und Power gleichzeitig zu überholen. Power konterte jedoch. Palou verlor jedoch gegen Lundgaard einen weiteren Platz. Durch die Kämpfe konnten nun auch Scott Dixon und Kyle Kirkwood aufschließen. Als Erster wechselte Alex Palou in Runde 33 auf neue Option-Reifen, Kyle Kirkwood hingegen auf Prime-Reifen. In Kurve 3 versuchte es McLaughlin erneut. Beim Rausbeschleunigen hatte Power mit stark durchdrehenden Reifen zu kämpfen und so zogen McLaughlin und Lundgaard vorbei. Anschließend gingen McLaughlin und Power an die Box. Über den Under-Cut zogen jedoch Alex Palou und Kyle Kirkwood vorbei.

In Runde 37 wechselten die beiden McLaren-Piloten Christian Lundgaard und Pato O’Ward auf Option-Reifen. Sie reihten sich auf den Plätzen 4 und 6, mit Will Power zwischen sich, in ihre Strategiegruppe ein. In Runde 39 drehte Kyffin Simpson Graham Rahal in Kurve 3 um. Die Folge war die zweite Caution des Tages. Während der Caution wechselten Felix Rosenqvist und Josef Newgarden auf neue Option-Reifen. Mit diesen Reifen machten sie nun Druck und belegten zur Rennhälfte die Plätze 13 und 15. Schnellster Pilot im Feld war jedoch Alex Palou, der sich mit seinen Option-Reifen bis Runde 50 um drei Sekunden von Kyle Kirkwood absetzen konnte. In Runde 52 konnten wir einen der wenigen Fehler von Scott Dixon bewundern. In Kurve 8 verbremste er sich, musste drei Wagen passieren lassen und fiel auf Platz 10 zurück.

Ab der 58. Runde hatte Kyle Kirkwood den Reifenvorteil auf seiner Seite. Langsam konnte er den Rückstand auf Alex Palou verkürzen. Scott McLaughlin auf Platz drei hatte bereits 6,5 Sekunden Rückstand auf Palou und verlor weiterhin Zeit. In Runde 65 wechselte Alex Palou auf Prime-Reifen. Nur eine Runde später drehte Santino Ferrucci Rinus VeeKay in Kurve 5. Bei den Stopps unter Gelb waren die Pitcrews verantwortlich. Auch bei Andretti lief alles glatt und Kyle Kirkwood und Will Power hielten die Positionen direkt vor und hinter Scott McLaughlin. Scott Dixon musste das Rennen aufgrund eines Defekts am Hybrid-System beenden.

In Führung lag natürlich Alex Palou. Alexander Rossi, Mick Schumacher, David Malukas, Graham Rahal und Josef Newgarden hatten ihren finalen Stopp bereits vor der Caution absolviert und lagen nun vor der ehemaligen Spitzengruppe. Bei Rossi war die Boxengasse jedoch bereits geschlossen, weshalb er eine Strafe erhielt und ans Ende des Feldes befördert wurde. Malukas wollte schnellstmöglich an Schumacher vorbeifahren. In Kurve 5 setzte er sich außen neben Schumacher, der sich bei der Verteidigung verbremste, sodass der Wagen über die Vorderräder ins Aus rutschte. Auch Malukas konnte nicht mehr einlenken und rutschte mit in den Notausgang.

Kyle Kirkwood, der mit Option-Reifen unterwegs war, machte Jagd auf Alex Palou, der mit Prime-Reifen fuhr. Dahinter wurde hart gekämpft. Dabei drängte Scott McLaughlin Will Power in die Mauer. Power musste seinen Wagen daraufhin in der Box abstellen. Auch McLaughlin verlor einige Plätze. Dadurch lag Graham Rahal nun auf Platz 3 vor den beiden McLaren von Pato O’Ward und Christian Lundgaard. Es folgten Felix Rosenqvist, Scott McLaughlin und Louis Foster. In Runde 80 rollte Santino Ferrucci ohne Vortrieb aus. Nach dem Restart schien Kyle Kirkwood der schnellere Pilot zu sein. Alex Palou spürte den Druck verbremste sich vor Kurve 1. Trotzdem konnte er sich in den danach absetzen.

In Runde 88 schob Louis Foster Scott McLaughlin in die Mauer. Damit war das Rennen für den nächsten Neuseeländer zu Ende. Da er die Box aber ansteuern konnte, gab es keine Caution. Diese folgte dann aber zwei Runden später. Im Hinterfeld hatte Alexander Rossi Romain Grosjean klassisch abgeschossen. Für den finalen Sprint über sieben Runden war der schöne Vorsprung von Alex Palou gegenüber Kyle Kirkwood dahin. Das störte den amtierenden Meister aber nicht. Schnell konnte er sich wieder absetzen, und im Ziel hatte er drei Sekunden Vorsprung auf Kyle Kirkwood. Graham Rahal verteidigte Platz drei gegen Pato O’Ward und Christian Lundgaard. Mit Felix Rosenqvist, Louis Foster, Marcus Ericsson und Kyffin Simpson folgten vier weitere Honda-Piloten. Erst auf Platz zehn kam mit Josef Newgarden der dritte Chevrolet ins Ziel – in der Heimat von General Motors.

Das gesamte Ergebnis kann auf der Homepage der IndyCar Series nachgelesen werden.

Alex Palou (327 Punkte) hat seinen Vorsprung in der Meisterschaft auf 62 Punkte ausgebaut. Dahinter ist es spannend. Kyle Kirkwood (265 Punkte), David Malukas (248 Punkte), Christian Lundgaard (226 Punkte), Pato O’Ward (220 Punkte) und Felix Rosenqvist (205 Punkte) trennen nur 60 Punkte. Auch die beiden Penske-Fahrer Scott McLaughlin (192 Punkte) und Josef Newgarden (187 Punkte) sind, vor allem mit Blick auf die Ovale, noch in Sichtweite.

Vorschau Bommarito Automotive Group 500

Bereits am nächsten Wochenende reist die IndyCar-Serie nach Madison. Sie bleibt jedoch in einem Umkreis von 400 Kilometern um Indianapolis. So halten sich die Reisestrapazen in Grenzen.

Das Rennen auf dem World Wide Technology Raceway ist das zweite Rennen auf einem kleinen Oval in dieser Saison. Das erste in Phoenix ging standesgemäß an den Oval-Meister Josef Newgarden. Vor zwei Wochen hat er sich am Indianapolis Motor Speedway jedoch einen Rookiefehler geleistet. Den Wagen beim Restart zu verlieren, ist schon peinlich. Das wird ihn aber sicher nicht von einer guten Performance am Wochenende abhalten. Auch sein lädierter linker Fuß schien ihn am letzten Wochenende im Wagen nicht zu behindern. Neben seinen Teamkollegen David Malukas und Scott McLaughlin ist Kyle Kirkwood sein größter Kontrahent. Er gewann im Vorjahr und fuhr in Phoenix auf Platz 2.

Noch stärker ist allerdings Alex Palou einzuschätzen. In der letzten Saison gewann er in Iowa sein erstes Rennen auf einem kleinen Oval. Damit ist auch diese Lücke in seinem Erfolgsbuch geschlossen. Zum Saisonausklang ließ er dann noch zwei zweite Plätze in Milwaukee und Nashville folgen. In Phoenix wurde er im Kampf um Platz 5 früh von Rinus VeeKay aus dem Rennen gecrasht. Platz 24 spiegelte also bei weitem nicht sein Potenzial wider. Für eine Topplatzierung in Ovalen ist immer auch Pato O’Ward ein Kandidat. Entweder er fällt im Oval aus oder er fährt in die Top 6 – etwas anderes kommt für ihn scheinbar nicht in Frage.

Strecke

Das Oval ist 1,25 Meilen (2 km) lang und besteht aus zwei Kurven, die in Amerika normalerweise als vier gezählt werden. Das Besondere am World Wide Technology Raceway ist die Eiform. Die Kurven 1 und 2 sind deutlich enger als die Kurven auf der gegenüberliegenden Seite. Dafür haben die Kurven 3 und 4 mit 9 Grad eine geringere Überhöhung als die ersten Kurven mit 11 Grad. Am ehesten ähnelt der Gateway Park noch dem Phoenix International Raceway. Auch dort erschweren unterschiedliche Kurvenradien und Bankings das Setup. Fahrer und Mechaniker müssen einen Kompromiss eingehen, denn das Auto wird nicht in allen vier Kurven perfekt liegen.

Zeitplan (eastern time, MEZ)

Samstag, 06. Juni

12:30 p.m. (16:30) – NTT IndyCar Series practice #1
4:30 p.m. (22:30) – Qualifying for the NTT P1 Award
8:00 p.m. (2:00) – NTT IndyCar Series practice (high-line session+ final practice)

Sonntag, 07. Juni

9:00 p.m. (03:00) – FOX on air

9:20 p.m. (03:20) – The Bommarito Automotive Group 500 (260 laps/500 km), FOX, Sky live

Chevrolet Detroit Grand Prix

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