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IndyCar: Analyse Double-Header Milwaukee Mile

von Rainer
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Die beiden Sieger des Wochenendes heißen Pato O’Ward und Alex Palou. O’Ward gewann beide Rennen, während Palou sich die Meisterschaft sicherte. Dahin war es jedoch ein langer Weg.

Wie schon beim Rennen in Madison stand auch dieses Wochenende unter keinem guten Wetter-Stern. Nach der Qualifikation am Samstag setzte Regen ein. Der Start des ersten Rennens musste deshalb nach hinten verschoben werden. Nach 64 absolvierten Runden setzte jedoch erneut Regen ein, sodass der Rest auf Sonntagmittag verschoben werden musste. Doch auch am Sonntag machte der Regen der IndyCar-Series einen Strich durch die Rechnung. Die verbleibenden Runden des ersten Rennens mussten nach dem zweiten Rennen ausgetragen werden. Das macht die Aufarbeitung des Wochenendes nicht einfach. Vor allem, da ich keine Minute der Rennen live gesehen habe.

Race I

Vom Start an führte Pato O’Ward das Rennen vor Josef Newgarden an. Die schnellsten Piloten im Feld waren im ersten Stint jedoch Felix Rosenqvist und Rinus VeeKay. So übernahm Rosenqvist in der 22. Runde die Führung, während VeeKay von Startplatz 19 in den ersten 40 Runden bis in die Top 10 vorfuhr. Christian Lundgaard, der aufgrund seiner schlechten Leistung auf Ovalstrecken das Cockpit bei McLaren verliert, lag auf Platz vier vor Will Power, Dennis Hauger und Alexander Rossi. Mit einem frühen Stopp in Runde 45 schob sich Rossi bei den ersten Boxenstopps vor Josef Newgarden auf Platz drei. Ein Untercut von einer Runde brachte Pato O’Ward direkt ans Heck von Felix Rosenqvist. In Runde 56 konnte er ihn mit leichter Hilfe von Nolan Siegel für die Führung überholen.

In Runde 64 setzte Regen ein und nach Runde 90 wurde das Rennen unterbrochen. Mit der 100. Runde wurde das Rennen am Sonntag wieder freigegeben. An den Kräfteverhältnissen hatte sich jedoch wenig geändert. Pato O’Ward verteidigte die Führung vor Felix Rosenqvist. Christian Lundgaard und Josef Newgarden fuhren auf die Plätze 3 und 4 nach vorne. Leidtragender war Alexander Rossi, der bis auf Platz 8 durchgereicht wurde. Auf der sauberen Strecke zeigte auch Rinus VeeKay wieder eine starke Leistung. Schnell kam er bis auf Platz 6 direkt hinter Will Power nach vorne.

Ab Runde 117 folgten die nächsten Boxenstopps. Nur David Malukas und Marcus Armstrong dachten nicht einmal ans Stoppen. Malukas hatte vor der Regen-Caution den achten Platz belegt. Während der ersten Runden unter Gelb kam er an die Box und fiel auf Platz 13 zurück. Jetzt gambelte Team Penske etwas und ließ ihn den Tank bis Runde 143 leerfahren. Armstrong war erst am Sonntag in einer der letzten Runden unter Gelb an die Box gekommen. Entsprechend hatte er am meisten Benzin an Bord. Malukas hielt so die Führung bis zu seinem Stopp in Runde 143, während sich Armstrong zwischen Christian Lundgaard und Felix Rosenqvist in die Spitzengruppe schob.

Aus der Spitzengruppe verabschiedete sich zunächst Josef Newgarden. Im Zweikampf mit Rinus VeeKay musste er nach außen in den Dreck ausweichen und das zerstörte so seine Ballance im Wagen, dass er bis auf Platz 15 zurückfiel. Für VeeKay ging es jedoch weiter nach vorne. In Runde 150 überholte er Felix Rosenqvist und lag nun auf Platz 5. Vor ihm lagen nur noch Will Power, Marcus Armstrong und die beiden McLaren: Christian Lundgaard und Pato O’Ward. In Runde 151 drehte sich Mick Schumacher nach einem Zweikampf mit Dennis Hauger. Das Feld nutzte die Caution-Phase für einen Stopp. Außer natürlich David Malukas, der erst kurz vorher in der Box gewesen war. Für Armstrong war die Caution ideal, so blieb er in der Spitzengruppe.

David Malukas’ #12 war in diesem Stint unschlagbar schnell. Er konnte seinen Vorsprung auf Pato O’Ward auf über 6 Sekunden ausbauen. Auch die Boxenstopps ab Runde 191 änderten nichts an diesem Bild. Nur sein Teamkollege Scott McLaughlin schob sich mit einem frühen Stopp auf Platz 5 in die Spitzengruppe.

Der ganze schöne Vorsprung von Malukas war dann aber in Runde 200 dahin. Im Kampf mit Christian Lundgaard und dem Überrundungsverkehr kam Will Power zu weit nach außen in den Dreck und endete in der Mauer. Mit einer beschädigten Aufhängung musste er seinen Wagen abstellen. Nur Josef Newgarden kam während der Caution an die Box und ließ einen neuen Satz Reifen aufziehen.

 

Nur wenige Runden später sorgte Caio Collet für die nächste Caution. Er hatte seinen Wagen im Verkehr auf der Start- und Zielgeraden verloren. Beim finalen Restart quetschte sich Pato O’Ward in Kurve 1 innen an David Malukas vorbei. Scott McLaughlin verteidigte Platz 3, während sich Rinus VeeKay und Christian Rasmussen auf die Plätze 4 und 5 nach vorne schoben. Josef Newgarden nutzte den Vorteil der neuen Reifen aus und überholte in der 230. Runde Marcus Armstrong für Platz 7; vor ihm lag Christian Lundgaard.

Bis ins Ziel sollte sich nicht mehr viel ändern. Mit 1,7 Sekunden Vorsprung fuhr Pato O’Ward seinen zweiten Sieg des Tages ein. David Malukas musste sich einmal mehr mit Platz zwei begnügen. Drei Runden vor Ende konnte Rinus VeeKay Scott McLaughlin überholen und sicherte sich so den Platz auf dem Podium. 16 Sekunden nach O’Ward cruiste Alex Palou auf Platz 10 ins Ziel. Kyle Kirkwood war im Rennen absolut kein Faktor, sodass die Titelverteidigung locker gelang. Das war sein einziges Ziel am Sonntag, weshalb es ein sehr unauffälliges Rennen des Spaniers war. Auffällig war erneut Mick Schumachers gute Leistung auf dem Oval mit Platz 12.

Das gesamte Ergebnis von Rennen 1 kann auf der Homepage der IndyCar-Series (PDF) nachgelesen werden.

Race II

Bei strahlendem Sonnenschein wurde am Sonntagmittag das zweite Rennen gestartet. Alex Palou setzte seine Pole-Position in die Führung um. Dahinter folgten Josef Newgarden und Pato O’Ward. Mick Schumacher und Louis Foster hatten sehr starke Qualifikationsrunden absolviert und lagen auf den Plätzen vier und fünf. Erst dahinter kamen die etablierten Ovalpiloten Rinus VeeKay, Scott McLaughlin, Felix Rosenqvist und Will Power. Palou konnte sich zu Beginn etwas vom Feld absetzen, aber ab der 30. Runde klebte Newgarden am Heck der #10. Durch den Zweikampf um die Spitze konnte auch O’Ward die Lücke schließen. In Runde 34 zog Newgarden an Palou vorbei und übernahm die Führung.

Den ersten Stint beendete Romain Grosjean mit einem Dreher in Kurve 2, und die Teams nutzten die Caution ab Runde 35 für den ersten Boxenstopp. Dabei schlug Palou Newgarden. Pato O’Ward verlor durch Probleme am rechten Hinterrad viel Zeit und Positionen. Diesmal konnte sich Alex Palou über den gesamten Stint an der Spitze halten. In Runde 77 verlor Josef Newgarden sogar Platz 2 an Rinus VeeKay. Mit dem Niederländer zusammen stürmte auch Christian Lundgaard nach vorne. In Runde 78 holte er sich Platz 3 von Newgarden, der immer größere Probleme mit seinen Vorderreifen bekam. Dies führte zu einem frühen Stopp in Runde 84, mit dem er sich durch einen Under-Cut wieder auf Platz 2 verbesserte. Diesen übernahm in Runde 93 aber wieder Rinus VeeKay, und sieben Runden später war auch Alex Palou fällig.

Mit Alex Palou in den Top 3 musste Kyle Kirkwood reagieren, um die Meisterschaft noch offen zu halten. Während dieses Stints fuhr er von Platz 6 auf Platz 3 nach vorne. Damit lag er direkt hinter Palou. Zur Rennhalbzeit standen die nächsten Boxenstopps an. Während Kirkwood dabei Plätze verlor, verbesserte sich sein Teamkollege Will Power auf Platz zwei.

Mit Josef Newgarden, David Malukas und Scott McLaughlin verfolgte ihn sein komplettes ehemaliges Team. Erst auf den Plätzen 6 und 7 folgten Kyle Kirkwood und Rinus VeeKay, der durch einen späten Stopp Zeit verloren hatte.

Die Penske-Herrlichkeit mit allen drei Wagen in den Top 5 endete schlagartig in Runde 141: Josef Newgarden verlor in Kurve 4 die Kontrolle über seinen Wagen und löste so die nächste Caution aus. Während fast das gesamte Feld geschlossen in die Box kam, blieben Scott McLaughlin und Scott Dixon draußen. Sie übernahmen die Führung vor Will Power, der Alex Palou und David Malukas in der Box schlagen konnte. Während Scott Dixon nach dem Restart schnell nach hinten durchgereicht wurde, konnte sich Scott McLaughlin bis zur 175. Runde vorne halten. Dann konnte Will Power an ihm vorbeigehen. Trotz der älteren Reifen verlor er bis zu seinem Stopp nur einen weiteren Platz an Christian Lundgaard. Zusammen mit seinem Teamkollegen hatte sich auch Pato O’Ward wieder in die Spitzengruppe geschoben.

In Runde 190 eröffnete David Malukas die Reihe der letzten Stopps. Mit dem Under-Cut verbesserte er sich von Platz 9 auf Platz 5. In Runde 192 folgten Scott McLaughlin und Pato O’Ward. Die McLaren-Crew war ein wenig schneller, sodass O’Ward am Penske vorbeizog. Bei Christian Lundgaard hingegen gab es Probleme sowohl am Vorder- als auch am Hinterrad. Noch schlimmer lief es bei Will Power. Er war zu schnell in der Boxengasse, weshalb er eine Drive-Through-Penalty erhielt und auf Platz 16 zurückfiel.

Pato O’Ward fuhr den Sieg über die letzten gut 50 Runden souverän nach Hause. Mit einem gesparten Boxenstopp sicherte sich Scott McLaughlin Platz 2 vor Christian Lundgaard, der seine Untauglichkeit für Ovalrennen mehr als widerlegen konnte. David Malukas auf Platz 4 musste keine Angriffe von Alex Palou fürchten. Er lag direkt vor Kyle Kirkwood und ging mit Blick auf die Meisterschaft nur ein geringes Risiko ein. Rinus VeeKay, Christian Rasmussen, Marcus Ericsson und Louis Foster komplettierten die Top 10, Mick Schumacher fuhr einen guten 13. Platz ein. Graham Rahal zum Vergleich wurde auf den Plätzen 22 und 23 am Sonntag gewertet.

Das gesamte Ergebnis von Rennen 2 kann auf der Homepage der IndyCar-Series (PDF) nachgelesen werden.

Nach den beiden Rennen beträgt Alex Palous Vorsprung auf Christian Lundgaard exakt 100 Punkte. Damit hat er seine fünfte Meisterschaft in sechs Jahren eingefahren. In der ewigen Rangliste liegt nur noch Scott Dixon mit sechs Titeln vor ihm.

 

 

 

Vorschau Java House Grand Prix of Monterey

In den letzten beiden Jahren fand das Saisonfinale in Nashville statt, während der Grand Prix in Laguna Seca in den Sommer verlegt wurde. Das war schon fast ein Verbrechen. Das erste Rennen fand im Oktober 1983 statt. Zwar war es nicht das Saisonfinale, aber immerhin die vorletzte Station. Jetzt kehrt die IndyCar-Serie endlich wieder zum traditionellen Saisonfinale nach Kalifornien zurück. Leider erwartet uns ein langweiliges Rennen, das Alex Palou gewinnen wird. Er hat immerhin schon drei der letzten vier Ausgaben gewonnen und seine durchschnittliche Platzierung ist 1,6. Die einzige Chance seiner Kontrahenten ist, dass er seine Meisterschaft zu sehr gefeiert hat und nun noch ein paar Ehrenrunden dreht. Wird das passieren? Nein!

Die ersten Verfolger sollten von McLaren kommen. Im Vorjahr zeigte sich das Team sehr stark. Sogar Nolan Siegel sammelte einige Führungsrunden. Christian Lundgaard fuhr den zweiten Platz ein und Pato O’Ward wurde Vierter. Außerdem gewann Lundgaard den Indy-GP und das Rennen auf der Road America. In Birmingham und Mid-Ohio wurde er jeweils nur von Alex Palou bzw. Pato O’Ward geschlagen. Bei Andretti Global müssen wir abwarten, wie groß der Herta-Faktor ist. Immerhin ist der WeatherTech Raceway Laguna Seca so etwas wie die Strecke der Familie Herta. Colton Herta, Sieger 2019 und 2021 sowie Drittplatzierter im Vorjahr, hat das Team ja verlassen. Aber sein Vater Bryan steht noch am Kommandostand.

Beim Grand Prix of Monterey im Vorjahr waren alle drei Penske-Chevrolet unter den ersten elf, was eine der wenigen Ausnahmen in dieser Saison war. In diesem Jahr sieht es auf permanenten Rennstrecken auch nicht besser aus. Abgesehen von Josef Newgarden auf den kleinen Ovalen ist das Team noch sieglos. David Malukas war beim Indy-GP und bei der Road America mit Platz 2 jeweils nah an seinem ersten Sieg. Scott McLaughlin erreichte beim Saisonauftakt in St. Petersburg Platz 2, abseits der Ovale hat er seitdem jedoch nicht viel erreicht. Josef Newgarden hat zuletzt 2022 auf einem Nicht-Oval gewonnen. Keine guten Aussichten für das Team des Captains.

Strecke

Der WeatherTech Raceway ist 3,6 Kilometer lang, hat 12 Kurven und weist einen Höhenunterschied von 55 Metern auf. Die gebogene Start- und Zielgerade endet in der Andretti-Haarnadel, der ersten Überholpassage der Strecke. Nach zwei 90-Grad-Rechtskurven geht es über zwei weitere 90-Grad-Linkskurven den Berg hinauf. Am Scheitelpunkt folgt eine enge Links-Rechts-Schikane, die steil bergab führt – die legendäre Corkscrew. Sie ist wohl die beste Überholstelle der Strecke. Zumindest Alex Zanardi und Josef Newgarden würden das bestätigen.  Der tödliche Unfall von Gonzalo Rodriguez 1999 zeigt aber auch die Gefährlichkeit dieser Stelle. Es folgt die schnelle Rainey-Kurve, bevor zwei etwa 90-Grad-Kurven die Fahrer zurück auf die Start- und Zielgerade führen.

Zeitplan (eastern time/MESZ)

Freitag, 04. September

5:00 p.m. (23:00) – NTT IndyCar Series practice 1

Samstag, 05. September

1:00 p.m. (19:00) – NTT IndyCar Series practice 2
4:30 p.m. (22:30) – Firestone Fast Six Qualifying for the NTT P1 Award
8:00 p.m. (02:00) – NTT IndyCar Series final practice

Sonntag, 06. September

2:30 p.m. (20:30) – Fox on Air

3:05 p.m. (21:05) – Java House Grand Prix of Monterey (95 laps/212,61 miles), Fox, Sky (live)

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