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IndyCar: Analyse Grand Prix of Portland

von Rainer
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Alex Palou gewann am Sonntag und machte damit einen riesigen Schritt in Richtung seines fünften Titels.

Bereits im ersten Training zeigte er, dass der Sieg nur über ihn gehen würde. In der Qualifikation wurde er jedoch von Felix Rosenqvist geschlagen. Die zweite Startreihe ging an Andretti Global in Form von Will Power und Marcus Ericsson. Auch ihr Teamkollege Kyle Kirkwood war mit Startplatz sieben gut platziert. Dazwischen schoben sich Rinus VeeKay und Kyffin Simpson. David Malukas war mit Startplatz 9 einmal mehr der schnellste Fahrer eines Penske-Chevrolet. Scott McLaughlin und Josef Newgarden gingen von den Plätzen 14 und 15 ins Rennen. Noch schlechter lief die Qualifikation für McLaren. Nolan Siegel, Pato O’Ward und Christian Lundgaard erreichten die Startplätze 16, 17 und 25.

Die Geschichte von Palous Sieg ist schnell erzählt: Zwar verlor er in der Anfangsphase Platz 2 an Marcus Ericsson, der im Gegensatz zu Palou mit Option-Reifen gestartet war, doch spätestens nach den ersten Boxenstopps war der Sieg sicher. Ericsson musste mit seinen Option-Reifen eher an die Box. Palou konnte die kleine Lücke zu Rosenqvist schnell schließen und Druck ausüben. In Runde 31 wechselte Rosenqvist auf einen neuen Satz Prime-Reifen. Chip Ganassi Racing ließ Palou eine Runde länger draußen und wechselte dann auf Option-Reifen. Die eine Runde in Clean-Air reichte aus, damit Palou vor Rosenqvist aus der Box kam. Mit den weicheren Option-Reifen konnte er sich auch problemlos vor dem Wagen mit den schon warmen Reifen halten.

Damit war das Rennen an der Spitze im Prinzip entschieden. Alex Palou konnte sich zwar nicht weit von Felix Rosenvqist absetzten und die US-Kommentatoren versuchten noch irgendwie Spannung durch Will Power in das Rennen zu reden. Nach drei Stints auf Prime-Reifen hatte Power für den letzten kurzen Stint neue Option-Reifen. Doch dank einer fehlerhaften Kommunikation mit der Box und Sting Ray Robb, der wieder einmal unnötig im Weg stand, verlor er vor dem letzten Stopp zu viel Zeit. Er kam mit Rückstand auf Rosenqvist aus der Box. Diesen konnte Power zwar wieder aufholen, aber ein Angriff auf Rosenqvist war nicht möglich. So musste sich der Sieger der letzten beiden Jahre mit Platz drei hinter Alex Palou und Felix Rosenqvist begnügen.

Die Plätze dahinter belegten Rinus VeeKay, Kyle Kirkwood, Marcus Ericsson und Scott McLaughlin. Ericsson hatte durch einen Fahrfehler beim Überholversuch gegen Sting Ray Robb nach seinem ersten Boxenstopp eine bessere Platzierung weggeworfen. Deutlich interessantere Rennen als Palou hatten Josef Newgarden und Christian Lundgaard. Sie hatten Startplätze im Mittelfeld beziehungsweise am Ende des Feldes. Trotzdem landeten sie am Ende auf den Plätzen 8 und 9 und nutzten dabei komplett unterschiedliche Strategien.

Josef Newgarden war mit neuen Prime-Reifen gestartet. Während der frühen Caution, Graham Rahal hatte in Runde 7 seinen Wagen in die Reifenstapel von Kurve 12 gesetzt, wechselte er auf neue Option-Reifen. Der Stopp warf ihn auf Platz 20 zurück. Anstatt seine Reifen durch aggressive Überholversuche zu belasten, überholte er auf der Strecke lediglich Caio Collet und Mick Schumacher. Als das restliche Feld zu seinen Stopps kam, profitierte er von seinen guten Reifen und der sauberen Luft. Nach seinem Stopp in Runde 37 lag er bereits auf Platz 11. Was bei seinem zweiten Stint funktioniert hatte, funktionierte auch beim dritten. Er schonte wieder seine Option-Reifen und machte am Ende durch Runden in Clean-Air Zeit und Plätze gut. Durch einen sehr kurzen Stint auf gebrauchten Prime-Reifen verlor er keine Zeit. Mit dem Finale auf neuen Option-Reifen sicherte er sich schließlich Platz 8.

Das Rennen von Christian Lundgaard war das genaue Gegenteil von dem von Josef Newgarden. Zu Rennbeginn setzte McLaren ihn auf neue Option-Reifen. Mit diesen war er sehr aggressiv unterwegs. Nach der ersten Schikane hatte er schon fünf Plätze gutgemacht. Zum Ende der ersten Runde lag er auf Platz 19, in der dritten Runde überholte er Newgarden für Platz 15 und nach dem Restart nach der Rahal-Caution fuhr er sich auf Platz 13 nach vorne. Obwohl Lundgaard sehr aggressiv fuhr, konnte er bis zur 27. Runde mit dem ersten Stopp warten. Marcus Ericsson kam beispielsweise schon in Runde 24 an die Box. Mit neuen Option-Reifen war Lundgaard weiterhin sehr schnell unterwegs, sodass er in Runde 38 schon Platz 9 belegte. Von da aus ging es jedoch nicht weiter nach vorne. Er verlor sogar einen Platz an Josef Newgarden. Platz 9 holte er sich schließlich in Runde 107 zurück, indem er Kyffin Simpson überholte.

Das ganze Ergebnis kann auf der Homepage (pdf) der IndyCar-Series nachgelesene werden.

In der Meisterschaft hat Alex Palou (510 Punkte) mit 110 Punkte nun einen sehr beruhigenden Vorsprung. Kyle Kirkwood (400 Punkte) holte sich Platz 2 von David Malukas (392 Punkte) zurück. Dahinter folgen die beiden McLaren-Piloten Christian Lundgaard (375 Punkte) und Pato O’Ward (355 Punkte).

Vorschau Ontario Honda Dealers Indy at Markham

Seit 1986 fand das Rennen in Ontario fast jedes Jahr am Exhibition Place im Zentrum von Toronto statt. Im letzten Jahr wurde jedoch ein neuer Vertrag über fünf Jahre abgeschlossen, der das Rennen nach Markham verlegt. Damit zieht es von der Innenstadt der Großstadt Toronto auf einen Parkplatz in einer Vorstadt mit etwa 300.000 Einwohnern. Auf dem Papier ist das ein ziemlicher Abstieg. Vor allem findet es nicht einmal in der Innenstadt von Markham statt, sondern rund um einen Campus der York University. Der zentrale Bereich mit Start- und Zielgerade sowie Boxengasse befindet sich auf dem Parkplatz des örtlichen Bahnhofs. Als Höhepunkt liegen immerhin die örtlichen Dealershops von Honda und BMW an der Strecke.

Strecke

Die sehr kurze (ca. 200 m) Start- und Zielgerade mündet in eine schnelle Rechts-Links-Schikane. Über eine 90-Grad-Kurve und eine noch deutlich engere Linkskurve biegen die IndyCars auf den Enterprise Boulevard ein. Nach 500 Metern wird über eine Spitzkehre beziehungsweise Löffelkurve die Fahrtrichtung umgekehrt. Es folgt eine ein Kilometer lange Vollgas-Passage. Diese endet in einer 90-Grad-Rechtskurve. Dies dürfte die beste Überholstelle der Strecke sein. Eine besondere Schwierigkeit stellt dar, dass das Abbremsen schon in einer Rechtskurve liegt. Über eine 90-Grad-Rechtskurve verlassen die Fahrer die Kennedy Road. Über Kurve 8 geht es zur weit gezogenen Kurve 9, die mit dem richtigen Setup und guten Reifen mit Vollgas durchfahren werden kann. Die enge Passage der Kurven 10 bis 12 bringt die Fahrer schließlich zurück auf die Start- und Zielgerade.

Zeitplan (eastern time/MESZ)

Freitag, 14. August

03:00 p.m. (21:00) – NTT IndyCar Series practice #1

Samstag, 15. August

10:00 a.m. (16:00) – NTT IndyCar Series practice #2
02:25 p.m. (20:25) – Qualifying for the NTT P1 Award

Samstag, 16. August

08:30 a.m. (14:30) – NTT IndyCar Series Warmup

12:00 p.m. (18:00) – Fox on Air

12:22 p.m. (18:22) – Ontario Honda Dealers Indy at Markham (90 Laps/197.1 Miles) Fox, Sky (live)

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