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Formel Eins: Rückblick 2017 – Williams

von DonDahlmann
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Auch in diesem Jahr kämpfte das Traditionsteam mit allerlei hausgemachten Problemen. Es lief nicht wirklich rund, auch wegen der Fahrer.

Platz 5 in der WM für Williams. Das klingt erst einmal gar nicht so schlecht, auch wenn man sich Force India deutlich geschlagen geben musste. Aber dennoch ist so ein fünfter Platz für ein Privatteam ja nicht schlecht, oder? Etwas ernüchternder ist allerdings die Lage, wenn man sich anschaut, wie viel Punkte Williams holen konnte: 83. Zum Vergleich: Im letzten Jahr waren es 138, 2015 waren es 257 und 2014 gar 320 Punkte. Zum Vergleich Force India: 2014 – 155 Punkte, 2015 – 136 Punkte, 2016 – 173 Punkte, 2017 – 187 Punkte. Der massive Abwärtstrend ist nicht zu übersehen und es kann nicht daran liegen, dass Williams zu wenig Geld hat.

Zum einen ist Hauptsponsor Martini dem Team treu geblieben, zum anderen weisen die Geschäftszahlen von Williams eher einen Zugewinn aus. Was auch an dem Geld liegt, das Lawrence Stroll ins Team schießt, damit sein Sohn da weiter fahren kann. Das Problem von Williams liegt also nicht wie früher im finanziellen Bereich. Um so schmerzt Williams die erneute Niederlage gegen Force India, die sich in Sachen Budget in einem vergleichbaren Rahmen bewegen.

Dass die Inder in diesem Jahr fast doppelt so viele Punkte wie Williams holen konnten, hat zwei Gründe. Zum einen ist die Fahrerpaarung bei Force India besser und beide Piloten sind regelmäßig in den Punkten. Stroll war bei Williams ein totaler Ausfall, auch wenn er am Ende mit 40 Punkten nur knapp hinter Massa (43 Punkte) lag. 15 davon stammen aus dem Chaos-Rennen in Baku. Massa holte dieses Jahr zehn Punkte weniger als im letzten, Stroll fehlten 45 Punkte auf Bottas, der 2016 85 Punkte sammelte. Aber selbst wenn Massa und Stroll die Punkte aus dem letzten Jahr geholt hätten, wären sie nicht an Force India heran gekommen.

Was zum zweiten Grund führt: das Chassis und die Weiterentwicklung. Erneut stellte Williams ein eher mittelmäßiges Chassis auf die Beine. Im Gegensatz zu den Jahren davor funktioniere der FW40 auf allen Strecken, dafür aber halt auf allen Strecken gleich schlecht. Es gelang dem Team auch nicht, das Chassis stark zu verbessern. Im Gegenteil, man hatte eher das Gefühl, dass es für Williams im Laufe des Jahres schwieriger wurde. McLaren drückte, ebenso Renault. Man konnte sich nicht absetzen. Die Probleme liegen bei Williams also nicht nur bei den Fahrern, sondern auch und vor allem in der Aerodynamik.

Eigentlich hatte man gehofft, dass Paddy Lowe, seit März offiziell Technischer Direktor bei Williams, einen Umschwung bringen würde. Aber der blieb, zumindest in diesem Jahr, völlig aus. Das Team aus Lowe, Smedley, Ed Wood (Chefdesigner) und Dirk de Beer (Aero) scheint, zumindest was die Weiterentwicklung angeht, noch einiges erarbeiten zu müssen. Allerdings muss man auch sagen, dass sich Williams seit September auf das Chassis für das Jahr 2018 konzentriert hatte, was wohl auf Bestreben von Paddy Lowe geschah.

Ausblick 2018:
Die Luft wird dünner für Willams. McLaren dürfte vorbeiziehen, ebenso Renault. Und Force India ist auch noch da. Das neue Chassis muss jeden Fall funktionieren, sonst rutscht Williams noch weiter ab. Allerdings dürfte Paddy Lowe jede Menge Intel von Mercedes mitgebracht haben, vor allem was die Aerodynamik angeht. Hier hat Williams die größten Schwächen.

Das zweite Problem könnte sich als noch schwerwiegender herausstellen: die Piloten. Stroll tut sich sehr, sehr schwer in der Formel Eins. Man kann bei den Onboards erkennen, wie sehr er den Wagen „überfährt“. Sein Fahrweise ist aggressiv und sehr nervös. Das macht ihn eher langsamer als schneller. Neben einem gute Fahrercoach braucht der Kanadier wohl auch einen für den Kopf. Stroll wird aller Voraussicht nach auch 2018 ein Lehrjahr einlegen.

Aber Williams braucht jeden Punkt und somit jemanden, auf den man sich verlassen kann. Zur Auswahl stehen: Robert Kubica, Sergej Sirotkin, Danil Kvyat, Paul di Resta und Pascal Wehrlein. Der Pole ist eine interessante, aber auch gefährliche Lösung, da man nicht weiß, wie schnell er wirklich sein kann. Sirotkin wird seit Jahren als großes Talent gehandelt, konnte sich aber bisher noch nicht so in Szene setzen wie ein Lando Norris. Kvyat ist an guten Tagen sehr schnell, aber psychisch sehr empfindlich. Di Resta ist schnell, aber zu brav, und bei Wehrlein weiß man auch nicht so recht, wo er steht. Daher ist es kein Wunder, dass sich Willams bei der Fahrerwahl sehr schwer tut. Am meisten Sinn machen Kvyat und Wehrlein, weil die die neuen Chassis und Reifen am besten kennen. Auf der anderen Seite ist Kubica offenbar nach dem Test in Abu Dhabi ein echter Kandidat, nachdem seine Zeiten so schlecht nicht waren.

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