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Formel Eins: Das Fahrer-Ranking 2025 – P20 bis P11

von DonDahlmann
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Am Ende der Saison gibt es einen Fahrerweltmeister. Aber es warten ja ein paar Leute in der Serie unterwegs.

Rankings sind ja immer ganz lustig, aber auch nicht so einfach zu erstellen. Die WM-Position sagt dabei oft nur wenig darüber aus, was ein Fahrer in einer Saison geleistet hat. Gerade Fahrer aus dem Hinterfeld übersieht man gerne, da sie in den TV-Bildern nicht so oft auftauchen und Zweikämpfe im Hinterfeld selten verfolgt werden. Ein weiteres Problem für gute Fahrer, die weiter hinten starten mussten, ist, bzw. war der DRS-Train, der sich in jedem Rennen gebildet hat. Selbst Piloten mit deutlich besseren Autos hatten so ihre Probleme durchs Hinterfeld zu kommen. Was auch bedeutet, dass man noch weniger Chancen hatte, sich in Szene zu setzen.

Daher entspricht die Liste nicht den WM-Platzierungen. Sie stammt aus den Notizen, die ich mir den Fahrern über die gesamte Saison gemacht habe. Dafür habe ich noch mal die die pdfs der Zeitnahme der Rennen angeschaut, bin Sektoren durchgegangen und habe das dann mit eigenen Texten hier im Blog abgeglichen.

Hier aber die Liste mit ein paar Anmerkungen zu den Fahrern

11. Andrea Kimi Antonelli

Der Italiener kam trotz einer eher mediokren F2 Saison mit viel Vorschusslorbeeren in die Formel Eins. Aber es dauerte dann doch recht lange, bis man zumindest einen Ansatz von dem sehen konnte, was Mercedes sich von Antonelli versprochen hat. Dass er sich schwer tun würde, war klar. Aber man hatte doch zumindest damit gerechnet, dass er auf eine Runde schnell seine Qualitäten würde zeigen können. Es mag dann am Mercedes liegen, aber Antonelli kam zunächst nicht so recht in Schwung.

Mercedes hatte ihm wohl auch eingetrichtert, dass er das Auto tunlichst auf der Strecke halten sollte. Verständlich, jeder Crash kürzt das Budget für die Entwicklung des 2026er-Chassis. So wirkte Antonelli im ersten halben Jahr merkwürdig gehemmt und zeigte selten die Aggressivität, die ihn in den Feeder-Serien durchaus ausgezeichnet hatte.

In der zweiten Saisonhälfte lief es besser, aber weiterhin nicht atemberaubend. Russell schlug ihn weiter recht komfortable in fast jeder Quali und auch in den Rennen konnte er sich selten in Szene setzen. Sein letztes Rennen in Abu Dhabi war dann sowas wie eine Zusammenfassung seiner Saison. Nicht schecht, nicht bemerkenswert. Er wird 2026 nachlegen müssen.

12. Oliver Bearman

Nach Isaac Hadjar vielleicht der beste Rookie in dieser Saison. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten zu Beginn der Saison fand sich der Brite schnell im Team und im Auto zurecht. Dass er dann im Verlauf des Jahres regelmäßig schneller als Esteban Ocon war, spricht für Bearman. Dass er hinter Antonelli steht hat mit seiner Fehleranfälligkeit zu tun. Es gab doch einige Zwischenfälle (Silverstone), die eine bessere Bewertung verhindern.

Dennoch halte ich ihn Stand jetzt für einen der vielversprechendsten Neulinge in der Serie. Ferrari, aus dessen Förderprogramm er kommt, dürfte zumindest beruhigt sein, dass man einen guten Ersatzfahrer in der Pipeline hat, sollten Leclerc oder Hamilton das Team verlassen. Ob er die Chance auf einen Einsatz im Werksteam bekommt, wird dann aber auch stark von seinen Leistungen in der neuen Saison abhängen.

13. Lewis Hamilton

Dass sich der mehrfache Weltmeister bei Ferrari schwer tun würde, hatte ich erwartet. Vor der Saison hatte ich prognostiziert, dass er im ersten Halbjahr hinterherfahren wird. Doch ab Juni/Juli hatte ich ihn so eingeschätzt, dass er ungefähr den Abstand von Carlos Sainz aus dem letzten Jahr erreichen wird (circa 0,1 Sekunden). Doch davon war dann nichts zu sehen. Hamilton tat sich schwer und fand keine Lösung für die Probleme. Das Auto mag nicht das beste gewesen sein, aber Leclerc zeigte, was man dennoch damit erreichen kann. Hamilton konnte dieses Niveau nur einmal erreichen, als er in China das Sprintrennen gewann.

Doch Ferrari hatte das Problem, dass das Auto nur dann funktionierte, wenn es extrem tief eingestellt war. Das führte zu Abnutzung der Planke unter dem Auto, was zur Disqualifikation im Hauptrennen in China führte. Danach legte Ferrari das Auto höher, womit Hamilton überhaupt nicht klar kam.

Aber bei allen Problemen mit dem Chassis von einem siebenfachen Weltmeister erwartet man, dass er in der Lage ist, diese Probleme zu umfahren. Dazu war er nicht fähig. Stattdessen verfiel er immer tiefer in eine Mischung aus Depression und Frust. Sein gesamtes Auftreten, seine Fahrweise, seine Einstellung – das sah alles nach Aufgabe denn nach Kampf aus.

Es ist kein Geheimnis, dass Hamilton mit den Ground-Effect-Autos nicht zurechtgekommen ist. Er wird froh sein, dass sie weg sind und die neuen Autos weniger Abtrieb haben und sich mehr über die Hinterachse steuern lassen, was seiner Kurventechnik näher kommt. Das kann aber alles nicht darüber hinwegtäuschen, dass sein Ruf als “All-Time-Greatest” einige Kratzer abbekommen hat.

14. Nico Hülkenberg

Der schönste “feel good” Moment in der Formel Eins war mit Sicherheit der dritte Platz von Nico Hülkenberg in Silverstone. Wenn einer ein Podium verdient hatte, dann der Deutsche. Ob sich dass dann im nächsten Jahr mit Audi wiederholen lässt, dürfte eine der spannendsten Fragen werden. Aber ausgehen sollte man davon nicht. Der letzte deutsche Pilot in der Formel Eins wird vermutlich Geduld haben müssen. Aber kennt Nico ja, die hat er in seiner Karriere immer wieder benötigt. Dass er in seinem Alter dann noch mal Werksfahrer werden würde, hatte auch keiner auf dem Schirm.

Hülkenberg gehört zu jenen Fahrern, die manchmal schwer einzuschätzen sind. An guten Tagen Weltklasse, an anderen Tagen eher nicht. In diesem Jahr waren seine Leistungen aber konstant gut. Er musste sich allerdings auch ein bisschen mehr anstrengen, denn sein Teamkollege kam schnell auf Touren und schlug ihn mehrfach in der Qualifikation.

Im Rennen sah die Sache dann wieder oft anderes aus, da Hülkenberg von seiner Erfahrung profitierte und die Rennen schlichtweg besser lesen kann, als Bortoletto. Hülkenberg bleibt ein versierter, erfahrener und mitunter extrem schneller Pilot. Perfekt für Audi.

15. Gabriele Bortoletto

Ich habe den Brasilianer tatsächlich etwas unterschätzt. In der F2 fiel er nicht weiter auf, aber Audi-Chef Binotto hatte ein Auge auf ihn geworfen und etwas überraschend ins Sauber/Audi-Team geholt. Viel hatte ich von ihm nicht erwartet, aber er hat mich überrascht. Nach der üblichen Eingewöhnungsphase lieferte er teilweise sehr gute Rennen ab und setzte den deutlich erfahreneren Hülkenberg deutlich unter Druck.

Ihn gegen Bearman zu bewerten, ist nicht so ganz einfach, weil der Sauber zu Beginn des Jahres nicht sonderlich gut unterwegs war. Das Chassis wurde im Verlauf der Saison besser, aber der Sauber hatte weiterhin das Problem, dass er nur selektiv gut war. Auf manchen Strecken lief er gut, auf anderen ging nichts zusammen. Das Haas hatte dagegen konstantere Leistungen zu bieten.

Von daher ist es schwer zu sehen, wie gut Bortoletto in der gesamten Saison war. Bisher stehen einige sehr gute Rennen auf seiner Liste und die Erkenntnis, dass er in der Quali sehr schnell ist. Aber ganz überzeugt hat er mich noch nicht.

16. Esteban Ocon

Der Franzose hatte kein gutes Jahr und dass Ollie Bearman in der Liste weit vor ihm steht, hat seinen Grund. Schaut man auf die WM, war der Unterschied zwischen ihm und Bearman nicht so groß, aber am Ende lag er doch 3 Punkte hinter dem Rookie. Dabei war Ocon in der Saison nicht mal vom Pech verfolgt. Er war einfach schlichtweg langsamer als sein Teamkollege. Das zeigte sich vor allem ab Mitte der Saison, nachdem sich Bearman an Team und Auto gewöhnt hatte.

Ocon gehört zu den Fahrern, die schnell sein können, wenn sie einen guten Tag haben. Nur sind diese Tage in einer Saison sehr selten. Deutlich häufiger sind die Leistungen eher mittelmäßig bis schlecht. Wenn Ocon seine Leistungen mehr stabilisieren könnte, er wäre er ein Kandidat für die Top Ten. Das wird dann aber vermutlich auch den Rest seiner Karriere nicht der Fall sein.

17. Yuki Tsunoda

Wäre der Japaner bei RB geblieben, hätte er vermutlich einen Platz weit vorn erreicht und man hätte sich gefragt, warum Red Bull nicht Tsunoda neben Verstappen gesetzt hat. Es kam aber anders und Tsunoda ging neben Verstappen so unter, wie alle anderen Fahrer zuvor. Zu seiner Rettung sei aber gesagt, dass der neue Teamchef Mekkies zwischendurch mal andeutete, dass Tsunoda oft nicht mit gleichwertigem Material unterwegs war. Das änderte sich erst, als Christian Horner abgeschossen wurde.

Aber man muss einen Fahrer eben an seinen Leistungen beurteilen, die man auf der Strecke sieht, und die sahen nicht gut aus. Eine schwache Quali ist eine Sache, schwache Rennen dann eine andere. Selten konnte er sich in Szene setzen. Selbst wenn Verstappen mal von weiter hinten starten musste, sah der Niederländer immer besser aus als Tsunoda. Dem fehlten dann auch oft die fahrerischen Mittel, um sich mit einem eigentlich guten Auto im Mittelfeld durchsetzen zu können. Dass er durch Hadjar ersetzt wird und nächstes Jahr nur noch Reservefahrer sein wird, ist folgerichtig. Ich sehe für ihn auch leider im Moment keine Zukunft in der Formel Eins.

18. Liam Lawson

Ich bin weiterhin der Meinung, dass man Lawson erst zu früh in den Red Bull gesetzt hat, um ihm danach keine Chance zu geben. Wenn man vergleicht, wie schwer sich Tsunoda in der Saison getan hat, muss man feststellen, dass Lawson auch nicht viel schlechter war. Vielleicht hätte er sich in der Saison gesteigert, wir werden es leider nie erfahren. Dass er nach seiner rüden Absetzung dann erst mal in einer mentalen Krise steckte und die Ergebnisse schlecht waren, sei ihm verziehen.

Allerdings gelang es ihm im Verlauf der Saison dann auch nicht, seinem Teamkollegen Hadjar gefährlich zu werden. Hadjar sammelte 51 Punkte, Lawson 38. Das Quali-Duell ging auch deutlich an den Franzosen. Lawson hatte ein paar Höhepunkte, aber nichts, was jetzt länger im Gedächtnis geblieben wäre. Wären Hadjar regelmäßig in Q3 auftauchte, war für Lawson meist früher Schluss.

Deswegen bin ich ein bisschen überrascht, dass man Lawson noch eine weitere Saison gibt. Aber vermutlich hatte Red Bull keine Alternative im Portfolio.

19. Lance Stroll

Der Kanadier und Esteban Ocon haben gemeinsam, dass sie an guten Tagen irrwitzig schnell sein können, an schlechten Tagen aber komplett untergehen. Und wie bei Ocon sind die guten Tage bei Stroll zu selten. Dass er regelmäßig von Alonso in der Quali und im Rennen gebügelt wird, ist keine Schande, aber als relativ junger Pilot sollte das zumindest in der Quali anders sein. Stroll hatte nur wenig Momente in diesem Jahr, in denen auffallen konnte. Was jetzt aber auch keine Neuigkeit ist, sondern eher die Quintessenz seiner gesamten Formel Eins Karriere. Ich sehe auch nicht, warum sich das ändern sollte. Sicher, die neue Generation der Autos wird eine neue Chance sein, aber es rechnet wohl keiner damit, dass Stroll plötzlich das Zeug zum Weltmeister hat.

Wir wissen alle, dass Stroll nur noch deswegen in der Formel Eins ist, weil seinem Vater das Team gehört. Aber ein wenig überrascht es mich schon, dass der sonst so von Erfolg getriebene Vater seinen Sohn weiterhin durchschleppt.

20. Franco Colapinto

Der Argentinier wurde erst im Laufe der Saison ins Cockpit des Alpine gesetzt, weswegen eine Bewertung nicht ganz so einfach ist. Er hatte ein paar Rennen, in denen er durchaus auffiel, aber die meiste Zeit nahm man Colapinto nicht wahr. Der sicher nicht einfach zu fahrende Alpine hat da nicht geholfen. Aber auf der anderen Seite konnte Gasly das Auto dann doch oft in die Punkte bringen, während Colapinto nicht einzigen Punkt hole konnte. Auch in der Quali gab es einen eindeutigen Sieg für Gasly.

Das Briatore seinen Vertrag für ein weiteres Jahr verlängert hat, muss daher eine Überraschung sein. Aber Colapinto bringt Geld mit ins Team, was sicher geholfen hat. Und so ganz habe ich ihn auch nicht abgeschrieben, dazu waren seine Auftritte im Jahr zuvor dann zu gut.

Ohne Wertung-  Jack Doohan

Nüchtern betrachtet war Doohan in der Formel Eins sichtbar überfordert. Und das ist auch alles, was mir zu ihm einfällt. Dass man ihn dann aus dem Team geworfen hat, war einigermaßen nachvollziehbar, auch wenn man ihm vielleicht noch bis zur Sommerpause hätte Zeit geben sollen. Aber dafür hätte er zumindest ansatzweise überzeugen müssen, was ihm nicht gelang,

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