Dieses Jahr soll es für Ferrari endlich besser laufen. Man hat sich zumindest schon mal vom Konzept der letzten Jahre verabschiedet.
Die Bilder die Ferrari zum SF24 geliefert hat, sollte man mit Vorsicht genießen. Während der Aston Martin, der Sauber und der Haas wohl schon in großen Teilen das neue Auto zeigen, bin ich mir bei Ferrari nicht so sicher. Das gezeigte Auto wirkt, abgesehen von der schönen Lackierung samt Hommage an die Kollegen aus der WEC, relativ generisch aus. Es fehlen die Highlights, es fehlen die Details, vor allem bei den Seitenkästen und dem Unterboden. Das scheint eher ein Showcar mit Anleihen am neuen Aero-Konzept zu sein.
Im Frontbereich fällt der neue Flügel auf. Wie Aston Martin hat man einen Spalt unter der Nase eingeführt. Der soll dafür sorgen, dass mehr Luft ungestört unter das Auto kommt und dort in die Kanäle im Unterboden geleitet wird. Statt einer Einkerbung im äußeren Bereich des Flügels sind die Streben nun gerade gestaltet. Ob das dann beim Test in Bahrain genauso aussehen wird? Der Flügel sieht mir auch noch „Show Spec“ aus, aber zumindest erkennt man grundsätzliche Konzept. Die Nase ist insgesamt etwas breitet geworden, wobei die Ansatzpunkte für die Aufhängung sich vorn nicht verändert haben.
Die sichtbaren Veränderungen gibt bei den Seitenkästen, was keine Überraschung ist. Die „Badewanne“ verschwand ja schon im letzten Jahr, jetzt gibt es wie bei allen anderen auch eine Art Rutsche, die die Luft nach hinten führt. Allerdings ist diese Rutsche nicht so aggressiv ausgefallen, wie das bei Aston Martin der Fall ist. Vom Cockpit bis zur Hälfte der Motorabdeckung ist die Oberfläche des Seitenkastens komplett plan und fällt erst danach stark nach unten ab. Parallel dazu drehen sich auch die Seitenkästen nach innen, um mehr Raum für die Anströmung des Heckflügels und des Diffusors zu geben. Vorn fallen die schmalen Lufteinlässe auf, die klar dem Trend von Red Bull folgen und vermutlich von allen so in der Art eingesetzt werden. Die Barge Boards sind mit Sicherheit nur reine Show, ebenso die Kante des Unterbodens. Die Falte hinter dem „Shell“ Logo ist das Einzige, was auffällt.
Weil man die Seitenkästen umgebaut hat, musste man wohl auch das Kühlungskonzept ändern. Statt die Kühlrippen auf dem Seitenkasten zu haben, liegen sie jetzt wieder in der Motorabdeckung. Da folgt man interessanterweise dem Ansatz, den Haas im letzten Jahr mit dem Update im Oktober gezeigt hatte. Was dann auch darauf hindeutet, dass Ferrari Nebenaggregate des Motors stark überarbeitet hat. Eine der technischen Schwachpunkte lag bei der Energierückgewinnung, die mehrfach Probleme verursachte. Was wiederum dazu führte, dass man die erlaubte Anzahl bei diesen Aggregaten in der letzten Saison deutlich überschritt.
Neben den technischen Problemen war der Ferrari vor allem beim Reifenverschleiß schlechter, als Red Bull und Aston Martin. Zwar nicht auf allen Strecken, aber Ferrari wurde immer wieder durch Limitierungen bei der Strategie ausgebremst. Ebenfalls problematisch war der schlechte Topspeed mit DRS. Beides Bereiche, die Ferrari mit Sicherheit angepackt hat, die aber so nicht sichtbar sind.
Alles in allem kein besonders auffälliges Auto, dass mit vielen Besonderheiten aufwartet. Man könnte glatt ein wenig enttäuscht sein. Aber wie zuvor erwähnt – das ist nicht die letzte Variante des Chassis. Die Wahrheit fährt dann in Bahrain auf die Strecke.
Bilder: Ferrari





