Home Formel EinsF1Formel Eins: Saisonrückblick 2021 – Williams F1

Formel Eins: Saisonrückblick 2021 – Williams F1

von DonDahlmann
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Das britische Traditionsteam hatte kein schlechtes Jahr angesichts der Basis, mit der man gestartet ist.

Die erste volle Saison ohne die Williams-Familie am Steuer gestaltete sich für das Team am Ende gar nicht so schlecht. Es gab ein paar große Highlights, wie der zweite Platz von George Russell in der Quali von Spa. Daher stammen auch 18 der 23 Punkte des Teams, da das Rennen ja nie richtig gestartet wurde, da die Rennleitung nach vier Runden hinter dem Safety Car aufgrund des Wetters das Handtuch warf. Dazu kamen Punkte aus Russland und Ungarn, was dann ausreichte, um Haas und Alfa Romeo hinter sich zu lassen. Das Glück stand dem Team also endlich mal wieder zur Seite.

Insgesamt hatte man in diesem Jahr eine deutlich bessere Basis zur Verfügung, als in den letzten zwei Jahren. Die noch von Claire Williams angestoßenen und von den neuen, immer noch unbekannten Besitzern, weiter ausgebauten Veränderungen im Team haben schon im letzten Jahr etwas bewirkt. Natürlich gibt es mehr Geld und der Team-Chef Jost Capito hat einen Teil seiner alten VW-Motorsport-Mannschaft um sich gescharrt. Das alles hat dazu geführt, dass das Team in diesem Jahr deutlich besser unterwegs war. Ironischerweise lag das auch daran, dass man aerodynamisch halb gare Chassis, das noch aus der Feder von Paddy Lowe stammte, mit ein paar kleineren Umbauten hinbekommen hat. Etliche Auftritte von George Russell im letzten Teil der Qualifikation belegten das eindrucksvoll. Im Rennen ging es aber meist eher nach hinten.

Zwei Dinge muss man sich aber angesichts der guten Ergebnisse von Williams auch verdeutlichen. Ohne die Punkte aus dem Rennen in Spa wäre man hinter Alfa Romeo gelandet. Die zweite Frage ist, wie man George Russell ersetzen will. Ich bin mir nicht sicher, dass Alexander Albon auf einer Runde so gut wie Russell ist. Aber die positiven Eindrücke aus der Saison 2021 bleiben und da man, wie viele andere, sich bei der Entwicklung voll auf 2022 konzentriert hat, war schon keine schlechte Saison für das in den letzten Jahren arg gebeutelte Team.

Die Hoffnung liegt natürlich auf der Saison 2022. Da man die Regeln für die neuen Chassis erst relativ spät im letzten Jahr festgelegt hatte, kann sich die neue Mannschaft von Williams dann damit bewähren. Alle starten mit einem leeren Blatt Papier, nur den Motor nimmt man ja mit ins neue Chassis. Angesichts der Lage von Williams in den letzten Jahren, ist die Frage, wie gut die Briten im nächsten Jahr sein können, sehr spannend. Das Team hat nun das Geld und eine sehr erfahrene Mannschaft. Wenn es Williams nicht gelingt zumindest ins Mittelfeld vorzustoßen, sind dies schlechten Nachrichten für alle. Denn es würde bedeuten, dass trotz der Budget-Grenze, wieder nur die Teams mit sehr viel Geld und Ressourcen im Hintergrund vorne fahren können. Genau das wollte man eigentlich etwas verändern.

Zumindest hat man den Eindruck, dass es bei Williams so etwas wie einen Aufschwung gibt. Die Fahrer haben daran natürlich auch ihren Anteil. Niclas Latifi stand zwar weiterhin im Schatten von George Russell, aber so schlecht war der Kanadier 2021 nicht. In der Quali fehlten ihm meist ein bis zwei Zehntel auf Russell, was jetzt nicht so viel ist. Im Rennen lag er überwiegend aber eher hinter dem Briten, konnte immerhin zweimal aus eigener Kraft in die Punkte fahren. Er zeigte sich in dieser Saison stark verbessert und ich bin sehr gespannt, wie er sich gegen Alex Albon schlägt.

Russell war aber klar der Teamleader. Seine Leistungen in der Qualifikation sind schon sehr gut. Man könnte durchaus sagen, dass der Brite mehr aus dem Williams geholt hat, als eigentlich im Chassis steckte. Auch neben der Strecke macht er eine gute Figur. Seine Antworten sind ehrlich, offen und er verschweigt seine Fehler nicht. Angesichts seiner Leistungen ist die Beförderung zum Mercedes-Team keine Überraschung und alle schauen nun gespannt auf 2022.

Seine Performance im Rennen war deutlich besser als die von Latifi. Der Kanadier konnte Russell nur in Ungarn schlagen. Ansonsten lag Russell immer ein bis vier Plätze vor Latifi. Mehrfach hat man gesehen, wie gut sich Russell verteidigen kann. Was allerdings fehlt, auch kein Wunder bei dem Auto, ist der Eindruck, wie gut er überholen kann. Da gibt es dann nur das Duell mit Bottas aus dem letzten Jahr, in dem er den Finnen alt aussehen ließ. Gegen Hamilton wird das sicher eine andere Nummer.

Bilder: Williams F1

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