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24h Nürburgring: Vorschau 2018 – Exoten und Rahmenrennen

von Max Albrecht
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Natürlich fahren neben der SP9 und SP-X auch andere interessante Fahrzeuge beim 24-Stunden-Rennen und diesen widmen wir den zweiten Teil unserer Vorschau. Zusätzlich geben wir einen Überblick über die Rahmenrennen.

Das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring war jahrelang die günstige und amateurfreundliche Alternative zu den Rennen in Le Mans und Spa. Bis in die 2000er wurde das Rennen von kleinen Werkseinsätzen und Privatteams dominiert, die mit Tourenwagen das Rennen gewinnen konnten. Mit dem Beginn der GT3-Ära wurden jedoch auch die Fahrzeuge spektakulärer und die Budgets größer. Inzwischen dürfte ein Start in der SP9 über den Einsatzkosten für die 24h Spa liegen und die Scuderia Glickenhaus könnte für ihr Geld wahrscheinlich auch um den Klassensieg in Le Mans kämpfen. Trotzdem zieht es noch viele Privatteams in die Eifel, da das Rennen noch immer eine interessante Mischung aus Werksteams und Breitensport bietet. Zudem fahren viele Hersteller in den kleinen Klassen mit ihren Fahrzeugen, um den Kunden die Standfestigkeit zu präsentieren und die Fahrzeuge weiterzuentwickeln. Leider fahren dieses Jahr nur knapp 150 Starter und trotzdem gibt es wieder einige interessante Privatteams und Werkseinsätze – u.a. in der TCR-Klasse.

Zur Vorbereitung für diese Vorschau habe ich mir einige 24-Stunden-Rennen aus der Jahrtausendwende angeschaut und hier fällt bei der Fahrzeugvielfalt etwas auf: Früher gab es einen größeren Unterschied bei den Konzepten und vor der GT3-Ära hatten Fahrzeuge aus den verschiedensten Klassen eine Gesamtsiegchance. In 2002 konnte Falken in der Startphase mit einem Nissan GT-R R34 um die Führung mitkämpfen und 2003 brachten Audi sowie Opel ihre DTM-Fahrzeuge in die Eifel. Weitere Highlights der Prä-GT3-Ära sind die Caterham und natürlich spezielle Fahrzeuge wie ein Mini oder der VW T4 Caravelle in 2001. Ein Publikumsliebling war auch die Zakspeed Viper, die jedoch ein Vorzeichen für die GT3 war und mit den Porsche GT3 sowie den BMW aus der ALMS konkurrierte. Auch andere Fahrzeuge waren an das GT-Reglement angelehnt, doch hatten diese oft mit technischen Problemen zu kämpfen und konnten nicht um den Gesamtsieg mitkämpfen. Ein schönes Beispiel war hierfür auch der Toyota Supra GT, der ab 1999 von Falken Motorsport eingesetzt wurde.

Inzwischen werden die Starterfelder wieder deutlich kleiner und mit 150 Fahrzeugen ist man weit weg vom Rekord von 220 Startern in den 2000ern. Besonders ist die Anzahl von exotischen Eigenbauten zurückgegangen und dafür sieht man inzwischen vermehrt Cup-Fahrzeuge auf der Nürburgring-Nordschleife. Ein möglicher Grund für die Veränderung ist die höhere Zuverlässigkeit von Fahrzeugen wie dem BMW M235i Racing. Auch ist die Veranstaltung besonders ab 2003 mit dem (Wieder-)Einstieg von Audi, BMW und Opel schleichend professioneller geworden und spätestens mit Beginn der GT3-Ära sind auch die Kosten gestiegen. Zusätzlich wurden die Anforderungen durch beispielsweise das DMSB-Permit Nordschleife deutlich größer und auch durften sehr langsame Fahrzeuge nicht mehr beim 24-Stunden-Rennen starten.

Viele Fans beschweren sich zudem, dass es weniger Exoten im Kampf um den Gesamtsieg gibt. Teilweise muss ich dem jedoch aufgrund von verschiedenen Faktoren widersprechen. Wie bereits geschrieben, hatten die Eigenbauten häufig Probleme und verabschiedeten sich bereits nach kurzer Zeit aus dem Kampf um den Gesamtsieg. Beispiele hierfür sind der Lamborghini Gallardo und der Ford GT von Raeder Motorsport. Obwohl die Mannschaft zu den besten VLN-Teams gehörte, musste 2005 der Gallardo nach einer Runde an die Box für zwei Stunden und 2009 erwischte es nach zwölf Runden auch den Ford GT. Dadurch gab es in einigen Jahren eine Dominanz der Porsche-GT3-Cup-Fahrzeuge, die teilweise die kompletten Top 5 stellten. Auch waren die Zeitabstände deutlich größer und es gab Jahre, in denen nach sechs Stunden bereits der Zweite überrundet war. Zudem wird möglicherweise heutzutage der Einsatz von Ferrari 488 GT3 und Aston Martin Vantage GT3 nicht mehr als besonders angesehen, da sie unter dem GT3-Reglement fahren. Vor 10-15 Jahren wären sie jedoch das Highlight des Rennen gewesen und vielleicht hat sich einfach nur die Definition eines Exoten verändert.

GT4
Die GT4 bietet dieses Jahr wieder Markenvielfalt und eine hohe Anzahl von Werksfahrern. Auffällig ist hierbei, dass Audi den Kunden sehr hilft und professionelle Fahrer bereitstellt. Mit Unterstützung vom Werk wird Phoenix Racing einen Audi R8 LMS GT4 für Milan Dontje, Nicolaj Möller Madsen und Xiaole He einsetzen. Bisher hat Securtal Sorg Rennsport mit BMW-Junior Ricky Collard und BMW-Werksfahrer Dirk Adorf nur zwei Fahrer auf dem BMW M4 GT4 benannt, doch hier dürfte man zumindest noch einen dritten Piloten erwarten. Vor dem ersten Training wurde zudem bekannt, dass die BMW-Junioren Nico Menzel und Beitske Visser das Fahrzeug pilotieren sollen. Eine sehr interessante Besatzung gibt es für den Mercedes-AMG GT4 von Mercedes-AMG Team Driving Academy mit Bernd Schneider als Speerspitze. Zusätzlich wird Rennfahrer und TV-Kommentator Patrick Simon das Fahrzeug pilotieren. Mit Jethro Bovingdon fährt zudem der Co-Host von Motortrend und mit sport auto Redakteur Christian Gebhardt hat man einen weiteren Journalisten. Das Fahrzeug ist mein Tipp für den Sieg in der GT4-Klasse. Größter Konkurrent werden wohl die KTM X-Bow GT4 von Isert Motorsport. Auf der Startnummer #201 gibt es ein reines Frauenteam mit Audi-Werkspilotin Rahel Frey, Naomi Schiff, Laura Kraihamer und Lena Strycek. Etwas besser dürfte aber noch die #202 sein mit Opel-Sportchef Volker Strycek, den Stuck-Brüdern Johannes Stuck und Ferdinand Stuck sowie Max Friedhoff. Friedhoff war in den letzten Jahren in der VLN sehr erfolgreich und ich sehe alle vier Piloten auf einem Niveau. Am Ende dürfte es auf einen Vierkampf zwischen Audi, BMW, Mercedes-Benz und KTM hinauslaufen.

TCR
Auch beim 24-Stunden-Rennen auf der Nordschleife wuchs die TCR-Klasse an und dieses Jahr sind neun Fahrzeuge gemeldet. Peugeot unterstützt das Team Altran Peugeot, welches noch einen alten Peugeot 308 Racing Cup einsetzt. Pilotiert wird das Fahrzeug ausschließlich von Franzosen und den mir unbekannten Fahrern Guillaume Roman, Thierry Blaise, Olivier Baharian und Mathieu Sentis. Dominiert wird die Klasse ansonsten von Privatteams und es gibt eine interessante Mischung aus Fahrzeugen von Audi, Opel, Volkswagen und Seat. Der ganz große Favorit ist jedoch der Werkseinsatz von Hyundai Motorsport N, die mit zwei sehr starken Hyundai i30N TCR starten werden. Die besseren Fahrer sind für die #831 gemeldet mit Ex-Formel-1-Fahrer Nicola Larini, dem letztjährigen Scuderia-Glickenhaus-Piloten Manuel Lauck, Nürburgring-Academy-Chefinstruktor Andreas Gülden und dem früheren DTM-Piloten Peter Terting. Auf dem zweiten Fahrzeug starten die beiden Südkoreaner Byung Hui Kang und Jae Kyun Kim. Unterstützt werden sie von Guido Naumann und Moritz Oestreich. Bei den bisherigen VLN-Läufen konnte Gülden im Hyundai dominieren und neue Rundenrekorde für die TCR fahren. Auch dieses Wochenende sehe ich die #831 mit einem Klassensieg und mit etwas Glück kommt man sogar in die Top 30 insgesamt.

Sonstige Starter
Neben dem GT3 hat Aston Martin unter der Nennung AMR Performance Centre noch zwei weitere Fahrzeuge genannt. Die #40 wird u.a. auch von den beiden Aston-Martin-Werkspiloten Jonathan Adams und Alexander Lynn pilotiert. Dadurch können beide Fahrer Erfahrung sammeln, denn nächstes Jahr möchte Aston Martin wieder mit einem größeren Aufgebot beim Rennen mitfahren. Der Lexus-Tuner Novel startet dieses Jahr mit dem Lexus RC-F und konnte hierfür Dominik Farnbacher und Mario Farnbacher verpflichten. Zusätzlich werden auch Yoshimoto Hiroki und Kota Sasaki das Lexus Coupe pilotieren. Mit nur einem Fahrzeug startet dieses Jahr das Werksteam Toyota Gazoo Racing. Pilotiert wird der Lexus LC von Takeshi Tsuchiya, Takamitsu Matsui, Yuichi Nakayama und Naoya Gamou. Zusätzlich setzt das Toyota Gazoo Racing – Team Thailand noch zwei Toyota Corolla Altis ein.

Den Preis für die schönsten Fahrzeuge könnten die Lamborghini Huracán Super Trofeo Evo von Dörr Motorsport bekommen. Bereits zum zweiten Mal startet Dörr in Kooperation mit dem Reifenhersteller GITI und für dieses Jahr hat man die Evo-Variante des Super Trofeo. Das Fahrzeug dürfte pro Runde ca. 20-30 Sekunden langsamer sein, doch momentan dürfte vor allem die Reifenentwicklung das Wichtigste für GITI sein. Durch den Einsatz eines Super Trofeo ist man zudem nicht in direkter Konkurrenz mit den GT3 und so kann auch der Nachteil der Reifen nicht beziffert werden. Wahrscheinlich ist man aber noch ca. zehn Sekunden pro Runde von Michelin und Dunlop entfernt. Die #63 ist die Speerspitze für das Team und für die Piloten wird es recht anstrengend, da Manuel Lauck auch für Hyundai startet. Somit bleibt ein Großteil der Rennzeit für Marc Basseng und Nico Verdonck übrig. Beide Piloten sind sehr erfahren im GT3-Sport und Basseng war jahrelang Werkspilot bei Audi. Traditionell bringt auch Subaru Tecnica International Inc. einen Subaru WRX STi zum 24-Stunden-Rennen in die Eifel. Auch bei der Fahrerbesetzung gibt es wenig Veränderungen und wir sehen dieses Jahr Tim Schrick, den ehemaligen Super-GT-Piloten Carlo Van Dam sowie die beiden GT300-Subaru-Werksfahrer Takuto Iguchi und Hideki Yamauchi. Bei dem zu erwartenden Regenwetter kann das Fahrzeug durchaus in die Top 30 fahren.

Natürlich wird auch wieder Kissling Motorsport/Beckmann den Opel Manta samt Fuchsschwanz für die Besetzung Olaf Beckmann, Peter Hass, Volker Strycek und Jürgen Schulten einsetzen. Auch skate-aid kommt wieder mit der Chrysler Dodge Viper CC an den Nürburgring und inzwischen passt zumindest das Renntempo. Trotzdem gibt es jedes Jahr unschöne Situationen mit dem Fahrzeug und häufig ist man in Unfälle verwickelt. Als richtigen Exot kann man auch noch den Ford Mustang GT WR von Wölflick Racing bezeichnen. Das Fahrzeug erinnert stark an einen GT4, aber es wurde in Eigenentwicklung vom Team aufgebaut.

Starterliste

Rahmenrennen
Der ursprünglich asiatische Audi R8 LMS Cup startete die Saison im australischen Adelaide und wird dieses Wochenende auch auf der Grand-Prix-Strecke des Nürburgrings fahren. Erstmals dürfen zudem auch dieses Wochenende die Audi R8 LMS GT4 eingesetzt werden und immerhin fünf Fahrzeuge wurden in der neuen Klasse gemeldet. Das Feld setzt sich aus europäischen Gaststartern und den regulären Startern zusammen und auch bei den Teams sehen wir asiatische sowie deutsche Einsätze. Während Montaplast by Land Motorsport einen GT3 für Carsten Tilke einsetzt, wird Uwe Alzen Automotive einen GT4 für Jean-Luc Weidt betreuen. Auch das Team HCB-Rutronik Racing sowie Car Collection Motorsport und LMS Engineering werden Fahrzeuge einsetzen. Ein Highlight für Motorrad-Fans dürfte der Gaststart vom ehemaligen Superbike-Weltmeister Carlos Checa in einem Audi R8 LMS GT4 sein. In der Meisterschaft liegen zwischen Andrew Haryanto und Yasser Shahin nur sechs Punkte. Die beiden sind für mich auch an diesem Wochenende die Favoriten, doch aufgrund des Heimvorteils sehe ich auch Carsten Tilke mit Chancen auf einen Sieg.

Starterliste

Die FIA WTCR ist die Nachfolgerin der FIA WTCC und auch sie fährt dieses Jahr auf der Nordschleife. Da man das Konzept leicht verändert hat, gibt es drei Rennen und das erste Rennen findet bereits am Donnerstag-Abend statt. Wichtigste Meldung dürfte der Gaststart von DTM-Meister René Rast für das Team WRT sein. Wahrscheinlich durfte Rast den Audi RS3 LMS testen, aber zumindest einen Renneinsatz hatte er noch nicht in dem Fahrzeug und zudem dürfte es sein erstes Rennen in einem Fronttriebler sein. Trotzdem sehe ich ihn mit Chancen auf die Top 5, da er sich sehr schnell an neue Fahrzeuge anpassen kann und über sehr gute Streckenkenntnis verfügt. Der zweite Gaststarter ist Kris Richard, der für KCMG starten wird. Die Rennen am Hungaroring wurden dominiert von Honda und Hyundai, sodass diese als einzige Hersteller keine bessere BoP bekommen haben. Alle anderen Hersteller durften die Mindesthöhe ihrer Fahrzeuge um 10 mm verringern und zudem durfte Seat 10 Kilogramm aus dem Fahrzeug nehmen. In den letzten Jahren gab es Probleme mit den Yokohama-Reifen auf der Nordschleife und wir haben regelmäßig Reifenschäden sowie schlimme Unfälle gesehen. Für diese Saison sollte es kein Problem sein, da die TCR deutlich langsamer sind als noch die TC1.

In der FIA WTCR gibt es Erfolgsgewichte und dies betrifft besonders Hyundai. Für dieses Wochenende muss man 60 Kilogramm zuladen und damit liegt man 50-80 Kilogramm über dem Gewicht der anderen Fahrzeuge. Natürlich hat man den Vorteil, dass man schon das Setup bei den vorherigen VLN-Läufen erarbeiten konnte, doch der Gewichtsnachteil dürfte kaum zu kompensieren sein. Daher sind für mich erstmals die Hyundai nicht die großen Favoriten. Auch Honda musste aufgrund der Erfolge von Yann Ehrlacher 20 Kilogramm in die Civic laden und damit dürfte es ein schwieriges Wochenende werden. Trotzdem dürfte man noch vor den Hyundai sein und so könnte Ehrlacher seinen Rückstand von 36 Punkten in der Gesamtwertung auf Gabriele Tarquini verkürzen. Zusätzlich sehe ich für Tom Coronel sogar Siegchancen, nachdem er die letzten Jahre immer gute Rennen auf der Nordschleife zeigte. Mein großer Favorit für dieses Wochenende ist Rob Huff und insgesamt dürften die Volkswagen Golf TCR und der Audi RS3 LMS am besten funktionieren.

Gesamtwertung
Balance of Performance und Zusatzgewichte

Zum 24-Stunden-Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife gehört auch das ADAC 24h Classic Nürburgring am Freitag. Das Rennen ist immer sehr sehenswert, denn es starten Fahrzeuge aus den verschiedensten Epochen und den unterschiedlichen Leistungsklassen. In den letzten Jahren war der BMW M1 von Achim Heinrich und Marco Schelp immer ein Anwärter auf den Sieg. Leider sind meine Kenntnisse im historischen Motorsport sehr beschränkt und daher nur der Hinweis auf den Rennstart am Freitag um 10:00 Uhr.

Starterliste

Wetter
Es ist wahnsinnig schwierig, das Wetter am Nürburgring richtig vorherzusagen. Das Qualifying am Donnerstag-Abend könnte von kleinen Schauern gestört werden. Am Freitag erwarten die Meteorologen kaltes Wetter mit 15°C, doch zumindest bleibt es trocken. Auch der Samstag soll trocken bleiben und mit 20°C erreicht man die höchsten Temperaturen des Wochenendes. Mehr Drama und Regengüsse könnte es aber am Sonntag geben, denn ab Vormittag soll es regnen. Natürlich werden sich die Prognosen noch häufig verändern und wir halten euch via Twitter und Chat auf dem Laufenden.

Zusätzlich wird es Samstag noch einen Guide geben mit allen wichtigen Links. Eine sehr schöne Vorschau auf den Kampf um den Gesamtsieg hat Phil bereits veröffentlicht.

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