Die DTM startete Samstag mit einem guten Rennen in die Saison und am Sonntag zeigte man sogar einen der besten DTM-Läufe der vergangenen Jahre. Trotzdem gibt es einige Kritikpunkte und Wünsche für die Zukunft.
Die DTM hat für diese Saison den Abtrieb um 30% verringert und erste Resultate dieser Veränderungen sahen wir in Hockenheim. Es ist deutlich leichter, direkt hinter den Konkurrenten zu fahren, und bei Kollisionen können nicht mehr so viele Flügel abfallen. Dadurch wurde im zweiten Rennen ein spektakuläres Führungsduell zwischen Timo Glock und Gary Paffett möglich, aus dem Mike Rockenfeller und Joel Eriksson sogar einen Vierkampf machten. Hilfreich waren hierbei auch die Reifen, die schneller abbauen, sodass der Unterschied zwischen neuen und alten Reifen mehr als eine Sekunde beträgt. Durch diese Faktoren wurde vor allem die zweite Hälfte der beiden Rennen deutlich besser und der Unterhaltungsfaktor war deutlich höher als in den letzten Jahren. Trotzdem sollte man abwarten, ob die Rennen am Lausitzring auch gut werden oder ob die Rennen am Hockenheimring nur eine Ausnahme waren. Bereits in den letzten Jahren war der Saisonauftakt deutlich überdurchschnittlich und die restliche Rennen waren unspektakulärer.
Für dieses Jahr würde ich gerne ein neues Format für die Analyse ausprobieren. Viele Leser dürften die Rennen gesehen haben oder Rennberichte auf anderen Seiten gelesen haben. Daher möchte ich nur kurz die beiden Läufe zusammenfassen und anschließend über meine Meinung und die Hintergründe schreiben. Gerne könnt ihr in den Kommentaren Feedback geben und ich probiere, das Format an eure Wünsche anzupassen.
Rennen 1
Bereits in den Trainings und im Qualifying zeigte sich, dass die Audi einen schweren Saisonstart haben werden. Bester Audi-Pilot im Qualifying war Rene Rast auf dem neunten Rang und einer halben Sekunde Rückstand. Die letzten vier Startpositionen gingen ebenfalls an Audi-Fahrer, sodass man hier wohl nur auf Probleme mit der Strecke hoffte. Das Kräfteverhältnis zwischen BMW und Mercedes war deutlich ausgeglichener, sodass sich Gary Paffett die erste Startreihe mit Marco Wittmann teilte. Auch in der zweiten Startreihe standen mit Timo Glock und Lucas Auer jeweils ein BMW- und ein Mercedes-Benz Fahrer. Der Start verlief überraschend ruhig und erst vor der Mercedes-Arena ging Auer an Glock vorbei. Bereits in der nächsten Runde kam er in der Spitzkehre auch an Wittmann vorbei und platzierte sich damit auf dem zweiten Rang.
Ansonsten blieb das Feld in der Startphase kompakt, aber es gab kaum Überholmanöver. Fast alle Fahrer konnten DRS benutzen und somit war ein Vorteil durch DRS nicht mehr gegeben. In der vierten Runde konnte Auer sich an Paffett vorbeischieben und auch Glock kam an Wittmann vorbei. Gute Rundenzeiten zeigte auch Rast, der noch immer auf dem neunten Rang lag, aber nicht an den Konkurrenten vorbeikam. Zusätzlich kam er durch einen Fehler noch neben die Strecke und fiel bis auf den elften Rang zurück. Die richtige Strategie wäre wohl ein früher Boxenstopp gewesen, doch man holte ihn erst 19 Minuten vor Schluss an die Box. Für den Vorjahresmeister wurde es am Ende nur der neunte Rang. Aus der Spitzengruppe waren Glock und Wittmann die ersten Piloten an der Box nach 15 Minuten Rennzeit. Zehn Minuten später kam Paffett an die Box und sein Undercut-Versuch war erfolgreich, da Auer eine Runde später an die Box kam und sich auf den kalten Reifen nicht verteidigen konnte. Auch Glock wäre fast noch an Auer vorbeigekommen, doch dieser konnte seinen zweiten Platz in einem schönen Duell sichern.

Mit 33 Minuten fuhr Edoardo Mortara einen langen Stint und hatte danach den Vorteil der frischen Reifen. Dank DRS kam er schnell nach vorne und konnte sich am Ende sogar noch den vierten Rang sichern, nachdem er vom siebten Platz ins Rennen gestartet war. Nach hinten ging es in der zweiten Rennhälfte für Wittmann, da seine Reifen abbauten. Am Ende wurde es nur der elfte Rang und damit konnte er sich keine Punkte beim Saisonstart sichern. An der Spitze konnte Gary Paffett den Abstand zu Lucas Auer bei zwei Sekunden halten und dieser hielt sich durch die frischeren Reifen auch vor Timo Glock. Auf dem fünften Rang kam Rückkehrer Pascal Wehrlein ins Ziel. Insgesamt war es ein gutes Rennen, bei dem es besonders in der zweiten Rennhälfte viele Überholmanöver gab. Durch die verschiedenen Reifenstrategien, den verringerten Abtrieb und DRS wurde das Überholen erleichtert und die meisten Überholmanöver gab es wohl vor der Mercedes-Arena, die dieses Jahr nicht für Zuschauer geöffnet war.
Rennen 2
Im dritten Training konnte sich mit Rene Rast endlich ein Audi-Pilot die Bestzeit sichern und auch im Qualifying konnte er die zweitbeste Zeit fahren. Die Pole Position ging jedoch an Timo Glock und vom dritten Rang ging sein Markenkollege und Debütant Joel Eriksson in das Rennen. Als bester Mercedes-Pilot startete Edoardo Mortara vom vierten Platz ins Rennen und für Vortagessieger Gary Paffett wurde es nur der zehnte Startrang. Erstes Drama gab es dann schon am Start, denn Mortara kam nicht weg und Lucas Auer unternahm einen Frühstart. Dadurch bekam Auer eine 5-Sekunden-Strafe für seinen Boxenstopp und für Mortara war das Rennen nach der dritten Runde mit technischen Problemen beendet. Dadurch war Paffett nach der ersten Runde bereits Achter und konnte vor dem Boxenstopp langsam nach vorne kommen. In der vierten Runde ging Auer an Rast vorbei – mit einem späten Bremsmanöver vor der Mercedes-Arena.
Das Feld blieb weiterhin eng beieinander, doch zum wiederholten Male gab es nur wenige Überholmanöver in der Startphase. An der Spitze konnte sich Glock leicht von Auer und Rast absetzen. In der zehnten Runde kam Paffett an Rast vorbei und war damit bereits vor dem Boxenstopp auf dem dritten Rang. Schnellster Fahrer vor den Boxenstopps war jedoch Mike Rockenfeller, der konstant 2/10 Sekunden schneller als Glock fuhr. Insgesamt waren die Stints von Rockenfeller stark, doch im Qualifying müsste er sich noch verbessern. Als erster Pilot aus dem vorderen Feld ging Paul Di Resta in der elften Runde an die Box. Dadurch konnte er eine Sekunde schneller pro Runde fahren und nach den Boxenstopps sogar Glock angreifen. Am Ende des Rennens waren seine Reifen jedoch nicht mehr konkurrenzfähig und er fiel bis auf den neunten Rang zurück.
In den Runden 14 bis 16 kamen Glock, Paffett, Rast und Rockenfeller an die Box, sodass nur Auer seinen ersten Stint länger fuhr. In Runde 18 absolvierte er seinen Boxenstopp, durch die 5-Sekunden-Strafe verlor er deutlich und am Ende wurde es nur der fünfzehnte Rang. In seinem letzten Rennen fiel Mattias Ekström nochmal negativ auf, denn er blockte Glock und dadurch konnte Paffett aufschließen, sodass er DRS benutzen durfte. Daraus entwickelte sich eines der besten Duelle der jüngeren DTM-Geschichte mit insgesamt acht Führungswechseln. Möglich war dies durch die verschiedenen Linien in der Spitzkehre und die anschließende Anbremszone vor der Mercedes-Tribüne. Sogar Lackaustausch gab es bei dem Duell, aber keines der Fahrzeuge wurde nachhaltig beschädigt. Dank des besseren Aufsparens der DRS-Runden konnte Timo Glock das Duell für sich entscheiden. Natürlich verloren die beiden Fahrer durch die Überholmanöver Zeit, sodass auch Joel Eriksson und Rockenfeller an die beiden herankamen. Auch hier gab es wieder ein starkes Duell zwischen Paffett, Eriksson und Rockenfeller, bei dem sich Mike Rockenfeller am Ende durchsetzen konnte. Den dritten Rang sicherte sich Gary Paffett und der vierte Rang ging an Joel Eriksson. Ein gutes Rennen zeigte auch Loic Duval, der mit dem fünften Rang belohnt wurde. Leider wird das Duell um Paffett, Eriksson und Rockenfeller nicht im DTM-Highlight-YouTube Video gezeigt. Inzwischen wurden jedoch die kompletten Rennen hochgeladen und ich kann nur empfehlen, die letzten zehn Minuten des Rennens anzuschauen.
Zuschauerzahlen
Am ganzen Wochenende waren wohl ca. 55.000 – 60.000 Zuschauer bei der DTM an der Strecke und damit knapp 20.000 weniger als noch im vergangenen Jahr. Hierbei muss zudem bedacht werden, dass Käufer eines Wochenend-Tickets mehrfach gezählt werden. Möglicherweise war das fehlende Rahmenprogramm ein Grund für die geringen Zuschauerzahlen, denn im neuen R8 Cup fuhren nur zwölf Starter und auch die deutsche Formel 4 ist kein Zuschauermagnet. Zusätzlich war die Mercedes-Tribüne dieses Jahr geschlossen, obwohl man auf dieser deutlich mehr Action hätte sehen können als im Motodrom.
Die Zuschauerzahlen auf Sat.1 waren zumindest keine komplette Enttäuschung. Das Auftaktrennen sahen 700.000 Zuschauer und am Sonntag schalteten 630.000 Zuschauer ein. Im letzten Jahr waren es bei der ARD am Samstag noch 660.000 Zuseher und am Sonntag konnte man 1.200.000 Zuschauer erreichen. Dies könnte möglicherweise am besseren Vorprogramm liegen, denn der gesamte Sonntag war bei Sat.1 schwach. Damit lag die DTM in einem erwarteten Bereich und zumindest diese Quote kann man hoffentlich halten. Sobald man unter 500.000 Zuschauer kommt, ist man in einem ähnlichen Gebiet wie die ADAC GT Masters.
Das beste Rennen aller Zeiten?
Auf dem DTM-YouTube-Kanal wurde das Rennen unter dem Zitat bzw. der Überschrift „Bestes Rennen aller Zeiten!“ hochgeladen, auf der DTM.com schreibt man von einem „Duell für die Ewigkeiten“ und Gerhard Berger erzählt gegenüber Speedweek.com: „Wahrscheinlich war dies eines der besten Rennen, das je am Bildschirm gelaufen ist“. Im Donaukurier sagte Dieter Gass zudem: „Die Kosten wurden enorm reduziert. Zudem erlaubt das Konzept mit den Gleichteilen einem Hersteller den Einstieg auf einem gewissen Level. Es war noch nie so attraktiv wie jetzt, in die DTM einzusteigen.“ Jens Marquardt betonte zusätzlich: „Dass Privatteams erfolgreich Motorsport betreiben können, zeigt zum Beispiel das Team Abt Sportsline. Es ist in die Formel E eingestiegen und hat Audi hinterhergezogen. Es kann also erfolgreich funktionieren, als Privatteam in eine Serie einzusteigen“. Inzwischen darf man den Beteiligten wohl einen DTM-Zentrismus vorwerfen, der weit von der Realität entfernt ist. Sicherlich war das Rennen der DTM sehr gut, doch die Super GT und die australischen Virgin Australia Supercars zeigen mehrmals im Jahr ähnliche Rennen und feiern sich danach nicht ab. Auch konnten wir solche Duelle schon in anderen Langstrecken-Serien sehen und in der Formel 1 gab es genauso spektakuläre Zweikämpfe. Trotz des guten Sports bleiben die Probleme bestehen und daran wird die DTM wohl scheitern. Die Zuschauerzahlen an der Strecke und am Fernsehen sind trotz der sinkenden Budgets zu niedrig und es fehlt an Sponsoren. Die Werksteams haben für diese Saison nur wenige Sponsoren gefunden und so ist es unwahrscheinlich, dass ausgerechnet Privatteams einen zahlungskräftigen Sponsor bekommen. Der Einstieg vom Team Abt Sportsline in der Formel E war zudem von Beginn an werksunterstützt und gewiss kein Privateinsatz. Zusätzlich sollte man die nächsten Läufe am Lausitzring und Hungaroring abwarten, bevor man sich wieder als beste Tourenwagen-Serie der Welt feiern lässt. Am Ende lässt sich festhalten, dass der Sport am Hockenheimring überragend war und trotzdem die Akteure der DTM unsympathischer werden. Anstatt sich in Bodenständigkeit zu üben, werden Vergleiche mit der MotoGP gezogen und die DTM als anderen Serien überlegen betrachtet.
Mercedes ist der große Buhmann
Nach seinem Rennsieg sagte Timo Glock im Teamradio: „Fucking hell Mercedes! You should not leave this championship. You fucking idiots!“. Und auch andere Personen im DTM-Fahrerlager äußerten, dass Mercedes bei so einem großartigen Sport die DTM nicht verlassen sollte. Das Problem hierbei ist jedoch, dass der Sport losgelöst von den eigentlichen Problemen der DTM passiert. Auch wird hiermit eine Undankbarkeit zu Mercedes gezeigt, die als einziger Hersteller seit 2000 in der Serie aktiv sind und auch am meisten der Serie geholfen haben. So bot man einigen Fahrern die Chance, als (Test-)Fahrer in der Formel 1 zu fahren und anschließend kamen diese Fahrer auch wieder zurück in die DTM. Piloten wie Pascal Wehrlein und Paul Di Resta dürften in ihrer Formel-1-Zeit auch einem breiterem Publikum ein Begriff gewesen sein und mit ihrer Rückkehr erfuhr auch die DTM mehr Aufmerksamkeit.
In bereits zwei Wochen geht es am Lausitzring weiter und ich bin gespannt, welche neuen Gerüchte es bis dahin gibt. Ich würde mich freuen, wenn ihr eure Meinung zum Auftakt und zur Zukunft der DTM in die Kommentare schreibt.




























3 Kommentare
Schon die Veränderung bei den Nascar-Artikeln hat mir sehr gut gefallen und ich sehe es bei der DTM genauso. Der Artikel gefällt mir ausgesprochen gut und ich kann dem ganzen auch inhaltlich nur zustimmen. Auch wenn die DTM seit ein paar Jahren sportliche durchaus wieder besser wird, so kann ich mit dem Rest reichlich wenig anfangen. Das Verhalten aller Beteiligten und vieler „Journalisten“ hat sich seit Jahren nicht verbessert, eher im Gegenteil und ich würde mich nicht wundern, wenn wir Ende des Jahres Nachrichten a la „schön war es mit dir DTM“ lesen müssen.
Guter DTM-Artikel. Lesbarer Stil. Weiter so. :)
Sportlich gehörten beide Rennen in Teilen tatsächlich zu den besseren DTM-Rennen der letzten Jahre (in anderen Teilen nicht, aber das ist auch nicht zu erwarten; und ja, in anderen Serien ist so ein Racing Alltag). Insbesondere die Endphase von Rennen 2 war gut ansehbarer Vollkarossen-Motorsport, mit leichtem Kontakt und gegenseitigem Platzlassen, und erfreulicherweise blieb ausnahmsweise mal das sonst DTM-typische Gemaule wie „der hat mich berührt!“ oder „der will mich von der Strecke fahren!“ weitgehend aus. Die Reduktion der Aero und das Fehlen der vielen Winglets (bitte hört mal auf, die Dinger in übelstem Denglisch „Flicks“ oder „Flips“ oder „Flaps“ zu nennen, das sind völlig andere Begriffe…) hat sich da sehr positiv bemerkbar gemacht. DTM-Autos der früheren Jahre hätten da Unmengen von Karbon auf der Strecke verteilt und wären desintegriert. Ob man die sportliche Komponente in dieser Form konsolidieren kann, bleibt in der Tat abzuwarten. Ich bin da erstmal skeptisch, andere Strecken geben das eben nicht unbedingt her. Und die eine oder andere Blödsinnskontroverse und Problemstimmung hinter den Kulissen wird sich sicher früher oder später auch wieder an der Oberfläche zeigen. Eine Schwalbe macht noch keinen Frühling.
Die Übertragung hat noch sehr viel Luft nach oben, war jetzt aber auch nicht die Fürchterlichkeit die man vielleicht hätte befürchten können. War für’s erste mal nicht inakzeptabel. Insgesamt solide, auch die neuen Grafiken sind okay, aber inhaltlich ist die Präsentation leider viel zu sehr irgendwo zwischen Rummelplatzansagerei und Shopping-Sender definiert (was auch in anderen Serien leider immer mehr zunimmt), zu sehr Show anstatt Sport (GNTM, echt jetzt?), die Interviews viel zu anbiedernd (David Schumacher ist ein Riesentalent das es garantiert in die F1 schafft? nach einer einstelligen Zahl F4-Rennen? sagt wer?). Die ständige, völlig überkandidelte Betonung, wie toll und wie geil und „das ist Motorsport so wie wir ihn sehen wollen“ das sei sobald mal zufällig ein Überholmaneuver stattfindet, das nervt doch sehr bald sehr stark. Aber Eddie Mielke ist halt ein „acquired taste“ mit Wackelkontakt im Lautstärkeregler, der wird immer polarisieren. Timo Scheider kann reden und kann die Experten-Rolle, muss sich aber noch ein wenig besser finden insbesondere was die Darlegung der eigenen Meinung angeht wenn sie mal von der des Nebenmannes stark abweicht (Hint: Christian Danner zum Vorbild nehmen), was aber auch für andere „beisitzende“ Experten andernorts gilt. Schön mal wieder Andrea „Äh“ Kaiser dabei zu haben, mikrofon- und kamerasouverän wie immer und mit Sinn für Motorsport, verfügt aber leider immer noch über die Kernkompetenz des „sich in den eigenen Nebensätzen verheddern und nur mühsam wieder raus finden“. Am positivsten überrascht war ich wohl von Matthias Killing, den ich als Abkömmling der unsäglichen „Generation Giga“ nicht so solide und fokussiert erwartet hätte – aber gut, nach all den Jahren Erfahrung moderiert der Shoppingsender-mässig wohl einfach eh alles weg was man ihm hinhält.
Ich verstehe so schlecht, wie manche Leute Kritik an dieser Art von Sportmoderation nicht nachvollziehen wollen. Man stelle sich diesen Jubelarien-Moderationsstil wie Mielke ihn pflegt mal bei anderen Sportarten vor, z.B. Fussball: „oooh jetzt hat er gegen den Ball getreten und daaa der Pass kommt sogar zielgenau an liebe Zuschauerinnen und Zuschauer das ist geiler Fussball vom Allerfeinsten den wir von Sat.1 ihnen hier präsentieren und was für eine toller Einwurf, gelungene Aktion, beste Sonntagsnachmittagsunterhaltung…“ … Und Leute wie Simon/Sittler/Gajewski dann so… „Timo Scheider, jetzt hat der Mann an der Seitenlinie da mit der Fahne gewunken, der sieht ja aus wie der Schiedsrichter, ist aber garkeiner, erklär unseren Zuschauern doch mal was das bedeutet, es kommen ja immer wieder neue hinzu…“ oder „sag uns doch mal, wenn der Schiedsrichter da in die Trillerpfeife bläst, was heisst das genau“ … Wie lange würde das wohl akzeptiert werden bis die genervten Massen den ersten Shitstorm generieren?
@Nona bin 100%ig bei dir… aber leider gibts es wenig bis keine gute deutsche Sportübertragung, wenn man das Gesamtprodukt aus Vor-, Nachberichten, Analysen und Kommentierung nimmt (vll. Bundesliga bei Eurosport2xtra, das sieht aber ja kaum jemand). Der Jubelarien-Kommentierungsstil hat durch Herrn Buschmann auch bei Sky einzug erhalten (wenn auch kritisch angesehen) und Doppelkommentierungen im Fußball funktionieren in Deutschland leider nicht, weil die Mehrheit sie wohl nicht will (leider). Im Motorsport gibt es sie zwar seit Jahren aber richtige gute Gesamtprodukte gibt es auch da kaum. Wenn ich da an die MotoGP denke und sehe wie Herr Stecker fremdschämend durch die Gegend interviewt kann ich nur abschalten. Die Kritik an Sportübertragungen ist ja seit Jahren vorhanden. Leider interessiert es die Sender eher weniger, bzw die Sender schauen sich an was erfolgreich ist (NFL @ Pro7Maxx) und versuchen sich an ähnlichen Dingen… führt halt zur Jahrmarkt-Übertragung und bei mir dazu, dass ich Vor- und Nachberichte weglasse.
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