Mit der Pirelli World Challenge kommt die erste größere GT3-Serie aus der Winterpause und bietet direkt einige Neuerungen.

Nur fünf Monate sind seit dem unglaublichen Finale der Pirelli World Challenge in Laguna Seca vergangen und doch muss man bereits die Einzigartigkeit der letzten Saison erwähnen. Während in anderen GT3-Serien der Fahrerwechsel mit zum Konzept gehört, war es in den USA verpönt, dass zwei Fahrer sich ein Fahrzeug bei einem Sprintrennen teilen. Dadurch fuhren etliche Profis und Werksfahrer wie Álvaro Parente, Patrick Long und Johnny O’Connell das komplette Rennen und zeigten den Zuschauern GT3-Sport in Höchstform. Erstmalig gab es jedoch 2016 die SprintX-Rennen, die sich am Konzept der SRO in Europa orientieren und einen Fahrerwechsel zur Rennhälfte vorsehen, damit vor allem die Kosten pro Fahrer heruntergehen. Die Zielgruppe stellten dabei besonders die Amateure dar, die sich dann aber doch nicht für das Konzept interessierten und lieber in der GTA innerhalb der normalen GT-Rennen starteten, sodass die SprintX-Rennen zumeist nur knapp eine zweistellige Zahl an Startern vorweisen konnte. Für diese Saison hat man den Fokus noch stärker auf das SprintX-Konzept gelegt und bei fünf der elf Rennwochenenden wird man auf das aus Europa bekannte Konzept zurückgreifen und damit genauso oft starten wie die normalen Rennen der GT und GTA. Im Vergleich zur letzten Saison dürfte dies auch ein Erfolg werden, da viele Teams aus der GT- und GTA-Klasse bereits ihren Start zugesagt haben, und eventuell sind die Starterfelder sogar größer als bei den normalen GT-Rennen. Ein kleiner Erfolg für das neue Konzept ist auch, dass die Taylor-Brüder für Cadillac in der SprintX starten und mit Laurens Vanthoor und Jörg Bergmeister zwei Porsche-Werksfahrer aktiv sind.

Nachdem bereits letzte Saison der Einfluss des SRO in der Pirelli World Challenge gewachsen ist, hat man für diese Saison die Dachorganisation gewechselt. Während die letzten 27 Jahre der Sports Car Club of America (SCCA) für die Serie verantwortlich war, wechselt man für die nächsten Jahre zum United States Auto Club (USAC). Dieser war bis in die späten 1990er für das Indianapolis 500 verantwortlich und hat sich in den letzten Jahren vor allem um Dirt Track Racing und Offroad Racing bemüht. Die bekannteste Serie innerhalb der USAC dürfte die Traxxas TORC Series sein, die mit Trucks auf Offroad-Kursen unterwegs ist. Auch wenn ich den Wechsel zur USAC kritisch betrachte, so dürfte die neue Dachorganisation trotzdem keinen großen Einfluss auf die Pirelli World Challenge haben. Deutlich wichtiger wird in Zukunft die Zusammenarbeit mit dem SRO und dies zeigt sich auch deutlich in der wachsenden GT4-Klasse und dem gemeinsamen IGTC-Event in Laguna Seca.

Kalender

StreckeDatumTeilnehmende KlassenHauptevent
Streets of St. PetersburgMärz 10-12GT/GTA/GT Cup/GTSIndycar
Streets of Long BeachApril 07-09GT/GTAIndycar
Virginia Int’l RacewayApril 28-30SprintX/GTS/TC/TCA/TCBPirelli World Challenge
Canadian Tire Mosport ParkMai 19-21SprintX/GTS/TC/TCA/TCBPirelli World Challenge
Lime Rock ParkMai 26-27SprintX/GTS/TC/TCA/TCBPirelli World Challenge
Road AmericaJuni 23-25GT/GTA/GT Cup/GTSIndycar
Mid-Ohio SCCJuli 28-30GT/GTA/GT Cup/GTSIndycar
Utah Motorsport ComplexAugust 11-13SprintX/GTS/TC/TCA/TCBPirelli World Challenge
Circuit of the AmericasSeptember 01-03SprintX/GTS/TC/TCA/TCBPirelli World Challenge
Sonoma RacewaySeptember 15-17GT/GTA/GT Cup/GTSIndycar
MAZDA Raceway Laguna SecaOctober 13-15Intercontinental GT Challenge/TC/TCA/TCBIntercontinental GT Challenge

Traditionell startet die Saison der Pirelli World Challenge zusammen mit der Indycar Series in St. Petersburg auf einem der schönsten Stadtkurse. Leider sind die Rennen aber auch von langen Safety Car-Phasen geprägt, sodass es in den letzten Jahren kaum Rennaction gab und daher das Qualifying noch wichtiger ist als bei den anderen Rennen. Wie bereits im letzten Jahr treten nur die GT-Klassen an und die GTS darf bereits an diesem Freitag in ihr erstes Rennen starten. Für die GT3-Piloten wird es hingegen erst morgen (Samstag) um 15:30 Uhr ernst. Anders als in St. Petersburg war in Long Beach hingegen das Safety Car in den letzten Jahren nicht besonders aktiv und ich kann mich noch an einige sehr gute Rennen erinnern. Aufgrund des Platzmangels in der Boxengasse werden nur die GT und GTA starten, aber für die meisten Zuschauer dürften dies die interessantesten Klassen sein.

Drei PWC-Wochenenden gibt es danach auf dem Virginia International Raceway, dem Canadian Tire Mosport Park und dem Lime Rock Park. Bei jeder der drei Rennveranstaltungen werden alle Klassen aktiv sein, auch wenn die GT und GTA im SprintX Format fahren. Insgesamt dürfen sich die Zuschauer auf ein Starterfeld von rund 120 Fahrzeugen freuen und damit ist man fast schon auf VLN-Niveau. Natürlich werden die Klassen getrennt fahren, sodass es mindestens sechs einzelne Rennen gibt. Die GT fährt zusammen mit der GTA und dem GT Cup, während die GTS alleine ihre Rennen bestreitet. Auch die Tourenwagen-Klassen teilen sich wahrscheinlich nochmal auf, jedoch gibt es hier noch keine komplette Entry List. Eine genaue Erklärung der Klassen folgt hier noch später im Artikel. In Road America und Mid-Ohio fahren wieder die GT-Klassen zusammen mit der Indycar, und besonders Road America dürfte ein absolutes Saisonhighlight werden.

Der Saisonendspurt findet dann mit den PWC-Wochenenden in Utah und Texas statt, bei denen wieder alle Klassen starten. Zusammen mit der Indycar findet das Saisonfinale der GT3-Wagen statt und in Laguna Seca finden Mitte Oktober auch die letzten Rennen der Tourenwagen-Klassen statt. Einige der GT3-Teams könnten dann auch noch in der Intercontinental GT Challenge des SRO starten, jedoch fürchte ich, dass sich nur wenige Teams für ein Start entscheiden. Auch bei den 24h CoTA tritt nur ein US-Team in der GT3 an, und in Laguna Seca sehe ich – wenn überhaupt – eher Bentley und Porsche mit US-Teams.

Klassen

Das Rennformat der Pirelli World Challenge besteht pro Wochenende aus zwei Rennen mit jeweils einer Dauer von 50 Minuten. Jedoch fahren teilweise nicht alle Klassen an einem Wochenende, da dies einfach zu zeitaufwendig wäre. Und auch die GT-Klassen (GT/GTA/GT Cup/GTS) fahren nicht im gleichen Rennen wie die Tourenwagen-Klassen (TC/TCA/TCB), sodass man an einigen Wochenenden vier Rennen oder sogar noch mehr sehen wird. Auch aufgrund von Sicherheitsaspekten macht es Sinn, GT3-Fahrzeuge nicht mit 125 PS-Fahrzeugen auf einer Strecke fahren zu lassen und so gibt es zwar immer noch Rennen mit mehreren Klassen, aber ohne extreme Geschwindigkeitsunterschiede. Trotzdem wird es wohl wieder relativ viele Safety Car-Phasen geben und diese dauern in Amerika etwas länger.

GT
Die GT-Klasse in der Pirelli World Challenge besteht aus GT3-Fahrzeugen und ist vergleichbar mit der ADAC GT Masters. Einzig den Cadillac ATS-V.R kennt man nicht aus Europa, da dieser exklusiv in der PWC startet.

GTA
Ähnlich wie in Europa werden auch in der Pirelli World Challenge die Fahrer eingestuft und so gibt es einige “Gentlemen Driver”, die in der Amateur-Wertung starten. Dies sind vor allem Fahrer, welche von der FIA als “Bronze”-Piloten eingestuft werden. Jedoch gibt es auch in dieser Klasse extrem starke Fahrer, die es sicherlich hin und wieder in die Top 5 schaffen. Teilnehmer aus der GTA, die ein Resultat auf dem Podium der GT-Klasse erreichen, werden auch meist in diese hochgestuft.

GT Cup
In den letzten Jahren war der GT Cup den Porsche 911 GT3 Cup vorbehalten, doch dieses Jahr dürfen auch der Lamborghini Huracán Super Trofeo und die Ferrari Challenge-Fahrzeuge in der Klasse starten.

GTS
In der GTS-Klasse sind Fahrzeuge zu finden, die sportlich veranlagt sind und daher nicht mehr zu den Tourenwagen zählen. Damit sind vor allem Fahrzeuge wie der Nissan 370Z oder der Porsche Cayman gemeint. Die Motorleistung in dieser Klasse liegt zwischen 300 und 400 PS und die Teams haben die Chance FWD-, AWD- und RWD-Fahrzeuge an den Start zu bringen, sodass auf jeder Strecke ein anderes Fahrzeug stark ist. Vergleichbar ist diese Klasse mit der europäischen GT4-Klasse und seit letztem Jahr dürfen auch Fahrzeuge mit einer GT4-Homologation in der PWC starten, die mittlerweile eindrucksvoll die Überhand gewonnen haben. Dadurch ist dieses Jahr u.a. auch McLaren in der Klasse vertreten.

TC
Unter den Tourenwagen dürfen die TC mit knapp 300 PS (220-270PS) am meisten Leistung haben und auch die Antriebsarten dürfen frei gewählt werden. In dieser Klasse fahren Fahrzeuge wie der VW Golf 5 GTI und der Volvo C30. Auch TCR-Fahrzeuge können in dieser Saison starten, jedoch hat bisher nur C360R einen Audi RS 3 LMS angekündigt.

TCA
Die TCA ist die mittlere Tourenwagenklasse und die Fahrzeuge dürfen mit 160 bis 185 PS fahren. In der TCA darf das Tuning am Fahrzeug nur sehr gering ausfallen und vor allem am Chassis stattfinden. Der Motor darf nicht getunt werden. Die Fahrzeuge dürfen zudem keinen Allradantrieb besitzen. In dieser Klasse fahren zumeist Fahrzeuge von asiatischen Herstellern.

TCB
Mit der TCB möchten die Veranstalter der Pirelli World Challenge vor allem Teams aus dem Club-Motorsport ansprechen. Die Fahrzeuge sollen dabei kleine Motoren besitzen und nicht mehr als 125 PS leisten.

GT

Acura
Wie in der USCC startet Acura auch in der Pirelli World Challenge mit dem Acura NSX GT3 und das Werksteam ist wie schon in den letzten Jahren RealTime Racing. Während man mit dem Eigenbau Acura TLX-GT nur Einzelerfolge feiern konnte, sehe ich diese Saison das Team durchaus mit Chancen im Gesamtklassement. Der Acura NSX GT3 zeigte sich bereits in Daytona als starkes Fahrzeug und mit der Fahrerpaarung Ryan Eversley und Peter Kox hat man sowohl PWC-Erfahrung als auch einen Fahrer mit Erfahrung im GT3-Rennsport in Europa. Für mich dürfte Peter Kox der etwas stärkere der beiden Fahrer sein, auch wenn er viele Strecken nicht kennt und daher einen kleinen Nachteil hat. Insgesamt sehe ich beide Piloten mit regelmäßigen Top 5-Ergebnissen und im Optimalfall mit Meisterschaftschancen. Da es sich um ein langjähriges Projekt handelt, wäre es auch keine Enttäuschung, wenn man nicht direkt in der ersten Saison mit dem neuen Fahrzeug den Titel holt.

Audi
Der Hersteller aus Ingolstadt wird dieses Jahr von Magnus Racing in der GT und GTA vertreten. Die Speerspitze bildet dabei Pierre Kaffer (in den USA auch als Peter Kaffer bekannt) und ihn muss man auch als absoluten Titelaspiranten sehen. Durch seine Zusammenarbeit mit Risi Competizione kennt er bereits einige Strecken der Pirelli World Challenge und im Audi R8 LMS gilt er als einer der besten Fahrer weltweit. Auch Magnus Racing war in der GTD-Klasse der USCC eines der erfolgreichsten Teams, sodass eigentlich nichts gegen einen gemeinsamen Erfolg spricht. In der GTA fährt zudem John Potter für das Team und auch dieser sollte zumindest in der GTA die Chance auf Einzelerfolge haben.

Aston Martin
Einen Gastauftritt in der GT-Klasse hat JD Davison für TRG in einem Aston Martin Vantage GT3 in St. Petersburg und er dürfte durchaus Chancen auf ein Podium haben. Die letzten Jahre fuhr er im Nissan-Werksteam und 2015 konnte er die Saison als Vierter in der Gesamtwertung beenden. Möglicherweise kommt es auch noch zu weiteren Starts für TRG diese Saison, bisher ist jedoch nichts gesichert.

Bentley
Nachdem Adderly Fong letztes Jahr in der zweiten Saisonhälfte Einzelkämpfer war, bekommt er diese Saison durch Yufeng Luo Verstärkung. Überraschenderweise setzt man damit auf einen Hongkong-Chinesen und einen Sinoamerikaner, was zumindest aus Marketingsicht als eine fragliche Entscheidung erscheint. Auch die Leistung von Fong war in der letzten Saison eher unterdurchschnittlich und der neunte Rang im Gesamtklassement ist für einen Werkspiloten eher eine Enttäuschung. Die Frage bei Bentley bleibt zudem, ob der Bentley Continental GT3 zu den Strecken passt, das Absolute Racing-Team zu schwach ist oder Fong einfach nicht auf einem Niveau mit den anderen Werksfahrern ist. Für mich bleibt fraglich, warum Bentley sich für Absolute Racing entschieden hat und nicht bei Dyson geblieben ist. Mit Yufeng Luo hat man zudem einen Fahrer verpflichtet, der nur einen einzigen Sieg in der USF2000 National Championship erreicht hat und mit 18 Jahren noch extrem jung ist. Er wird deshalb auch zunächst in der GTA starten. Die Befürchtung bei Bentley dürfte trotzdem sein, dass diese Saison eine weitere Enttäuschung wird.

Cadillac
Bei Cadillac hat man für diese Saison keine Veränderung vorgenommen. Mit Michael Cooper und Johnny O’Connell hat man zwei Titelaspiranten, die letztes Jahr Rang drei und vier in der Gesamtwertung belegten. Auch der Cadillac ATS-V.R startet für Cadillac Racing in die zweite Saison, sodass man keine Probleme mit dem Fahrzeug befürchten muss. Zudem konnte der Bill O’Reilly-Fan Johnny O’Connell in den letzten fünf Jahren viermal die Meisterschaft gewinnen, sodass man ihn als absoluten Topfavoriten sehen muss. Aber auch sein Teamkollege Michael Cooper konnte eine extrem starke Saison für Cadillac Racing im letzten Jahr zeigen und beide Piloten sehe ich am Saisonende in den Top 5. In der SprintX werden sie zudem von den Taylor-Brüdern unterstützt, doch genaueres gibt es vom Kollegen Phil in der Vorschau zu den ersten SprintX-Läufen.

Ferrari
Der einzige Ferrari wird von R. Ferri Motorsport für Alex Riberas eingesetzt. Dieser war bisher eigentlich auf Porsche-Fahrzeugen im Supercup und der GTD unterwegs und konnte mit Mario Farnbacher regelmäßig um Siege mitkämpfen. Trotzdem denke ich, dass er diese Saison an der extrem guten Konkurrenz in der Pirelli World Challenge nicht vorbeikommt und er keine Chance auf einen Gesamtsieg hat. Allerdings sollten Einzelsiege möglich sein und auch die Top 5 im Gesamtklassement sind mit einem guten Saisonverlauf durchaus machbar.

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McLaren
Ein weiterer Topfavorit ist der Titelverteidiger Álvaro Parente, der auch diese Saison wieder für K-PAX Racing einen McLaren 650S GT3 pilotiert. Kein anderer Fahrer hat so viel Erfahrung in dem GT3 von McLaren und der Wagen dürfte noch immer eines der besten GT3-Fahrzeuge sein. Problematisch ist jedoch die Standfestigkeit des Wagens, die am Ende auch für seine Titelchancen kritisch ist. Unterstützt wird er in der GT-Klasse von Bryan Sellers, den man noch vom Falken-Porsche aus der ALMS und USCC kennt. Seine Erfahrung im GT3-Sport besteht bisher aus einer Saison in der USCC in einem Lamborghini Huracán. Jedoch hat Sellers noch keine Sprintrennen im GT-Bereich gefahren und zunächst dürfte dies eine Umstellung für ihn sein. Auch sehe ich ihn zu Beginn noch nicht auf einem Niveau mit Parente, sodass er für mich kein Titelfavorit ist.

Mercedes
Diese Saison startet Ryan Dalziel in einem Mercedes AMG GT3 für CRP Racing in der Pirelli World Challenge. Sowohl das Fahrzeug als auch der Fahrer gehören zur absoluten Sportwagenelite, sodass hier durchaus Titelchancen vorhanden sind. Auch dürfte der Mercedes AMG GT3 zu den kleineren Kursen Amerikas passen und die ganze Saison zu den besten GT-Fahrzeugen gehören. Dalziel wäre wahrscheinlich sogar 2015 Meister geworden, wenn er nicht drei Rennen verpasst hätte. Diese Saison bietet sich also für ihn eine Chance, diesen Titelgewinn nachzuholen.

Nissan
Bei Nismo und Nissan USA hat man sich nach dem Gesichtsverlust in Le Mans gegen Seppuku entschieden und einfach die kompletten Motorsportbudgets zusammengestrichen. Überraschenderweise unterstützt man nicht mehr AIM Autosport und so sehen wir dieses Jahr auch keinen Nissan Nismo GT-R GT3 im Starterfeld. Die letzten beiden Jahre lief es eigentlich ganz gut für das Team und eventuell hätte man sogar diese Saison um den Titel mitkämpfen können. Neben dem halbherzigen Projekt in der USCC unterstützt man in Nordamerika nur noch den Nissan Micra Cup in Kanada und hat somit auch keine Beschäftigung für (ehemalige) GT Academy-Sieger.

Porsche
Der Porsche-Werksfahrer Patrick Long fährt diese Saison für Wright Motorsports einen Porsche 911 GT3 R. Das Team dürfte zumindest Werksunterstützung erhalten und Long wurde bereits 2011 Meister in der Pirelli World Challenge. Deshalb muss man auch diese Team-Fahrer-Kombination als Titelfavoriten sehen und am Ende dürfte es wohl auf einen Fünfkampf zwischen Cooper, O’Connell, Parente, Dalziel und Long hinauslaufen, bei dem nur Kleinigkeiten über Sieg und Niederlage entscheiden. Zudem fährt Jon Fogarty in der legendären Gainsco/Bob Stallings Racing-Lackierung einen weiteren Porsche in der GT-Klasse. Für ihn dürfte die Konkurrenz jedoch zu stark sein.

GTA

Auch in der GTA treten einige bekannte Fahrer an. Herausstellen muss man hier besonders Mike Hedlund, der letztes Jahr auch in der ELMS aktiv war und dort sogar ein Rennen in der GTE-Klasse gewinnen konnte. Er wird für K-Pax Racing einen McLaren 650S GT3 pilotieren. Auch James Sofronas und Alec Udell dürften GT3-Fans ein Begriff sein. Beide starten für GMG Racing mit einem Porsche 911 GT3 R. Zudem tritt Laurens Vanthoor bei den SprintX-Läufen für das Team an. Aus der USCC ist zudem Tim Pappas bekannt, der für Black Swan Racing einen Mercedes AMG GT3 pilotiert. Ein weiterer Audi wird von John Potter gefahren, der auch für Magnus Racing startet. Besonders erfreulich ist das Comeback von Jorge De La Torre, der sich bei einem Unfall in Lime Rock letzte Saison schwere Verletzung zugezogen hat. Er startet in einem Aston Martin Vantage GT3 für sein eigenes Team. Einen Titelfavoriten kann und möchte ich in dieser Klasse nicht ausmachen.

GT Cup

Der GT Cup wird ein Kampf der Konzepte und auch der Markenserien. Für sein eigenes Team startet Preston Calvert in einem Porsche 911 GT3 Cup. Sein einziger Konkurrent ist Marko Radisic in einem Ferrari Challenge Evo für Precision Driving. Der Ferrari dürfte etwas schneller sein, aber auch hier kann man mit einem Tipp nur verlieren.

GTS

Die GTS wird diese Saison extrem interessant, da auch vermehrt Fahrzeuge nach dem GT4-Reglement in der Klasse starten. Eine Weltneuheit gibt es zudem mit dem Chevrolet Camaro GT4, der u.a. von Lawson Aschenbach pilotiert wird. Für mich ist diese Kombination auch der absolute Titelfavorit in der GTS. Aber auch Frankie Montecalvo im KTM Xbow GT4 dürfte Titelchancen haben. Einen Werkseinsatz gibt es zudem von Panoz Racing, die anscheinend ein altes Chassis übrig hatten und darauf den Panoz Avezzano GT aufgebaut haben. Das Fahrzeug sieht noch immer so aus, als wäre es in den 1990ern gebaut wurden und Titelchancen sehe ich nicht unbedingt. Immerhin hat man mit Ian James einen guten Piloten aus der USCC verpflichtet. Zusätzlich starten in der Klasse auch noch SIN R1 GT4, Porsche Cayman GT4 Clubsport MR, McLaren 570S GT4 und zwei Ginetta G55 GT4. Das einzige Fahrzeug, das nicht in das GT4-Reglement passt, ist der Ford Mustang Boss 302 und dieser dürfte auch keine Chance haben.

Im ersten Training konnte Fong die Bestzeit holen und Ryan Eversley hat seinen Acura NSX GT3 so stark beschädigt, dass man sich Ersatzteile von Michael Shank Racing holen musste. Auf Platz zwei und drei kamen Patrick Long und James Davison im Training. Auch Alex Riberas und Preston Calvert hatten leichte Unfälle im Training, jedoch dürften beide Fahrzeuge problemlos am restlichen Wochenende teilnehmen können.

Weiterhin gibt es die Rennen im Livestream zu sehen und die genauen Sendezeiten könnt ihr unseren TV-Zeiten entnehmen. Für die kommende Saison wünschen wir uns packendes Racing und einen engen Titelkampf. Noch wichtiger ist jedoch, dass es keine schweren Unfälle mit Personenschäden gibt. Letztes Jahr gab es im Training für die Läufe in Lime Rock eine Kollision zwischen Andrew Palmer und Jorge De La Torre,, bei der beide Piloten schwer verletzt wurden. Während Torre diese Saison sein endgültiges Comeback feiern kann, bleibt bei Palmer nur eine Ungewissheit über seinen aktuellen gesundheitlichen Zustand. Es wurden keine weiteren Informationen veröffentlicht und so hofft das gesamte Racingblog.de-Team, dass sich sein Zustand seit dem Unfall verbessert hat und weiterhin verbessern wird.

Bilderrechte / Copyright: Pirelli World Challenge; Acura; IMSA