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Formel Eins: Rückblick 2012 – McLaren

von DonDahlmann
3 Kommentare 5 minutes read

Die Saison ist gelaufen, Zeit also einen Blick zurückzuwerfen. Wie immer schauen wir auf die Leistung der Teams und deren Fahrer..

Das muss auch erst einmal schaffen. Das beste Auto zum Start der Saison, zwei der besten Fahrer im Team, im Schnitt das schnellste Auto in der Saison, insgesamt sieben von 20 Rennen gewonnen und doch am Ende nur P4 (Hamilton) in der Fahrer- und P3 in der Konstrukteurs-WM. Martin Whitmarsh und Ron Dennis werden die Tage in Woking sitzen und sich fragen, wie das eigentlich passieren konnte. Wenn sie ihren Blick auf die Ausfallliste werfen, dürfte ihnen schon einiges klar werden. Red Bull: Insgesamt drei Ausfälle einen davon durch Unfall (Webber, Abu Dhabi). Ferrari: insgesamt drei Ausfälle, alle durch Feindberührung. Drei Unfälle kann McLaren von der Liste abziehen, bleiben immer noch vier Ausfälle mit technischen Gebrechen. Am Speed ist McLaren nicht gescheitert, eher an Problemen mit der Zuverlässigkeit.

Was das Glück angeht, wurde McLaren in diesem von selbigen sehr oft verlassen. Jenson Button kann da ein Lied von singen. Der Brite verlor die WM schon im ersten Drittel der Saison, als Reifenschäden, Probleme bei den Boxenstopps und andere technische Kleinigkeiten sein Leben vermiesten. Da half der dominante Sieg in Australien kein bisschen, auch nicht dass Hamilton in Kanada endlich mal wieder ganz oben auf dem Podium gestanden hat.

Auffällig ist, dass ab dem Rennen in Bahrain bis Kanada für McLaren kaum etwas gelaufen ist. Bahrain kann man noch unter „Pech“ abhaken (technische Probleme vor allem bei Button), danach kam dann die Pause und der Test in Mugello. Und hier muss McLaren in Sachen Entwicklung falsch abgebogen sein. So zumindest eine Theorie. Die andere stammt von Jenson Button, der meinte, dass er in seinen drei Jahren beim Team noch nie so ein schlechtes Auto gefahren habe. Demzufolge war der McLaren schon zu Beginn schlecht, aber halt besser als der Rest. Doch während Red Bull und Ferrari nachlegen konnten, war der Entwicklungsspielraum bei McLaren wohl enger. Man probierte verschiedene Unterböden aus, senkte die Nase ein wenig ab und versuchte die Anströmung des Heckflügels zu verändern.

Die Änderungen, die man in Mugello an den Wagen geschraubt hatte, waren jedenfalls nicht sonderlich zielführend, erst das Update in Kanada und das in Deutschland brachte das Team zurück an die Spitze. Jedenfalls teilweise, denn mit der verbesserten Leistung nahmen auch die technischen Probleme wieder zu. Allein Hamilton rauschten mit den Ausfällen in Singapur und Abu Dhabi zwei Siege durch die Lappen. Die Unfälle in Spa und Brasilien darf man nicht mitrechnen, aber sie zeigen, wie nahe Hamilton der WM nahegekommen wäre. Platz vier und fünf in der WM spiegeln jedenfalls nicht das Leistungspotenzial des McLaren wieder.

Die technischen Probleme sind allerdings sehr auffällig und ungewöhnlich für ein Team, dass normalerweise den Begriff „Perfektion“ ganz oben auf der Liste stehen hat. Tatsächliche Ausfallgründe werden ja selten kommuniziert, aber offenbar lag es nicht am Mercedes-Motor, sonst hätte man den Schwarzen Peter gerne in die Richtung geschoben. So lagen die Probleme also innerhalb des Teams, oder man hatte ein Chassis, das so eng gebaut war, dass die Nebenaggregate aufgrund der Hitzeentwicklung Probleme bekamen. Auffallend oft machte auch das Getriebe schlapp, in diesem Fall eine Eigenentwicklung von McLaren.

An den Fahrern hat es in diesem Jahr jedenfalls nicht gelegen. Hamilton hat sein schwaches Jahr 2011 abgelegt und leistete sich eigentlich keine groben Fehler. Er war wie gewohnt schnell, seine Quali-Pace stimmte in jedem Fall. Probleme hatte er, vor allem zu Beginn der Saison, mit den Reifen, die er zu hart belastete. Das änderte sich aber im Laufe des Jahres, ein Unterschied zu Jenson Button war da selten zu sehen. Button wiederum kämpfte öfter als ihm lieb war um den Einzug in Q3. Die drei Zehntel, die ihm oft auf Hamilton fehlen, machte in dieser Saison eine Menge aus, aber im Rennen war er dann, so es sein Wagen zuließ, schnell wie immer. Auch er machte keine Fehler, vielleicht fehlte ihm gegen Ende der Saison etwas die Motivation.

Symptomatisch für die Probleme bei McLaren waren die Boxenstopps. Man hatte zwar den schnellstes des Jahres, aber es ging in der Hektik auch gerne mal was schief. Andere Teams waren nicht viel langsamer (wir reden hier um ein paar Zehntel), dafür aber deutlich konstanter. Ferrari war so ein Team, aber auch Lotus. Die rasend schnellen Stopps brachten zudem meist wenig, der Druck, der auf den Mechanikern lastete, war dafür um so höher. Es ist bekannt, dass bei McLaren, auch nach dem Weggang von Ron Dennis, der interne Druck immer noch sehr hoch ist. Das ist bei Ferrari auch nicht viel anders, aber die Fehler in diesem Jahr könnten ein Hinweis darauf sein, dass die Stimmung im Team verbesserungsfähig ist. Wie gesagt: In der Formel Eins müssen alle 100 % geben, damit man es an die Spitze schafft, das gilt für McLaren oder Williams. Aber bei McLaren scheint noch eine besondere Art des Drucks zu herrschen. Und manchmal ist weniger eben auch mehr, wie man bei Lotus gesehen hat.

Aber das bedeutet auch, dass man McLaren nur an ein paar Stellschrauben drehen muss. Der Wagen muss fahrbarer, der Druck im Team und auf die Mechaniker ein wenig gesenkt werden. Die technischen Unzulänglichkeiten lassen sich noch am leichtesten abstellen. Problematisch wird für McLaren die Umstellung auf Sergio Perez. Mit ihm geht das Team ein sehr großes Risiko ein, zu mal man unerfahrene Fahrer auch nicht gewöhnt ist. Hamilton war damals ein Naturtalent und außerdem durch Ron Dennis gestützt, Räikkönen hat genug Talent sich durchzusetzen, zu mal Montoya nicht gerade beliebt im Team war. Perez hat keine Rückendeckung und sein Talent ist zumindest noch komplett sichtbar. Die Einbindung von Perez ins Team wird Kräfte bündeln, die vielleicht an anderer Stelle fehlen. Allein schon deshalb kann sich das Team 2013 nicht erlauben ein Chassis zu haben, das nicht sofort funktioniert. Auf der Habenseite stehen aber sieben Siege in diesem Jahr und das sich die technischen Regeln kaum verändern. Wenn man dem Wagen die vermutlich bekannten Probleme austreibt, sind die Chancen für 2013 gar nicht so schlecht.

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3 Kommentare

s2000 13 Dezember, 2012 - 00:57

Sauber habt ihr vergessen :p

Deutscher Auto Blogger Digest vom 12.12.2012 › "Auto .. geil" 13 Dezember, 2012 - 05:50

[…] RacingblogFormel Eins: Rückblick 2012 – McLarenDie Saison ist gelaufen, Zeit also einen Blick zurückzuwerfen. Wie immer schauen wir auf die Leistung der Team… […]

DonDahlmann 13 Dezember, 2012 - 10:44

@ s2000:

Ups, tatsächlich. Trage ich heute Abend nach ;)

Comments are closed.

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