Die Formel Eins steht vor einer echten Premiere. Nachtrennen sind in den USA keine Seltenheit. NASCAR, IRL, selbst die ALMS fahren schon mal in die Abendstunden rein. Im Falle von NASCAR und IRL sind diese Nachtrennen allerdings auf Ovale beschränkt, die sich leicht ausleuchten lassen. Ein Rennen auf einem Stadtkurs in der Nacht ist mir bisher nicht bekannt. Von daher ist das, was die Formel Eins da ab morgen macht, schon eine ziemlich neue Sache, bei der keiner weiß, wie es ausgehen wird.


Von daher kann ich verschiedene Sorgen der Piloten schon verstehen. Und die Liste der Fragen ist noch sehr lang: Was ist mit den Helmvisieren? Wird sich das Licht der umliegenden Häuser spiegeln? Wir gut sind die gelben Flaggen zu sehen? Wie gut ist die Lichtanlage insgesamt? Aber vor allem: Wie sieht es aus, wenn es regnet? Gerade die letzte Frage ist wichtig, denn tatsächlich gibt es am Sonntag eine leichte Regengefahr. Das Problem ist natürlich die Gischt. Wie man in Monza schon gesehen hat, sieht man bei Regen wenig, wenn es Nacht ist, und das Licht auch noch von den vielen kleinen Wassertröpfchen reflektiert und gebrochen wird, sieht man vermutlich nur noch Nebel und fährt ins Ungewisse. Ich kenne die Bilder aus Le Mans bei Nacht und Regen, und schön sieht das nicht aus. Selbst in Le Mans neigt man bei Nässe schnell dazu, das Saftey Car rauszuschicken.

Wenn es aber trocken bleibt, dann erwartet den Zuschauer zumindest in Sachen schöner Bilder etwas nie dagewesenes. Das Rennen führt mehr oder weniger durch die Innenstadt von Singapur, also auch vorbei an allen Hochhäusern, den Einkaufszonen usw. Laut Aussage der meisten Fahrer, ist die Strecke gut und sicher, auch wenn es sie mal wieder sehr schnell ist. Problematisch könnten nur die Bremsen werden, die in Singapur massiv belastet werden. Wie an der Streckengrafik schon sieht, wird mehrfach aus knapp 300 abgebremst, die Geraden sind aber nicht so lang, dass sich die Bremsen immer komplett abkühlen. Es gibt zwischendrin immer wieder enge Passagen, die die Bremsen zwar nicht belasten, aber beanspruchen.

Auf diesem Video kann man die Streckenführung einermaßen erkennen:


F1around.wordpress.com from lima on Vimeo.

Da niemand Daten von der Strecke hat und es im Gegensatz zu Valencia kein “Probe” Rennen vorher gab, kommen alle Teams mit einem mehr oder weniger weißen Blatt Papier an die Strecke. Sicher – Ferrari und McLaren werden auch hier schwer zu schlagen sein, aber wie es dahinter aussieht – keine Ahnung. Da werden wir uns morgen mal überraschen lassen müssen.

Wegen der Zeitverschiebung, sind die freien Traings etwas später als sonst, das Rennen findet aber zur gewohnten Zeit statt. Rahmenrennen für Europa gibt es keine.

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