Es ist schon ein wenig merkwürdig, was sich im Moment hinter den Kulissen der Formel Eins tut. Und scheinbar entwickelt sich ein Machtkampf zwischen den Teams, Ecclestone und der FIA, in dem es um die Zukunft der Formel Eins geht und vor allem darum, wer das Sagen hat.

Das World Motor Sport Council hat heute getagt und ein paar interessante Beschlüsse gefasst. Erst einmal zu Erklärung: Das Council ist das wohl mächtigste Gremium der FIA. Die Mitglieder werden von der FIA Generalversammlung gewählt. Es ist eine Art Senat, der weitreichende Beschlüsse fassen kann. Präsident des Gremiums ist Max Mosely. Neben den Vertretern der Generalversammlung (die wiederum aus Vertretern der Automobilclubs der in der FIA vertretenen Ländern besteht), gibt es nur zwei Vertreter, die für Formel Eins sprechen. Für die Teams spricht Bernie Ecclestone, für die Konstrukteure spricht u.a. Jean Todt. Das ist ein wenig doppelt gemoppelt, aber die Aufteilung stammt noch aus einer Zeit, in der es kaum Werkteams gab. Die Stimmen werden einfach gezählt, also ist der Einfluss der beiden F1 Leute bei Abstimmungen relativ gering. In der Vergangenheit machte das nichts, denn das Gremium folgte eh den Vorgaben des Präsidenten (Mosley) der sich wiederum vorher meist mit Ecclestone abstimmte.

In letzter Zeit fasste das Council schon ein paar Entscheidungen, die den Teams nicht schmeckten. Da war zum Beispiel die Einfrierung der Motoren, die Einführung von KERS im nächsten Jahr und noch andere Dinge. Dazu kommt im Moment der Ärger um Mosley, der weiterhin an seinem Stuhl klebt, während nicht wenige Automobilclubs (sogar der französische) daran arbeiten, ihn los zu werden. Vor einigen Wochen kam schon mal das Gerücht auf, dass die Team an einer Art “Piratenserie” basteln. Der Kurs der FIA (Mosley) aus den letzten Jahren geht vielen Herstellern zu weit, die sich ein Reglement wünschen, dass auf der technischen Seite mehr Offenheit zuläßt. Man hat die Gerüchte erst einmal runter gespielt, aber vom Tisch sind sie bisher nicht. Dieses Spiel mit versteckten Drohungen ist nicht ungefährlich wie sich jetzt zeigt, denn die FIA, bzw. Mosley scheinen darauf mit Gegendruck zu antworten.

So beschloss man heute die Einführung einer neuen Formel Zwei. Ältere Leser werden sich noch daran erinnern, dass die F2 mal die Einstiegserie in die Formel Eins war, also jenen Stellenwert hatte, den heute die GP2 genießt. Nach dem Niedergang der F2 erfand man die Formel 3000, die allerdings einging, worauf Bernie Ecclestone und Falvio Briatore die GP2 an den Start brachte. Die ist zwar von der FIA sanktioniert, praktisch bestimmt aber Ecclestone was da los ist. Und nun droht die FIA also, der GP2 Konkurrenz zu machen. Bei den avisierten Kosten von rund 200.000 Euro pro Jahr wird man zwar kaum auf dem Niveau der GP2 fahren, aber merkwürdig ist das schon, da es an Formel Nachwuchsserien in Europa mit der F3, der Renault World Series, der Formula Master und der italienischen Formel 3000 ja nicht gerade mangelt.

Gleichzeitig gab man bekannt, dass man sich mit den F1 Teams an einen Tisch setzen möchte, um die zukünftigen Regularien des Sport zu besprechen. Wer die FIA Entscheidungen der letzten Jahre kennt, der weiß dass diese PR-Sprache nichts anderes ist, als ein Forderungskatalog an die Teams. Offenbar will die FIA (vulgo Mosley) die Teams enger an die FIA binden. Dabei geht es – wie sollte es anders sein – um Geld. Den Großteil der Einnahmen gehen wie gewohnt an Ecclestone, ein Teil landet bei der FIA, ein anderer Teil bei den Teams. Deren Anteil will die FIA, so vor ein paar Tagen gemeldet, erhöhen. Das klingt ein wenig nach Zuckerbrot und Peitsche, was noch dadurch verstärkt wird, dass man bei den Einschreibegebühren die Schrauben anziehen will. Statt der normalen knapp 309.000 Euro, kursieren Summen, die von bis zu 1.5 Millionen ausgehen. Das tut den Teams zwar nicht sonderlich weh, ist aber ärgerlich und riecht danach, dass sich die FIA eine Verhandlungsstrategie aufbaut. Nach dem Motto: das neue Concorde-Agreement macht ihr direkt mit uns (und nicht mehr mit Ecclestone zwischendrin) und dafür verzichten wir auf die Erhähung der Einschreibegebühren etc. pp.

Ich werde das Gefühl nicht los, dass sich hinter den Kulissen etwas zusammenbraut, was nicht gut für den Sport ist. Wenn die Politik von Egos getrieben wird und die Kontrolle übernimmt, dann hat das noch zu etwas vernünftigen geführt.

Wer ist der beste deutsche F1 Pilot
Sperro stellte die Frage in den Kommentaren und ich zieh sie mal in einen Eintrag. Zur Auswahl stehen im Moment:

Wer ist der beste deutsche F1 Fahrer?

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Wer will, der kann noch eine Begründung in den Kommentaren geben. Nico Hülkenberg ist nicht dabei, weil er “nur” Testfahrer ist und man bisher noch keinen direkten Vergleich ziehen kann.

Meine Wahl fiel auf Sebastian Vettel. Nico Rosberg ist sicher nicht schlechter, aber er macht auch mehr Fehler. Sutil halte ich weiterhin für überbewertet, zumindest so lange es nicht regnet, Heidfeld ist hier ausgiebig diskutiert worden und Glock ist nicht schlecht, aber nicht schnellste.