– Es sieht schlecht aus für Super Aguri. Das japanische Team konnte in Spanien nur antreten, weil Bernie Ecclestone “dafür gesorgt” hatte (Zitat). Mit anderen Worten – wie schon so oft in den letzten Jahren (Arrows, Jordan, Spyker) hat Mr. Formel Eins etwas vom reichlich vorhandenen eigenen Geld ins Team gesteckt. Auch Honda hat noch mal Geld gegeben, aber damit ist jetzt Schluß. Man weigert sich nun dem Team weiter die Motoren kostenlos zur Verfügung zu stellen. Aguri Suzuki verhandelt derweil über die Magma Gruppe weiter mit Investoren, aber eine Lösung des Problems ist nicht in Sicht, nach dem die Araber offenbar keine Lust mehr haben. Es sieht wirklich nicht gut aus für das Team. Man hat wohl einen ganzen Batzen Schulden, ist technisch gerade nicht in der besten Verfassung und mit Torro Rosso gibt es ein weiteres Team, das einen Teilhaber sucht und deutlich besser da steht. Der Rückzug der Investmentgruppe aus Dubai kam ja nur kurz nach der Ankündigung, dass Red Bull die Filiale verkaufen möchte und Gerhard Berger war auch beim GP2 Asia Rennen in Dubai anwesend. Das riecht danach, dass da jemand seine Optionen neu sortiert. Angeblich hat Honda nun Super Aguri ein neues Ultimatum gesetzt. Entweder taucht bis Mittwoch ein neuer und garantierter Investor auf, oder die Unterstützung wird vollends gestrichen.

Seit heute im Gespräch: der ominöse deutsche Investor. Angeblich soll es sich dabei um die Weigl Gruppe handeln. Die AG ist ein Zulieferer unter anderem im Maschinen- Ersatzteilbau für verschiedene Autokonzerne. Man hat in den letzten Jahren stark expandiert, aber ich wage es doch mal zu bezweifeln, dass man bei einem Jahresumsatz von 130 Millionen Euro überhaupt in der Lage ist, dass gesamte Team inkl. der Schulden zu übernehmen. Zudem will man gerade die GM Powertrain-Gearbox Operation, eine Tochter von General Motors, die Teile von Getrieben herstellt, übernehmen. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass eine Firma wie Weigl einen kleinen Anteil am Team übernehmen könnte, da sich das Sponsoring für die Firma wegen der Nähe zu den Herstellern durchaus lohnt. Mehr aber auch nicht. So sieht das auch die autosport.com die von einer möglichen Investitionsumme von rund 13 Millionen Dollar gehört haben wollen. Das würde das Team zumindest bis zu den Überseerennen im Herbst über Wasser halten.

– Heikki Kovalaien ist aus dem Krankenhaus raus. Er hat noch etwas Kopfschmerzen und einen steifen Nacken, sonst geht es ihm aber gut. Das heißt aber nicht, dass er auch in der Türkei wird fahren können. Die FIA zeigt sich bei so schwere Unfällen gerne vorsichtig und lässt einen Fahrer auch dann pausieren, wenn es ihm augenscheinlich besser geht. Der Grund ist die Angst, dass der Fahrer bei den extremen Belastungen in einem F1 während eines Einsatzen zum Beispiel noch mal einen Blackout bekommen könnte.

– In Australien überlegt man ernsthaft den Grand Prix von Melbourne nach Sydney zu verlegen. Und zwar auf die Strecke von Eastern Creek. Die müsste zwar für etliche Millionen umgebaut werden, aber die Investition will man wohl machen, wenn Melbourne keine Lust mehr auf den GP hat. Ich hätte ja einen anderen Vorschlag wo man den GP austragen kann – Bathurst :)
Aber die Strecke ist wohl leider viel zu gefährlich für ein Formel Eins Rennen.

LMS – News
– Im Blog von Oreca Motorsport wird berichtet, dass es Stephane Ortelli besser geht und er mittlerweile in die Clinique du Sport in Monaco verlegt wurde. Da wird er wohl noch ein paar Tage bleiben müssen um seinen gebrochenen Knöchel und die Prellungen auszukurieren. Oraca selber spricht davon, dass es unglaublich sei, dass Ortelli den Unfall fast unbeschadet überstanden hat.

– Teilzeit Rentner Heinz Harald Frentzen wird für das Aston Martin Team in Le Mans antreten. Zusammen mit Karl Wendlinger und Andrea Piccini will man versuchen, den bärenstarken Corvettes in der GT1 das Leben schwer zu machen. Für Frentzen ist es der zweite Einsatz in Le Mans, nach 1992, wo er in einem LolaT92/Judd zusammen mit Syunji Kasuya und Charles Zwolsman einen 13. Platz belegt hat. (Ich hätte schwören können, dass Frentzen zusammen mit Schumacher und Wendlinger abwechselnd bei Sauber auch in Le Mans gefahren ist, aber das stimmt wohl nicht).

NASCAR – News
– Die Saison entwickelt sich für die NASCAR in Sachen TV-Quoten ganz angenehm. Nach den Verlusten in den letzten Jahren konnte man sich wieder fangen und sogar bei einigen Rennen leichte Gewinne verzeichnen. Auch das Rennen in Talladega erreichte im Overnight-Rating ein Plus von 0.2 Punkten. Das macht ein paar Hunderttausend Zuschauer aus und das final Rating dürfte sogar noch etwas besser sein. Vermutlich ist der “Junior” Faktor, gepaart mit den den schlechten Ergebnissen der Seriensieger Gordon und Johnson. Im Moment weiß man ja nie, wer beim nächsten Rennen gewinnen wird. Damit hat die NASCAR ihren Status als zweitgrößte Sportart der USA gefestigt. Dahinter liegen Baseball, die NBA, Golf und die NHL. Ganz vorne steht logischerweise die NFL nebst der College Football-Ligen.

– DEI Inc. hat die Option auf Martin Truex jr. gezogen. Er wird auch 2009 für DEI unterwegs sein.

– Joe Gibbs Racing hat zumindest für den Moment eine Teilinhaberschaft von Tony Stewart im Team ausgeschlossen. Damit ist diese Variante schon mal vom Tisch. Es gab Gerüchte, dass JGR seinem langjährigen Fahrer einen Deal anbieten wird, wie Hendrick das bei Gordon gemacht hat, um diesen auf Lebenszeit an seinen Rennstall zu binden. Gordon gehört 50% des Teams von Jimmie Johnson.

– In den USA diskutiert man die Entscheidung der NASCAR in der letzten Runde eine Caution wegen des Unfalls in Turn 2 zu werfen, sehr kontrovers. Das habe das beste Rennen in Talladega seit langem leider seinem Sahnehäubchen beraubt, sagen die Kritiker. Man hätte ja durchaus bis zur Zielinie fahren können, um dann die Wagen abzubremsen. Halte ich für Quatsch, auch wenn ich selber gerne das Finish gesehen hätte. Der Unfall war nicht ohne, denn es waren immerhin zehn Wagen darin verwickelt. Bei so einem “Big One” kann man unmöglich in fünf Sekunden abschätzen, ob nicht doch was ernsteres passiert ist. Was wäre gewesen, wenn sich einer der Fahrer etwas getan hätte? Dann hätte in der Presse gestanden, dass der NASCAR ein gutes Finish wichtiger ist, als die Versorgung eines Piloten. Denn die Sicherheitsleute dürfen erst auf die Strecke, wenn die Caution ausgerufen ist. Ich bin mir sicher: wäre der Unfall in Turn 3 passiert, die NASCAR hätte die Caution nicht ausgerufen. So hat sie das ja auch schon 2006 in Daytona gemacht, als Clint Bowyer auf dem Dach über die Ziellinie rutschte. Die Entscheidung war richtig, insbesondere nach dem Unfall von Dario Franchitti am Samstag.

Und sonst?
Laut den Kollegen von MS-total, die sich wiederum auf eine polnische Seite berufen, soll Citroën zumindest über einen Einstieg in die DTM nachdenken. Naja, nach der Lexus Hysterie aus dem letzten Winter sollte man wohl vorsichtig sein. Außerdem macht die DTM vom Motorenkonzept her für die Franzosen überhaupt keinen Sinn, weil man keinen V8 im Regal hat.

Neue Spielerei am Ende der Postings: Man kann jetzt die Einträge direkt bei einem social bookmark Netzwerk verlinken, so dass man sie anderen mitteilen kann, bzw. selber schneller wiederfinden kann.

30.04.2008

Aufz. 11:50 Uhr Formel Eins Spanien Premiere
Aufz. 13:50 Uhr NASCAR SC Talladega Premiere
Aufz. 17:00 Uhr IRL Kansas Premiere
Aufz. 19:00 Uhr GP2 Spanien Premiere
Aufz. 19:15 Uhr French GT Ledenon MotorsTV
Aufz. 21:00 Uhr Porsche Supercup Spanien Premiere
Aufz. 22:00 Uhr Formel Eins Spanien DSF