Der Schwung der letzten Jahre war in der Saison 2019 lange weg. Kam aber zum Ende des Jahres wieder.
Nur Platz 7 in der Team-WM. Das ist für Racing Point schon fast ungewöhnlich, wenn man die Ergebnisse der Vorjahre nimmt. Das ist aber nur eine Sichtweise. Immerhin gelang es dem Team in 14 von 21 Rennen in die Punkte zu kommen. Das ist Angesicht der Konkurrenz gar nicht mal ein so schlechtes Ergebnis. Am Ende fehlten Racing Point auch nur 18 Punkte auf Renault, was die Saison schon in einem anderen, etwas besseren Licht erscheinen läßt. Und zeigt, wie eng es im vorderen Mittelfeld zu geht.
Das größte Problem stellte die Qualifikation für das Team dar. Es gelang Perez selten Q3 zu erreichen, Stroll schaffte es fast nie in Q2. Die daraus resultierenden schlechten Startpositionen im sehr gleichwertigen Mittelfeld machten es dem Team dann schwer weiter vorne zu landen. Sergio Perez legte in den Rennen dann einige sehr beeindruckende Stints hin, die ihn dann oft genug in die Punkte brachten. Aber die Grundschwäche des Chassis, der Speed auf einer Runde, blieb bis zum Schluss des Jahres erhalten.
Die Gründe dafür benannte das Team auch. Das finanzielle Chaos im letzten Jahr und die Übernahme durch Lawrence Stroll in der letzten Sekunde sorgten dafür, dass man mit der Entwicklung des 2019er Chassis erst sehr spät starten konnte. Dazu kamen die Umbesetzungen im Management, die ebenfalls erst einmal ausgebügelt werden musste. Stroll hat aber den Hauptsponsor BWT halten können und er baut gerade eine neue Fabrik. Die Aussichten sind also nicht so schlecht.
Das Beispiel Racing Point zeigt aber auch, wie schnell man vom „best of the Rest“ ins Nirvana des Mittelfelds absteigen kann. Da mit Renault und McLaren zwei Team im Mittelfeld unterwegs sind, die noch einmal mehr Geld ausgeben können, ist die Ausgangslage schwierig. Die Zeiten, in denen man, wie Force India, mit einem kleinen Team und guten Ideen die „Großen“ ärgern kann, sind vorbei.
Teams wie Haas oder Racing Point, also privat geführte Teams ohne einen großen Hersteller, der zusätzlich Geld reinbuttert, zeigen die Absurdität der Formel Eins. Man kann verstehen, dass Menschen wie Gene Haas ein bisschen verzweifelt sind, dass man die Abstände nach vorne nicht zufahren kann. Lawrence Stroll geht das ähnlich, aber er scheint da im Moment weniger frustriert zu sein, als sein US-Kollege.
Das mag auch daran liegen, dass Racing Point in der Saison gezeigt hat, dass man einen Rückstand aufholen kann. Es war schon immer ein Markenzeichen des Teams, dass man Schwierigkeiten überwinden konnte und die Weiterentwicklung es Teams nur sehr selten stockte. Die zweite Saisonhälfte zeigte dann, wie stark das Team reagierte. Von den 73 Punkten stammten 42 aus der Zeit nach der Sommerpause. Das verspricht einiges für die kommende Saison.
Bei den Fahrern gab es viel Licht und Schatten. Perez bewies mehrfach, dass er bei Racing Point unersetzlich ist. Er holte alleine 52 Punkte. Sein letztes Rennen in Abu Dhabi war allein Beweis genug, wie gut der Mexikaner ist. Ohne ihn wäre Racing Point schlecht dran.
Lance Stroll blieb auch in diesem Jahr weit hinter Perez. Zwar darf man nicht vergessen, dass Stroll auch erst 20 Jahre alt ist, aber ein Überflieger ist er sicher nicht. Vor allem in der Qualifikation ist er schwach, was ihm dann das Rennen versaut. Die Rennpace ist aber sichtbar besser geworden und in einigen Rennen gefiel er mir sogar richtig gut. Er verkauft sich nicht zu schlecht, seine Fehlerquote ist besser geworden. Aber wenn man ehrlich ist, sollte er nach zwei Jahren näher an Perez dran sein.
Team:
7 von 10
Sergio Perez: 8 von 10
Lance Stroll: 5 von 10



1 Kommentare
Aber das war doch erst Strolls erste Saison bei Racing Point :-)
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