Da hätte man mehr erwartet. Alfa/Sauber blieb am Ende etwas unter den Erwartungen.
Am Ende war man bei Sauber gar nicht so unzufrieden. Ein vierter Platz (Räikkönen, Brasilien) und mehr Punkte als im letzten Jahr. Aber dennoch wurde ich während der Saison das Gefühl nicht los, das mehr drin gewesen wäre. Man darf nicht vergessen, dass 22 der 57 Punkte in der Team-WM aus dem chaotischen Rennen in Brasilien stammen. Zieht man die ab, sieht die Sache wirklich nicht mehr so rosig aus. Der Abstand zu den Punkten war meist enorm, die Performance des Teams schwankte von Strecke zu Strecke ebenfalls.
Das Chassis war offenbar grundsätzlich in Ordnung, allerdings fehlten große Update-Runden. Was auch Kimi Räikkönen im Sommer mehrfach bemängelte. Natürlich ist es für Alfa/Sauber schwer die Entwicklungsgeschwindigkeit von McLaren oder Renault zu kontern. Aber mit Toro Rosso oder Racing Point sollte man schon mithalten können. Zumal die Verzahnung mit Ferrari bekanntermaßen eng ist. Auf der anderen Seite lag man vor dem anderen Ferrari Kundenteam Haas. Es ist also nicht alles schlecht.
Das Team befindet sich auch weiter im Umbau. Nach den Krisen der letzten Jahre hat man erst in diesem Jahr wieder so etwas wie Stabilität gefunden. Frédéric Vasseur ist es auf jeden Fall gelungen Ruhe und mehr Professionalität zu Alfa/Sauber zu bringen. Das sollte sich dann auch in der nächsten Saison auszahlen. Da die Regeln stabil bleiben, kann man dann auf den Ergebnissen des Jahres 2019 aufbauen.
In der Entwicklung für das Jahr 2020 dürfte auch der Grund zu finden sein, warum Alfa/Sauber in der zweiten Saisonhälfte eher unterdurchschnittlich unterwegs war. Es fehlten die Updates, was verständlich ist. Die Einnahmen des Teams sind zwar sicher, aber nicht üppig. Da muss man Kompromisse machen, zumal die Saison in der WM eh gelaufen war. Dass man aber mit Toro Rosso nicht mithalten konnte, war schon etwas erstaunlich.
An Kimi Räikkönen lag es sicher nicht. Auch wenn er, das kennt man ja von ihm, ein paar lustlose Rennen hatte, waren seine Leistungen wirklich gut. Wer gedacht hatte, dass der Finne nach dem Abgang bei Ferrari nur noch so seine Runden drehen würde, sah sich getäuscht. Offenbar hat er weiterhin viel Lust auf die Formel Eins.
Antonio Giovinazzi tat sich dagegen etwas schwerer. Das betraf vor allem die erste Hälfte der Saison, in der er dem Finnen kaum das Wasser reichen konnte. Im Herbst besserten sich seine Leistungen aber erheblich. Meist war er bis auf wenige Tausendstel an Räikkönen dran und auch seine Rennpace war teilweise sehr gut. Insgesamt kam er aber nur viermal in die Punkte (Räikkönen gelang das bei neun Rennen). Das ist dann doch etwas zu wenig und muss sich 2020 deutlich ändern.
Team:
4 von 10
Kimi Räikkönen: 7 von 10
Antonio Giovinazzi: 5 von 10

