Pato O’Ward gewann am Wochenende sein erstes Rennen in dieser Saison. Er setzte sich dabei gegen seinen Teamkollegen Christian Lundgaard durch.
Christian Lundgaard wurde in der Qualifikation, die wegen eines Gewitters auf den Samstagabend verschoben werden musste, seiner Favoritenstellung gerecht und holte die Pole-Position vor seinem Teamkollegen Pato O’Ward. Mit Will Power und David Malukas in der zweiten Startreihe hatte man vor dem Wochenende durchaus gerechnet. Umso überraschender war die Besetzung der dritten Startreihe mit Christian Rasmussen für ECR und Rinus VeeKay für Juncos Hollinger Racing. Alex Palou ging von Startplatz 8 direkt vor Josef Newgarden ins Rennen. Scott Dixon, Scott McLaughlin und Marcus Armstrong starteten derweil von den hinteren Startplätzen 22 bis 24.
Auch für das Rennen am Sonntagnachmittag waren Regenschauer vorhergesagt. Zusätzlich war es sehr warm mit entsprechend hoher Luftfeuchtigkeit. Das Rennen war entsprechend anspruchsvoll für die Fahrer. Christian Rasmussen hatte zu Rennbeginn Probleme, seine Prime-Reifen zum Arbeiten zu bringen. Die Fahrer hinter ihm waren auf Option-Reifen gestartet, sodass er schnell auf Platz 9 zurückfiel. Nach zehn Runden hatten sich Christian Lundgaard, Pato O’Ward und David Malukas, die alle mit Prime-Reifen fuhren, mit mehr als drei Sekunden von Rinus VeeKay auf Platz vier abgesetzt. Ab Runde 8 kamen die ersten Fahrer, darunter Scott Dixon, zu ihren ersten Stopps an die Box. Das bedeutete eine aggressive Drei-Stopp-Strategie. Rinus VeeKay war der erste Fahrer der Spitzengruppe, der in Runde 10 an die Box ging.
Während die Top 3 auf den Prime-Reifen noch sehr schnell unterwegs waren, bekamen die Fahrer auf den Option-Reifen zunehmend Probleme. Das galt jedoch nicht für Alex Palou, der sich mit seinen Option-Reifen in Runde 13 auf Platz 4 vorfuhr. Nach seinem Stopp in Runde 15 kam er knapp vor Kyle Kirkwood wieder auf die Strecke. Dieser hatte jedoch den Vorteil der warmen Reifen und zog vor Kurve 4 vorbei. In Runde 25 kam David Malukas als erster Fahrer der Spitzengruppe mit Prime-Reifen an die Box. Damit kam er wieder vor Rinus VeeKay auf die Strecke. Damit wurden auch die beiden McLaren unter Druck gesetzt. In den nächsten beiden Runden kamen auch sie an die Box. Nach den ersten Stopps führte weiterhin Christian Lundgaard mit 1,5 Sekunden Vorsprung vor Pato O’Ward und 5 Sekunden vor David Malukas. Rinus VeeKay auf Platz vier hatte bereits mehr als zehn Sekunden Rückstand. Dahinter folgten Kyle Kirkwood, Christian Rasmussen, Alex Palou und Will Power. Der längere erste Stint auf Option-Reifen hatte Palou und Power Plätze gekostet.
Die Situation änderte sich erst in Runde 40. Christian Lundgaard hing hinter Alexander Rossi fest und konnte ihn nicht überrunden. Pato O’Ward schloss die kleine Lücke und quetschte sich in der 42. Runde vorbei, um die Führung zu übernehmen. Im Anschluss beklagte sich Christian Lundgaard über ein schlechteres Fahrverhalten. Das Team hatte weder den Luftdruck noch die Aerodynamik verändert. Aber die Sonne war herausgekommen und entsprechend hatte sich die Streckentemperatur erhöht. Eventuell lag es aber auch nur an einem schlechten Satz Prime-Reifen. Auch David Malukas kam den beiden McLaren deutlich näher. In Runde 48 erlöste das Team Christian Lundgaard endlich und er kam an die Box. Eine Runde später folgten Pato O’Ward und David Malukas. Alle drei setzten nun auf Option-Reifen. Malukas verlor bei dem Stopp etwa sechs Sekunden, da sich der Tankschlauch beim Absetzen verkantete. Dadurch fiel er hinter Rinus VeeKay und Kyle Kirkwood zurück.
Die beiden führenden McLaren hatten in diesem Stint mit zwei Problemen zu kämpfen. Zum einen gelang es ihnen nicht, Dennis Hauger zu überholen. Zum anderen hatten auch sie nun die Option-Reifen und damit nicht mehr die Geschwindigkeit der ersten beiden Stints. In Runde 60 hatte Rinus VeeKay seinen Rückstand auf eine halbe Sekunde reduziert und übte Druck auf Christian Lundgaard aus. Auch Kyle Kirkwood kam näher, während David Malukas seinen Abstand bei neun Sekunden konservierte. Dahinter hielt sich Christian Rasmussen vor Alex Palou und Will Power.
In Runde 62 gelang es Pato O’Ward schließlich, an Dennis Hauger vorbeizukommen. Christian Lundgaard, Rinus VeeKay und Kyle Kirkwood hingegen kamen an die Box. Dabei schob sich Kirkwood an VeeKay vorbei. Zwei Runden später absolvierte auch Pato O’Ward seinen finalen Stopp. Mit beruhigenden vier Sekunden Vorsprung auf Lundgaard kam er wieder auf die Strecke. Das waren beeindruckende Runden auf gebrauchten Option-Reifen und ein perfekter Stopp des Teams. Mit Prime-Reifen war Christian Lundgaard wieder der leicht schnellere Fahrer. Bis Runde 85 hatte er seinen Rückstand halbiert. Die Schritte seiner Aufholjagd waren jedoch nur sehr klein. In Runde 80 betrug der Rückstand immer noch 1,5 Sekunden. Nun fuhr Mick Schumacher aber direkt vor Pato O’Ward. Trotzdem gelang es Lundgaard nicht, den Rückstand unter eine Sekunde zu drücken. So fuhr Pato O’Ward seinen ersten Saisonsieg ein. Platz drei ging an Kyle Kirkwood. Rinus VeeKay stellte mit Platz 4 sein bestes Saisonergebnis ein.
Nach seinem ersten guten Stint hing Alex Palou lange hinter Christian Rasmussen fest. Sie fuhren auf den Plätzen 6 und 7, ohne mit ihren Rundenzeiten zu glänzen. In Runde 66 kam er schließlich zu seinem finalen Stopp an die Box. Über In-Lap und Stopp kam Palou an David Malukas und Christian Rasmussen vorbei. Ohne einen Wagen direkt vor der Nase war er dann auch richtig schnell. In Runde 71 fuhr er seine persönlich schnellste Runde. Der Abstand zu den Top 4 war zu groß, aber Platz 5 brachte trotzdem eine ordentliche Punkteausbeute. Christian Rasmussen verlor im Kampf mit Will Power auch noch Platz 6. Aufgrund der Probleme beim Stopp blieb David Malukas nur Platz 8 vor seinem Teamkollegen Josef Newgarden. Dieser leidet immer noch unter den Folgen seines Unfalls beim Indy 500 und benötigt weiterhin Gehhilfen, weshalb Platz 9 durchaus ein Erfolg ist. Mit 122,178 mph fuhr Josef Newgarden die schnellste Rennrunde.
Nolan Siegel komplettierte die Top 10. Damit war McLaren das einzige Team mit drei Wagen in den Top 10. Graham Rahal konnte mit Platz 12 seiner Favoritenrolle nicht gerecht werden. Enttäuschend war auch das Abschneiden der Meyer-Shank-Piloten Felix Rosenqvist und Marcus Armstrong, der seinen Vertrag um mehrere Jahre verlängert hat. Sie belegten die Plätze 13 und 14, konnten aber immerhin Scott McLaughlin (Platz 16) und Scott Dixon (Platz 17) schlagen. Ohne eine Caution hatten sie natürlich große Probleme, Plätze von ihren Startpositionen am Ende des Feldes gutzumachen.
Das gesamte Ergebnis kann auf der Homepage der IndyCar Series (PDF) nachgelesen werden.
In der Meisterschaft führt Alex Palou (404 Punkte) nun mit 56 Punkten Vorsprung vor Kyle Kirkwood (348 Punkte). Christian Lundgaard (339 Punkte) verbesserte sich auf Platz drei vor David Malukas (338 Punkte). Es folgen Pato O’Ward (310 Punkte) und Josef Newgarden (270 Punkte).Als nächster Event im Kalender der IndyCar-Series steht der Borchetta Bourbon Music City Grand Prix am 19. Juli auf dem Nashville Superspeedway an.













