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GT3-Report: Saisonvorschau GT World Challenge Europe

von Nils Otterbein
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Nachdem nun einige Rennserien bereits aus der Winterpause zurück sind, geht nun auch für uns im Blog die Betrachtung des GT3-Sports in die neue Saison. In den letzten Jahren haben wir dezidiert auf die GT World Challenge sowie das ADAC GT Masters geschaut. Ab sofort möchten wir etwas „neues, altes“ starten. Mit dem „GT3-Report“ werden wir ab sofort eine Reihe zurückbringen, die es zuletzt 2018 im Blog gegeben hat. Von der Betrachtung der einzelnen Rennserien werden wir ab sofort aus zeitlichen Gründen Abstand nehmen, mit dem Vorteil, dass wir auf mehr Rennserien in einer kürzeren Form eingehen werden. Ein wichtiger Teil der Reports wird selbstverständlich weiterhin die GTWC sein. Darüber hinaus werden wir intensiv auf die ADAC-Plattform mit der DTM und dem ADAC GT Masters schauen. Aber auch die NLS und das 24 Stunden Rennen am Nürburgring mit der in diesem Jahr sehr starken SP9-Klasse werden eine Rolle spielen. Selbstverständlich werden die Rennen deswegen nicht mehr in aller Ausführlichkeit, sondern kurz und knapp mit den relevantesten Dingen zusammengefasst.

Außerdem bietet uns der Report die Möglichkeit, immer wieder auf „Kurzthemen“ und „Kurzmeldung“ aus der GT-Szene einzugehen, die sonst kein Platz gefunden hätten. Dies hat zur Folge, dass der Blog alle paar Wochen erscheinen wird, wenn eine relevante Anzahl an GT3-Rennen stattfand. Deswegen werden manche Rennen erst zwei bis drei Wochen später Erwähnung finden. Das Motto soll also sein: „Kürzer, knackiger und gleichzeitig ausführlicher.“ Feedback ist von der Leserschaft ist selbstverständlich erwünscht!

Wie schon der Titel andeutet, soll es in diesem Artikel ausnahmsweise nur um eine Rennserie gehen, nämlich um die Saisonvorschau für die GT World Challenge Europe, die dieses Wochenende erneut in Le Castellet mit dem 6 Stunden Rennen beginnt. Weiterhin besteht die Rennserie aus fünf Endurance- und fünf Sprint-Wochenenden, was erneut 15 Rennen in der Gesamtheit bedeutet. Für die ersten vier Stationen gibt es in der Endurance-Saison mit Le Castellet (6h), Monza (3h), Spa (24h), Nürburgring (3h) keine Veränderungen. Für das Finale kehrt die Rennserie nach Portimao zurück, wo die SRO zuletzt in der Anfangszeit der Blancpain Series eine Veranstaltung ausgetragen hat. Dies hat zur Folge, dass es auch im Sprint Cup eine Veränderung des Saisonfinals gibt. Nach Brands Hatch, Misano, Magny-Course und Zandvoort wechselt das Finale dieses Jahr von Valencia nach Barcelona, wo nach 2024 erneut das Finale der Sprintrennen stattfindet. Eine ausführliche Vorschau zum Sprint Cup haben wir dieses Jahr nicht geplant und wird in einem der Reports kurz angerissen, da die meisten Teams mit leicht veränderten Fahrerkadern in beiden Teilchampionaten antreten. In dieser Vorschau soll es rein um den Endurance Cup gehen.

Porsche

Nachdem Rutronik Racing als amtierendes Meisterteam weiterhin einen Porsche im Bronze Cup einsetzt, aber mit dem Pro-Fahrzeug auf einen Lamborghini setzt, gab es mit Boutsen VDS einen überraschenden Zuwachs, die in den letzten Jahren erst mit Audi und anschließend mit Mercedes unterwegs waren. Mit Alessio Picariello ist neben Dorian Boccolacci und Morris Schuring ein Meister des Vorjahres im weiterentwickelten Porsche am Start. Das weitere Pro-Fahrzeug wird neuerdings nicht mehr von Schumacher CLRT eingesetzt, die gar nicht mehr in der Entry List auftauchen, sondern von Lionspeed GP, die mit Bastian Buus, Ricardo Feller und Thomas Preining ein sehr starkes Team an den Start bringen.

Neben Boutsen VDS tritt auch Ziggo Sport im Bronze Cup als neues Porsche-Team an, die nach Ferrari, Mercedes und McLaren bald gefühlt das ganze GT3-Sortiment im Einsatz hatten, kommt Razoon more than racing aus Österreich, die nach einem guten Debütjahr mit Rennsiegen im ADAC GT Masters ihre erste Saison in der World Challenge im Silver-Cup starten. Die weiteren Teams sind die üblichen Verdächtigen mit Dinamic GT, Pure Rxcing und Herberth Motorsport.

Mercedes

In diesen Wochen die wichtigste Nachricht überhaupt: Nein, Max Verstappen wird die 24 Stunden von Spa nicht bestreiten, da parallel die F1 in Spielberg fahren wird. Dennoch hält es ihn nicht davon ab, nach dem Debütjahr mit eigenem Team nun auch in der GT World Challenge mit einem Mercedes AMG zu fahren. Der Einsatz findet nicht wie in der NLS mit Unterstützung von Winward statt, sondern unter „Verstappen Racing“ mit dem Einsatz von „2Seas Motorsport.“ Mit Daniel Juncadella und Jules Gounon sind beide Teamkollegen des Nürburgring-Einsatzes von Verstappen neben seinem Simracing-Kollegen Chris Lulham genannt, der letztes Jahr zweifelsohne zu den Entdeckungen der GT World Challenge zählte. Ein weiterer AMG wird vom gleichen Team ohne Verstappen-Nennung im Bronze Cup eingesetzt.

Die weiteren Pro-Fahrzeuge kommen von Getspeed mit Schiller/Martin/Götz, die stolze vier Autos in den unterschiedlichen Klassen einsetzen, sowie Winward, die letztes Jahr dramatisch mit einem Punkt gegen Rutronik am Titel gescheitert sind. Statt Matteo Cairoli, der wohl dieses Jahr als Freelancer ohne Hersteller-Vertrag unterwegs ist und einen Emil Frey Ferrari in der DTM fahren wird, ist neben Engel und Auer Luca Stolz genannt. Damit kommt es zum Wiederaufleben des Teams Engel/Stolz, die in den letzten zehn Jahren viele Erfolge in der World Challenge hatten. Die weiteren Einsätze kommen von 75Express, die dieses Jahr erstmals ein Nordschleifen-Programm unternehmen, und einen überraschenden Einsatz von Haupt Racing, die sich sonst komplett auf die Ford-Einsätze konzentrieren.

BMW

Nachdem BMW in diesem Jahr viele Schlagzeilen mit dem M3 Touring als Kombi-Version und den wiedereingesetzten Z4 am Nürburgring machte, geht man wie gewohnt mit reichlich Werksfahrern in den Endurance Cup. WRT setzt seine obligatorischen drei Autos ein, davon mit Weerts, K. van der Linde und Neuzugang Jordan Pepper sowie mit Hesse, Harper und dem Rückkehrer Valentino Rossi. Rowe setzt neben den arrivierten Jesse Krohn und Raffaele Marciello überraschend auf Jake Dennis, der durch sein Formel-E-Engagement schon länger nicht mehr im Pro Cup am Start war.

Die weiteren BMW-Teams sind wie gewohnt Paradine Competition und Century Motorsport in den weiteren Fahrerkategorien. Neuzugang Tim Tramnitz, der mit mindestens einem Fuß bereits in der Formel 2 war, ist im weiteren WRT mit Jens Klingmann und Ugo de Wilde am Start.

Audi

Trotz mittlerweile fehlendem Werkskaders und fehlender Werksunterstützung sind weiterhin vier Audi am Start, überraschenderweise sogar mit einem Pro-Fahrzeug. Dieses kommt jedoch nicht von Attempto Racing, die auch dieses Jahr drei R8 an den Start bringen, sondern von Eastalent Racing, die sich ähnlich zu den Landleuten von Razoon nun auf die nächsthöhere Ebene wagen. Neben Simon Reicher konnte das Team mit Markus Winkelhock und Christopher Haase zwei Platin Piloten verpflichten. Attempto setzt wie gewohnt ein Auto im Gold Cup mit Alex Aka und Dylan Pereira ein. Das Auto im Bronze Cup wird u.a. von Carrie Schreiner pilotiert, die neben ihrer Botschafter- und Coachingrolle im F1-Gefüge erstmals in der World Challenge am Start ist. Kurzfristig hatte sich auch noch Sainteloc Racing mit u.a. Ezequiel Perez Companc eingetragen, jedoch ohne bisherige Nennung für das gesamte Championat. Jedoch ist ein SRO-Rennen ohne Sainteloc als langjähriger Starter der Rennserie schwer vorstellbar.

Ferrari

Bereits alle Teilnehmer konnten mit dem leicht veränderten Evo-Modell beliefert werden. Bei den Teams findet sich auch hier mit Selected Car Racing aus Dänemark ein Neuling, der mit drei Piloten des gleichen Landes eine Art Nationalmannschaft bildet. Ansonsten sind es in den unteren Fahrerkategorien weiterhin die üblichen Verdächtigen mit Kessel Racing, die zwei Autos einsetzen. Außerdem sind Rinaldi aus der Eifel und JMW aus England als ehemalige Klassensieger der 24 Stunden von Le Mans genannt. Die beiden Pro-Autos kommen wie gewohnt von AF Corse, die darüber hinaus weiterhin ein Auto im Silver Cup an den Start bringen. Die #50 hat überraschenderweise mit Sean Gelael und Lilou Wadoux zwei Silberpiloten neben Arthur Leclerc, während die #51 mit Tommaso Mosca neben Alessio Rovera und Nicklas Nielsen einen Gold Piloten hat. Daher fraglich, ob die Ferrari vor allem in Rennen mit längeren Phasen ohne Safety-Car mit den reinen Platin-Besatzungen mithalten können.

Aston Martin

Mit Ecurie Ecosse Blackthorn kehrt ein Team mit dem Aston Martin im Bronze Cup zurück, was zuletzt zu Zeiten der Blancpain Series international aktiv war. Die Speerspitze bildet wie gewohnt das belgische Team Comtoyou Racing, die vor allem auf der ADAC-Plattform mit einem Programm in der DTM und neuerdings im GT Masters viel vorhaben. Im Pro-Fahrzeug ist mit Drudi/Sörensen/Thiim das identische Trio wie im Jahr des großen Spa-Triumphs am Start, während das Team weiterhin die anderen Fahrerkategorien nicht vernachlässigt. Zumindest für den Saisonstart gibt es noch ein hochinteressantes Fahrzeug. Lance Stroll wird mit Roberto Merhi und dem spanischen Talent Mari Boya in einem weiteren Pro-Fahrzeug von Comtoyou sitzen. Walkenhorst Motorsport setzt weiterhin zwei Fahrzeuge ein. Mit Chaves/Krognes/Day ist jedoch eine Mischung aus Platin, Gold und Silber am Start, was es gegen die reinen Platin-Besatzungen schwierig machen wird – ähnlich wie für die eben genannten Ferrari.

McLaren

Eine wie gewohnt sehr britische Teamaufteilung mit französischer Beteiligung sehen wir erneut bei McLaren. Wie bei fast allen Herstellern gibt es auch hier einen Zuwachs unter den Teams: Mit Greystone GT ist ein weiteres Team erstmals auf der internationalen Bühne am Start, u.a. mit dem ehemaligen GT4-Europe-Meister Josh Rattican im Silver Cup. Dank sehr guter Gold-Fahrzeuge konnten die McLaren immer wieder im Sprint- und Endurance Cup das Gesamtklassement in den letzten Jahren aufmischen. Diese werden erneut von Optimum Motorsport und Garage59 eingesetzt. Das einzige Pro-Fahrzeug wird wie gewohnt von Garage59 mit Marvin Kirchhöfer, Dean Macdonald und Joseph Loake eingesetzt. Darüber hinaus sind RJN und CSA Racing mit zwei McLaren 720S Evo am Start.

Lamborghini

Manchmal hat man beim Studieren der Nennlisten das Gefühl, man hätte was übersehen und schaut nochmal nach. Doch auch mithilfe Strg+F kamen tatsächlich nur zwei Lamborghini auf der Nennliste zum Vorschein. Nach dem abrupten Ende des LMDh-Programms und der sehr späten und schleppenden Auslieferung des neuen Temerario GT3 ist es für die Marke aus dem VAG-Konzern sicherlich ein Übergangsjahr, um nach Möglichkeit wieder mehr Kunden für 2027 zu gewinnen. Dafür gilt das Motto „Qualität statt Quantität“, indem beide Autos im Pro Cup genannt sind. Hochinteressant wird das Debüt für Rutronik Racing als amtierender Meister, die nach Audi und Porsche nun auf die dritte Marke ihrer Teamgeschichte setzen. Mit Patric Niederhauser konnten sie den Lamborghini-Neuzugang direkt im Team behalten und bekommen noch Luca Engstler und Marco Mapelli dazu. GRT Grasser Racing als die amtierenden Sieger der 24 Stunden von Spa haben wie erwartet Mirko Bortolotti und Franck Perera mit Maximilian Paul als weiteren Neuzugang im Werksfahrerkader genannt.

Ford

Wer hätte wohl vor zwei Jahren gedacht, mal genauso viele Ford Mustangs wie Lamborghinis zu sehen, nachdem ja bereits früh klar war, dass Ford kein „Massenhersteller“ im GT3-Sport mit unzähligen Kunden weltweit sein wird? Jedenfalls wird HRT auch dieses Jahr mit DTM/GT Masters/NLS und GTWC auf allen Hochzeiten tanzen, womit sie für ihren großen Fahrerkader reichlich zu fahren haben werden. Da wegen der Überschneidung mit NLS3 die Fahrerwahl für das Pro-Fahrzeug mit der #64 lange unsicher war, ist die Wahl neben Arjun Maini nun auf Fabio Scherer und Thomas Drouet gefallen. Das Aufgebot in der #65 zeigt mit Finn Wiebelhaus das ausgeklügelte Nachwuchskonzept, das sich HRT aufgebaut hat. Mit Maxime Oosten und Eduardo Coseteng konnte das Team aus Drees zwei BMW-Piloten ohne Herstellervertrag aus dem ADAC GT Masters gewinnen.

Corvette

Nach einem erwartet schwierigen Debütjahr, indem die Steller Motorsport Mannschaft aufgrund ausbleibender Sponsorenzahlungen manche Rennen auslassen musste, konnten sie für 2026 wieder ein Programm mit veränderter Besatzung im Gold Cup aufstellen. Neben Dennis Lind als Gold-Fahrer sind Antoine Doquin und Lorenzo Fluxa Cross kurzfristig genannt worden.

Ein kleiner Tipp noch zum Rahmenprogramm für langjährige GT3-Zuschauer: Neben der GT4 European Series, die ein gewohnt großes Starterfeld hat, wird es erstmals eine GT3 Revival Series in Le Castellet, Nürburgring und Barcelona im Rahmenprogramm geben. Da auch der GT3-Sport mittlerweile 20 wird, ist für eine solche Rennserie durchaus ein Markt vorhanden. Für den Saisonstart sind bereits rund 30 Autos genannt, darunter Audi R8 LMS Ultra, Ferrari 430, Ferrari 458, Porsche 997, BMW Z4 und Aston Martin V12.

TV & Streaming

Hier hat es für 2026 keine Veränderungen gegeben. Sky ist weiterhin TV-Partner der Serie und wird ausgewählte Rennen live, den Rest als Zusammenfassung wenige Tage später zeigen. Wie gewohnt setzt die SRO auf YouTube für alle ihre Rennserien und wird spätestens ab den Qualifikationssitzungen alle Sessions zeigen. Die GT World Challenge und GT4 European Series wird es erneut mit deutschem Kommentar geben, der bereits ab Mitte letzten Jahres auch auf Sky aufgeschaltet wurde. Sky wird das Rennen in Le Castellet entgegen den ursprünglichen Programmplanungen komplett live auf Sky Sport F1 aufgrund der Absage des F1 Wochenendes zeigen. https://www.youtube.com/@GTWorld/streams

Bildquelle: gt-world-challenge-europe.com (https://www.gt-world-challenge-europe.com/gallery_meeting?filter_season_id=26&filter_meeting_id=246)

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