Home Formel EinsF1Formel Eins: Analyse GP von Brasilien – Norris gewinnt, Verstappen dominiert

Formel Eins: Analyse GP von Brasilien – Norris gewinnt, Verstappen dominiert

von DonDahlmann
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Lando Norris baut seinen Vorsprung in der WM aus, aber es bleibt spannend. Max Verstappen war aber klar der Mann des Rennens.

Das gesamte Wochenende in São Paulo sah McLaren im Vorteil. Aber das galt nur für Lando Norris, der in allen Sessions vorne lag und sowohl das Sprint- als auch das Hauptrennen gewinnen konnte. Dahinter ging es allerdings bunt zu. Das lag nicht zuletzt an Oscar Piastri. Der war am Wochenende zwar wieder etwas langsamer als sein Teamkollege, lag aber im Sprintrennen gut im Rennen, verabschiedete sich aber mit einem Crash. Der Grund dafür war bizarr.

Lando Norris hatte in Führung den Curb auf der Innenseite von T3 mitgenommen. Dort lag noch Wasser von den Regenfällen am Morgen, und dieses Wasser schwappte dann auf die Strecke. Das erwischte dann Oscar Piastri, der sich in die Reifen drehte, aber später dann auch Gasly und Hülkenberg, während der Rest die Pfütze offenbar umfahren konnte. Am schwersten wog der Ausfall aber für Piastri, der wichtige Punkte auf Norris verlor.

Überraschungen im Qualifying

Die spätere Quali brachte dann am Samstag weitere Überraschungen. Norris sicherte sich in einem engen Q3 die Pole knapp vor dem überraschend starken Kimi Antonelli und Charles Leclerc. Nicht aus Q1 kamen beide Red Bull. Sowohl Tsunoda als auch Max Verstappen scheiterten beide schon in der ersten Quali-Einheit. Verstappen berichtete, dass die Setup-Veränderungen, die man gegenüber Freitag vorgenommen hatte, dem Auto geschadet hätten. Red Bull reagierte dann über Nacht und baute das Auto wieder zurück. Zusätzlich gab es einen neuen Motor für den amtierenden Weltmeister, der somit aus der Box starten musste.

Der Sonntag sah eine trockene Strecke und in Sachen Reifen eine gemischte Startaufstellung. Vor allem die auf der Innenseite startenden Piloten wählten den Soft, der Rest die Medium. Es krachte dann gleich in der ersten Runde, und ein für Ferrari rabenschwarzes Wochenende begann. Die Italiener waren am Wochenende wieder ein gutes Stück weg von der Spitze, auch wenn Leclerc sich in der Quali zeigen konnte.

Für Hamilton lief es miserabel. Schon in der Sprint-Quali schaffte er es nicht in die letzte Runde, revanchierte sich aber mit einem guten Rennen, in dem er die meiste Zeit hinter seinem Markenkollegen lag. Am Samstag scheiterte er erneut in Q2, und zwar deutlich. Sein Rennen startete dann schlecht, als er in der ersten Runde von Carlos Sainz berührt wurde und so weitere Plätze verlor. Eine Runde später verkalkulierte er sich im Windschatten von Colapinto und fuhr sich seinen Frontflügel ab. Der steckte dann eine Runde unter dem Auto und demolierte den Unterboden des Ferrari.

Safety-Car-Phase ändert alles

Parallel landete Bortoletto in den Reifen, was ein Safety Car erforderte. Das hatte Implikationen für den Rennverlauf, denn Verstappen nutzte die Chance, von den harten Reifen auf die Medium zu wechseln. Wäre das Rennen weitergelaufen, hätte er die C2 über einen langen Stint fahren müssen, was seinen Fortschritt im Rennen dann massiv behindert hätte. So saß er dann auf frischen Medium.

Den Restart nutzte Oscar Piastri von P4 für ein spätes Manöver gegen die vor ihm liegenden Antonelli und Leclerc. Die streiteten sich um P2 hinter Norris, und der Australier versuchte innen durchzuschlüpfen. Er bremste so spät, dass seine Vorderreifen kurz blockierten und er etwas über den inneren Curb rutschte.

Was dazu führte, dass er den Hinterreifen von Antonelli berührte, der wiederum dann den außen liegenden Leclerc ins Auto fuhr. Während Antonelli unbeschadet weiterfahren konnte, war bei Leclerc die vordere Aufhängung hin. Piastri brachte die Aktion dann eine 10-Sekunden-Strafe ein – worüber man streiten kann, denn Antonelli machte die Lücke auch zu, obwohl er vorher Piastri gesehen hatte. Für Piastri bedeutete dies aber am Ende, dass er statt auf P2 nur auf P5 landete.

Mercedes stark – Ferrari ohne Punkte

Für Ferrari war das Leid damit aber nicht beendet. Hamilton beklagte ein unfahrbares Auto, und auch zwei kurze Besuche an der Box konnten daran nichts ändern. Der Brite stellte sein Auto dann wenige Runden später ganz ab. Und damit entgingen Ferrari wichtige Punkte im Kampf um P2 in der Team-WM, während Mercedes am Ende mit P2 und P4 das Rennen beendete.

Während Lando Norris vorn zunächst mit beiden Mercedes beschäftigt war, arbeitete sich Max Verstappen sehr schnell durch das Feld nach vorne. Ob es am neuen Motor im Heck lag oder daran, dass man über Nacht ein passendes Setup gefunden hatte – Verstappen dominierte wie in den letzten Jahren und schnitt durchs Feld. Er fand sich schnell in den Top Ten wieder. Red Bull entschied sich dann für eine aggressive Strategie.

Nach dem Stopp in der SC-Phase kam Verstappen dann in Runde 35 und tauschte die Medium gegen neue C3 aus. Der gute erste Stint und der Undercut sorgten dafür, dass der Niederländer in der Spitzengruppe blieb. Der frühe Stopp sorgte dann auch dafür, dass er aufgrund der Stopps der Konkurrenz zeitweise die Führung übernehmen konnte – und das, nachdem er aus der Boxengasse gestartet war.

Den dritten Stopp legte er dann spät in Runde 55 ein. Da er schon in Q1 ausgeschieden war, hatte Red Bull noch genug frische Sätze der Soft zur Verfügung. Damit war Verstappen in einer sehr guten Ausgangsposition. Er kam auf P4 raus und schloss die Lücke zu Russell sehr schnell. Der Brite, an diesem Wochenende nicht ganz so stark wie sonst, hatte wenig Chancen gegen die Soft von Verstappen. Verstappen fuhr dann auch die relativ kleine Lücke zu Antonelli zu, doch gegen Ende des Rennens hatten seine Soft nicht mehr den Grip, und der Italiener konnte seinen zweiten Platz verteidigen.

Überraschungen in den Top Ten

Soweit die Top mit den bekannten Namen. Dahinter findet man aber Fahrer, die man sonst nicht allzu oft in den Top 5 findet. Wobei man bei Olli Bearman schon wieder eine Ausnahme machen muss. Der Brite zeigte am Wochenende auch in Brasilien wieder eine fabelhafte Leistung. Q3 hatte man nicht erwartet, und im Rennen zeigte der Rookie eine sehr gute Fahrt. In permanenten Zweikämpfen verwickelt, setzte sich Bearman im Haas gegen die Konkurrenz für P6 durch. Bei Haas reift da ein Fahrer heran, den Ferrari sicher sehr genau im Auge haben wird.

P7 und P8 gingen an Lawson und Hadjar und damit beide Racing Bull. Interessant war dabei die Strategie von Lawson, der in Runde 19 zu seinem einzigen Stopp an die Box kam und die Medium dann 52 Runden lang auf dem Auto ließ. Zudem setzte er sich am Ende dann noch etwas robust gegen seinen Teamkollegen durch, der in der letzten Runde kurzzeitig vor ihm gelegen hatte. Aber beide Racing Bull hatten ein gutes Wochenende und konnten so auch wichtige Punkte sammeln.

P9 ging an Nico Hülkenberg im Sauber. Der hatte sein Auto schon in der Quali in Q3 gebracht und lieferte danach eine starke Leistung ab. Auf einer seiner Lieblingsstrecken konnte er den Sauber immer in den Punkten halten und schenkte Sauber zwei Punkte. Da wäre durchaus mehr drin gewesen, aber die Ein-Stopp-Strategie von Lawson machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Am Ende trennten ihn von P7 nur 0,6 Sekunden.

Den letzten Punkt sicherte sich sehr überraschend Pierre Gasly im Alpine. Die einzigen Schlagzeilen, die man von den Franzosen am Wochenende bis dahin gesehen hatte, war die Bestätigung von Colapinto für 2026 (zumindest für die ersten Rennen). Gasly startete ebenfalls aus der Q1-Gruppe und wurde seine Soft dann in Runde 17 los. Alpine pokerte dann und holte Gasly in Runde 40 rein. Das war recht früh für die Zwei-Stopp-Strategie, hatte aber den Vorteil, dass der Undercut die Konkurrenz hinter ihn brachte.

Es entwickelte sich dann in den letzten Runden ein DRS-Zug, der von Lawson auf P7 bis zu Alonso auf P14 reichte. Die Autos lagen am Ende innerhalb von drei Sekunden, was zeigt, wie eng es war. Gasly profitierte vom DRS-Zug, da er sich dann so trotz seiner älteren Reifen auf P10 halten konnte. Ein schöner Erfolg für Alpine und Gasly.

Die WM ist noch nicht entschieden, aber spitzt sich wieder auf Norris und Piastri zu. Bei noch drei zu fahrenden Rennen (+1 Sprint in Katar) hat Norris 24 Punkte Vorsprung auf seinen Teamkollegen. Verstappen liegt nun 49 Punkte hinter Norris und benötigt schon ein kleines Wunder, um noch mal eine Chance zu haben. Zurücklehnen kann sich Norris natürlich nicht. So wie seine Form im Moment ist, kann ein Sieg im nächsten Rennen schon eine kleine Vorentscheidung bringen.

Teamwertung und Ausblick

In der Team-WM konnte sich Mercedes etwas absetzen. 398 Punkte hat man gesammelt, Ferrari nach dem desaströsen Wochenende hat 366 Punkte. Red Bull kann 362 Punkte aufweisen. Williams folgt mit 111 Punkten, dahinter liegt RB mit 82 Punkten. P7 und P8 haben RB am Wochenende sehr geholfen, sich vom Rest abzusetzen. Aston Martin hat 72 Punkte, Haas nun 70. Sauber hat 62 Zähler, und das Schlusslicht wird bis zum Ende der Saison Alpine mit nun 22 Punkten bleiben.

Das nächste Rennen ist in 14 Tagen in Las Vegas. Da man dort am Abend fährt (Samstag Ortszeit), startet der Grand Prix mitten in der Nacht zum Sonntag in Europa.

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