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Formel Eins: Vorschau GP von Aserbaidschan 2025

von DonDahlmann
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Die ungewöhnliche Strecke in Baku hat sich in den letzten Jahren immer wieder als Garant für abwechslungsreiche Rennen gezeigt. Nach zwei eher mauen Rennen könnte die F1 mal wieder etwas mehr Spannung benötigen.

Da die WM-Entscheidungen in der F1 in diesem Jahr mehr oder weniger durch sind und es nur noch um die Frage geht, welcher McLaren-Fahrer Max Verstappen beerben darf, wendet man sich gerne mal wieder anderen Dingen zu. Im Hintergrund schwelt weiter die Frage, wie lange die jetzt schon unbeliebten neuen Motoren, die ab 2026 zum Einsatz kommen, eigentlich gefahren werden. FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem macht kein Hehl daraus, dass er gerne wieder 8-Zylindermotoren sehen würde. Versehen mit einem kleinen Hybridsystem und gespeist von E-Fuels soll das die Zukunft sein, gerne schon ab 2029. Die Hersteller sind not amused.

Immerhin hat man gerade eine zweistellige Millionensumme in die Entwicklung der komplexen neuen Motoren gesteckt, da will man nicht gleich nach drei Jahren wieder einen Motor haben. Zudem hat noch niemand die neuen Aggregate im Renneinsatz gesehen. Die Angst, dass die Motoren zu schwach sind, weil ihnen auf langen Geraden der Strom ausgeht, ist bisher reine Theorie. Dass die neuen Motoren aber nur eine geringe Lebensdauer haben werden, scheint im Moment zwar unausweichlich, aber sollten die Motoren doch besser funktionieren als gedacht, wird man sie angesichts der sich verschärfenden Weltwirtschaftslage vermutlich länger durchschleppen.

Generell ist die „Back to the roots“ Kampagne von Sulayem sowieso nur halbherzig. Wenn man schon die Technik vereinfachen und den Fahrer mehr in den Fokus stellen will, dann müsste man konsequenterweise auch noch andere Dinge entfernen. Weg mit der Servolenkung, weg mit den automatischen Getrieben und zurück zur Handschaltung. Wenn sich heutige Fahrer mit Fangio, Clark, Lauda oder Senna vergleichen wollen, sollten sie auch zumindest teilweise die gleiche Technik nutzen.

Lassen wir unrealistische Überlegungen mal beiseite und kommen zum Rennen. Die vermutlich interessante Frage in Baku wird sein, wie gut die Red Bull sein werden. Denen liegt die Strecke bekanntermaßen und die Performance in Monza war ja deutlich. Da in Baku den McLaren erneut die mittel- und sehr schnellen Kurven fehlen, sollte man davon ausgehen, dass die McLaren wieder etwas Probleme haben werden.

Hinzu kommt, dass die Ferrari in Baku ebenfalls meist recht gut unterwegs sind. So schlecht war die Performance in Monza nicht, auch wenn man keine Chance auf den Sieg hatte. Obwohl der Kurs in Baku auch eher „Stopp ’n Go“ ist, die Charakteristik in Aserbaidschan doch eine andere. Es fehlen die schnellen Zwischenpassagen, die Strecke ist insgesamt enger. Das könnte den Ferrari etwas entkommen.

Dahinter sehe ich Mercedes, die weiterhin mit einem für die Spitzengruppe etwas mittelmäßigen Chassis unterwegs sind. Es fehlt ja meist nicht viel auf eine Runde, aber Mercedes war in diesem Jahr auch nicht in der Lage, die fehlende Performance wettzumachen. Für Mercedes spricht allerdings der Sieg in Kanada, auch wenn hier besondere Umstände eine Rolle gespielt haben.

Das enge Mittelfeld dürfte wieder von Williams angeführt werden, wenn die Briten denn das Wochenende vernünftig hinbekommen. Die kleinen Fehler, die dem Team immer wieder unterlaufen, sei es beim Setup, sei es bei der Entscheidung, welche Reifen man wann fährt, sorgen aber dafür, dass die „best of the rest“ Positionierung nicht sicher ist. Aber die schnelle Strecke sollte dem Chassis liegen.

Dahinter ist eng. Aston Martin mit Alonso, RB mit Hadjar und Sauber mit beiden Fahrern – alles Kandidaten für die Punkte. Baku ist bekannt dafür, dass sich im Mittelfeld schnell ein DRS-Zug bildet, der sich nur dann auflöst, wenn man strategisch etwas anderes versucht. Aber sehr viele Varianten in der Strategie gibt es leider auch nicht.

Strategie:
Pirelli bringt C4, C5 und C6 mit. Vergangenes Jahr waren die Mischungen eine Stufe härter, was zu einem Ein-Stopp-Rennen führte. Ich sehe allerdings auch in diesem Jahr keine andere Strategie. Weil die Strecke zur ersten Kurve nicht besonders lang ist, werden einige auch versuchen, die C4 gleich zu Beginn zu nehmen. Baku ist allerdings auch ein Kandidat für ein Safety Car, was die Sache etwas ändern könnte. Je nachdem, welche Reifen man zum Start gewählt hat, kann man einen Stopp bei einem SC im ersten Renndrittel auch auslassen, um so Positionen gutzumachen.

Eine andere Variante ist die C4 zum Start zu nehmen, um damit einen langen Overcut zu fahren. Das hat in diesem Jahr schon mehrfach gut funktioniert. Die kann man dann auch drauflassen, sollte es bis zur Mitte des Rennens ein SC geben. Am Ende hat man mit frischen Medium auch gute Chancen, verlorenen Boden wieder gutzumachen. Das Überholen in Baku ist schwer, da es praktisch nur die ultralange Gerade gibt, aber unmöglich ist es nicht.

Das Wetter könnte aber am Wochenende durchaus eine Rolle spielen. Es ist vor allem für den Samstag Regen angesagt, was die Quali betreffen würde. Sonntag soll es am Nachmittag etwas besser sein, aber da sollte man abwarten, wie sich die Lage am Renntag zeigt.

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