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ADAC GT Masters: Analyse Salzburgring

von Nils Otterbein
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Erstmals in der mittlerweile 19. Saison fuhr das ADAC GT Masters ein Wochenende auf dem Salzburgring, womit nach der Sommerpause nun ein österreichischer Doubleheader ins Haus steht. Wie erwartet wurden die Rennen auf der Oldschool-Strecke von einigen Safety-Car-Phasen geprägt, in denen das letzte Mal in der aktuellen Saison das 80 Minuten Format gefahren wurde.

Mit Neuhofer Motorsport war als Gaststarter ein dritter Porsche am Start. Außerdem hat sich Dörr Motorsport für das Wochenende eingetragen, um weitere Kilometer neben der DTM zu sammeln, womit schon im Vorfeld auf den Sieg eines Gaststarters spekuliert wurde. Dennoch wurden es nach einem Unfall vom Scherer PHX Audi im Training nur 15 Fahrzeuge, die allerdings für diese Art Strecke vollkommen ausreichend waren.

Samstag

Jonathan Cecotto und Finn Wiebelhaus stellten ihre beiden Mustangs in die erste Startreihe vor dem Fach Porsche und dem Dörr McLaren mit Guilherme de Oliveira für das Samstagsrennen.

Rennen 1

Hinter dem ersten HRT Mustang könnte der Dörr McLaren zwei Plätze gewinnen, während sich dahinter der Schubert BMW der Holzem-Zwillinge platzierte. Bereits vor dem ersten Boxenstoppfenster kam es zur ersten Neutralisation, da einer der Poller in der ersten Schikane weggefahren wurde. An diesem Wochenende sollten alle Neutralisationen mit einem physischen Safety-Car gelöst werden, was noch im Samstagsrennen einige auf dem falschen Fuß erwischen sollte. Kurz nach der Safety-Car-Phase begann das erste von zwei Stoppfensters, bei denen der Großteil des Feldes zunächst den langen Stopp mit Reifenwechsel wählte, um sich vor einer Neutralisation nach dem zehnminütigen Fenster abzusichern. Beide FK Performance BMW, zwei der drei HRT Mustang und der Fach Porsche entschieden jedoch zum kurzen Stopp.

Dadurch konnte Alexander Schwarzer wenig überraschend als Pro-Am-Fahrzeug mit ohnehin weniger Standzeit vor Dennis Fetzer im HRT Mustang und den beiden FK Performance BMW in Führung gehen. Durch einen Abflug von Porsche-Gaststarter Felix Neuhofer hatten nun jene Autos einen Vorteil, die den langen Stopp zu Beginn wählten. Eine Unbekannte war natürlich der Reifenverschleiß, insbesondere durch die lange Fahrerlagerkurve, die vor allem in vielen Tourenwagenrennen der letzten Jahrzehnte zu vielen Reifenschäden führte.

In der Folge ging Simon Birch im Razoon more than racing Porsche in Führung, bevor sich die HRT-Mannschaft selbst aus dem Rennen nahm, nachdem Fetzer von Owega umgedreht wurde und dieser eine dreifache Penalty Lap aufgebrummt bekam. Damit stand fest, dass eine Vorentscheidung im Titelkampf in weite Ferne rückte. In der Folge blieben die besten Sechs trotz unterschiedlicher Strategien dicht zusammen. Zwischendurch sammelte auch Julian Hanses Führungskilometer im BMW, allerdings mit dem eben erwähnten strategischen Nachteil. In dieser Phase sah es also nach dem zweiten Saisonsieg für Razoon more than racing aus.

Die Vor- und Nachteile wurden jedoch rund um die zweite Stoppphase ausgeglichen, da Storm Gjerdrum bei seinem GT3-Debüt im Engstler Lamborghini während des Stoppfensters abflog. Die obligatorische SC-Phase wurde im Anschluss an das Zeitfenster drangehängt. Unmittelbar nach dem Stopp konnte De Oliveira im Dörr McLaren die Führung vor Leo Pichler im Porsche übernehmen. Überraschend kam dahinter der Schnitzelalm Mercedes von Moritz Wiskirchen nach einer schwachen Qualifikation nach vorne.

In den nur noch fünf Minuten unter grün verlor Pichler gar noch das Podium gegen Wiskirchen und Holzem im BMW. Dieses Rennen hat gezeigt, wie sensibel das Timing der Stopps auf ungeplante SC-Phasen reagiert, vor allem dann, wenn es nicht wie im Rahmen der DTM eine Full-Course-Yellow mit dem Einfrieren der Abstände gibt.

Dörr Motorsport konnte damit den ersten GT3-Sieg in einer deutschen Rennserie einfahren – was nach zuletzt guten Auftritten von Ben Dörr in der DTM nicht wirklich überraschen konnte. Durch das schwache Abschneiden von Wiebelhaus/Owega mit dem siebten Platz und Zimmermann/Fourie im FK BMW mit der sechsten Position tat sich in der Meisterschaft nichts Relevantes.

Sonntag

Für das zweite Rennen konnten sich die beiden Tabellenführenden die erste Startreihe vor Birch im Porsche und Fittje im Mercedes sichern. Mit fünf Herstellern auf den ersten fünf Plätzen sah es nach dem bislang ausgeglichensten Wochenende der Saison aus, was aufgrund der geringen GT3-Datenlage auf dem Salzburgring etwas überraschend kam.

Rennen 2

Owega übernahm in der Startrunde die Führung, bevor es analog zum Samstag aufgrund eines „volley genommenen“ Pollers in der ersten Schikane zur Safety-Car-Phase kam. Nach der Neutralisation konnte Fourie mit dem enormen Windschatteneffekt erneut die Führung zurückgewinnen. Beide Rennen sorgten für so viele Überholmanöver, wie lange nicht mehr im GT Masters. Selbst das klassische 60er-Format mit einem Stopp hätte einiges an Unterhaltung bereit gehabt.

Wenig überraschend wollten sich heute alle mit einem frühen Reifenwechsel vor einer Safety-Car-Phase zwischen dem ersten und zweiten Stoppfenster absichern – außer die beiden von Grasser eingesetzten Engstler Lamborghinis, die aufgrund ihrer meist hinteren Track Position eine alternative Strategie wählten. Und es kam, wie es kommen musste: Da der Schnitzelalm Mercedes kurz nach dem Fahrerwechsel in einem Zweikampf vom Fach Porsche torpediert wurde, wurden die Abstände erneut egalisiert. Emil Gjerdrum, der von Jonas Karklys übernahm, war damit als Einziger mit Alternativstrategie an der Spitze. Beim Rest sollte jetzt ausschließlich der Speed auf der Strecke entscheiden.

Kurz nach der Wiederfreigabe des Rennens gab es den großen Schreckmoment des Wochenendes, der in eine rote Flagge mündete. Der führende Norweger flog eingangs der Fahrerlagerkurve ab, womit erstmals die teils sehr knappen Auslaufzonen für Autos bis zu 280Kmh Topspeed deutlich wurden. Man muss sich nichts vormachen: Eine schnellere Kategorie wäre am Salzburgring sicherheitstechnisch wohl nicht vertretbar. Da das GT Masters als Hauptprogramm im Racing Weekend stattfand, wurde die restliche Rennzeit in der roten Flagge angehalten.

Damit war klar, dass das letzten Saisonrennen im „Endurance-Format“ mit gleichen Strategien und kurzer Restzeit einen echten Sprintcharakter bekommen sollte. Durch einen früheren Stopp konnte Leyton Fourie im BMW am Dörr McLaren und am HRT Mustang von Finn Wiebelhaus vorbeigehen. Im Grunde war es eine bereinigte Führung, da der Fach Porsche durch seine kürzere Standzeit mit Alexander Schwarzer die Führung erbte, dann aber in den Schlussminuten einige Plätze verlor. Wie üblich bräuchte die Fach Mannschaft ein Rennen mit gleichbleibenden Abständen, um die kürzere Standzeit mit den langsameren Rundenzeiten von Schwarzer als Bronzepilot auszugleichen.

Wenig überraschend konnte daraufhin der FK BMW mit Fourie/Zimmermann vor dem McLaren von De Oliveira/Dörr gewinnen. Salman Owega ging am Ende noch am Schubert BMW der Holzem-Zwillinge vorbei. Ein wichtiger Podestplatz, um Schadensbegrenzung nach einem turbulenten Wochenende zu betreiben! Verlierer des Rennens waren heute Birch/Pichler, die nach zwei größeren Ausritten nur Zehnte wurden – und damit nur noch Außenseiterchancen auf den Titel haben. In der Meisterschaft sind FK Performance und HRT mit ihren Topduos acht Punkte getrennt.

Der Salzburgring war in der sich oft wiederholenden Streckenauswahl innerhalb der ADAC Rennserien wirklich eine willkommene Abwechslung! Nachdem die DTM 2026 erneut die gleichen acht Strecken befahren wird, könnte sich der Salzburgring für 2027 als neuer Kurs für ein höherwertigeres DTM-Wochenende anbieten. Jedoch hat man beim Abflug im zweiten Rennen gesehen: Groß sind die Auslaufzonen nicht und ein Feld mit über 20 Autos wäre nochmal eine andere Hausnummer als 15 im GT Masters.

Bildquelle: media.adac-motorsport.de (https://media.adac-motorsport.de/index.php?ID_dir=2,8,3215,3469)

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