Alex Palou gewann am Sonntag sein achtes Saisonrennen. Damit ist der Weg zur vierten Meisterschaft in fünf Jahren fast frei.
Vor dem Rennen hatte Pato O’Ward noch eine kleine Hoffnung, selbst den Titel zu holen. Die beiden Führenden in der Meisterschaft bildeten auch die erste Startreihe. Für Alex Palou war es die vierte Pole Position des Jahres. Colton Herta ging von Startplatz drei ins Rennen, vor dem Penske-Duo Josef Newgarden und Will Power. David Malukas komplettierte die Fast-6. Kyle Kirkwood und Scott Dixon starteten weit von ihnen entfernt ins Rennen. Sie belegten nur die Startplätze 18 und 19. Den größten Sprung in den 95 Runden sollte jedoch Callum Ilott machen. Er ging von Startplatz 24 ins Rennen.
Nachdem sein Team in Toronto zum Start auf die falschen Reifen gesetzt hatte, entschied man sich, am Sonntag die Option-Reifen zu verwenden, wie es die meisten Teams der Spitzengruppe taten. Die Ausnahmen waren diesmal Colton Herta, David Malukas und Christian Lundgaard, der von Startplatz 7 aus ins Rennen ging. Trotz der Prime-Reifen schnappte sich Herta direkt nach dem Start Platz 2 von Pato O’Ward. Conor Daly und Robert Shwartzman schoben sich in Kurve 3 gegenseitig in den Dreck. Beide konnten aber weiterfahren. Das galt nicht für Kyffin Simpson in Kurve 6: Er fuhr zuerst in das Heck von Rosenqvist und schlug dann hart in die Reifenstapel ein. Rosenqvist verlor eine Runde und musste anschließend noch den Frontflügel in der Box wechseln lassen. Damit gab es wieder eine frühe Caution, die die ersten Teams für den Boxenstopp nutzten. Darunter war jedoch keines der Spitzenteams.
Nach dem Restart war Alex Palou der schnellste Pilot im Feld. Bis zur zehnten Runde hatte er bereits einen Vorsprung von fast fünf Sekunden auf Colton Herta herausgefahren, der sich mit den Prime-Reifen aber vor Pato O’Ward behauptete. David Malukas hatte Probleme mit den Reifen. Er verlor Plätze an Christian Lundgaard und Christian Rasmussen. In Runde 11 wurde das Feld jedoch wieder zusammengeschoben. Jacob Abel hatte seinen Wagen in Kurve 2 mit einem technischen Defekt in den Reifenstapeln versenkt. Diesmal nutzten mehr Teams die Caution für einen Boxenstopp: unter anderem Rinus VeeKay, Nolan Siegel, Scott Dixon, Callum Ilott und Kyle Kirkwood. Das änderte jedoch nichts am Bild an der Spitze. Alex Palou war hier wieder fast eine Sekunde pro Runde schneller als Colton Herta und das restliche Feld.
Ab Runde 22 wurden die ersten planmäßigen Stopps absolviert. Den Anfang machte David Malukas, der mit seinen Prime-Reifen nicht zufrieden war. Es folgten Pato O’Ward und Christian Lundgaard. Mitten in den Stopps schob Kyle Kirkwood Rinus VeeKay in das Kiesbett von Kurve 3, doch statt sofort die Caution auszurufen, ließ man das Rennen unter Grün weiterlaufen, sodass alle Fahrer die Chance hatten, die Box anzusteuern. In die Spitzengruppe hatten sich jetzt aber die Fahrer geschoben, die in der zweiten Caution an der Box waren. So führte nun Nolan Siegel vor Alex Palou. Dahinter fuhren Scott, Kyle Kirkwood und Callum Ilott. Ab Platz 6 folgten Colton Herta und Pato O’Ward. In Runde 37 holte sich Alex Palou die Führung von Nolan Siegel zurück. Mit Scott Dixon hatte Palou zusätzlich noch einen Puffer auf Herta, Lundgaard und O’Ward. So konnte er seinen Vorsprung ausbauen, obwohl er im zweiten Stint die Prime-Reifen nutzte. Kyle Kirkwood gehörte da nicht mehr zur Spitzengruppe, da er für das Vergehen gegen VeeKay eine Stop-and-Go-Strafe absitzen musste.
In der 42. Runde eröffnete McLaren die zweite Runde der Boxenstopps. Dank des Under-Cuts konnte Christian Lundgaard in Kurve 11 an Colton Herta vorbeigehen. Zu Beginn des Stints war er auch leicht schneller als Alex Palou. Der Abstand schrumpfte jedoch nie unter 4,5 Sekunden und stieg ab Runde 55 wieder an. Während Lundgaards Rückstand wuchs, vergrößerte sich auch sein Vorsprung auf Colton Herta sukzessive. Für Pato O’Ward zahlte sich der frühe Stopp hingegen nicht aus. Nach seinem Stopp kam er knapp vor Calum Ilott wieder auf die Strecke und musste sich verteidigen. Das kostete weitere Zeit. Ilott war im Rennen insgesamt sehr schnell, sodass sich O’Ward nicht von ihm absetzen konnte. In Runde 60 hatte O’Ward bereits 25 Sekunden Rückstand auf Palou und 10 Sekunden auf Scott Dixon vor ihm.
In den Runden 68 und 69 kamen Scott Dixon und Callum Ilott für ihren finalen Stopp an die Box. Damit setzten sie die Teams der Spitzengruppe unter Druck, ebenfalls an die Box zu kommen. Eine Caution hätte Dixon sonst wahrscheinlich den Sieg beschert. So kamen auch Christian Lundgaard, Colton Herta und Pato O’Ward schnell an die Box. An der Reihenfolge änderte sich nichts. Nach den Stopps führte Alex Palou mit fast 8 Sekunden Vorsprung vor Christian Lundgaard. Colton Herta fehlten weitere fünf Sekunden. Auch dahinter hatte Scott Dixon einen Rückstand von 4 Sekunden. Ab Pato O’Ward betrug der Rückstand auf Palou bereits eine halbe Minute. Hinter ihm war es mit Callum Ilott und Christian Rasmussen immerhin noch etwas enger. Das Rennen war in dieser Phase nicht sehr spannend.
In der 75. Runde drehte sich Marcus Ericsson jedoch in Kurve 5. Obwohl er gefährlich nah an der Ideallinie und an einer schlecht einsehbaren Stelle stand, zögerte die Rennleitung, die Caution auszurufen. Sie hoffte wohl, dass er das Rennen ohne fremde Hilfe wieder aufnehmen könnte. Dem war jedoch nicht so, sodass wir ab Runde 78 in den Genuss einer späten Gelbphase kamen und ein Sprint über 15 Runden ins Ziel folgte. Im Hinterfeld gab es nach dem Restart noch einige schöne Kämpfe und Positionsverschiebungen. In der Folge drehte sich Santino Ferrucci im Corkscrew. Es gab also noch eine Caution und einen Sprint über acht Runden.
Beim Restart kam Scott Dixon in Kurve 2 etwas weit nach außen, und sofort stieß Pato O’Ward in die Lücke. Vor Callum Ilott konnte er die Tür gerade noch schließen. An der Spitze absolvierte Alex Palou kurz vor Schluss die schnellste Rennrunde und fuhr seinen nächsten Sieg ein. Christian Lundgaard und Colton Herta begleiteten ihn auf das Podium. Pato O’Ward verteidigte Platz vier vor Scott Dixon und Callum Ilott. Platz 5 ist trotzdem ein Topergebnis für Prema Racing. Will Power, Marcus Armstrong, Christian Rasmussen und Scott McLaughlin komplettierten die Top 10, Josef Newgarden verpasste sie nur knapp. Immerhin haben diesmal alle drei Penske-Chevrolet die Zielflagge gesehen.
Das komplette Ergebnis ist auf der Homepage der IndyCar-Serie (pdf) nachzulesen.
In der Meisterschaft führt Alex Palou (590 Punkte) nun mit 121 Punkten vor Pato O’Ward (468 Punkte). In den letzten drei Rennen noch sind maximal 164 Punkte zu vergeben. Theoretisch hat O’Ward also noch alle Chancen. Praktisch ist Palou seit Mai schon Meister.
Die IndyCar-Serie bleibt an der Westküste von Amerika. Der nächste Grand Prix findet jedoch erst am 10. August statt in Portland statt.










