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IndyCar: Vorschau Honda Indy 200 at Mid-Ohio

von Rainer
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Mit dem Rennen in Lexington beginnt die zweite Saisonhälfte der IndyCar-Serie. Die wichtigste Frage einer jeden Motorsportsaison lautet: Wer wird Meister? – ist eigentlich schon beantwortet. Alex Palou hat sechs der ersten neun Rennen gewonnen. Auch wenn Kyle Kirkwood die restlichen drei gewinnen konnte, so hat er 93 Punkte Rückstand auf Palou. Mit dem Sieg auf der Road America hat Palou auch seine Krise von zwei Rennen ohne Top-5-Platzierung in Folge beendet. Um noch etwas Spannung in die Meisterschaft zu bringen, müsste Alex Palou mindestens zwei richtig schlechte Ergebnisse erzielen. Seit Road America 2022, also in drei kompletten Saisons, hatte er vier solche Ergebnisse. Dazu zählen das zweite Rennen auf der Milwaukee Mile im Vorjahr, bei dem er mit einer defekten Batterie lange in der Box stand, sowie Detroit in diesem Jahr, als er unverschuldet aus dem Rennen gecrasht wurde. Alex Palou und sein Team sind so konstant unterwegs, dass selbst ein Ausfall in acht Rennen eher unwahrscheinlich ist. Hätte Andretti Global Kyle Kirkwood beim Indy 500 einen regelkonformen Wagen bereitgestellt, wäre die Meisterschaft etwas spannender. Ohne die Disqualifikation hätte Kirkwood 24 Punkte mehr auf dem Konto.

Der bestplatzierte Chevrolet-Pilot in der Meisterschaft ist Pato O’Ward. Wie die gesamte Chevrolet-Phalanx ist auch er in dieser Saison noch sieglos. Für das nächste Wochenende stehen die Chancen aber nicht schlecht. Immerhin war Pato O’Ward im Vorjahr auf dem Mid-Ohio Sports Car Course siegreich. Betrachtet man jedoch die letzten Rennen von Alex Palou in Lexington, muss man diese Einschätzung relativieren. In den letzten vier Jahren hat Palou die Plätze 3, 2, 1 und 2 eingefahren. Irgendjemand, der gegen Palou wetten will?

Wie wir im ersten Abschnitt gesehen haben, ist Palou allerdings nicht die einzige Speerspitze von Honda. Andretti Global steht mit Kyle Kirkwood immerhin auch bei drei Saisonsiegen. Für Kirkwood war der Mid-Ohio Sports Car Course bisher allerdings nicht die beste Strecke. Immerhin konnte er sich dort aber jedes Jahr steigern: von Platz 26 über Platz 17 bis Platz 8 im Vorjahr. Ein Sieg wäre die logische Fortführung dieser Serie. Colton Herta gewann 2020, ihn darf man also auch nicht vergessen. Die dritte Kraft im Honda-Lager ist Felix Rosenqvist für Meyer Shank Racing. Es geht ein wenig unter, wie gut seine Saison ist. Auf der Road America fuhr er zuletzt mit Platz 2 seine erste Podiumsplatzierung des Jahres ein. Das brachte ihn in der Meisterschaft auf Platz 4 nach vorne. In Lexington fuhr er 2019 seinen ersten zweiten Platz in der IndyCar-Serie ein. Seitdem ging jedoch nicht mehr viel zusammen. Es folgte noch ein sechster Platz und einige Platzierungen außerhalb der Top 20.

A.J. Foyt Racing und speziell Santino Ferrucci bekommen deutlich mehr Aufmerksamkeit. Er ist halt sehr beliebt bei FOX. Wenn man sich anschaut, aus welchen Niederungen das Team in den letzten Jahren kam, ist der Hype schon ein wenig gerechtfertigt. Vier Top-5-Platzierungen in Folge sind eine Ansage. Alex Palou hat in den vier Rennen nur sieben Punkte mehr eingefahren als Ferrucci. Auch David Malukas ist aktuell sehr schnell unterwegs. Einige Fehler verhinderten bessere Platzierungen. Auf der Road America ist er vom letzten Platz nach der ersten Runde wieder auf Platz sieben nach vorne gefahren. Für eine Top-5-Platzierung muss man beide Foyt-Fahrer auf dem Zettel haben.

Ich glaube fest daran, dass Team Penske in diesem Jahr auch noch mindestens einen Sieg einfahren wird. Dabei schaue ich eher auf die nächsten beiden Rennen auf dem Iowa Speedway. In Lexington war das Team in der Vergangenheit sehr erfolgreich. Alle drei Fahrer waren dort schon siegreich. In diesem Jahr sind die Penske-Chevrolets auf Rundstrecken jedoch nur bedingt konkurrenzfähig. Selbst wenn die Wagen gut laufen, werfen Newgarden und Co. gute Platzierungen weg. Zuletzt haben wir das auf der Road America gesehen.

Die Strecke

Der Mid-Ohio Sports Car Course in der Nähe von Lexington ist eigentlich eine wunderschöne Strecke, auf der das Überholen aber sehr schwierig ist. Sie ist 2,258 Meilen (3,634 km) lang und hat 13 Kurven. Nach Start/Ziel führt eine schnelle Linkskurve auf eine lange Gerade. Da durch die schnelle Kurve nur eine Linie führt, erfolgt der Start auf der Gegengeraden. Auf diese geht es durch Kurve 2, eine 180-Grad-Rechtskurve. Diese wurde mehrfach umgebaut, bietet aber immer noch keine gute Überholmöglichkeit. Kurz vor der Startlinie wird die Gegengerade durch eine schnelle Rechtskurve unterbrochen, die aber mit Vollgas durchfahren werden kann. Die folgende Rechtskurve ist die beste Überholmöglichkeit der Strecke. Sie ist auch der Beginn einer Passage von immer schneller werdenden Rechts- und Linkskurven, an deren Ende die Kurve 9 ins „Thunder Valley“ führt. Die schnelle Rechts-Links-Kombination endet im Karussell, einer 180-Grad-Rechtskurve. Die anschließende Linkskurve führt das Feld auf die Zielgerade.

Zeitplan (eastern time, MEZ)

Freitag, 4. Juli

4:35 – 5:55 p.m. (22:35 – 23:55) – NTT IndyCar Series practice #1

Samstag, 5. Juli

10:30 – 11:30 a.m. (16:30 – 17:30) – NTT IndyCar Series practice #2
2:30 p.m. (20:30) – Qualifying for the NTT Data P1 Award (Three rounds of knockout qualifying)

Sonntag, 6. Juli

9:32 – 9:57 a.m. (15:32 – 15:57) – NTT IndyCar Series Warmup
1:00 p.m. (19:00) – Übertragungsbeginn FOX

1:22 p.m. (19:22) – The Honda Indy 200 at Mid-Ohio (90 laps/203,22 miles), FOX, Sky (Live)

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