Home MotorsportGT World Challenge Europe Endurance Cup: Saisonvorschau 2025

GT World Challenge Europe Endurance Cup: Saisonvorschau 2025

von Nils Otterbein
0 Kommentare 18 minutes read

Nach einem späten Saisonende 2024, geht die neue Endurance-Saison bereits am kommenden Wochenende im südfranzösischen Le Castellet los. Erstmals in der Geschichte startet die Saison direkt mit einem 6 Stunden Rennen, der ein gewohnt proppenvolles Starterfeld ins Haus steht.

Wie in den letzten Jahren zeichnen die Saison fünf Endurance Rennen gegenüber fünf Sprint-Wochenenden mit jeweils zwei 60-Minütern. Zum Sprint-Cup ist vor dessen Saisonstart Anfang Mai eine separate Vorschau eingeplant. An der Gesamtfahrzeit im Endurance-Cup hat sich nichts verändert. Nachdem in Le Castellet bereits im März der Vorsaisontest stattfand, ist das 6-Stunden-Format dort zurückgekehrt, nachdem es Ende letzten Jahres den eher ungewöhnlichen Ausflug nach Jeddah gab, dem zumindest dieses Jahr keine Wiederholung folgt. Die anderen Läufe neben den 24 Stunden von Spa gehen wie üblich über die dreistündige Distanz. Vier der fünf Strecken sind identisch geblieben, während Barcelona das Endurance-Rennen als Ersatz für Jeddah zurückbekommen hat und zugegebenermaßen eher in die Struktur der GT World Challenge Europe passt.

Kalender

11.04-13.04: Le Castellet (6 Stunden)
30.05-01.06: Monza (3 Stunden)
25.06-29.06: Spa (24 Stunden)
29.08-31.08: Nürburgring (3 Stunden)
10.10-12.10: Barcelona (3 Stunden)

Das Starterfeld beinhaltet rund 60 Autos mit zehn verschiedenen Marken. Wie bereits 2024 verteilt sich das Feld auf vier unterschiedliche Fahrerkategorien, die selten so homogen wie dieses Jahr besetzt waren. Laut der letzten PDF-Liste verteilt sich das Feld der einzelnen Kategorien auf 17x Pro/8x Gold/17x Silver und 17x Bronze. Zum Vergleich: Letztes Jahr war das Verhältnis beim Saisonstart bei 20/5/9/20. Damit hat insbesondere der Silver-Cup an Relevanz gewonnen, da viele junge Piloten nach ersten Jahren im Formelsport oder ersten Erfahrungen im GT4 genau diesen Status besitzen. Auch 17 Pro-Autos, verteilt auf acht Hersteller können sich in Zeiten der boomenden Langstrecken-WM und IMSA durchaus sehen lassen (kurzfristige Änderungen vorbehalten).

Insgesamt wird es in der Saison vier Überschneidungen mit der IMSA geben, was zu Problemen mit der Verfügbarkeit an Piloten führen wird. Auch der Saisonstart ist bereits durch den IMSA-Lauf in Long Beach betroffen, wodurch weitere Wechsel nach Le Castellet erwartbar sind. Problematisch wird es insbesondere beim Saisonfinale in Barcelona, was sich mit dem Petit Le Mans überschneiden wird, wo bekanntlich alle vorhandenen IMSA-Klassen am Start sind. Hinzu kommen noch Überschneidungen mit zwei Sprint-Wochenenden in Valencia und Magny-Cours, was im Format mit zwei Fahrern nicht allzu sehr ins Gewicht fallen sollte.

Der Umstand, dass die 24 Stunden von Spa der dritte europäische Langstreckenklassiker hintereinander sind (Le Mans: 14./15.06; Nürburgring 21./22.06), sollte nicht zu sehr ins Gewicht fallen, da die großen Hersteller wohl kaum auf die Punkte für die GT World Challenge und die Intercontinental GT Challenge verzichten werden. Der große Verlierer in Sachen GT3-Starterfeld dürften die 24 Stunden vom Nürburgring werden, die obendrein auch noch eine IMSA-Überschneidung mit den 6 Stunden von Watkins Glen zu beklagen haben.

Was gibt es sonst noch Neues? Nach seiner unsanften FIA-Entlassung als F1-Rennleiter ist nun Nils Wittich der neue permanente Rennleiter der GT World Challenge – und dürfte bei diesem Starterfeld allerhand zu tun haben.

Mercedes

Neben 2Seas Motorsport, bei denen es äußerst spannende Veränderungen über den Winter gab, haben die Stuttgarter das Haupt Racing Team an Ford verloren, was sich insbesondere in den deutschen Rennserien bemerkbar machen wird. Auch Madpanda ist nicht auf der Starterliste, die sich im Verlauf der letzten Saison von Mercedes trennten. Aufgrund eines vollen Werkskaders mit 14 Piloten ohne paralleles LMDh-Programm konnten drei Pro-Besatzungen genannt werden.

Getspeed ist auch in diesem Jahr das zahlenmäßig größte Mercedes-Team und wird ein Auto im Pro- und zwei im Silver-Cup einsetzen. Das Pro-Auto ist mit Jules Gounon, der ein Parallelprogramm für Alpine in der WEC absolviert, sowie Fabian Schiller und Luca Stolz unverändert geblieben. Mit dem Trio Colin Caresani/Tanart Sathientirakul und Aaron Walker hat man zudem noch ein starkes Trio für den sehr umkämpften Silver-Cup.

Boutsen VDS geht in die zweite Saison mit Mercedes und wird im Pro-Cup Maxime Martin als neuen Mercedespiloten neben Maximilian Götz und Mikael Grenier einsetzen. Bei BMW wurde er für das dortige LMDh-Programm nicht berücksichtigt, was ihm wohl zum Wechsel bewogen hat. Im Silver-Cup wird u.a. erneut Aurélien Panis am Start sein.

Winward Racing hat direkt den nächsten prominenten Neuzugang im Pro-Cup parat: Matteo Cairoli wird die 48er „Mamba“ mit Maro Engel und Lucas Auer pilotieren. Cairoli hat damit nach dem (zwischenzeitlichen) Lamborghini-Aus in der WEC eine neue Heimat gefunden. Er ersetzt Daniel Morad, der im Vergleich zu den Teamkollegen teils deutlich abfiel. Der AMG im Bronze-Cup ist mit Gabriele Piana und Marvin Dienst sehr stark besetzt.

Neu im Mercedes-Aufgebot ist das Team Nordique Racing. Zu dem Team gibt es unter Google außer Wintersportwerbung nichts zu finden. Interessanter ist vor allem das Einsatzteam in Form von Ring Racing, die in der DTM Trophy und NLS eher für Toyota-Einsätze bekannt waren. Mit dem Routiniers Eduardo Liberati und den beiden Japanern Kazuko Kotaka und Yuichi Nakayama wird man im Gold-Cup antreten. Mit dem Einsatzteam und zwei der drei Piloten würde ich mal die Vermutung anstellen, dass hier ein Programm mit Lexus oder Toyota in Zukunft geplant ist und das Mercedes-Programm nur von kurzer Dauer sein wird.

Aston Martin

Nach dem überraschenden Sieg bei den 24 Stunden von Spa konnte das Siegertrio bis zum Schluss um den Gesamttitel kämpfen. Nun geht der neue Vantage in die zweite Saison und sollte noch ausgereifter sein. Trotz des neuen LMH-Programms in der WEC und IMSA sind erneut zwei Pro-Autos am Start.

Comtoyou Racing ist mit drei Autos gewohnt stark vertreten, auch mit dem neugeschaffenen DTM-Engagement. Das Pro-Auto ist identisch zum Siegerteam der 24 Stunden von Spa mit Mattia Drudi, Marco Sörensen und Nicki Thiim, der erneut den permanenten Umstieg zwischen dem Lamborghini in der DTM und dem Aston Martin in der GTWC erleben wird. Im Silver-Cup kommt DTM-Pilot Nicolas Baert zum Einsatz. Die Nennung des dritten Autos stand bis vor kurzem unter „TBC“. Hier haben sich die Belgier für einen Einsatz im Bronze-Cup entschieden und setzen neben Alexandre Leroy und Antoine Potty erstmals Jessica Hawkins im Internationalen GT3-Sport ein. Jene Jessica Hawkins, die 2023 in Budapest einen F1-Wagen der Marke fuhr und in der F1 Academy startete. Damit ist sie die einzige Fahrerin im Feld, da sich die Iron Dames nun vollends auf die ACO-Serien konzentrieren.

Walkenhorst Motorsport bestreitet im Pro-Cup die Saison erneut mit den beiden Eigengewächsen David Pittard und Christian Krognes aus vergangenen BMW-Tagen, zu denen sich Henrique Chaves gesellt. Beim zweiten Wagen im Silver-Cup ist u.a. Neuzugang Oliver Söderström genannt.

Die interessanteste Änderung findet sich bei 2Seas Motorsport, die als „Verstappen.com Racing“ ihre erste Saison mit dem Aston Martin bestreiten. Umso weniger überraschend, dass man dort den Namen Thierry Vermeulen im Aufgebot sieht, der bislang in den verschiedenen GT3-Serien mit Emil Frey Racing den Ferrari pilotierte. Neben ihm sind der Vizemeister des Porsche Carrera Cups, Harry King und Chris Lulham genannt. Das Auto dürfte im Gold-Cup zu den Prominentesten zählen.

Ferrari

Denkt man an Ferrari in der GT World Challenge, fällt einem wohl schlagartig das „Meme“ vom 296 ein, der in Spa vom Grasser Lamborghini in der Boxeneinfahrt blockiert wurde. Auch wenn insbesondere Alessandro Pier Guidi bis heute Albträume haben dürfte, gab es beim Finale in Saudi-Arabien eine Art Happy End mit dem Endurance-Titel. Mit zwei Autos im Pro-Cup und fünf im Endurance Cup gab es teamseitig keine Veränderungen.

Genauso wenig überraschend werden beide Pro-Autos von AF Corse eingesetzt, die die #50. #51 und #52 tragen. Neu im GT3-Sport ist Arthur Leclerc, der bislang ausschließlich im Monoposto- und LMP2-Bereich eingesetzt wurde. Neben ihm fahren Antonio Fouco und Eliseo Donno die #50, der 2023 die Ferrari Challenge gewann. Die #51 ist mit Pier Guidi/Abril und Rovera deutlich erfahrener. Das Bronze-Auto ist mit den beiden Machiels und Andrea Bertolini unverändert besetzt.

Das Schweizer Team Kessel Racing hat im Bronze-Cup mit Dustin Blattner und Dennis Marschall gleich zwei Piloten genannt, die zuletzt für Rutronik-Racing einen der Porsche fuhren. Auch Rinaldi Racing darf im SRO-Gefüge nicht fehlen und hat mit neben dem ehemaligen Le Mans Teilnehmer Christian Hook und David Perel, Davide Rigon als Platin-Pilot für den Bronze-Cup genannt.

Einen neuen Sponsor hat derweil „Ziggo Sport Tempesta Racing“ gefunden, die man in den letzten Jahren mit Sky-Aufschrift kannte. Bei dem Sponsor handelt es sich um die niederländische TV-Station, die die Rennserie im heimischen Land überträgt. Neben den bewährten Chris Froggatt und Eddie Cheever ist Marco Pulcini genannt, der den Hong-Kong-Chinesen Jonathan Hui ersetzt.

BMW

Die inzwischen sieben M4 Evo machen deutlich, dass BMW mit dem Absatzzahlen der neuen GT3-Variante sehr zufrieden sein dürfte. Dazu kann man auf einen großen Stamm an Werksfahrern zählen, was erneut den Einsatz zweier Werksautos ermöglicht.

Wie üblich bleibt Rowe Racing der internationalen GT3-Szene treu, setzt allerdings nur noch einen BMW in der Pro-Klasse ein – und dies mit einem komplett neuen Trio. Nach dem Abgang von Nick Yelloly Richtung Acura sind auch Marco Wittmann und Phillip Eng nicht mehr in der World Challenge am Start. Aus dem einstigen Schwesterauto steigt nun Augusto Farfus von der #998 in die #98. Zu ihm gesellen sich Raffaele Marciello, der von WRT zu Rowe gewechselt ist, und Jesse Krohn, der bereits vor einigen Jahren für das Team fuhr.

WRT setzt wie gewohnt drei Autos in der Endurance ein, wovon das Pro-Auto mit Charles Weerts und dem Neuzugang Kelvin van der Linde besetzt sein wird, der seinen Bruder in der #32 ersetzt. Überraschend ist hier der 22 Jahre alte Ugo de Wilde als dritter Fahrer benannt worden, der sein erstes Jahr als BMW-Werksfahrer bestreitet. Letztes Jahr fuhr er für Comtoyou u.a. ein Podium im Gold-Cup bei den 24 Stunden von Spa ein. Die #30 wird wie gewohnt im Silver-Cup eingesetzt, während das Team die #777 von AlManar Racing übernommen hat, die 2024 noch mit Mercedes unterwegs waren. Dieser Wagen ist im Bronze-Cup mit Al Faisal al Zubair, Ben Tuck und Jens Klingmann sehr prominent besetzt. Nicht mehr am Start ist die #46 mit einem gewissen Valentino Rossi, der sich hauptsächlich auf die acht WEC-Rennen konzentriert. Ihn wird man auf jeden Fall beim Sprint Cup in Misano, nahe seiner Heimat Tavullia sehen, um dort möglichst seinen Sieg aus dem Vorjahr zu wiederholen.

Dazu bestreitet Century Motorsport sein zweites Jahr in der GTWC und „steigt auf“ vom Bronze- in den Silver-Cup. Das Team ist mit Jarrod Waberski, Will Moore und Mex Jansen ebenfalls komplett neu zusammengestellt.

Neu im BMW-Aufgebot ist das Team Ceccato Racing aus Italien, was in Deutschland recht bekannt wurde, als Timo Glock und Jens Klingmann vor mittlerweile drei Jahren Meister der Italienischen GT3 wurden. Auf dem großen internationalen Bankett war das Team jedoch außer mit einem DTM-Gaststart in Imola vor ein paar Jahren nicht vertreten und setzt drei italienische Piloten im Bronze-Cup ein.

Bekannter ist mittlerweile das Team Paradine Competition, was mit Darren Leung, Sean Gelael und Dan Harper ein sehr starkes Trio im Bronze-Cup einsetzt. Vor allem auf der Sprint-Distanz hatte das Team eine starke letzte Saison. Für Sean Gelael ist es nach der WEC 2024 nun die erste Saison in der GTWC.

Alles in allem darf man bei BMW gespannt sein, wie die neuen Fahrerzusammenstellungen miteinander harmonieren.

Lamborghini

Die erfreulichsten Schlagzeilen hatte Lamborghini sicherlich in der DTM schreiben können, wo man Abt Sportsline als Einsatzteam für den Huracan gewinnen konnte. Ansonsten macht sich die Pausierung oder gar Beendigung des WEC-Programms bemerkbar in Form von manch prominentem Abgang, fahrer- und teamseitig.

Die Trennung von Iron Lynx schlägt sich darin nieder, dass nun wieder Grasser Racing die Speerspitze darstellt. Mirko Bortolotti, Jordan Pepper und Neuverpflichtung Luca Engstler werden in der #63 um Siege kämpfen. Dazu kommt der Einsatz im Silver-Cup mit u.a. dem langjährigen GT4-Piloten Dante Rappange.

Die freigewordenen Kapazitäten werden nun von VSR Racing genutzt, die letztes Jahr lediglich im Sprint-Cup am Start waren. In der #163 wird das italienische Team mit Marco Mapelli, Sandy Mitchell und Franck Perera ein sehr erfahrenes Trio aufstellen – und könnte eine vergleichbare Rolle wie K-Pax-Racing 2023 spielen. Mit dem Trio Michele Beretta, Alessio Deledda und Finlay Hutchinson könnte man auch im Silver-Cup vorne mitfahren.

Im gleichen Cup ist auch Barwell Motorsport vertreten, die letztes Jahr noch zwei Autos eingesetzt haben. Im Gold-Cup wird hingegen Paul Motorsport sein Debüt in der Rennserie bestreiten, nachdem Maximilian Paul bereits 2023 für Oregon Racing in der GT Open auf internationalem Boden um den Titel fuhr. Dieser wird von Marzio Moretti und John Paul Southern unterstützt. Es ist schon erstaunlich, was das Privatteam aus der Nähe von Dresden neben dem Programm in der DTM alles stemmt.

Porsche

Kein Team hat so viele unterschiedliche Kundenteams wie Porsche im Aufgebot. Die acht 911 verteilen sich auf sechs unterschiedliche Teams. Nennenswerte Erfolge hielten sich zuletzt in den europäischen Ratel-Serien, abgesehen von einzelnen Siegen im Sprint-Format, eher in Grenzen.

In die zweite Saison nach der Neustrukturierung geht nun Schumacher CLRT und setzt mit Laurin Heinrich, Ayhancan Güven und Klaus Bachler das nominell stärkste Trio im Pro-Cup ein. Mit Bachler anstatt Boccolacci sollte man dem Team noch mehr zutrauen.

Rutronik Racing setzt wie gewohnt einen Wagen im Pro- und Bronze-Cup ein. Als Ersatz für Julien Andlauer konnte man Alessio Picariello gewinnen, der letztes Jahr im Rahmen der Falken-Auftritte innerhalb der NLS sehr stark auffiel und im Ranking der Porsche-Piloten aufgestiegen ist. Neben ihm sind wie gewohnt Patric Niederhauser und Sven Müller am Start, die sich strecken müssen, um den erwartbaren Speed von Picariello zu zeigen. Der Bronze-Wagen ist nach den Abgängen von Dennis Marschall und Dustin Blattner komplett neu mit Antares Au, Loek Hartog und dem neuen DTM-Piloten Morris Schuring besetzt.

Pure Rxcing ist nach dem WEC-Titel wieder zurück in der World Challenge, da der Manthey-Startplatz in der WM durch die Iron Dames ersetzt wurde. Das hält sie nicht davon ab, neben dem Teamchef Aliaksandr Malykhin, auf Richard Lietz und Thomas Preining zu setzen, der in den letzten Jahren außerhalb der DTM eher selten aktiv war.

Hinzu kommt ein Start von Dinamic GT im Silver-Cup, die nach dem Ende der Partnerschaft mit Huber Racing und dem kurzfristig weggefallenen Einsatz des Ford Mustangs erst wieder an erfolgreichere Zeiten anknüpfen müssen.

Weitere Autos im Bronze-Cup werden noch von Herberth Motorsport und Lionspeed GP eingesetzt. Herberth Motorsport setzt erstmals nach 2023 wieder zwei Autos ein, nachdem man damals noch die Partnerschaft mit Pure Rxcing hatte. Mit Ralf Bohn sowie beiden Renauer-Brüdern hat man ein sehr eingespieltes Trio in der #91 am Start. Die #92 wird im Gold-Cup mit WEC-Weltmeister Joel Sturm eingesetzt, zu dem Tim Heinemann und Rolf Ineichen stoßen. Heinemann fuhr 2024 aufgrund seiner Heraufstufung zum Gold-Piloten praktisch nur für Falken in der NLS, was zeigt, wieso Piloten oft ungerne eine Änderung ihres Status bekommen. Dieses Trio zählt zu den Stärksten innerhalb des Gold-Cups.

Erwähnenswert bei Lionspeed GP im Bronze-Cup: Der Einsatz von Ricardo Feller, dessen Planungen nach der Beendigung des Allied-Programms in der DTM über den Haufen geworfen wurden. Neben dem überraschenden Land-Einsatz mit dem betagten R8 wird er nun für die World Challenge in den Porsche switchen.

McLaren

Mit dem am 10. April angekündigten LMDh-Einstieg ab 2027 dürfte der Kader an Werksfahrern für McLaren eher noch größer werden. Andere Marken haben gezeigt, dass dadurch ein GT3-Programm Synergien entfachen kann. Manche solcher Synergien sieht man eventuell schon diesem Jahr. Der Einsatz von sieben McLaren kann sich schon mal sehen lassen.

Gleich drei Autos setzt Garage59 ein. In den Pro-Cup steigt Benjamin Goethe auf, der mit dem Werksfahrer Marvin Kirchhöfer und Joseph Loake starten wird. Dieses Trio dürfte innerhalb des Pro-Cups nur eine Rolle als Außenseiter spielen, was man vom namenhaften Gold-Trio mit Louis Prette, Dean Macdonald und Adam Smalley nicht behaupten kann. Im Bronze-Cup konnte man für die #188 neben dem Routiniers Miguel Ramos, Thomas Fleming verpflichten, der letztes Jahr noch mit Eliseo Donno einen AF Corse Ferrari steuerte.

Einen weiteren Pro-Wagen setzt CSA Racing ein, die sich von Audi getrennt haben. Viel dürfte das Team mit Teamchef Arthur Rougier, James Kell und Simon Gachet im Pro-Cup aber auch nicht gewinnen. Der zweite McLaren startet im Silver Cup. Möglicherweise ein Team, das aufgrund der größeren Aussichten für Werksfahrer eine längere Zukunft mit McLaren plant.

Neben dem Einsatz von Optimum Motorsport hat McLaren im Gold-Cup auch eine der größeren Überraschungen zu bieten: Das Team RJN kehrt nach einigen Jahren auf die internationale Bühne zurück. Die „Älteren“ werden sich noch an die Anfänge der Blancpain Series erinnern, als RJN den „Nissan Godzilla“ einsetzte. Mit Alex Buncombe hat man einen der damaligen Gewinner der GT Academy am Start, der sich mit Tommy Foster und Reece Barr das Steuer teilt.

Ford

Bereits im Herbst vergangenen Jahres wurde bekannt, dass das Haupt Racing Team (HRT) von Mercedes zu Ford wechselt. Das Team aus dem Gewerbegebiet Drees hat sich über den Winter einige Ford Mustang in den Fuhrpark gestellt und wird in nicht weniger als vier Rennserien angreifen. Neben dem Nordschleifenprogramm sind zwei permanente Mustangs in der DTM, drei im GT Masters und nun auch zwei in der GT World Challenge angekündigt. Allein aufgrund der vielen Kilometer wird im Saisonverlauf eine Verbesserung des Autos zu erwarten sein. Neu sind für das Modell bislang Sprintrennen, nachdem Proton Competition im letzten Jahr ausschließlich auf der Endurance Distanz beteiligt war.

Im Pro-Cup setzt man den ehemaligen AMG-Factory Piloten Arjun Maini ein, der in der DTM durchaus gute Leistungen gezeigt hat. Neben ihm kommen Thomas Drouet in der äußerst streitbare Jan Mardenborough zum Einsatz, der zuletzt durch die Verfilmung seiner Karriere in einem bekannten Kinofilm auf sich aufmerksam machte. Neben Alex Buncombe ist damit der nächste Teilnehmer der damaligen GT Academy in der World Challenge zurück. Im Silver-Cup ist David Schumacher ebenfalls aus den gemeinsamen Mercedeszeiten übernommen worden. Mit dabei ist Finn Wiebelhaus, letztes Jahr Rennsieger für HRT im GT Masters, und Romain Andriolo. Weitere GT3-Kunden von Ford außer HRT und Proton (in der WEC) gibt es in Europa bislang nicht.

Audi

Auch ohne vorhandene Werksfahrer haben sich zwei Teams dazu entschieden, die betagten R8 in ihrem Fuhrpark zu lassen. Die Kundenbetreuung wurde bei Audi für die nächsten Jahren fortgesetzt, was einen Einsatz weiterhin möglich macht. Auch wenn Rennsiege mit den vorhandenen Fahrerpaarungen nicht zu erwarten sind, dürfte der R8 in den einzelnen Fahrerkategorien konkurrenzfähig sein. Sechs Autos sind nach dem Wechsel von CSA-Racing noch im Feld.

Einer dieser altbekannten Kunden ist selbstverständlich Sainteloc Racing, die 2017 die 24 Stunden von Spa gewannen und immer wieder junge Werksfahrer eingesetzt hatten. Nun wird man einen Wagen im Silver- und zwei im Bronzecup einsetzen. Die #25 mit u.a. Gilles Magnus und Paul Evrard könnte im Bronze-Cup vorne mitfahren. Der zweite Wagen in diesem Cup wird von Piloten aus dem Mittleren Osten mit dazugehörigem Sponsor eingesetzt unter der Bezeichnung „QMMF By Sainteloc Racing“. Im Silver-Cup stand das Fahrertrio nicht final zum Redaktionsschluss fest.

Ein ebenso treuer Kunde ist Attempto Racing aus Hannover, die ihre Autos auf den Gold-, Silver-, und Bronze-Cup verteilt haben. Am interessantesten ist die #99 als einstiges Auto aus dem Pro-Cup mit Alex Aka, Ezequiel Perez Companc und Alberto di Folco. Für den Silver-Cup könnte das Trio fast schon zu stark sein, was sie dort zu absoluten Favoriten macht.

Corvette

Außerhalb des WEC-ACO-Kosmos konnte man in den letzten Jahren lange nur vergeblich nach einer Corvette in den höheren GT3-Klassen suchen. Dieses Jahr versucht sich das britische Team Steller Motorsport an dem Einsatz einer Corvette. Die Tatsache, dass zunächst zwei Autos geplant waren und das Trio bis kurz vor Saisonstart noch nicht feststand, macht deutlich, dass das Programm auf Kante genäht ist. Lorcan Hanafin und Matisse Lismont sollen zwei der Piloten sein. Beide verfügen über reichlich GT3- und Prototypen-Erfahrung. Eben eine typische Besatzung für den Silver-Cup. Attempto setzt wiederum einen Audi als Partnerschaft mit Steller Racing ein.

TV und Streaming

Hier bleibt alles unverändert. Sky hält die TV-Rechte in Deutschland und wird die Läufe live oder in Zusammenfassungen zeigen. Das Rennen in Le Castellet wird komplett auf dem Optionskanal Sky Sport7 gezeigt, sonst in der Regel auf Sky Sport F1, wenn es das Programm zulässt. Unverändert bleibt auch, dass die SRO weiterhin alles auf YouTube in verschiedenen Sprachen unter dem Kanal „GT World“ anbietet. Auch dieses Jahr werden alle Sessions in Englisch, Deutsch, Französisch und Italienisch kommentiert. Den deutschen Kommentar liefern erneut Wolfgang Drabiniok und Sebastian Wauer.

Dran denken: Das Rennen in Le Castellet findet ab Samstagabend, 18 Uhr statt mit dem üblichen Feuerwerk und der anschließenden Dachterrassenparty ab Mitternacht. ;)

 Bildquelle:

gt-world-challenge-europe.com (https://www.gt-world-challenge-europe.com/gallery_meeting?filter_season_id=25&filter_meeting_id=229)

Das könnte Dir auch gefallen

  Der Ansprechpartner in Sachen Automobil ist AUTODOC   Der Ansprechpartner in Sachen Automobil ist AUTODOC
Racingblog
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.