Bei Haas ging in diesem Jahr gar nichts, weil man mit einem alten Chassis unterwegs war.
Dass Haas in diesem Jahr unter „ferner liefen“ zu verzeichnen war, ist keine Überraschung. Das Team hatte sich dazu entscheiden, das schon im letzten Jahr eher schwierige Chassis ein weiteres Jahr einzusetzen. Man änderte es nur minimal, um den neuen Regeln zu entsprechen. Updates gab es keine. Die Gründe dafür nannte man auch: Kein Geld und kein Personal für die Weiterentwicklung. Dass eines der letzten Privatteams unter die Räder kommt, musste man leider erwarten. Immerhin konnte an die Saison überleben, weil der Vater von Mazepin Geld ins Team pumpte. So bezahlte er, laut Angaben von Nikita, zwei neue Chassis, die man sonst nicht gehabt hätte. Teamchef Günter Steiner verwies darauf, dass man alle Anstrengungen auf das Jahr 2022 konzentrieren würde und man damit auch nicht allein sein.
Das mag stimmen, denn auch Aston Martin verzichtete seit dem Sommer auf Updates. Aber die Grundbasis des Chassis stimmte nicht und somit verlor Haas weiter an Boden. Derweil scheint Dimitri Mazepin seinen Einfluss auf das Team weiter auszubauen. Von Gene Haas hat man in diesem Jahr nichts gesehen oder gehört. Ob der Russe das Team irgendwann ganz übernehmen will? Es gibt Gerüchte, dass Haas noch die Saison 2022 abwarten möchte und danach entscheiden wird, wie es weitergeht.
Dass es mit Haas so weit bergab gegangen ist, hat verschiedene Gründe. Die idiotische Entscheidung Rich Energy als Hauptsponsor zu nehmen, gehörte sicher dazu. Auf der anderen Seite konnte Haas, bis zur Einführung der Budgetgrenze in diesem Jahr, auch kaum mit den Ausgaben der anderen mithalten. Allein Williams war, bis letztes Jahr, ähnlich schwach aufgestellt. Doch die haben sich berappeln können, auch weil die technische Basis bei Williams deutlich besser ist, als bei Haas.
Das Problem dort ist auch, dass man zu sehr abhängig von den Zulieferern ist. Ferrari liefert Motor, Getriebe, hintere Aufhängung und alles, was sonst noch erlaubt ist. Den Rest bastelt Dallara zusammen. Haas hat ein schlankes Team, aber auch eine zusammengewürfelte Mannschaft. Gleichzeitig haben andere Team festgestellt, dass das Zusammenspiel des Teams, das eine extrem komplexe Technik meistern muss, am besten funktioniert, wenn man eng zusammenarbeitet, also wenig extern auslagert. Das „lean managment“ Konzept von Haas funktioniert da nicht mehr. Hat man auch schon eingesehen und neue Leute eingestellt.
Zu den Fahrern kann man wenig sagen. Mazepin wurde zu Beginn der Saison als „Mazespin“ verunkt und auch in der Saison kam der Russe nicht gut weg. Auch nicht, nachdem sein Chassis ausgetauscht wurde. Auch, wenn ich Mazepin noch nicht komplett abschreiben will, es scheint aber der Eindruck zu wiederholen, den man in der F2 von ihm gehabt hat. Manchmal großartig, meist aber eher nur mittelmäßig. Es fehlten die Highlights bei ihm.
Die hatte Mick Schumacher, primär mit seinen sporadischen Auftritten in Q2. Dem entgegen standen allerdings drei vermeidbare Unfälle in den Qualifikationen und Trainings. Mag sein, dass das Auto schwer zu fahren ist, aber seine Fehlerrate war doch nicht ohne. Er hat mehr zerstört, als Mazepin. Daneben gab es aber eben diese Highlights von ihm, vor allem im Rennen. Auch beim ihm spiegelt sich das wider, was man in der F2 gesehen hat. Probleme in der Quali, aber extrem schnell im Rennen. Mazepin hatte er locker im Griff, vorwiegend im Rennen. Er nahm seinem Teamkollegen teilweise mehr als eine halbe Sekunden pro Runde ab. Schumacher wird sich aber steigern müssen, wenn er 2023 irgendwo unterwegs sein will, wo er mal eine Chance auf Punkte hat.
Bilder: HaasF1




1 Kommentare
Ai, Ai, Ai…Was freue ich mich auf Drive to survive. Günter Steiner wieder als Preisboxer mit Sahnemütze. Der Chef Malakofatzo. Aber original wie nie. Gene Haas am Telefon. Rote Birne, Knallerbsen-Pulver in der Hand. Alten.
Aber genug des Dunstes. Im nächsten Jahr hoffe ich auf gute Ergebnisse. Sympathische Truppe. Hoffe dass nicht Vater Mazepin übernimmt und viele Ethno-Russen kommen.
Son Brawn-Moment wird’s nicht geben. Auch wenn ich glaube, dass das neue Aggregat ballern wird. Hoff vor allem auf guten Mick, auch wenn Montoya12 dann wieder schäumen wird. Eine lukullische Idee. Lulz
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