Alpine hat ein komplett neues Chassis vorgestellt, mit dem man endlich zu den Top-Teams aufschließen will.
Alpine hat große Ansprüche, hat diese aber bisher nie erreichen können. Die Überschrift aller bisherigen Saison könnte „Mittelmäßig“ lauten. Da half auch der glückliche Sieg von Esteban Ocon in Ungarn nicht weiter. Die bisherigen Chassis hatten allesamt generelle Probleme beim allgemeinen Abtrieb, beim Einlenken, mitten in der Kurve und beim Reifenverschleiß. All diese Dinge beabsichtigt man mit dem neuen A524 abzustellen. Es wäre auch an der Zeit und es ist die letzte Chance für Alpine. Denn das Chassis aus diesem Jahr wird man in modifizierter Form auch 2025 fahren. Erst ab 2026 kommen dann die neuen Aero-Regeln, die ein neues Chassis nötig werden lassen.
Schon auf den ersten Blick fallen die neuen Seitenkästen auf. Die sind, wie vermutlich bei allen Teams, jenen von Red Bull nachempfunden. Alpine hat sich für eine interessante Mischung zwischen der Red Bull Lösung und der Idee von Ferrari entschieden. Es gibt die Rutsche, also die nach unten führende Luftführung oben, aber man sieht auch einen stark gekrümmten Rand, der an die „Badewanne“ von Ferrari erinnert. Seitlich sind die Seitenkästen wie bei allen anderen Teams nun sehr stark eingezogen. Nicht sichtbar sind Änderungen an den Kanten des Unterbodens, die man erst in Bahrain sehen wird.
Das Heck hat Alpine ebenfalls komplett umgebaut. Die gesamte Hinterradaufhängung wurde überarbeitet. Dies soll die Rotation beim Einlenken und die Balance in der Kurve verbessern. Das sollte den Fahrern ein besseres Gefühl beim Einlenken geben und vor allem im Bereich des Apex das Auto stabiler halten. Was sich dann wieder am Kurvenausgang bemerkbar machen sollte. Gleichzeitig sorgt ein stabileres Auto auch dafür, dass der Reifenverschleiß geringer ist. Zusammen mit der neuen Luftführung durch die Seitenkästen erreicht man zusätzlich mehr Abtrieb über den Diffusor, was weitere Stabilität geben sollte.
Die nun kleineres Seitenkästen deuten auch darauf hin, dass Alpine die Kühlung des Motors und der dazugehörigen Aggregate komplett umgebaut hat. Offenbar setzt man auf ein kleineres Kühlungspaket. Das sollte dem Alpine auch mehr Topspeed geben. Was der auch benötigt. Wie man im letzten Jahr immer wieder gesehen. Das Leistungsdefizit des Motors kann man damit zwar nicht eliminieren, aber zumindest etwas reduzieren. Das Problem für Alpine wird nur sein, dass die anderen Teams einen ähnlichen Weg einschlagen werdem.
Ob Alpine es schafft, sich mit dem Auto aus dem Mittelfeld zu befreien? Es wird schwierig, aber die Reihenfolge hinter Red Bull könnte in diesem Jahr abwechslungsreicher werden, wenn auch Alpine vorstößt.
Bilder: Alpine






