Home Formel EinsF1Formel Eins Saison 2022 McLaren – Ohne Highlights, ohne Richtung

Formel Eins Saison 2022 McLaren – Ohne Highlights, ohne Richtung

von DonDahlmann
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Das Jahr für McLaren war nicht einfach und die eigenen Ziele konnte man nicht erreichen. Wie geht es weiter mit dem Traditionsteam?

Platz Fünf in der Konstrukteurs-WM und nur knapp an P4 gescheitert. Das klingt eigentlich nicht so schlecht für McLaren, wäre da nicht der Abstand nach vorn. Zu Mercedes auf P3 fehlen 356 Punkte, auf Ferrari sind es 395 Punkte. Für ein Team, dass sich den Anspruch gesetzt hat in den Top 3 zu fahren, ist das einfach zu viel. Und dabei hatte Zak Brown das gesamte Team umgebaut und alle Karten auf die Saison 2022 gesetzt. James Key kam als Chef-Designer, Andreas Seidl übernahm die Teamführung und Daniel Ricciardo sollte Lando Norris unter Druck setzen. Aber die Rechnung ging nicht auf.

Das von Key verantwortete Chassis funktionierte nicht so, wie man das erwartet hatte. Und dies, obwohl (oder vielleicht gerade deswegen) McLaren auf eine Pull-Rod Aufhängung gesetzt hatte und damit den gleichen Weg, wie Red Bull gegangen war. Das stellte sich im Verlauf der Saison zumindest für Red Bull als richtige Entscheidung raus. Auch für McLaren gab es Vorteile, vor allem beim Reifenverschleiß. Völlig daneben lag man allerdings bei den vorderen Bremsbelüftungen vorn, die sich beim Test als Fehlkonstruktion erwiesen. Das führte zu massiven Behinderungen bei den Testfahrten und bei den ersten Rennen. Es dauerte erstaunlich lange, bis McLaren eine Lösung parat hatte.

Das Chassis war nicht schlecht, aber das auch nur auf ein paar Strecken. Und man hatte das Gefühl, dass es kaum Fortschritte bei der Entwicklung gab. Der Zweikampf mit Alpine verschärfte sich während der Saison und während die Franzosen zulegen konnten, stagnierte McLaren und fiel zurück. Das mag damit zusammenhängen, dass die Briten die Saison früh aufgegeben habe und auch damit, dass Daniel Ricciardo ein Komplettausfall war. Aber auch damit, dass man aus dem Auto nicht mehr herausholen konnte.

Die Kritik landet natürlich zuerst bei James Key und Andreas Seidl. Zumindest letzter nahm diese auch offen an und sprach von eigenen Fehlern im Team. Dem sowieso schon eher schmallippigen Seidl sah man sein Unwohlsein auch an. Er gehört aber zu den Team Chefs, die nichts beschönigen und die als Erste mit der Leistung nicht zufrieden sind. Der technisch hochversierte Seidl weiß, wo die Probleme liegen und man wird bei McLaren darauf hoffen, dass die Schwachstellen behoben werden.

Das darf dann aber auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass McLaren eben „nur“ noch ein Team aus dem vorderen Mittelfeld ist. Mehr geht seit Jahren nicht und es scheint unwahrscheinlich, dass man in den nächsten Jahren Red Bull gefährden wird können. Das ist aber auch ein Problem der aktuellen Formel Eins. Wenn ein Team einmal eine Erfolgsformel gefunden hat, fällt es der Konkurrenz schwer den Abstand zu reduzieren. Veränderungen gibt es meist nur, wenn sich die Regeln ändern. P3 in der WM schafft ein Team wie McLaren nur, wenn man in der Chassis-Entwicklung eine geniale Entdeckung macht oder die Konkurrenz stolpert.

An Lando Norris lagen die schlechten Ergebnisse meist nicht. Der junge Brite ist der Garant für Punkte im Team und wird das auch bleiben. Ricciardo war jedenfalls keine Konkurrenz und bekanntermaßen ein Totalausfall für McLaren. Woran das gelegen hat, ist schwer zu sagen. Ricciardo ist gut und er war in allen Teams schnell. Warum es bei McLaren, trotz aller Bemühungen beider Seiten, nicht geklappt hat, bleibt rätselhaft. Vielleicht gelingt es Oskar Piastri mehr Druck auf Norris auszuüben, aber das muss er halt auch erst beweisen.

Generell fand ich die Entscheidung Piastri zu verpflichten eher merkwürdig. Ist Norris schon etabliert genug, um den Team-Leader zu geben? Bräuchte er nicht erneut einen Teamkollegen wie Sainz, der ihn auch mal unter Druck setzt? Und kann Piastri dem Team genug zurückgeben, dass es aus seinem Feedback etwas für das Auto lernt? McLaren geht ein großes Risiko ein, auf der anderen Seite ist die Auswahl in Sachen erfahrene und schnelle Piloten eher dünn. Bottas ist fest bei Alfa, Alonso kommt nicht infrage, Gasly war offenbar kein Thema (warum eigentlich?) und Hülkenberg ist vermutlich etwas zu langsam für Norris. Und so viel schlechter als Ricciardo kann Piastri dann auch nicht sein.

Bilder: McLaren F1

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