Home Formel EinsF1Formel Eins Saison 2022 Aston Martin – Eine große Enttäuschung

Formel Eins Saison 2022 Aston Martin – Eine große Enttäuschung

von DonDahlmann
0 Kommentare 3 minutes read

Viel versprochen, wenig gehalten. Aston Martin versank dieses Jahr teilweise im Hinterfeld.

Mit großen Erwartungen startete Aston Martin in die Saison 2022. Platz 5 war das Minimum Ziel, dazu vielleicht ein paar Podien. Das Team entschied sich für eine eher konservative und etwas klobige Variante des neuen Chassis, was mir schon bei der Vorstellung im Vergleich zum McLaren und vor allem zum Red Bull aufgefallen ist. Und manchmal liegt man ja mit seinem Gefühl richtig. Das Auto stellte sich als schwierig raus und in den ersten drei Reihen bestätigte sich das auch.

Platz 12 war das Beste, was Vettel und Stroll aus dem Auto herausholen konnten und man steckte in der Quali in Q1 fest. Das änderte sich auch nur selten. Mindestens ein Aston war im gesamten Jahr meist ein Opfer der schlechten Pace in der Quali. Was darauf hindeutet, dass man die Reifen nicht richtig auf Temperatur bekommen konnte, was wiederum mit der Aufhängungsgeometrie zusammenhängt. Und die kann man in der Saison nur ändern, wenn man ein komplett neues Chassis bringt, was die Budget Beschränkungen nicht hergeben.

Aston Martin sah die Fehler sehr schnell und reagierte mit kompletten neuen Seitenkästen , die nur eine leicht abgewandelte Kopie der von Red Bull waren. Die beschwerten sich auch, hatten aber angesichts der Leistungen von Aston Martin nichts zu befürchten. Immerhin lief es dann für das Team besser und man konnte in fast jedem Rennen ein paar Punkte sammeln. Als bestes Ergebnis standen am Ende zwei sechste Plätze von Vettel (Baku, Japan)

Natürlich wird auch für Aston Martin die Luft nach vorn dünner. Dass am Ende aber 104 Punkte auf die Konkurrenz von McLaren fehlten, muss das Team von Lawrence Stroll schmerzen. Immerhin stopft der Kanadier keine nicht gerade kleine Summen in sein Team. Sicher, das Ex-Force India Team ist technisch und personell nicht auf dem Stand von McLaren, aber genau dahin will Stroll ja. Von einem Fortschritt war in diesem Jahr nichts zu sehen, das Gegenteil war der Fall.

Dass man im Verlauf der Saison besser wurde, ist aber ein gutes Zeichen für die Entwicklungsarbeit. Es zeigt, dass man die gemachten Fehler versteht und Zwischenlösungen hat, die funktionieren. Fernando Alonso bemerkte bei seinem ersten Test nach der Saison in Abu Dhabi, dass er den Wagen bemerkenswert stabil fand und dass Aston im nächsten Jahr mit einem komplett neuen Auto antreten würde. Vielleicht kommt der große Schritt ja dann 2023.

An den Fahrern lag es jedenfalls nicht. Sebastian Vettel, innerlich auf Abschiedstour, lieferte schlechte Qualis dafür aber sehr gute Rennen ab. 37 der 55 Punkte des Teams stammen von Vettel, der damit sein Soll erfüllte. Dass er am Ende keine Lust mehr auf die Formel Eins hat, mag mit den schleppenden Ergebnissen des Teams zu tun haben, aber der Deutsche schien schon seit dem letzten Jahr seinen Abschied vorzubereiten.

Die Formel Eins verliert mit Vettel mit Sicherheit einen der spannendsten Piloten, der seinen fahrerischen Zenit zwar überschritten hatte, aber immer noch zu den Besten im Feld gehörte. Es gehört zu den Privilegien ehemaliger Weltmeister und respektierter Piloten, dass sie sich auch zu Themen äußern und einsetzen, die abseits der Strecke liegen. Hamilton kann das, Vettel konnte das eben auch. Seine Stimme wird daher fehlen.

Lance Stroll war durchaus gut unterwegs. Es fällt weiter schwer, den immer noch jungen Fahrer einzuschätzen, aber die Erkenntnis setzt sich durch, dass Stroll ein guter Fahrer im Mittelfeld ist und an sehr guten Tagen auch durchaus ein Podium einfahren kann. Aber das Potenzial für einen Titel hat er nicht. Dafür fehlt ihm die Konstanz und oft auch die Übersicht. Kein Wunder, dass der Vater ihm Alonso vor die Nase setzt. Der direkte Vergleich dürfte eindeutig ausfallen, wenn man sieht, wie Alonso in den vergangenen Jahren Ocon auseinandergenommen hat. Und Ocon schätze ich im Vergleich zu Stroll noch stärker ein. Aber vielleicht überrascht der Kanadier ja noch.

Bilder: Aston Martin

Das könnte Dir auch gefallen

  Der Ansprechpartner in Sachen Automobil ist AUTODOC   Der Ansprechpartner in Sachen Automobil ist AUTODOC
Racingblog
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.