Home Formel EinsF1Formel Eins: Vorschau GP von Ungarn 2022

Formel Eins: Vorschau GP von Ungarn 2022

von DonDahlmann
0 Kommentare 4 minutes read

Das letzte Rennen vor der Sommerpause könnte dank des Wetters eine interessante Angelegenheit werden.

Über Ferrari wurde in den letzten Wochen viel gelästert. Oft zu Recht, denn das Team hat mehrfach wichtige Punkte weggeworfen, auch durch fragwürdige Strategie-Calls. Man scheitert, wie so oft, an den eigenen Ansprüchen, so scheint es. Auf der anderen Seite muss man Ferrari vielleicht auch etwas in Schutz nehmen. Das Team hat nach einer Reihe von desaströsen Niederlagen und der Affäre um den Motor im Jahr 2019 im Grunde einen kompletten Neuaufbau hinter sich. Mattia Binotto hatte das Team 2019 übernommen und komplett umgekrempelt. Der Restart der Marke war für das Jahr 2022 geplant.

Wenn man sieht, welchen Sprung das Team vom letzten Jahr gemacht hat, ist der Wiederaufbau durchaus gelungen. Man hat mit 314 Punkten schon jetzt fast das Ergebnis aus der gesamten letzten Saison egalisiert (322). Sicher, da wäre mehr drin gewesen, aber vielleicht sind die Ansprüche von Fans und Medien auch etwas zu hoch. Ferrari ist offensichtlich noch nicht auf dem Niveau von Red Bull, aber so weit weg sind sie auch nicht. Wer keine Fehler macht, der kann nichts lernen und Ferrari steckt noch in einer Lernphase. Das mag merkwürdig klingen, aber nur weil man einen großen Namen hat, bringt man nicht unbedingt mehr Erfahrung mit. Dafür müssen die Menschen im Team und das Team selbst zusammenwachsen.

Wie schnell man in der F1 eine Sache versemmeln kann, sieht man an Mercedes. Jeder hat zum Start der Saison erneut einen Zweikampf der Deutschen mit Red Bull erwartet, und Ferrari dann als Verfolger knapp dahinter gesehen. Nun sieht es genau andersherum aus und Mercedes, das unfehlbare Team der letzten Jahre, hat in der Entwicklung mehr Fehler gemacht als Ferrari. Insofern kann ich den Optimismus von Mattia Binotto schon verstehen. Allerdings macht ihm das auch nicht weniger Druck für das nächste Jahr.

Ist die WM also schon gelaufen? 63 Punkte liegt Charles Leclerc hinter Max Verstappen. Bei noch zehn ausstehenden Rennen müsste Ferrari alle Rennen gewinnen – vorausgesetzt Verstappen wird immer Zweiter. Das scheint eher ausgeschlossen. Red Bull wird in der zweiten Saisonhälfte den Vorsprung also verwalten können. Aber Ausfälle und Missgeschicke gibt es immer in der Formel Eins und zwei Siege von Leclerc bei zwei Ausfällen von Verstappen können das Bild wieder drehen. Aber natürlich – realistisch betrachtet sollte der Vorsprung von Verstappen reichen.

Zudem ist Mercedes, zumindest im Rennen, langsam vorne dran. Die Rundenzeiten in Le Castellet, nicht gerade die beste Strecke für Mercedes, waren gut. Es fehlt aber in der Quali, was das Team in Frankreich etwas verwirrt hat. Der Hungaroring ist eine völlig andere Strecke, aber wenn Mercedes hier schnell sein kann, dann sind das gute Aussichten für den Herbst. Sollte Mercedes den Anschluss an Red Bull und Ferrari herstellen und um Siege fahren, wird das am Ende dann aber eher Red Bull als Ferrari helfen.

Das vordere Mittelfeld besteht im Grunde nur aus McLaren und Alpine, die sich um P4 in der WM streiten. Vier Punkte liegt Alpine vor McLaren. Die Franzosen sind schwach ins Jahr gestartet, haben sich aber gut gefangen. Andersherum könnte man natürlich auch sagen, dass McLaren bei den letzten Updates keinen Schritt nach vorn gemacht hat. Viel trennt beide Teams nicht, was eher für McLaren spricht, die hier gegen ein Werksteam kämpfen.

Dahinter sortieren sich, zumindest in Sachen Pace im Rennen die Aston Martin ein, die aber in der Quali katastrophal schlecht sind. Das wird in Ungarn dem Team nicht helfen, denn hier kann man bekanntermaßen nur schlecht überholen. Was wiederum die Chancen für Alfa Romeo erhöht, die in der Quali gut sind, dafür aber im Rennen einbrechen. Gespannt darf man zumindest auf einen Haas sein. Kevin Magnussen bekommt für seinen Wagen das erste signifikante Update des Jahres und Haas verspricht sich davon einen deutlichen Sprung nach vorn.

Strategie:
Pirelli hat C2, C3 und C4 im Angebot, was die Teams vor allem am Freitag vor einige Aufgaben gestellt. Läuft es so, wie in den anderen Rennen, werden die C3 zum Start die Wahl sein. Bei vermutlich zwei Stopps, wird man im Mittelstint auf die C2 setzen, um sich alle Strategien offenzuhalten. Allerdings könnten die Reihenfolge in den Top Ten dieses Jahr durchaus ungewöhnlich sein, denn für Samstag ist (Stand Mittwoch) Dauerregen angesagt. Das lässt schwächere Teams zwar nicht komplett nach vorn schwimmen, sorgt aber immer für Abwechslung.

Das könnte Dir auch gefallen

  Der Ansprechpartner in Sachen Automobil ist AUTODOC   Der Ansprechpartner in Sachen Automobil ist AUTODOC
Racingblog
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.