Home Formel EinsF1Formel Eins: Vorschau GP der Steiermark 2022

Formel Eins: Vorschau GP der Steiermark 2022

von DonDahlmann
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Die Formel Eins macht in Österreich weiter. Sehen wir die Mercedes wieder vorne? Und wie gut ist der Ferrari am Red Bull Ring?

Der Red Bull Ring ist vor allem eins: kurz. Rund 63 Sekunden benötigt man in einem Formel Eins für eine Runde und die meiste Zeit davon geht es nur geradeaus. Aber, so komisch das klingt, fahrerisch ist der Kurs durchaus herausfordernd. Eben weil der Kurs so kurz ist, kann man sich keinerlei Fehler erlauben. Und die lauern in fast jeder Ecke am Red Bull Ring. T1 und T3 (ja, das ist T3 oben auf dem Berg, warum auch immer) sind vorwiegend in Sachen Bremspunkt schwieriger, T4 lädt zu Fehlern ein, weil die Kurve nach außen abfällt. Die vorletzte Kurve ist nicht einfach, weil man hier viel Zeit verlieren kann. Und bei der kurzen Runde kann man sich keine Fehler erlauben.

Die kurze Runde bedeutet auch, dass die Abstände zwischen den Teams schmaler sind, als auf sonstigen Rundstrecken. Es sollte also nicht verwundern, wenn Mercedes in Österreich etwas näher dran ist, als sonst. Wobei man auch sagen muss, dass die Deutschen so langsam das Auto im Griff haben. Und es könnte sein, dass sie ab dem nächsten Rennen in Frankreich noch näher dran sind. Schuld daran wird dann nicht die eigene Entwicklung sein, sondern eine neue technische Verordnung der FIA.

Die FIA hatte sich zum Ziel gemacht, das Porpoising einzudämmen und ist dabei wohl auf etwas gestoßen, was man als kreative Interpretation der Regeln beschreiben kann. In diesem Fall geht es um die Planke am Unterboden. Die muss am Ende des Rennens eine Minimum-Höhe aufweisen. Damit sie sich nicht abnutzt, nutzt man diese Blöcke, die die Funken verursachen, wenn das Auto aufsetzt. Die FIA schreibt vor, weit die Planke im Bereich der Blöcke sich bewegen darf (2 Millimeter) und schreibt ebenfalls vor, dass die gesamte Planke aus einem massiven, durchgehenden Stück bestehen muss. Sie schreibt aber nicht vor, wie weit die Planke hinter den angebrachten Blöcken sich bewegen darf.

Die FIA meint „nichts darf sich bewegen“, aber offenbar sehen das wohl zwei Teams anders. Genannt werden die Teams nicht, aber die Rede ist wohl von Red Bull und Ferrari. Während Ferrari, wie immer, nichts sagt, beschwert sich Red Bull schon mal prophylaktisch, ohne zu sagen, dass man gemeint ist. Wie groß der Vorteil durch eine im Heckbereich flexible Planke ist? Schwer zu sagen, aber natürlich hilft es, wenn die sich bewegt und den Unterboden zusätzlich abdichtet.

In Österreich darf man noch mit der alten Lösung fahren, die neue Regel gilt erst ab dem Rennen in Frankreich in 14 Tagen. Daher wird es wohl auch in Österreich bei der alten Ordnung bleiben. Wer von den beiden momentanen Top-Team die Nase vorn haben wird, ist schwer zu sagen. Für Red Bull spricht der etwas bessere Top Speed, für Ferrari deren Vorteil in den schnellen Kurven. Mercedes wird dran sein, muss im Rennen aber mit den weichen Reifen klarkommen, was nicht deren Stärke ist.

Das eh kompakte Mittelfeld zu sortieren, ist in Österreich fast unmöglich. Schaut man sich die Abstände aus Silverstone an, liegen vor allem McLaren und Alpine sehr eng zusammen. Die haben sich ein wenig vom restlichen Mittelfeld abgesetzt. Allerdings waren die letzten Qualis meist verregnet, insofern ist es schwer zu sagen, wer sonst noch dabei ist. Aston ist so ein Kandidat. Die sind im Regen schlecht, aber auf trockener Strecke nicht zu unterschätzen, wie die Rundenzeiten beweisen.

Etwas abgefallen sind Alfa Romeo, Haas und Alpha Tauri, die nicht mehr an die Ergebnisse der letzten Wochen anknüpfen können. Bei Haas und AT ist es ein Mangel an Updates, die zu dem Abfall der Leistungen geführt hat. Bei Alfa funktioniert das letzte Update nicht und vor der Sommerpause wird wohl auch nur minimale Veränderungen sehen. Im Haas Team dürfte die interessante Frage sein, ob Mick Schumacher nach seinen ersten Punkten ein wenig befreiter fahren kann. Der Druck auf ihn dürfte aber nicht komplett verschwunden sein, denn sein Abstand zu Magnussen ist weiter zu groß.

Normalerweise geht es um diese Zeit ja auch mit der Silly Season los. Aber viel Bewegung dürfte es in diesem Jahr nicht geben. Die Plätze bei Ferrari, Red Bull und Mercedes sind besetzt und für 2023 bestätigt. Dies gilt auch für Alpha Tauri und Alfa Romeo. Aber ein paar Wackelkandidaten gibt es schon. Daniel Ricciardo ist einer davon. Seine Ergebnisse bei McLaren sind absurd schlecht, aber wen könnte McLaren nehmen? Nicky de Vries ist ein Kandidat, aber dem fehlt halt die F1-Erfahrung. Ich vermute, dass McLaren Ricciardo noch ein weiteres Jahr geben wird. Sicher ist wohl, dass Latifi bei Williams durch Oscar Piastri ersetzt wird. Die Gerüchteküche besagt zudem, dass mit Piastri auch die Renault-Motoren zu Williams kommen.

Bei Aston ist die Sache eigentlich auch klar. Stroll bleibt auf jeden Fall und Vettel hätte man auch gerne noch ein oder zwei Jahre im Team. Der vierfache Weltmeister hat sich noch nicht geäußert, ob er noch ein Jahr dranhängen will, aber vieles deutet darauf hin, dass den Helm noch nicht an den Nagel hängen wird. Eine weitere mögliche offene Stelle könnte bei Haas entstehen, wenn die Leistungen von Schumacher wieder einbrechen sollten. Kandidaten für das Cockpit gibt es allerdings nicht wirklich. Aus der Ferrari Academy fällt einem nur Robert Shwartzman ein, der „Testfahrer“ bei Ferrai ist. In der Academy ist zurzeit aber keiner, der in der F2 unterwegs ist oder sonst auffallen würde.

Strategie:
C3, C4 und C5 stehen in Österreich auf dem Menü und damit, wie immer, wie weichesten Reifen im Repertoire von Pirelli. Weil man nicht allzuviel Zeit durch den Stopp verliert, sind zwei Stopps am Red Bull Ring durchaus möglich, was die Strategie natürlich etwas öffnet. Sicher ist, dass man wieder mit den Medium an den Start gehen wird. Danach wird man eine weitere Runde mit den C4 einlegen, bevor man auf die C3 wechselt, um das Rennen zu beenden. Allerdings könnte man auch die C3 im Mittelstint nehmen, um dann zu schauen, ob man damit durchfahren kann, oder ob man am Ende noch einen Satz C5 nehmen kann. Aber die C5 neigen dazu, schon nach wenigen Runden an Grip zu verlieren, so dass man mit den Medium am Ende besser fahren wird.
In Sachen Wetter ist zwar Regen angesagt, der soll aber nur am frühen Morgen und in der Nacht fallen. Der Rennsonntag soll trocken bleiben.

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