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Formel Eins: Vorschau GP von Miami 2022

von DonDahlmann
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Erneut gibt es eine neue Strecke im Formel-Eins-Kalender: Mitten in Miami hat man auf einem Parkplatz einen nicht uninteressanten Kurs gebaut.

Dass die Formel Eins in den USA populärer wird, ist nicht zu bestreiten. Bedanken kann man sich dafür bei Netflix und der „Drive to Survive“-Serie, die die F1 in den USA wieder etwas bekannter gemacht hat. Ein Rennen in Miami zu fahren ist an sich sicher keine schlechte Idee, wenn es nicht vor dem Rennen schon Ärger gäbe. Die Ticketpreise sind nämlich so astronomisch, dass sich die meisten Einwohner der Stadt einen Besuch nicht leisten können. Anstatt, wie die IndyCar, etwas volksnäher zu sein, bleibt die F1 also weiter eine eher geschlossene Gesellschaft. Man wird sehen, wie voll die Tribünen dann am Ende sind.

Die Strecke selbst liegt auf einem Parkplatz. Macht man in den USA ja gerne, wenn man die Formel Eins in der Stadt hat. Rund um das Heimstadion der Miami Dolphins hat man eine schnelle und durchaus interessante Strecke aufgebaut – inklusive eines gefaketen Sportboothafens.

USA halt. Aber die Organisatoren haben gute Arbeit geleistet, um aus dem Parkplatz eine gut aussehende Strecke zu machen. Sie ähnelt in manchen Bereichen Jeddah, hat aber mehr technische Streckenteile. Das wird bei der Abstimmung zu der Frage führen, welchen Kompromiss man eingehen will. Etwas weniger Abtrieb für den Topspeed oder mehr, um Zeit in den engeren Bereichen zu gewinnen? Hier wird man dann sehen können, welche Chassis schon in der Basis mehr mechanischen Grip produzieren und welche nicht.

Die extrem schnellen Bereiche werden vor allem jenen Teams Probleme verursachen, die mit Porpoising kämpfen. Das sind vor allem Mercedes, Aston Martin und Ferrari. Deren Porpoising ist allerdings im niedrigeren Frequenzbereich, was nicht ganz so viel Zeit kostet, wie bei den beiden anderen Teams. Red Bull, die damit kaum Probleme haben, werden also einen Vorteil haben und nach dem Sieg in Imola muss man Red Bull als Favoriten sehen.

Eine andere Frage ist, welche Teams Updates mit nach Miami bringen. Ferrari hat angekündigt, dass man nur kleinere Updates am Auto haben wird, da wird man vermutlich in Spanien nachlegen. Mercedes, die bisher auch nur wenig am Chassis geändert haben, stehen da schon unter mehr Druck. Aber da man die genaue Ursache für das Porpoising ohnehin noch nicht gefunden hat und Miami ein eher ungewöhnlicher Kurs ist, denke ich mal, dass man auch hier nicht viel sehen wird. Barcelona bietet als Referenzstrecke mehr Feedback für die Updates.

Es würde mich überraschen, wenn Mercedes an diesem Wochenende in den Top 5 zu finden ist. Da sehe ich eher McLaren und Alpine. Die Franzosen sahen in Imola zeitweise stark aus, hatten aber auch sehr viel Pech. Aber das Auto scheint gutes Potenzial zu haben und Alonso ist in guter Form. Auch Alfa Romeo hat ein gutes Auto und Bottas liefert genau das ab, was man von ihm erwartet. Zhou hängt noch ein wenig hinterher, aber sein Wochenende in Imola, bis zu seinem unglücklichen Q2, zeigte, was der Chinese kann.

Haas ist ein wenig schwer einzuschätzen. In Jeddah lief es nicht gut für das Team und wenn das die Blaupause für Miami ist, dann sollte man auch dort keine Wunder erwarten. Druck hat das Team nach den Erfolgen in den ersten Rennen nicht, was ein Vorteil ist. Bei Mick Schumacher sieht das anders aus. Magnussen fährt ihm um die Ohren und der Deutsche kann nicht mal ansatzweise die Rundenzeiten fahren, die der Däne vorlegt. Wenn Schumacher in seiner Karriere irgendwann mal bei einem Top-3-Team fahren will, muss er zumindest auf Augenhöhe mit Magnussen sein.

Gespannt bin ich auch auf Aston Martin. Die ersten Punkte gab es in Imola, auch wenn man dabei etwas Glück hatte. Aber das gehört ja im Motorsport dazu. Das gute Ergebnis dürfte Aston etwas moralischen Auftrieb gegeben haben. Die kleineren Updates am Auto scheinen zu funktionieren, was eine Erleichterung sein sollte. Denn so weiß man, dass man bei der Entwicklung nicht komplett daneben liegt. Die Grundprobleme des Autos löst man damit natürlich nicht und das dürfte auch noch etwas dauern.

Strategie:
Pirelli ist wie immer bei neuen Strecken vorsichtig und bringt C2, C3 und C4 nach Florida. Die Strecke selbst hat natürlich einen neuen Asphalt, der sich über das Rennwochenende entwickeln wird. Das wird vor allem die Frage nach dem Reifenverschleiß am Sonntag verkomplizieren. Die Tendenz in diesem Jahr ist aber, dass die Teams eher Richtung Ein-Stopp arbeiten, wenn dies denn möglich ist. Mit den C2 sollte man mindestens 60 Prozent des Rennens fahren können, aber bei den C3 wird es mit dem Rest der zu absolvierenden Runden schwierig. Da es drei DRS-Zonen gibt, sollte das Überholen kein Problem sein, man könnte also auch C4-C3-C3 als Strategie nehmen. Wenn man denn genug frische C3 am Renntag hat. Einschränkend könnte die Länge der Boxenstopps sein, die ich noch nicht kenne.

Bilder: Pirelli, Daimler AG, Alfa Romeo

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