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Formel Eins: Vorschau GP von Russland 2021

von DonDahlmann
1 Kommentare 5 minutes read

Noch acht Rennen stehen auf dem Programm und der Kampf um den WM-Titel ist völlig offen.

Gerade mal fünf Punkte trennen Max Verstappen und Lewis Hamilton und die Saison ist ihrem letzten Drittel. Das ist doch mal eine schöne Abwechslung zu den eher eintönigen letzten Jahren, in denen Mercedes zu diesem Zeitpunkt meist schon knapp vor dem Titel war. Das macht dann auch Rennen wie in Sotchi eher spannend. Die Strecke sorgte bisher nicht gerade für spannende Rennen, aber der WM-Kampf sollte in diesem Jahr für mehr Abwechslung sorgen. Dazu kommt natürlich die Frage, ob Verstappen und Hamilton ohne Kollision durchs Rennen kommen.

Die Sturheit, die beide Fahrer in den Zweikämpfen an den Tag legen, ist schon bemerkenswert. Dass Verstappen seine Fahrweise nicht ändern wird, dürfte klar sein. Dass der Brite aber dagegen hält, ist schon bemerkenswert. Man kann von Lewis halten, was man will, aber er gehört eigentlich zu den saubersten Fahrern im Feld. Ich kann mich nicht daran erinnern Hamilton in zwei Kollisionen in einer Saison gesehen zu haben. Daher dürfte die Frage sein, was beim nächsten Zusammentreffen auf der Strecke passieren wird. Hamilton scheint die Einstellung entwickelt zu haben, dass er jedes Manöver von Verstappen mit gleicher Münze zurückzahlt.

Dafür müssten die beiden auf der Strecke dann auch wieder eng zusammenliegen. Was schwierig sein könnte, denn Verstappen bekommt für den Unfall in Monza eine Strafe in Form einer Rückversetzung von drei Startplätzen. Selbst wenn er P1 in der Quali belegt, wird er nur von P4 starten können. Die Überraschung von Monza war, dass die Mercedes das Rennen nicht gewinnen konnten und Red Bull deutlich dichter dran war, als man das vorher erwartet hatte. Sotchi war bisher eine Strecke, auf der Mercedes immer dominiert hat. Aber da Red Bull in diesem Jahr grundsätzlich besser ist und der letzte Sektor den Österreichern entgegenkommt, sollte das Rennen auch an diesem Wochenende wieder sehr eng werden.

Umso wichtiger ist dabei die Rolle, die Bottas und Perez spielen müssen. Sie können vor allem bei der Strategie im Rennen ihren jeweiligen Teamkollegen gute Hilfe leisten. Dabei Bottas, der das Rennen schon gewinnen konnte, die deutlich bessere Position. Der Idealfall wäre, dass beide Mercedes nach der ersten Runde die beiden ersten Plätze belegen, aber da dürfte vor allem Verstappen etwas dagegen haben. Das Problem für Red Bull ist, dass Perez weiterhin rund 4 bis 5 Zehntel auf seinen Teamkollegen fehlen und er so kaum in den Kampf vorne eingreifen kann. Das wird sich in Sotchi auch nicht ändern.

McLaren ist zwar dem Sieg in Italien auf Wolke Sieben, aber ich rechne nicht damit, dass sie in Russland in der Lage sein werden die beiden Top Teams zu gefährden. Die beiden ersten Sektoren dürften dem Auto passen, aber letzte Sektor ist nicht so deren Territorium. Die Aufwärtstendenz der Briten seit dem Sommer ist zwar bemerkenswert, aber man ist nicht da, wo die Top Teams sind. Interessanter dürfte zu beobachten sein, wie sich Daniel Ricciardo schlägt. Seit dem Ende der Sommerpause scheint er näher an Norris zu sein und sein Sieg in Monza dürfte noch mehr Selbstbewusstsein geben. Aber ob er seine Probleme mit dem Chassis wirklich abgelegt hat?

Ferrari liegt dahinter, war in Monza aber schwächer, als ich erwartet habe. Das mag am Leistungsdefizit des Motors gelegen haben, aber generell fehlt den Italienern einiges, um die verbesserten McLaren im Rennen zu gefährden. Auf eine Runde mag das gehen, im Rennen aber dann eher nicht. Allerdings kommt von Ferrari noch ein Motor, der deutlich mehr PS haben soll. Der Einsatz könnte in diesem oder im nächsten Rennen erfolgen. Aber beide, Ferrari und McLaren haben einen Vorsprung vor dem Rest des Mittelfeldes.

Das wird von Alpine angeführt, die vor den Aston und Alpha Tauri liegen. Das ist zwar nicht schlecht, aber insgesamt sind die Möglichkeiten der Franzosen limitiert, weil sie mit einem Chassis unterwegs sind, das im Grunde drei Jahre alt ist. Daber wird man in dieser Saison auch keine Bäume mehr ausreisen können. Positiv ist allerdings, dass Alonso und Ocon mehr oder weniger auf einem Niveau sind, was regelmäßige Punkte ermöglicht.

Davon ist Aston Martin weiter weit entfernt. Immerhin hat man den Vertrag mit Vettel um ein weiteres Jahr verlängert, was jetzt aber keine Überraschung ist. Alternativen hatten beide Seiten nicht. Die Saison verläuft für die Mannschaft bisher sehr enttäuschend und daran wird sich auch in Russland nichts ändern.

 

Williams ist die positive Überraschung des Herbst, denn die Briten sind deutlich besser geworden. Die Veränderungen im Team wirken sich langsam auf die Ergebnisse auf und interessant zu sehen ist vor allem, dass Russell und Latifi davon profitieren. Das führt dann dazu, dass man im Rennen auf Punkte hat, auch wenn das in Russland eher schwer werden dürfte. Dafür ist der Rest des Feldes vor ihnen einfach zu stark.

Strategie:
Es gibt an diesem Wochende die C3, C4 und C5 Reifen von Pirelli. Die C5 mag keiner im Feld und man wird sie vermutlich nur in Q3 sehen. In Q2 wird man versuchen die Medium zu nehmen, was auch die bessere Entscheidung für die Strategie ist. In den letzten Jahren hat man nur einmal an der Box gestanden und das wird in diesem Jahr auch wieder so sein. Die Ein-Stopp-Strategie ist relativ alternativlos, da man an der Box viel Zeit verliert. Dazu kommt, dass man auf der Strecke nicht allzu gut überholen kann. Schuld daran ist der letzte Sektor, in dem man meist den Anschluss an den Vordermann verliert. Daher neigen die Rennen dazu eher eintönig zu sein.

Bilder: Pirelli, Daimler, McLaren

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1 Kommentare

Erik 23 September, 2021 - 21:23

Das Wetter könnte ja evtl. auch wieder ein Wörtchen mitreden.
Tut der Spannung sicher keinen Abbruch.

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