Für das Finale der Saison ist die IndyCar-Series noch einmal einige Meilen von Monterey in Richtung Süden gezogen. An Stelle von April findet der Grand Prix of Long Beach zum ersten Mal im September statt.
Das Rennen in den Straßen von Long Beach ist eines der traditionsreichten im Kalender der IndyCar-Series. Mario Andretti gewann 1984, nachdem er schon 1977 in der Formel-1 auf diesem Kurs gewonnen hatte, den ersten IndyCar-Event dort. Er ließ 1985 und 87 zwei weitere Siege folgen. Zusammen mit Paul Tracy und hinter Al Unser jr. (6 Sieg zwischen 1988 und 96) ist Mario Andretti der erfolgreichste Fahrer in Long Beach. Mit ihm gleichziehen könnte Sebastien Bourdais, der zwischen 2005 und 07 dreimal in Folge siegreich war. Die letzten beiden Austragungen gingen an Alexander Rossi. Der Sieg im April 2019 war sein vorletzter in der IndyCar-Series. Wenige Monate später sollte noch einer auf der Road America folgen. Ohne den dritten Sieg in Folge in Long Beach wäre es Alexander Rossis zweite sieglose IndyCar-Saison in Folge
Bei all der Tradition findet aber zum ersten Mal das Finale der IndyCar-Series in Long Beach statt. Drei Fahrer haben noch mathematische Chancen auf den Titel: Alex Palou, Pato O’Ward und Josef Newgarden. Josef Newgarden hat 48 Punkte Rückstand und wenn Alex Palou an den Start geht, hat er schon 5 Punkte für Platz 28 sicher. Für den Titel muss Newgarden also die maximale Punktausbeute von 54 Punkten für den Sieg, die Pole-Position und die meisten Führungsrunden einfahren. Die Entscheidung fällt eigentlich also nur noch zwischen Alex Palou und Pato O’Ward. Für beide Fahrer wäre es der erste IndyCar-Titel, für Arrow McLaren SP sogar der erste in der Teamgeschichte.
Alex Palou geht mit einem Polster von 35 Punkten ins Finale. In den letzten 12 Jahren hat so ein Vorsprung fast immer zum Titelgewinn gereicht. Die Ausnahme war 2015 als Juan Pablo Montoya mit 34 Punkten vor Graham Rahal und 47 Punkten vor Scott Dixon ins Finale in Sonoma ging. Montoya fuhr Platz 6 ein und Dixon gewann das Rennen und punktgleich auch die Meisterschaft. Der Unterschied zu diesjährigen Situation ist, dass damals im Finale doppelte Punkte vergeben wurden. Mit einfachen Punkten hätte es locker für Juan Pablo Montoya zur Meisterschaft gereicht.
Pato O’Ward muss 36 Punkte aufholen, da Alex Palou mehr Rennen in dieser Saison gewonnen hat. Sollte O’Ward die maximale Punkausbeute einfahren, benötigt Alex Palou also noch mindestens 19 Punkte und damit ein Ergebnis in den Top-11. Ein Platz in den Top-21 reicht Palou, wenn O’Ward Zweiter wird. Bei allen schlechteren Ergebnissen von Pato O’Ward ist Alex Palou auch Champion. Wenn man sich die Formkurve der letzten sieben Rennen ansieht, ist es eine klare Angelegenheit für Alex Palou, der in der Spanne zwei Rennen gewann und zusätzlich zweimal auf dem Podium stand. Pato O’Ward erreichte hingegen nur einmal Platz 2 und noch zweimal die Top-5. Er hat nur den Vorteil, dass er, im Gegensatz zu Alex Palou, schon ein InydCar-Rennen in Long Beach bestritten zu ahben.
Für das Rennen am Wochenende sind rekordverdächtige 28 Wagen (entry-list) gemeldet. Zusätzlich zu den 27 Fahrern in Laguna Seca setzt AJ Foyt Enterprises einen dritten Wagen mit Charlie Kimball ein. Für insgesamt acht Fahrer ist es das Debut in einem IndyCar in Long Beach: Romain Grosjean, Callum Ilott, Jimmie Johnson, Scott McLaughlin, Oliver Askew, Dalton Kellett, Alex Palou und Rinus VeeKay. Im Gegenzug haben Sebastien Bourdais, Ryan Hunter-Reay und Will Power jeder schon 14 Starts dort hinter sich. Power und Hunter-Reay, für den es das Abschiedsrennen bei Andretti Autosport sein wird, haben den Grand Prix of Long Beach auch schon mindestens einmal gewonnen.
Strecke
Der Stadtkurs erstreckt sich über 3,167 km um das Kongresszentrum in Long Beach. Die Start- und Ziel- Passage, inklusive einer langgezogenen Rechtskurve, mündet in eine enge 90 Grad Linkskurve. An der schnellsten Stelle der Strecke müssen die Fahrer aus fast 180 mph anbremsen. Es ist die beste Überholstelle, auch wenn es durch die nahen Betonwände häufiger Unfälle gibt. Gerade nach dem stehen Start wird es dort sehr kritisch. Es folgt ein enger und winkliger Streckenabschnitt. In Kurve 4, eine 90 Grad Rechtskurve, haben die Fahrer häufiger Probleme, da es durch einen anderen Belag besonders rutschig am Kurvenausgang ist. Es folgt eine Reihe von 90 Grad Kurven und kurzen Geraden. Kurve 8 ist besonders wichtig, da sie auf die zweitlängste Vollgaspassage der Strecke führt. Einige Bodenwellen in der Anbremszone erschweren aber das exakte Durchfahren. Kurve 9 bietet dann eine zweite kritische Überholmöglichkeit. Die folgende Linkskurve kann zum Konter genutzt werden. Trotzdem ist es auch hier sehr eng und der Austausch von Carbonteilen wahrscheinlich. Eine Haarnadel führt zurück zur Start- und Ziel-Passage.
Zeitplan (local time, MEZ)
Freitag, 24. September
3:00 – 3:45 p.m. (0:00 – 0:45) – NTT IndyCar Series practice #1
Samstag, 25. September
9:00 – 9:45 a.m. (18:00 – 18:45) – NTT IndyCar Series practice #2
12:05 p.m. (21:05) – Qualifying for the NTT P1 Award (three rounds of knockout qualifications
Sonntag, 19. September
9:00 – 9:30 a.m. (18:00 – 18:30) – NTT IndyCar Series warmup
12:00 p.m. (21:00) – NBCSN on air
12:38 p.m. (21:38) – „Drivers, start your engines“ command
12:45 p.m. (21:42) – Acura Grand Prix of Long Beach (85 laps/167.28 miles), NBCSN, Sport1+ (live)
(c) Photos: IndyCar Media; Chris Owens
