Home Formel EinsF1Formel Eins: Vorschau GP von Italien 2021

Formel Eins: Vorschau GP von Italien 2021

von DonDahlmann
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Die Formel Eins erledigt am Wochenende ihre Hochgeschwindigkeitsorgie. Im Fokus dürften die Ankündigungen von Mercedes und Williams stehen.

Es ist jetzt nicht sonderlich überraschend, dass George Russell im nächsten Jahr für Mercedes antreten wird. Sein Einsatz im letzten Jahr in Bahrain, als er einmalig den an Covid-19 erkrankten Lewis Hamilton vertrat, rechtfertigte schon allein die Verpflichtung. Seine konstant guten Ergebnisse im Williams sowieso. Und man sollte auch nicht vergessen, dass er Lando Norris im Kampf um die F2-Meisterschaft geschlagen hat. Mercedes hat die richtige Entscheidung getroffen. Russell ist neben Norris der beste Nachwuchsfahrer, der verfügbar ist und er kann die Lücke füllen, die der 36-jährige Hamilton vermutlich nach 2023 bei Mercedes hinterlassen wird. Russell noch ein weiteres Jahr bei Williams zu parken, anstatt ihm mindestens ein Jahr zu geben, um mit den Strukturen und dem neuen Auto zurechtzukommen, hätten keinen Sinn ergeben.

Das Bottas deswegen gehen musste, ist folgerichtig. Nicht, weil der Finne ein schlechter Teampartner wäre. Eigentlich ist er ideal. Schnell, aber nicht schnell genug, um Hamilton wirklich zu gefährden, gleichzeitig aber ein exzellenter Teamplayer. Was Besseres konnte Mercedes in den letzten Jahren nicht passieren. Bottas ist es nie gelungen, eine echte Gefahr für Hamilton zu sein. Seine Leistungen sind, vor allem im Rennen, etwas zu inkonstant, dazu kommt seine bekannte Schwäche beim Überholen.

Interessant ist ein Wechsel zu Alfa Romeo aber schon. Für das Team aus Hinwill ist es natürlich ein Geschenk. Bottas bringt viel Mercedes-Wissen mit, ist schnell und kann er gilt als guter Entwickler. Genau das, was man 2022 benötigen wird. Einige zeigten sich verwundert, dass Bottas sich für Alfa und gegen Williams entschieden hat. Die Briten scheinen insgesamt auf einem besseren Pfad zu sein, als Alfa. Aber mein Eindruck ist, dass Bottas gar keine Wahl hatte. Die Frage ist nicht, ob Bottas zu Williams wollte, sondern ob Williams Bottas überhaupt ein Angebot gemacht hat.

Die Verpflichtung von Alex Albon bei Williams wirkt auf den ersten Blick etwas merkwürdig. Er hatte keine gute Zeit bei Red Bull, war nun ein Jahr aus der F1 und verfügt daher eher über deutlich weniger Erfahrung als Bottas. Und ob er schneller als der Finne ist auch unklar. Die Spekulationen drehen sich im Moment aber um die weitere Zukunft von Williams. Der neue Teamchef und Ex-VW Motorsport Chef Jost Capito hat nicht nur viele seiner ehemaligen Mitarbeiter zu Williams gebracht, sondern hat auch enge Verbindungen zu Red Bull, die Hauptsponsor des WRC-Programms von VW waren.

Die Gerüchte drehen sich also in die Richtung, dass VW, auf die ein oder anderen Weise in die Formel Eins und Red Bull die Motoren liefert. Ich bin da extrem skeptisch. Volkswagen selber möchte sich als komplette E-Auto Marke umbauen und das gilt auch für diverse Untermarken wie Audi. Zwei logische Kandidaten wären Porsche oder Lamborghini. Porsche hat aber schon Le Mans auf dem Programm und Lamborghini sehe ich jetzt nicht als Marke, mit der sich der VW-Konzern in der F1 präsentieren möchte. Daher denke ich eher, dass es Red Bull, die sich engere Kontakte zu Williams wünschen. An irgendjemanden müssen sie ja ihren Motor verkaufen und Alex Albon ist eine gute Eintrittskarte dafür.

Das Wochenende in Monza dürfte in Sachen WM sehr eng werden. Ich kann zwischen Mercedes und Red Bull hier nur wenig Unterschiede sehen. Es geht in Monza einerseits um den Topspeed andererseits aber auch darum, wie gut man aus den langsameren Ecken herauskommt. Gefragt ist wenig aerodynamischer aber guter mechanischer Abtrieb. Wer hier das bessere Chassis hat, ist schwer zu sagen. Die guten Quali-Zeiten der Mercedes hatte ich in Zandvoort so nicht erwartet, daher meine Einschätzung, dass es in Monza zwischen beiden Team sehr eng wird. Für Mercedes ist es natürlich wichtig die WM-Führung zurückzuerobern. Den zweiten Fahrern im Team kann daher eine entscheidende Rolle im Rennen zufallen.

Um die Plätze dahinter werden sich Ferrari, McLaren und vermutlich ein Alpha Tauri streiten. Man darf nicht vergessen, dass Pierre Gasly das Rennen im letzten Jahr gewonnen hat. Ich rechne damit, dass er auch in diesem Jahr wieder weit vorne sein wird. Aber vor allem Ferrari wird sich beim Heimrennen stark zeigen. Die Italiener überraschen dieses Jahr zwischendurch immer wieder mal und wenn ich richtig informiert bin, kommt das Motor-Update dann auch rechtzeitig zum Rennen in Monza. Die könnten also eine Überraschung abliefern.

Das gilt auch für Alpine, die gerade auf den schnellen Strecken immer wieder gute Leistungen zeigen. Generell gibt es bei den Franzosen eine erfreuliche Aufwärtstendenz, die seit einigen Rennen anhält. Offenbar ist die Abstimmung im Team in diesem Jahr eine bessere und das drei Jahre alte Chassis hat auch noch Reserven. Ich glaube nicht, dass sie vor den Ferrari oder McLaren liegen werden, aber weit weg werden sie nicht sein.

Das gilt dann schon eher für Aston Martin. Was mich am Team wundert, ist die Tatsache, dass man wenig konstante Leistungen zeigt und auch nur wenig Fortschritt in diesem Jahr sichtbar ist. Das war früher anders. Es mag daran liegen, dass man alle Konzentration auf 2022 legt, was nachvollziehbar ist. Viel erreichen kann man in diesem Jahr sowieso nicht. Aber besonders gut die Sache dann auf der Strecke auch nicht aus. Ein Achtungserfolg aus eigener Kraft scheint im Moment kaum möglich und das ist wirklich überraschend.

Alfa Romeo, Williams und Haas werden das Feld abschließen. Bei Alfa gibt es noch zu vermelden, dass Robert Kubica am Wochenende erneut Kimi Räikkönen ersetzt, der weiter positiv für Covid-19 getestet ist.

Strategie:
Das Wetter sollte am Wochenende interessant werden. Nicht, weil es regnen könnte, sondern weil es ziemlich warm werden wird. Bis zu 30 Grad stehen auf dem Programm, was die Asphalttemperaturen nach oben treiben wird. Das war in den letzten Jahren eher schwierige Bedingungen für die Mercedes, die etwas mehr Reifenverschleiß zeigten, als die Red Bull. Die Belastung der Reifen in Monza sollte man nicht unterschätzen, wie die Grafik von Pirelli zeigt. Pirelli bringt mit den C2, C3 und C4 eher weiche Reifen mit nach Monza. Das deutet darauf hin, dass Mercedes und Red Bull versuchen werden, die Medium ins Zentrum zu stellen.

Aber an diesem Wochenende ist mal wieder alles ein wenig anders, da das Sprintrennen wieder auf dem Programm steht. Es gibt also nur Q1, dann die Quali am Freitag für das Sprintrennen, dann Q2 am Samstag und das Sprintrennen danach. Das setzt dann die Startaufstellung für den Sonntag. Da das Sprintrennen bedeutet, dass alle Teams am Sonntag eine freie Reifenwahl haben, wird man also die Medium am Start sehen. Für die C4 dürfte es einfach zu heiß sein.

Ob es aber für eine Ein-Stopp-Strategie reicht, ist auch nicht sicher. Auf dem Papier müsste man die C3 recht lange fahren können, da sie relativ stabil sind. Die C2 könnte man am Schluss fahren. Je nachdem, welche Reifen die Teams im Sprintrennen verwenden, könnte es aber auch mit einer C3, C3 und dann C2 Strategie reichen. Da man in Monza gut überholen kann, könnte dies eine erfolgreiche Kombination sein.

Achtung! Die Startzeiten am Freitag und Sonntag auch etwas anders. Die genauen Zeiten gibt es wie immer im TV-Planer.

Bilder: Pirelli, Mercedes, Ferrari, Williams F1

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