Home MotorsportV8 Supercars: Vorschau Perth 2016

V8 Supercars: Vorschau Perth 2016

von ThomasB
0 Kommentare 5 minutes read

Am kommenden Wochenende reisen die V8 Supercars an die australische Westküste, genauer gesagt zum Barbagallo Raceway, der nördlich der Stadt Perth liegt. Da es zudem die einzige Station der Serie in West-Australien ist, ist das Rennen traditionell sehr gut besucht.

320087_home_heroDa ich in den letzten Wochen keine Zeit für eine ausführliche Analyse hatte, möchte ich an dieser Stelle noch einmal kurz auf die Rennen in Phillip Island zurückblicken. Scott McLaughlin (GRM) war dort nicht zu schlagen und gewann beide Rennen jeweils von der Pole Position. Generell schien die Strecke den Volvos sehr entgegenzukommen, denn auch sein Teamkollege James Moffat landete in beiden Qualifyings in den Top Ten (Startplätze acht (R1) und fünf (R2)). Beim Start zum ersten Rennen konnte sich McLaughlin zunächst gegen Chaz Mostert (Rod-Nash-PRA) durchsetzen. Nach den Pitstops saß ihm dann Jamie Whincup (RBRA) im Nacken, doch auch er konnte McLaughlin den Sieg nicht streitig machen. Hinter den beiden wurde Fabian Coulhard (DJR-Penske) nach einer starken Leistung Dritter, er konnte im Vergleich zu seinem Startplatz insgesamt sechs Positionen gutmachen. Dabei profitierte er in der letzten Runde aber auch von einem Reifenschaden bei Mostert, der diesen auf den 23. Platz zurückwarf. Die Top fünf komplettierten Shane van Gisbergen (RBRA) und Mark Winterbottom (PRA). Moffat im zweiten Volvo konnte sich mit dem siebten Platz um eine Position verbessern, Garth Tander (HRT) auf Rang neun sogar um ganze neun Positionen.

Im zweiten Rennen musste sich McLaughlin gleich zu Beginn gegen eine heftige Attacke von Whincup wehren, der es in Turn 1 außen herum versuchte. Doch McLaughlin konnte diesen Angriff abblocken und Whincup nur knapp einen heftigen Abflug verhindern. Der Rekord-Champion ließ sich aber nicht abschütteln und blieb (fast) im gesamten Rennen immer in der Nähe von McLaughlin. Dabei halfen ihm aber auch der Überrundungsverkehr und eine Caution gegen Rennende wegen eines Reifenschadens bei Cameron Waters (PRA). Doch ein Fehler nach dem Restart, bei dem er in der letzten Kurve von der Strecke abkam, kostete Whincup nicht nur die Chance auf den Rennsieg, sondern auch einen Podestplatz. So gewann McLaughlin am Ende relativ ungefährdet auch das zweite Rennen, diesmal vor Mark Winterbottom und Scott Pye (DJR-Penske). Whincup wurde schließlich Vierter, gefolgt von seinem Teamkollegen Craig Lowndes. Erwähnenswert auch der sechste Platz von Michael Caruso (Nissan), der damit sein drittes Top-Ten-Ergebnis in diesem Jahr perfekt machte.


Perth SuperSprint

McLaughlin und sein Team hätten sicher nichts gegen eine Wiederholung der Ergebnisse aus Phillip Island, vor allem wenn man auch auf die Schlagzeilen der letzten Tage schaut. Polestar/Volvo, die ja bereits am Anfang des Jahres ihre Werksunterstützung einstellten, gaben unter der Woche bekannt, ihr Engagement bei den V8 Supercars nach dem Ende der laufenden Saison einzustellen. GRM würde somit in der gleichen Situation wie Prodrive stecken, was nicht weiter schlimm wäre.

Doch Polestar (bzw. jetzt Cyan Racing) besteht darauf, die Autos und die Motoren einzukassieren, sodass GRM für nächste Saison mit leeren Händen da steht – mehr dazu auch in unserem Podcast. Zudem droht jetzt der Verlust von Scott McLaughlin, der zur Zeit einer der begehrtesten Fahrer im Feld ist.

Insgesamt ist für mich die Entscheidung von Volvo schon sehr enttäuschend, zumal den V8 Supercars die Hersteller wegzulaufen scheinen und die Zukunft der Serie gefährden. Auch Nissan hat sich immer noch nicht entschieden, was man nach dieser Saison macht. Die nächsten Wochen werden also wegweisend. Merkwürdig ist allerdings, dass die V8 Supercars mit Virgin Australia einen neuen langfristigen Sponsorenvertrag geschlossen haben (s.unten).

Auf dem Barbagallo Raceway gewannen im letzten Jahr zweimal Mark Winterbottom (PRA) und einmal Will Davison (damals im Erebus-Mercedes). Scott McLaughlin erlebte mit den Plätzen elf und 18 sowie einem Ausfall ein Wochenende zum Vergessen. Ich gehe aber schwer davon aus, dass das in diesem Jahr anders aussehen wird, denn GRM scheint wieder zu einer besseren Form zurückgefunden zu haben.

Natürlich werden die Gegner um einen Sieg wieder Red Bull und Prodrive heißen, und sogar DJR-Penske scheint mir langsam aber sicher in Schwung zu kommen. Enttäuschend läuft dagegen die Saison für das Holden Racing Team, das sich wie in den letzten Jahren auch schon mit schlechten Ergebnissen in den Qualifyings selber das Leben schwer macht. James Courtney hat aus Adelaide immerhin einen Rennsieg und einen zweiten Platz zu Buche stehen, doch seitdem reichte es nicht mal mehr für ein Ergebnis unter den ersten Fünf. Aber vielleicht schafft man ja am kommenden Wochenende endlich die Kehrtwende.500px-Barbagallo_Raceway_AKA_Wanneroo_Park_(Australia)_track_map.svg

Der Barbagallo Raceway zählt zu meinen Lieblingsstrecken im Kalender. Der Kurs ist zwar nur 2,4 Kilometer lang, hat aber einiges zu bieten. In den Esses (Turn 2 bis 4) werden Geschwindigkeiten um die 170 km/h erreicht. Turn 6 liegt in einer Senke und wird mit 100 km/h durchfahren. Angebremst wird die Kurve auf einem Bergabstück und auf der anschließenden Geraden erreicht man 250 km/h. Mit Turn 7 folgt eine enge Rechtskurve, die die beste Stelle für ein Überholmanöver darstellt. Aber auch in den Turns 1 und 6 ist Überholen durchaus möglich. Um ein genaueres Bild von der Strecke zu bekommen, kann man sich einmal eine Runde mit Jack Perkins anschauen:

Zeitplan und Format

Wie es der Name des Rennens schon verrät, kommt an diesem Wochenende wieder das SuperSprint-Format zum Einsatz, das sich aus einem kurzem Rennen am Samstag und einem langem Rennen am Sonntag zusammensetzt. Da die Rennen an der Westküste stattfinden, muss man dieses Mal nicht allzu früh aufstehen. Der Zeitplan für das Wochenende sieht wie folgt aus:

Samstag:
05:40 Uhr – Qualifying 1 – 15 Minuten
08:45 Uhr – Rennen 1 – 50 Runden (120 km)

Sonntag:
04:45 Uhr – Qualifying 2 – 20 Minuten
08:00 Uhr – Rennen 2 – 83 Runden

(Zeiten in MESZ und ohne Gewähr.)

Eine Sache noch zum Schluss: Die V8 Supercars haben vor etwas mehr als einer Woche einen Deal mit Virgin Australia abgeschlossen und heißen für die nächsten fünf(!) Jahre offiziell „Virgin Australia Supercars Championship“. Ich werde sie aber zumindest noch in dieser Saison weiterhin als V8 Supercars bezeichnen, auch um Verwirrungen mit dem TV-Planer zu vermeiden.

Das könnte Dir auch gefallen

  Der Ansprechpartner in Sachen Automobil ist AUTODOC   Der Ansprechpartner in Sachen Automobil ist AUTODOC
Racingblog
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.