Nach den letzten Rennen der FIA WTCC konnte man auf ein Kampf zwischen den Marken hoffen, doch in Le Castellet dominierte mal wieder Citroen.
Die Rennen auf dem Circuit Paul Ricard sind selten wirklich gut und die FIA WTCC suchte sich auch noch eine der schlechtesten Streckenanbindungen aus. Während die meisten anderen Serien die lange Version fahren oder die kurz Version zusammen mit der langen Geraden, hat sich die FIA WTCC für die Kurzversion mit extra Schikane in der Geraden ausgesucht. Dadurch hatte man jegliche Windschattenduelle für das Wochenende eliminiert und die Fahrer konnten nur durch gewagte Manöver am Ende der Start-Ziel-Geraden überholen. Insgesamt kann man die Überholmanöver am Wochenende an einer Hand abzählen, aber immerhin hat die FIA WTCC die wohl schlechteste Saisonstation hinter sich.
Rennen 1
Von der Pole konnte Sebastian Loeb ins Rennen gehen, vor seinen drei Teamkollegen Yvan Muller, Jose-Maria Lopez und Ma Qinghua. Man merkte also schon im Qualifying, dass am Sonntag nur die Citroens gewinnen können und die Konkurrenz nur um den fünften Rang im ersten Lauf kämpfen würde. Auf Platz 5 konnte sich Tom Chilton qualifizieren und tatsächlich kamen die Top 5 nach 16 Rennrunden in der gleichen Reihenfolge ins Ziel. Zwar konnte Jose-Maria Lopez das ganze Rennen direkt an Yvan Muller dran bleiben, aber für ein Überholmanöver reichte es nicht. Auch der sechste Platz war direkt nach dem Start von Norbert Michelisz bezogen und er gab ihn bis zum Schluss nicht mehr ab.
Um den siebten Rang entwickelte sich zeitweise ein schönes Duell zwischen Tiago Monteiro und Hugo Valente, bei dem sich Monteiro durchsetzen konnte und für Hugo Valente das Rennen in Runde 5 mit einem Frontschaden endete. Auch Nick Catsburg musste das Rennen bereits in Runde 4 aufgeben, aber leider löste die Regie den Grund nicht auf. Für Rob Huff war das Rennen bereits kurz nach dem Start zu Ende, da er mit Grégoire Demoustier kollidierte. Immerhin konnte Jaap van Lagen noch den zehnten Rang für Lada sichern. Extrem schlecht lief das erste Rennen für die RML-Chevrolet-Piloten. Während Tom Chilton noch den fünften Platz erreichen konnte, konnten sich die anderen Fahrer nur zwischen Platz 12 und 15 einsortieren.
Rennen 2
Während Rob Huff nach dem Schaden im ersten Rennen nicht mehr im zweiten Lauf starten konnte, ging sein Teamkollege Jaap van Lagen vom zweiten Platz aus ins Rennen. Zusammen mit ihm stand Mehdi Bennani in der ersten Reihe, aber dieser legte einen legendären Frühstart hin und verlor damit jegliche Podiumschancen. Immerhin wurde es am Ende noch ein neunter Rang für ihn. Der große Profiteur war Norbert Michelisz, da er nach der ersten Kurve schon auf Platz 2 lag und nur noch warten musste, bis Bennani seine Durchfahrtsstrafe absitzen würde. Recht schnell gab es dann aber eine Safety-Car-Phase, da Sebastian Loeb einen Reifenstapel in Runde 3 abgeräumt hat, der eigentlich die Strecke begrenzen sollte. Dabei beschädigte Sebastian Loeb sein Fahrzeug so stark, dass er aufgeben musste. Der Reifenstapel lag anschließend auf der Strecke.
Nachdem das Safety Car in der sechsten Runde wieder reinkam, führte Michelisz vor Tiago Monteiro und Jose Maria Lopez. Der Kampf war aber schon in Runde 7 wieder zu Ende, da Monteiro und Lopez am Ausgang der ersten Kurve aneinandergerieten. Für mich tragen beide einen Teil der Schuld, da Lopez reinhielt, aber Monteiro auf seine Linie zog. Für Tiago Monteiro war das Rennen danach beendet, da er eine gebrochene Felge hatte.
Nach der Kollision kam Ma Qinghua an Lopez vorbei und daraus entwickelte sich ein nettes Duell für die nächsten vier Runden. In Runde 12 kam dann schließlich Jose-Maria Lopez an Ma Qinghua vorbei und konnte die Verfolgung von Norbert Michelisz aufnehmen. In Runde 14 konnte sich Lopez an Michelisz vorbeischieben. Der beste RML-Pilot wurde Hugo Valente auf dem sechsten Rang.
Es hat sich mal wieder gezeigt, dass Citroen die FIA WTCC nach Belieben dominiert und selbst bei Startplätzen am Rande der Top 10 können die Citroen-Werksfahrer noch gewinnen. Die Honda-Werksfahrer waren mal wieder Norbert Michelisz unterlegen und momentan liegen Tarquini, Monteiro und Michelisz innerhalb von vier Punkten in der Gesamtwertung. Wirklich schade ist, dass die Lada sehr oft technische Probleme oder Schäden erleiden und man so kaum einschätzen kann, wie stark das Fahrzeug wirklich ist. Im Qualifying reicht es zumeist für Top-10-Resultate und vielleicht erreichen sie dieses Jahr noch einen Achtungserfolg.
Leider hat dieses Wochenende auch die TV Übertragung nicht ganz gestimmt, da die Regie permanent zwischen den Fahrzeugen gewechselt hat. Schöne Bilder sehen wir dann wieder in zwei Wochen auf dem Stadtkurs in Vila Real, auf den ich mich extrem freue.









