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Analyse: LMS in Le Castellet & Grand-Am in Birmingham

von StefanTegethoff
1 Kommentare 6 minutes read

Ein LMP1-Fernduell und engere Positionskämpfe in den unteren Klassen prägten den LMS-Auftakt, in der Grand-Am siegten die Favoriten.

Audis runderneuerter R15plus lief. Und lief und lief und lief. Ohne nennenswerte Probleme überstanden Allan McNish und Dindo Capello die 8h auf dem Circuit Paul Ricard. Auf Tom Kristensen mussten sie dabei noch verzichten, da der wegen seines Achillessehnenrisses vor einigen Wochen noch Probleme hatte, vor allem wohl bei der Bedienung der Kupplung. Der von Oreca eingesetzte Peugeot dagegen hatte relativ früh mit der Technik zu kämpfen. Nachdem diese Probleme ausgeräumt waren, galt es die Rundenzeiten in diesem Fernduell zu beobachten – und die waren etwa auf gleichem Niveau. Die insgesamt schnellste Rennrunde geht allerdings an den Audi – eine kleine Überraschung, nachdem ja in den letzten Jahren Peugeot doch immer den Vorteil der schnelleren Rundenzeiten und des höheren Speeds hatte. Auch letztere Wertung gewann Audi mit 331 gegenüber 325 km/h, wobei dabei auch Windschatten eine Rolle gespielt haben kann. Das erste Aufeinandertreffen der beiden verspricht also ein spannendes Duell in der LMS und bei der 24 Stunden.

Dahinter kam der Werks-Aston Martin-Lola (Top-Speed: 327 km/h, 20+ km/h schneller als alle anderen Benziner!), wie der Audi ohne Probleme, auf einen guten zweiten Rang, ohne aber nach der Startphase, in der Stefan Mücke kurz die Führung erobert hatte, jemals in Schlagdistanz zur Diesel-Konkurrenz zu sein. Das Mansell-Familienteam war das langsamste in der LMP1, deren schnellste Rennrunde wurde sogar vom LMP2-Sieger unterboten. Nach einem technischem Defekt etwa eine Stunde vor Rennende reichte es nur zu Gesamtrang 14 und dem letzten in der Klasse.

Deutlich spannender war das Rennen in der LMP2, wo am Ende der Acura bei seinem ersten Europa-Auftritt nach mehreren Führungswechseln (der letzte 17 Runden vor Schluss) knapp vor dem Oak Racing-Pescarolo siegte; diese beiden lagen in derselben Reihenfolge auch in der Green Challenge vorn, waren somit am effizientesten im Umgang mit dem Benzin – auch die eigentlich ja verbrauchsgünstigen Diesel schlug man dabei mit den um einiges kleiner dimensionierten LMP2-Motoren der Fabrikate Honda und Judd deutlich.

Die GT2 bot ebefalls ein spannendes Rennen, das jedoch mit einem Doppelsieg der Felbermayr/Proton-Porsche endete, mit dem Wagen von Richard Lietz und Marc Lieb pilotierten an der Spitze. Das ist eine herausragende Leistung der beiden, da einige Stunden vor Schluss Probleme mit einem der Stoßdämpfern auftraten, die den Wagen schwerer zu fahren machten. Dahinter kamen auf Rang 3 Jean Alesi, Giancarlo Fisichella und Toni Vilander ins Ziel, was schon recht überraschend war, da F1-Fahrer, die eigentlich Sprintrennen gewöhnt sind, doch oft erst eine Eingewöhnungsphase in der Welt der überdachten Fahrzeuge und der Ausdauerrennen benötigen. Die Klassenplätze 2-5 kamen allesamt in der gleichen Runde ins Ziel und nur zwei Runden hinter dem Sieger, hier herrscht also, wie vorher angekündigt, eine enorm hohe Leistungsdichte.Auch der neue BMW M3, zum ersten Mal in der echten LMS-Konfiguration unterwegs (beim Test hatte man noch ein Auto in VLN-Abstimmung, an dem der ACO noch Modifikationen einforderte), lag zwischenzeitlich auf Podiumskurs, am Ende reichte es für einen soliden Klassenrang 6 mit 8 Runden Rückstand auf den Lieb/Lietz-Porsche.

Insgesamt war das Rennen eher wenig ereignisreich. Die Regie schaffte es bei der Live-Einblendung gegen Ende aber auch recht konsequent, statt der engeren Kämpfe in GT2 und LMP2 meist nur der führenden Audi zu zeigen. Der testete als einziges Fahrzeug auch noch kurz die neuen Michelin-Regenreifen an, als es kurz vor Schluss leicht zu regnen begann, nachdem es bereits den ganzen Tag über in der Umgebung der Strecke Niederschläge gegeben hatte. Die wenigen Tropfen hatten aber keine Auswirkungen mehr auf den Rennausgang.

Damit noch kurz zur TV-Übertragung: es ist lobenswert, dass Eurosport viel Live-Programm hat und damt auch entsprechend flexibel umgeht. So bekam man etwa die letzten 35 Rennminuten live zu sehen, nicht nur als Aufzeichnung. Anstatt der Live-Einblendung um 14 Uhr ging man hier jedoch eine halbe Stunden früher drauf und beendete dann die Übertragung aber bereits um kurz nach 14 Uhr anstatt um 14:30. Wer sich also auf seine Fernsehzeitung verließ, verpasste hier die halbe Stunde. Die neuen Grafiken sind zwar hübscher als die alten, aber auch deutlich kleiner, da auf Flatscreens mit entsprechender Diagonale ausgelegt. Das könnte die 24 Stunden von Le Mans für Besitzer älterer TV-Geräte deutlich anstrengender machen… freuen darf man sich trotzdem drauf, ebenso wie auf das zweite LMS-Saisonrennen am 9. Mai in Spa.

Grand-Am – Barber Motorsports Park

Das Rennen der Grand-Am Rolex Sports Car Series in Alabama war ein wenig aufregender als das der IndyCars auf der gleichen Bahn. Grund war auch die Taktik: da es in der Anfangsphase des Rennens einige Gelbphasen gab, setzten die Prototypen-Teams auf unterschiedliche Strategien, indem sie ihren ersten Boxenstopp (der innerhalb der ersten 45 Minuten untergebracht werden muss) in unterschiedlichen Cautions einlegten. So ergab sich eine durcheinandergewürfelte Reihenfolge, in der die Autos mit den frischen Reifen hinten und die mit den älteren Reifen vorn waren, was zu einigen engen Duellen und vielen Überholmanövern führte.

Für die erste Gelbphase war der Krohn-Lola verantwortlich, der in der zweiten der schnellen S-Kurven im rückwärtigen Streckenteil von der Strecke abkam und leicht in die Schaumstoffbarrieren einschlug, die zweite geht auf das Konto des Gainsco-Teams von Bob Stallings, deren Chevrolet-Motor (der einzige im Prototypen-Feld) sich in eine große Rauchwolke auflöste – ein eher seltenes Bild in dieser Serie, aber die Gainsco-Mannschaft hat dieses Jahr sowieso das Pech gepachtet, schon beim Saisonauftakt in Daytona hatte man mit Problemen zu kämpfen. Und so liegt das Top-Team der Serie, das in den letzten Jahren meist nur von Gainsco ernsthaft gefährdet wurde, ungefährdet vorn: Ganassi mit den Fahrern Memo Rojas und Scott Pruett. Die gewannen wie bereits in Homestead auch an diesem Wochenende in Alabama.

In der GT-Klasse dominieren in diesem Jahr die Mazda RX8 das Feld, die Konkurrenz durch Porsche und Pontiac ist qualitativ und quantitativ schwächer als in den letzten Jahren. Wie bereits im vergangenen Rennen gewann wieder der SpeedSource-Mazda mit Emil Assentato und Jeff Segal, die im Gesamtklassement aber nach einem schlechten Rennen in Daytona nur Dritte sind. Auch in dieser Klasse gab es schöne Zweikämpfe zu sehen, aber auch einige Dreher und Berührungen. So räumten sich u.a. zwei Corvettes etwa eine Stunde vor Schluss von der Strecke, von denen die eine mit Paul Edwards am Steuer kurz zuvor noch geführt hatte. In der Meisterschaft führen Sylvain Tramblay und Jason Bomarito auf SpeedSource-Mazda. Gut platzierte Nicht-Mazda sind der Stevenson Pontiac (Davis/Liddell) auf Gesamtrang 2 und der Turner-BMW (Auberlen/Dalla Lana/Hand) auf Rang 4, die aber bisher noch keine Rennsiege erreichen konnten. Das nächste Event steigt am 24. April auf dem Virginia Int’l Raceway.

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1 Kommentare

ERIC BARAQUIN 23 Dezember, 2011 - 16:28

hello
vraiment de tres belle photo au Paul Ricard en Le Mans Serie
Continuez comme ca pour l’amateur que je suis mais qui ne peut pas acceder au bord des circuit pour faire de telles photos

merci
best regards

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