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ADAC GT Masters: Analyse Oschersleben 2010

von DonDahlmann
4 Kommentare 3 minutes read

Das ADAC GT Masters ist mit zwei sehr sehenswerten Rennen in die neue Saison gestartet.

Das ADAC GT Masters ist bei mir, wie bei den meisten Rennfans, bisher unter dem Radar abgelaufen. Das lag nicht daran, dass ich die Serie nicht mögen würde. Das erste Mal bin ich 2008 live mit ihr in Berührung gekommen, als sie das Rahmenprogramm des 1000km Rennens am Nürburgring verschönerte. Schon damals dachte ich mir: „Corvettes, Porsche, Lamborghini… mit den teilweise besten Namen in Sachen Tourenwagenfahrer weltweit. Warum sieht man die nicht im Fernsehen?“. Und an der TV Übertragung lag es vermutlich auch, dass die Serie so unbeobachtet blieb. Das ändert sich in diesem Jahr, da Kabel1 überraschenderweise beschlossen hat, alle Rennen live zu zeigen. Etwas ungewöhnlich für den Sender, aber man machte bei der ersten Übertragung einen hervorragenden Job. Das lag nicht zuletzt an den packenden Rennen.

Zugegeben – das Reglement ist derartig kompliziert, von wegen Platin, Gold, Silber usw. Fahrer, Ballast und was weiß ich noch. Der ADAC spekuliert wohl darauf, dass es den nicht so informierten Fan nicht weiter interessiert. Dazu kommt, dass die Kombi mit Amateur und Profi ja durchaus seine Reize hat und für die gewünschten Überholmanöver sorgt. So lange die Action auf der Rennstrecke stimmt, wird es den meisten Zuschauern egal sein, wer mit welchem Ballast im Auto unterwegs ist. Dafür stimmt die Nennliste.

Das erste Rennen in Oschersleben zeigte dann auch direkt, dass die Rechnung aufgeht. Weil man auf dem engen Kurs nicht so gut überholen kann, blieb das Feld lange hinter dem Ascari von Knop/Rehfeld stecken, was für wirklich packende Zweikämpfe sorgte. Auch das sehr enge Reglement ist dafür verantwortlich, denn sonst könnte wohl kaum ein Ascari gegen eine halbwerkseitig unterstützten Audi R8 LMS bestehen.

Letzter sahen allerdings im ersten Lauf nicht sonderlich gut aus. Offenbar hat der ADAC, aus Angst, das Masters könnte sich in eine Audi-Meisterschaft verwandeln, die Ingolstädter etwas heftig eingebremst, während man bei den vielen, vielen Porsche 911 GT3 etwas großzügiger war, denn die bestimmten das Rennen nach belieben.
Wobei man allerdings auch sagen muss, dass die Siegerpaarung des ersten Laufs Niclas Kentenich und Sebastian Asch ja jetzt nicht gerade zu den schlechtesten gehören. Hinter ihnen landete die Paarung Kevin Estre und Frank Schmickler, ebenfalls Porsche, Platz 3 belegten Sebastian Hohenadel und Toni Sailer mit einer Corvette.

Das zweite Rennen startete unter feuchten Bedingungen, aber die meisten Teams setzten doch auf Slicks. Auf Grund der schlechten Bedingungen konnten sich die R8 etwas besser in Szene setzen und sorgten für viel Trubel auf der engen Strecke. Am Ende gewann aber wieder ein Porsche, dieses Mal mit der sehr starken Besetzung Rene Rast/Tim Bergmeister. Zweiter wurden Jens Klingmann und der mir nicht bekannte Pole Kuba Giermaziak mit einem R8, auf Platz kam erneut die Paarung Kentenich/Asch ins Ziel.

Die Rennen hatten hohes Unterhaltungspotential. Zeitweilig fühlte ich mich sehr an die britische BTCC erinnert, denn es ging ordentlich rustikal zur Sache. Bange vor Berührungen hat man nicht und die Rennkommissare waren offenbar bei ihren britischen Kollegen zu Besuch, denn Strafen wurden so gut wie keine ausgesprochen.

Beigetragen zum guten Einstand hat die Übertragung von Kabel 1. Jan Stecker und Lina van Mars waren eine etwas ungewöhnliche Moderatorenpaarung, machten ihre Sache aber entspannt und wirklich gut. Als Kommentator konnte man Rainer Braun gewinnen, was mal wieder eine Freude war und eine Idealbesetzung darstellte. Der „deutsche Heinz Prüller“ sorgte für erfrischende Sprüche und viele Hintergrundinfos und hatte genügend Selbstironie, wenn er schon mal die Namen der fahrenden Väter und Söhne vertauschte (Klaus und Luca Ludwig, Roland und Sebastian Asch usw.). Das er hier und da scheinbar leicht den Überblick verlor, sei verziehen. Zum einen war er offenbar alleine in der Kommentatorenbude, zum anderen ist es auch nicht leicht alle Boxenstopps und eingespielten Wiederholungen im Auge zu behalten.

Fazit: Tolle Autos, tolle Fahrer, spannende Rennen, gute Übertragung. Wird vor allem im Vergleich mit der DTM interessant sein, wie sich die Serie im Laufe des Jahres präsentiert.

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4 Kommentare

Peter Osburg 13 April, 2010 - 11:13

Dem kann ich mich nur anschließen! Die 2 Rennen habe ich auch live verfolgt und ich war begeistert. Für den Kurs war eine Menge Action geboten worden.

Ich war schon letztes Jahr drauf und dran, die ADAC GT Masters auf dem Lausitzring zu besuchen, allerdings kamen andere Termine dazwischen. Nach den ersten beiden Läufen, bin ich mir aber sicher, die Veranstaltung zu 100% auf einer Strecke zu besuchen.

Ich freu mich auf die kommenden Rennen und hoffe die Leistungen bezüglich der Übertragung von Kabel 1 bleiben so solide!

– Peter

nona 13 April, 2010 - 13:56

Ebenfalls. Ich fand die Übertragungen sehr in Ordnung, was man eigentlich auf Anhieb nicht unbedingt erwarten konnte. Insgesamt solide Leistung, durchaus unterhaltsam, davon gerne mehr. War in der Tat auch schön, mal wieder Rainer Braun zu hören.

Stefan 13 April, 2010 - 14:13

Ich fühlte mich ein bißchen zurückversetzt in die 80er Jahre.
DTM Übertragung bei 3sat, mit Rainer am Mikro. V.a. freut mich, dass man wieder echten Motorsport zu sehen bekommt. Mit tollen Autos, entspannten Fahrern und Action auf der Strecke. Bitte mehr davon!

Fangio 13 Mai, 2010 - 17:07

Da kann ich mich leider gar nicht anschließen.
Zum Kommentar: Es wird Zeit, dass der liebe Herr Braun endlich in Rente geht. Seine Kommentare waren schon zu DTM-Zeiten mehr als schlecht. Und wenn er einen abgehalferten Ski-Springer wie Hannavald, der 3 Sekunden langsamer fährt als sein Team-Kollege, gute Leistungen atestiert, dann hat er einen Sprung in der Schüssel.
Zur Serie: Das ist ja wohl ein Witz. Teams aus Profis und Promi-Amateuren… Dass ich nicht lache, wen soll das denn hinter dem Ofen vorlocken? Wer will den einen rennfahrenden Fürsten und einen ehemaligen Ski-Springer gemeinsam mit einem Profi in einem Auto sehen? Danke, einmal und nie wieder. Da hat die deutsche Motorsport-Scene mehr zu bieten!

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