Volles Programm der NASCAR in New Hampshire/Loudon. Alle Top Serien der NASCAR sind unterwegs, auch die in eine Krise taumelnde CTS. Und natürlich ist dies das erste Rennen im Chase. Dabei ist New Hampshire eines der wirklich fiesen Shorttracks der NASCAR, auf dem man sehr, sehr, sehr viel Geduld benötigt. Die Strecke ist eng, die Geraden für einen Shorttrack erstaunlich lang, die Kurven sind wirklich richtige Kurven. Das macht die Abstimmung schwierig und das Rennen nicht leicht. Wichtig ist, wie bei allen Shorttracks, vor allem die Startposition. Da man in den Kurven nur schwer überholen kann, muss man in die Top15 kommen, sonst kann man es gleich vergessen. Wenn ein Chase Pilot hier patzt, hat er gleich einen schlechten Start in die Meisterschaft. Aber am Wochenende könnte mal wieder das Wetter eine Rolle spielen.

New Hampshire ist von allen Shorttracks die Strecke, die ich am wenigsten mag. 1 Meile, 12 Grad Banking. Nichts besonderes und Rennen können schon mal recht zäh sein, vor allem, wenn sie lange unter Grün bleiben, was erstaunlich oft passiert. Die letzten beiden Rennen hatten gerade mal sieben Cautions, also vergleichsweise wenig. Das erste Rennen in diese Jahr hat Kurt Busch gewonnen, letztes Jahr gewannen Clint Bowyer und Danny Hamlin. Letztere sind im Chase, und zumindest Hamlin gilt als Außenseiterkandidat für den Titel. Von den sonstigen Chase Piloten konnten in den letzten Jahren gewinnen: Kevin Harvick, Kyle Busch, Tony Stewart, Jeff Burton, Jeff Gordon und Jimmie Johnson. Ford scheint auf dieser Strecke keine guten Karten zu haben. Der letzte Sieg datiert aus dem Jahr 2004, seit dem ging nichts mehr. Keine gute Ausgangsposition für Carl Edwards, der beim ersten Rennen in diesem Jahr nur 17. wurde.

Zum Wetter: wie offenbar bei allen Rennen an diesem Wochenende sieht es auch in New Hampshire nicht trocken aus. Schon für heute sind Regenschauer angesagt, morgen soll es etwas besser sein, aber Sonntag liegt die Regenwahrscheinlichkeit bei 60%. Wir hatten dieses Jahr noch kein richtiges “rained out” Rennen, also eine Verschiebung auf Montag, nachdem man stundenlang um einen Start gerungen hat. Letztes Wochenende war ja eine komplette Verschiebung wegen eines Wirbelsturms. Man muss also mal wieder das Wetterradar beobachten und sich auf einen etwas längeren Rennabend am Sonntag einstellen.

LMS – Silverstone
Kaum hat die Saison angefangen, ist sie schon wieder vorbei. Die LMS fährt nach der Absage des Asien Rennen in Silverstone ihr letztes Rennen in der Saison. So richtig verstehe ich ja nicht, warum man aus der LMS nicht eine vernünftige Serie macht. Die Rennen im Frühjahr sind ja mehr oder weniger nur Tests für das 24 H Rennen, danach ist die Luft irgendwie raus und es passiert nichts mehr. Sicher – die Kosten hält man damit in Grenzen, aber würden die Teams nicht auch mehr Sponsoren bekommen, wenn es mehr Rennen geben würde? Zu dem wäre es schön zu sehen, wenn die Prototypen auch auf Streccken wie Brünn zu sehen wären.

Nunja, am Wochenende nun also Silverstone, ein Kurs, der wie gemacht für die Peugeot zu sein scheint. Die Franzosen verfügen über deutlich mehr Abtrieb und Audi hat Probleme in den schnellen Kurven. Alles andere als ein Peugeot Sieg wäre also eine ziemliche Überraschung. Zwar hat Audi sowohl in der Fahrer- wie in der Herstellerwertung noch Chancen auf den Titel, aber schon im ersten freien Training gaben die Franzosen den Speed vor, und distanzierten die beiden Audis um 2.2 Sekunden. Das kennen die Ingolstädter ja schon aus den letzten Rennen.

Die Frage wird sein, wie lange sich Audi das noch antut. Dass man in diesem Jahr die Peugeot in Le Mans noch einmal gerade so schlagen konnte, lag an daran, dass man weniger Sprit gebraucht hat und daher weniger oft an die Box musste. Im nächsten Jahr wird Peugeot nachgerüstet haben, zumal man eh angekündigt hat, mit einem Hybrid Prototypen anzutreten. Der 908 Hdi ist auch von der Chassisseite dem Audi überlegen. Die haben zwar gesagt, dass man auch 2009 wieder in Le Mans antreten wird, aber noch nichts dazu verlauten lassen, ob man auch mit einem neuen Chassis kommt. Eine Neuentwicklung kostet Geld und da ist Audi ja etwas knauserig. Eine Variante für Audi wäre, dass man die ALMS sausen läßt, aber da taucht 2009 ein guter Gegner in Form des Acura LMP1 auf. Die Nobelmarke von Honda ist in Europa nahezu unbekannt, in den USA ist es allerdings ein echter Konkurrent zu den Audis.

Aber erst mal muss das Rennen in Silverstone gefahren wrden, was leider parallel zum Rennen der FIA GT und der Formel Eins läuft.

GP2 – Monza
Auch die GP2 fährt an diesem Wochenende schon ihr letztes Rennen. Die Nachwuchsserie reist ja nicht mehr mit dem Formel Eins Tross nach Übersee, was die Meisterschaft etwas abrupt enden lässt. Da sieht alles nach einem Sieg von Giorgio Pantano aus, der mit 11 Punkten vor Bruno Senna führt. Beide hatten in Spa ein rabenschwarzes Wochenende. Pantano hätte mit zwei ruhigen Rennen den Sack schon zu machen können, wurde aber, nachdem er di Grassi als Bremsklotz genutzt hatte, vom gesamten Wochenende ausgeschlossen. Das eröffnete die Chance für Senna, der ebenfalls die Chance hatte, mit zwei ruhigen Rennen in den Punkten die Meisterschaft noch mal spannend zu machen, aber erst patzte das Team, als man ihn in der Box zu früh raus ließ und er fast einen Konkurrenten gerammt hätte, und im zweiten Rennen schmiss er die Sache selber weg. Pantano muss in Monza nur ein paar Punkte einfahren und er ist Meister.

Vermutlich wird ihm das auch alles nichts bringen, denn das Interesse der Formel Eins an ihm hält sich in sehr engen Grenzen. Bei Senna sieht es besser aus, aber seine Chancen bei Torro Rosso unterzukommen, hängen wohl davon ab, ob Gerhard Berger Sebastian Bourdais halten will, oder nicht. Überhaupt war die Saison der GP2 in Sachen Nachwuchs eher enttäuschend. Ich hatte Romain Grosjean als Meister im Visier, aber der kam lange nicht mit dem neuen Wagen klar. Buemi war auch eher unauffällig und am besten hat mir eigentlich noch Luca di Grassi gefallen. Der Vizemeister aus dem letzten Jahr hatte für die ersten drei Rennen kein Team und stieg erst in Frankreich in die Saison aus. Und trotzdem liegt er auf dem dritten Platz der Meisterschaft.

Und sonst?
FIA GT Rennen in Brünn schenke ich mir jetzt mal. Die V8 Supercars kommen aus deren Winterpause raus und fahren in Phillip Island. Da findet normalerweise der Saisonabschluss statt, den man dieses Jahr aber nach Oran Park verlegt hat. Die Traditionstrecke wird im nächsten Jahr abgerissen und macht einem teueren Neubaugebiet platz. Wer also noch ein Renngame hat, wo die Strecke dabei ist, sollte das behalten.