Nachtrag: CTS in Bristol die Nacht auf SpeedTV ab 01.00 Uhr, Start ca. 02.10 Uhr.

—-schnipp—-

Es ist kein Geheimnis, dass es im Ganassi Team Probleme gibt und die Saison alles andere als gut läuft. Aber dass sich jetzt auch noch einer der Hauptsponsoren zurückzieht, dürfte die Sache nicht einfacher machen. Texaco hört zum Ende der Saison auf, weil man sich aus der NASCAR komplett zurück ziehen möchte. So eine Entscheidung kommt vor, ist ärgerlich aber bei jemanden wie Chip Ganassi sollte das nicht so schwer wiegen, denn immerhin ist der mit seinen erfolgreichen Teams in der IRL und der GrandAm eine echte Größe im Geschäft. Das gilt auch dann, wenn es im NASCAR Team mal nicht so gut läuft. Aber die Probleme bei Ganassi scheinen tiefer zu liegen.

Ob es von vornherein eine gute Entscheidung war, um Dario Franchitti ein neues Team aufzubauen, ist eine Sache. Die Probleme des Schotten im Cup Fuß fassen waren wohl größer als erwartet, was auch daran lag, dass Dodge trotz des Siegs bei den Daytona 500 nur schwer in Fahrt kam und im Laufe dieser Saison auch wirklich überzeugen konnte. Einzig das Evernham Team um Kasey Kahn konnte hier und da überzeugen und hat als einziges Dodge Team noch die Chance auf den Chase. Die anderen Speerspitzen von Dodge sind längst raus. Ryan Newman ist 17., Kurt Busch 19. und Montoya liegt auf Platz 22.

Aber die Probleme bei Dodge sind die Sache, die andere ist die Unruhe im Ganassi Team. Das man ausgerechnet den Crewchief Jimmy Elledge rausgeschmissen hat, war wohl die größte Fehlentscheidung der Saison. Die Gründe für den Rauswurf sind immer noch ganz klar, aber es ging im Grunde wohl um die Frage, wie das Team in Zukunft organisiert werden soll. Und da waren sich Elledge, Ganassi und die Teammanger Andy Graves und Tony Glover wohl offensichtlich nicht einig. Unter diesen Streitereien leidet das Team so sehr, dass Montoya öffentlich kund tat, nicht unbedingt bei Ganassi bleiben zu wollen. Vor allem der Rauswurf von Elledge, mit dem er gut klar kam, hat ihn sauer gemacht. Es soll zwischen ihm und Chip Ganassi schon mehrere Krisensitzungen gegeben haben, aber seine etwas lustlose Fahrweise in der letzten Wochen deutet auch eher darauf hin, dass seine Geduld am Ende ist.

Und jetzt ist dann auch noch der Sponsor weg. Zwar bleibt Wrigleys weiterhin für die halbe Saison an Bord, aber die andere Hälfte muss man ja auch irgendwie abdecken. Das Problem für Ganassi ist jetzt, dass er unter Zeitdruck kommt. Alle großen Firmen legen die Budgets fürs Sponsoring meist schon im Oktober fest, wenn die Marketingbudgets festgezurrt werden. Da wird es also Zeit, dass man jemanden findet. Das wird aber nicht leicht, denn die Ergebnisse des Teams stimmen ja auch nicht. Franchitti ist weg, Sorenson entwickelt sich nicht so, wie erhofft und die Leistungen von Montoya sind immer noch sehr schwankend.

Man wird das Gefühl nicht los, dass das Ganassi Team ein wenig wegbröckelt und sich Chip Ganassi wegen der IRL Meisterschaft nicht so richtig um sein Team kümmert. Sollte Montoya das Team verlassen, wäre das der nächste Tiefschlag. Der Kolumbianer hat angeblich eine Ausstiegsklausel, so was hat er jedenfalls mal durchblicken lassen. Und im Moment gibt es ja mindestens drei Teams, die einen guten Fahrer suchen: RCR, Penske und DEI.

Gibbs Racing hart bestraft
Die NASCAR hat die Bestrafung für das Joe Gibbs Racing Team bekannt geben, nachdem man beim Dyno-Test einen Magneten unter dem Gaspedal gefunden hatte, der verhinderte, dass man Vollgas geben konnte. Und die Strafen sind hart. Sehr hart.

* Sieben Mitglieder des Nationwide Teams von Gibbs wurden mit sofortiger Wirkung auf unbestimmte Zeit gesperrt. Das wären
– Jason Ratcliff, Crew Chief #18 (+50.000 Dollar Strafe)
– Dave Rogers, Crew Chief #20 (+50.000 Dollar Strafe)
– Dorian Thorsen, Car Chief #18
– Michael Johnson, Motoren #18
– Toby Bigelow, Teammitglied #18
– Richard Bray, Car Chief #20
– Dan Bajek, Motoren #20

* Sowohl die #18 als auch die #20 verlieren 150 Punkte in der Konstrukteursmeisterschaft
* Tony Stewart und Joey Logano verlieren 150 Punkte in der Fahrermeisterschaft
* Tony Stewart und Joey Logano fahren in der gesamten NASCAR Serie (also auch im Cup) unter Bewährung.

Der letzte Punkt ist ein wenig überraschend, da die Manipulation am Fahrzeug nach dem Rennen geschah, als die Fahrer schon auf dem Weg nach Hause waren. Die NASCAR ist aber offenbar die Schummelei in der Serie leid, zumal in den letzten zwei Jahren gerne mal Toyota Teams im Antriebsbereich davon betroffen waren. Damit will man wohl sagen: Wenn ihr, egal in welcher Klasse, schummelt, dann kann es auch passieren, dass ihr dafür in anderen Klassen gleich mit bestraft wird.

Joe Gibbs Racing hat sich zur Bestrafung schon geäussert:

We take full responsibility and accept the penalties NASCAR has levied against us today. We had come to the conclusion that we would add to any NASCAR imposed penalties with the minimum being suspension for the remainder of the season for those involved, including our two Nationwide Series crew chiefs. There will also be an additional monetary fine beyond the amount announced by NASCAR earlier today, which will be the responsibility of those involved. We are, however, disappointed that NASCAR chose to place our drivers on probation, as they had no knowledge or involvement of this incident.

In der NW Serie schadet das Gibbs nur bedingt. In der Teammeisterschaft ist die #20 trotz der Bestrafung immer noch 168 Punkte vorne. In der Meisterschaft haben eh nur Brad Kesolowski und Clint Bowyer noch realistischen Chancen auf den Titel. Wie man die sieben Teammitglieder ersetzen will, ist aber auch so eine Sache.

Und sonst?
Morgen gibt es eine ausführliche Vorschau auf den Valencia GP, inkl. Videos des Streckenverlaufs etc.

20.08.2008

Aufz. 10:00 Uhr LMS Nürburgring Euro 2
Aufz. 13:00 Uhr NASCAR SC Michigan Premiere
Aufz. 18:45 Uhr British F3 Spa MotorsTV