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GT3: Vorschau 12h von Bathurst 2017

von DonDahlmann
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Das 12h-Rennen in Bathurst hat sich zu einem festen Termin auch für die europäische GT3-Szene gemausert. An diesem Wochenende ist es wieder so weit. 

Als ich vor einigen Wochen im Rahmen eines Events Bernd Schneider traf, unterhielten wir uns über verschiedene Rennstrecken. Die Frage, welche Strecke er im Moment am meisten mag, beantwortete er ohne mit der Wimper zu zucken mit: „Bathurst“. Tatsächlich ist der Mount Panorama Circuit nahe der Stadt Bathurst in New South Wales noch eine Strecke von altem Schrot und Korn. Mauern statt Auslaufzonen, lange, wellige Geraden, enge Kurven, aber auch solche, wo man die Luft anhalten muss. Turn 10, die letzte Kurve, bevor es den Berg wieder runter geht, geht voll, meinte Schneider, und fügte hinzu: „Aber nur so gerade.“

Die GT3 mit ihrem Abtrieb und der Menge an Leistung sind in Bathurst schwer zu kontrollierende Maschinen. Durch die Bodenwellen, dem teilweise alten Asphalt und der engen Ideallinie sind selbst winzige Fehler schnell katastrophal. Permanente Konzentration und das bei meist sehr hohen Temperaturen fordern ihren Tribut. Daher ist auch kein Wunder, dass die meisten Teams bei diesem 12h-Rennen auf vier Fahrer setzen. Anders ist es kaum zu schaffen.

Das Feld ist in verschiedene Klassen unterteilt, die Spannbreite reicht von den klassischen GT3 über GT4 bis hin zu Ginettas. Auch die Fahrerklassen unterscheiden sich. Es gibt eine reine „Pro“-Klasse, eine mit Amateuren gemischte und eine reine Amateur-Klasse. Dass die reinen Profis den Sieger stellen, scheint klar, aber in diesem Jahr könnte es vielleicht eine Ausnahme geben.

In der GT3-Pro starten in diesem Jahr 14 Wagen, die um den Gesamtsieg kämpfen. Der im letzten Jahr etwas überraschend siegreiche McLaren von Tekno Autosports wird versuchen, den Sieg zu wiederholen. Mit Alvaro Parente, Rob Bell und dem französischen Nachwuchsmann Côme Ledogar (Blancpain-Meister) hat man auch ein gutes Team. Es fehlt hier allerdings die Erfahrung auf der Strecke, vor allem dem Franzosen.

Nissan bringt zwei überarbeitete GT-R mit, die mit Fahrern wie Jann Mardenborough, Todd Kelly und Michael Caruso viel Erfahrung haben, aber die Nissan haben sich in den letzten Jahren immer wieder als etwas schwerfällig erwiesen, sodass man kaum mit einem Gesamtsieg rechnen kann. Auf der anderen Seite: Im letzten Jahr ist Nissan auf dem zweiten Platz gelandet. Ein Auge muss man sicher auf die Audi R8 LMS haben. Jamec Pem Racing hat sich etliche Fahrer von Audi ausgeliehen. In der #74 sitzen Haase, Mies und Garth Tander, in der #75 die eingespielte Mannschaft aus Winkelhock, Frijns und Stippler. Da sollte es auf jeden Fall in Richtung Podium gehen, wenn der R8 mit der Strecke zurechtkommt.

Maranello Motorsport, quasi das australische Pendant zu AF Corse in Europa, bringt einen ebenfalls gut besetzten F488 an den Start. Neben Toni Vilander werden die australischen Alt-Meister Craig Lowndes und Jamie Whincup die Sache angehen. Eine interessante Paarung, zumal Vilander die Strecke auch aus den letzten Jahren gut kennt.

Mehr als ein Auge sollte man auf den einzigen Porsche im Pro-Feld haben. Der von Walkinshaw eingesetzte 911 GT-R hat die Werksfahrer Earl Bamber, Kevin Estre und Neuzugang Laurens Vanthoor an Bord. Die Porsche haben zwar schon fast traditionell leichte Schwierigkeiten auf der Strecke und verlieren vor allem im schnellen Bergauf-Abschnitt Zeit, aber wehe es wird nass.

BMW bringt mit Team Castrol und Walkenhorst zwei M6 nach Bathurst. Aber die M6 sind, wie man im letzten Jahr auf vielen unterschiedlichen Strecken sehen konnte, einfach sehr schwierig in der Abstimmung. Dazu fehlt ihnen Topspeed, den man auf der langen Conrod Straight in Bathurst aber dringend braucht. Team Castrol hat Mark Skaife, Russell Ingall, Tony Longhurst und als „Exot“ Timo Glock im Auto. Walkenhorst setzt auf die Kombination aus Jörg Müller, Nico Menzel und Ricky Collard.

Bentley hat ebenfalls zwei Autos am Start und verlässt sich auf die übliche Werksmannschaft aus Soucek, Soulet und Abril sowie Kane, Smith und Jarvis im anderen Auto. Für die Bentley gilt ein bisschen das, was für die Nissan gilt. Die Autos sind für Bathurst etwas zu schwerfällig und wirken zu breit. Dazu der lange Radstand.

Einen Mercedes in der Pro gibt es auch und der dürfte einer der Favoriten sein. HTP setzt nämlich auf Maro Engel, Craig Baird und Shane van Gisbergen, der das Rennen im letzten Jahr im McLaren gewonnen hat. Wird eine Kombi sein, die schwer zu schlagen ist.

Aber es gibt noch einen weiteren Wagen, den man zu den Favoriten zählen kann. Ebenfalls von HTP, ebenfalls ein AMG GT3, aber der kommt überraschend aus der GT Pro-Am Kategorie. Da hat man geschickt die Fahrer zusammengestellt. Auf den ersten Blick denkt man beim Kader: „Hallo, wo ist denn da der Amateur?“ Denn das Cockpit teilen sich Pedro Lamy, Mathias Lauda, Bernd Schneider und Paul Dalla Lana.

Ein Blick ins FIA Driver Rating offenbart den Trick. Lamy ist Platin, Schneider Gold, Lauda Silber und Dalla-Lana nur Bronze. Wie es dem Kanadier nach immerhin vier Siegen in der WEC im letzten Jahr gelungen ist, auf Bronze zu bleiben, müsste man ihn mal fragen. Dalla Lana ist sicher der schwächste Pilot von den Vieren, also wird man ihm möglichst nur die Minimum-Fahrzeit geben. Das kann man zum Beispiel geschickt damit lösen, dass man ihn entweder direkt am Anfang reinsetzt oder die meist länglichen Cautions nutzt. Dalla-Lana ist schnell genug, um zumindest mithalten zu können.

Ein weiterer Wagen aus der Pro-Am, der gut besetzt ist, kommt von Competition Motorsport. Deren Porsche 911 ist mit Patrick Long, Marc Lieb und Matt Campbell besetzt. Dazu kommt David Calvert-Jones. Der 47-jährige Filmproduzent war 2014 immerhin Zweiter bei diesem Rennen in der Class B.

Der Rest des Feldes wird nichts mit den ersten Plätzen zu tun haben, aber es finden sich noch ein paar sehr bekannte Namen aus der australischen Motorsportszene in der Entry-List. Kein Wunder, die 12h von Bathurst sind ja auch das GT3-Rennen des Jahres Down Under.

Wer das Rennen sehen will, braucht viel Kaffee. Nach deutscher Zeit startet das Rennen gegen 19:30 Uhr am Samstagabend und endet dann halt auch um halb acht morgens am Sonntag.

Den Stream findet ihr in unsere TV-Übersicht. Unser GT3-Experte Phil wird Euch vermutlich auch mit einem Liveticker versorgen.

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1 Kommentare

Guide: 12 Stunden von Bathurst 2017 - Racingblog 3 Februar, 2017 - 18:09

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