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V8 Supercars: Analyse Pukekohe 2015

von ThomasB
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Prodrive scheint in der Schlussphase der Meisterschaft immer mehr die Luft auszugehen. Nachdem man schon in Bathurst und in Surfers Paradise kein Rennen gewinnen konnte, blieb man auch in Pukekohe wieder sieglos. Dass es nicht zu einem kompletten Desaster wurde, lag zum einen daran, dass David Reynolds als einziger aus dem Prodrive-Lager Normalform zeigte und eines der drei Rennen gewinnen konnte. Und zum anderen am Pech von Craig Lowndes (RBR), der nach einem Reifenplatzer im zweiten Rennen in Führung liegend ausfiel und ohne Punkte blieb.

sfx45365Schon vor dem ersten Rennen des Wochenendes deutete sich an, dass es für Prodrive in Pukekohe erneut schwer werden würde. In der Qualifikation schaffte es Mark Winterbottom nur auf Platz sieben und lag damit einen Platz hinter Lowndes. Cameron Waters, der Chaz Mostert ersetzt, startete nach nachträglicher Strafversetzung sogar nur von 18. In der ersten Startreihe standen Jamie Whincup (RBR) und David Reynolds (RNR-Prodrive). Von Platz drei startete Scott Pye (DJR-Penske), Local Hero Shane van Gisbergen (Tekno) ging als Vierter ins Rennen.

Rennen 1

Der Start zum Auftaktrennen verlief an der Spitze ohne besondere Vorkommnisse. Whincup kam sehr gut weg und behauptete sich gegen Reynolds. Dahinter gewann van Gisbergen das Startduell gegen Pye und eroberte den dritten Platz, während Lowndes sich auf Position fünf verbessern konnte. Winterbottom konnte sich nicht verbessern und blieb hinter Michael Caruso (Nissan) auf dem siebten Rang.

Ganz anders das Bild im Mittelfeld. In Turn 5 drehte sich Will Davison (Erebus) nach Kontakt mit Tim Slade (Walkinshaw), der wiederum von James Moffat (Nissan) angeschoben wurde. Fabian Coulthard (BJR) konnte nicht mehr ausweichen und stieß mit Davison zusammen. Für Davison endete das Rennen in der Garage, Coulthard beendete nach kurzer Reparatur das Rennen als 23.

In Runde 5 musste dann kurz das Safety Car auf die Strecke, aufgrund von Debris auf der Gegengeraden. Doch während sich Whincup nach dem Restart vom Rest des Feldes distanzieren konnte, wurde es dahinter noch einmal spannend. Reynolds verschenkte nach einem Verbremser den zweiten Platz an van Gisbergen, blieb ihm aber für den Rest des Rennens auf den Fersen. Auch Pye unterlief auf Platz vier liegend ein Fehler. Im Duell mit Lowndes ließ er Turn 5 einmal aus und hielt sich so vorne. Nachdem er der Bitte der Race Control aber nicht nachkam und Lowndes nicht wieder vorbeiließ, wurde er nachträglich auf den fünften Rang zurückversetzt und Lowndes Platz vier zugesprochen.

Jamie Whincup ließ das alles natürlich kalt und er siegte am Ende souverän vor Shane van Gisbergen und David Reynolds. Michael Caruso holte für Nissan mit Platz sechs eine weitere Top-10-Platzierung und ließ damit Mark Winterbottom hinter sich. Der musste sich mit dem siebten Platz zufrieden geben und somit den ersten Rückschlag des Wochenendes hinnehmen.

Ergebnis Rennen 1
Highlights Rennen 1

 

Rennen 2

Im zweiten Rennen wäre es für Frosty wie bereits erwähnt fast noch dicker gekommen. In der ersten Startreihe standen mit Reynolds und Lowndes seine beiden ärgsten Titelkonkurrenten, während es für ihn selber nur zu Startplatz sechs reichte. Zwischen ihnen lagen dazu mit Scott McLaughlin (Polestar-GRM), Jamie Whincup und James Courtney (HRT) nicht gerade Fahrer, die Winterbottom mal eben vorbeiwinken würden, was ihn so vor eine schwere Aufgabe stellte. Zumal Lowndes auch noch beim Start an Reynolds vorbeigehen konnte und somit die Führung eroberte. Winterbottom konnte gleichzeitig zumindest Courtney hinter sich lassen.

In den folgenden Runden konnte sich Lowndes nach und nach absetzen und es sah so aus, als ob das Rennen somit entschieden war. In Runde 12 kam es dann aber zum oben erwähnten Reifenplatzer. Ohne Ankündigung zerriss es den Reifen am Ende der Start-Ziel-Geraden bei rund 250 Stundenkilometern und Lowndes war nur noch Passagier. Glücklicherweise verzögerte das Auto noch genug, sodass der anschließende Einschlag in der Mauer nicht sehr hart war. Lowndes blieb unverletzt und auch das Auto konnte bis zum nächsten Tag wieder hergerichtet werden. Warum der Reifen ohne Vorwarnung einfach platzte, ist noch nicht bekannt. Interessant ist aber, dass die V8 Supercars zum ersten Mal mit der weicheren Reifenmischung in einem Rennen in Pukekohe an den Start gingen. Möglicherweise fuhr man mit einem etwas zu niedrigen Reifendruck oder aber Lowndes beschädigte sich den linken Hinterreifen an einem der Randsteine.

Nach Lowndes‘ Unfall gab es natürlich eine Gelbphase und die schob das Feld wieder zusammen. Am meisten profitierte davon van Gisbergen, der nur von Platz 13 gestartet war und sich bis dahin schon auf den sechsten Rang hinter Courtney vorgearbeitet hatte. Den schnappte er sich dann auch nach dem Restart und lag nun hinter Winterbottom. An ihm schaffte er es bis zum Schluss aber nicht mehr vorbei.

An der Spitze wurde es zum Rennende hin allerdings noch mal interessant, als Whincup sich anschickte, Reynolds den Sieg streitig zu machen. In Turn 8 war er sogar schon vorbei, doch Reynolds konnte ihn wieder ausbeschleunigen und hielt ihn auch bis zum Zieleinlauf hinter sich. Dritter wurde Scott McLaughlin vor Mark Winterbottom und Shane van Gisbergen. Ebenfalls ein gutes Rennen zeigten Tim Slade und Scott Pye auf den Plätzen sieben und acht.

Ergebnis Rennen 2
Highlights Rennen 2

 

Rennen 3

Nach Lowndes‘ Reifenplatzer legte die Rennleitung für das letzte Rennen einige Vorgaben fest: Alle Fahrer mussten auf den Softs starten und der Reifendruck wurde von 17 psi auf 18 psi erhöht. Zudem mussten alle mindestens einmal die Reifen wechseln, allerdings nicht vor der sechsten Runde, und ein Wiederverwerten bereits benutzter Reifen wurde untersagt. Taktische Spielereien verhinderte allerdings ein frühes Safety Car.

An der Spitze war beim Start zunächst alles glatt gelaufen. Jamie Whincup konnte den von der Pole gestarteten Scott McLaughlin abfangen, ihnen folgten David Reynolds, Scott Pye und Fabian Coulthard. Ein bisschen hektischer ging es im Mittelfeld zu, als sich Cameron Waters und Will Davison kurz neben der Strecke wiederfanden, das Rennen aber fortsetzen konnten. Auch Michael Caruso, der mit Startplatz fünf überraschte, verbremste sich auf der Gegengeraden, behielt aber den sechsten Platz.

In Runde 2 traf es dann Mark Winterbottom. Von Platz neun gestartet musste er sich bereits früh gegen James Courtney und Jason Bright (BJR) wehren. In Turn 8 versuchte Courtney innen an Bright vorbeizugehen. Winterbottom, der in der Kurve eine etwas weite Linie fuhr, wurde von Bright getroffen und in einen Dreher geschickt. Frosty musste sich nun wieder von ganz hinten durch das Feld kämpfen. Seine Aufholjagd sollte aber auf dem elften Rang enden. Courtney oder Bright wurden dafür natürlich nicht bestraft, da es als Rennunfall gewertet wurde. Auf diese Situation komme ich aber gleich nochmal zurück.

Der Auslöser der Caution aber erfolgte fünf Runden später an der gleichen Stelle. Nick Percat (LDM) musste seinen Wagen nach einer Kollision mit Rick Kelly (Nissan) mit einer zerstörten Aufhängung abstellen, und somit suchte das gesamte Feld die Boxen auf, um sich die harten Reifen zu holen.

Größter Profiteur der Gelbphase war Craig Lowndes. Er war nur von Platz zehn gestartet und kämpfte sich nach dem Restart immer weiter nach vorne. Erst schnappte er sich Fabian Coulthard, wenig später auch James Courtney und Cameron Waters. Lowndes‘ Teamkollege Jamie Whincup lag weiterhin in Führung und konnte seinen Abstand auf Reynolds und McLaughlin auf einige Sekunden ausbauen.

Auch nach den zweiten Stopps konnte Whincup den ersten Platz halten. Hinter ihm lagen nun allerdings Scott Pye und Craig Lowndes, die bei den Stopps die meisten Plätze gutmachen konnten. Reynolds und McLaughlin hingegen fielen bis auf die Plätze vier und sechs zurück.

Kurz vor Rennende gab es schließlich noch den größten Aufreger des Rennens. Zehn Runden vor Schluss kämpften Courtney, Waters und Garth Tander um den neunten Platz. In Turn 8 versuchte Tander Waters zu überholen, und zwar mit dem exakt gleichen Manöver, mit dem es zuvor Courtney an Bright versucht hatte. Waters konnte nirgendwo anders hin und drehte daraufhin Courtney um. Obwohl es die gleiche Situation war wie weiter oben bereits beschrieben, entschied die Rennleitung diesmal plötzlich, dass Waters der Schuldige an dem Ganzen war, und schickte ihn zu einer Pitlane Penalty einmal durch die Boxengasse. Eine für mich nicht nachvollziehbare Entscheidung, denn dann hätte man Jason Bright auch nach der oben genannten Aktion bestrafen müssen.

So aber landeten Tander auf Rang zehn, Courtney auf 15 und Waters auf 22.

An der Spitze veränderte sich aber nichts mehr. Es gewann Jamie Whincup vor Craig Lowndes, den er überraschenderweise nicht vorbeilassen musste. Dritter wurde Scott Pye, der sich mit den aus den USA angereisten Roger Penske und Dick Johnson über den ersten Podiumsplatz in der laufenden Saison freuen konnte. David Reynolds und Michael Caruso komplettierten die ersten fünf.

Ergebnis Rennen 3
Highlights Rennen 3

In der Gesamtwertung führt weiterhin Mark Winterbottom mit insgesamt 2779 Punkten. Zweiter ist nun wieder David Reynolds mit 2540 Punkten, Craig Lowndes folgt auf dem dritten Rang mit nur einem Zähler weniger. In den verbleibenden zwei Wochenenden kann man noch maximal 600 Zähler holen.

Nächste Station im Kalender ist am Wochenende vom 20. bis 22. November Phillip Island. Zum Abschluss gibt es an dieser Stelle wie immer die Links zur Fahrer- und Teamgesamtwertung, sowie der Stewards Summary der V8 Supercars.

 

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