Nachdem die DTM die letzten vier Wochen Pressemitteilungen rausgegeben hat, begibt man sich dieses Wochenende wieder auf die Rennstrecke.
Es ist schon etwas traurig, dass die DTM nach ihrem guten Saisonstart wieder einen Monat Pause macht und komplett aus den Medien verschwindet, anstatt die Zuschauer zwei Wochen nach dem Saisonauftakt in Hockenheim mit dem nächsten Rennen zu beglücken. Immerhin geht es dieses Wochenende am Lausitzring weiter. Ähnlich wie am Hockenheimring hat man sich auch wieder Verstärkung für das Rahmenprgramm geholt und dafür muss man die DTM loben. Die ITR konnte sich zwei Rennklassen der IDM Superbike sichern, lässt sie aber am Sonntag erst am Ende des Programms fahren, da man vor dem DTM-Rennen zwei (!) Stunden für PR-Rahmenprogramm braucht. Die letzte Meldung aus der wunderlichen DTM-Welt wäre dann wohl, dass Hans Werner Aufrecht (Erster Vorsitzender der ITR) seine Anteile bei der HWA AG von 28% auf 40% aufgestockt hat. Dafür hat er Anteile von Toto Wolff gekauft. Sicherlich macht es aus wirtschaftlicher Sicht Sinn, aber ich finde es persönlich etwas befremdlich, wenn der Vorsitzende des Veranstalters der DTM gleichzeitig ein DTM-Team besitzt.
Neben all diesen eher komischen Meldungen gibt es auch noch etwas richtig Positives zu berichten. Die ITR hat sich im Rahmen des 24-Stunden-Rennens am Nürburgring mit der japanischen GTA getroffen und man konnte sich einem gemeinsamen Reglement nähern. Zukünftig soll in der DTM mit Vierzylinder-Turbomotoren gefahren werden, die um die 600 PS leisten. Bei Aussehen und Aerodynamik der Fahrzeuge soll sich nicht soviel verändern, was ich persönlich auch ganz gut finde. Ich würde mir jedoch wünschen, dass die DTM-Hersteller mit sportlicheren Fahrzeugen (z.B. Audi R8 oder AMG GT) starten. Aus Marketingsicht dürfte man aber wohl bei den massentauglicheren Coupes bleiben. Man möchte sogar Ende 2017 ein Rennen in Japan ausfahren und 2018 soll es dann ein Rennen auf deutschem Boden geben. Über die US-DTM hat man auch gesprochen, aber das wird wohl nie etwas.
Doch weg von den News und hin zur Rennvorschau und dafür schauen wir uns die Strecke an.
Zuerst geht es auf die relativ kurze Start-Ziel-Gerade, die in einer 90° Kurve nach links endet. Dann geht es in ein langsames, drei Kurven andauerndes Geschlängel, von dem es wieder auf eine etwas längere Gerade geht, die allerdings ähnlich wie Start-Ziel zu kurz ist, um am Gegner vorbeizugehen. Die Gerade mündet in eine Schikane, die die Tür zum Infield ist. Das Infield ist dann mit zwei richtigen und zwei mehr oder minder 180° Kurven einfach nur noch Start-Stopp-Bereich. Nach nochmal drei Kurven, die den langsamsten Teil der Strecke darstellen, geht es wieder auf Start-Ziel.
In den drei Jahren, seitdem es die neuen DTM Fahrzeuge gibt, hat zweimal Mercedes gewonnen und auch dieses Wochenende sind sie für mich die großen Favoriten. Bei Audi lief zwar zum Saisonauftakt am Hockenheimring extrem gut, doch dafür muss man jetzt mit zehn Kilogramm Zusatzgewicht fahren und das kann bei so einer hohen Leichtungsdichte, wie sie bei der DTM vorherrscht, schon entscheidend sein. Auch sonst konnte Audi in den letzten Jahren nicht um den Sieg mitfahren in der Lausitz und so wäre es schon eine kleine Überraschung, falls es dieses Wochenende gelingen würde.
Innerhalb der Mercedes-Teams würde ich auf Pascal Wehrlein setzen, da er letztes Jahr ein extrem starkes Rennen in der Lausitz gezeigt hat und mit dem Sieg belohnt wurde. Auch dieses Jahr lief es extrem gut und er ist Vierter in der Gesamtwertung. Auch Gary Paffet und Paul Di Resta gehen nach starken regelmäßigen Resultaten am Lausitzring für mich als große Favoriten ins Rennen.
Momentan sind die ersten drei Fahrer der Gesamtwertung Audi-Piloten, doch muss man wie schon vorher geschrieben mit dem Zusatzgewicht kämpfen. Jedoch sollte nach dem Wochenende noch immer ein Audi-Pilot Tabellenführer sein, da man in der Gesamtwertung recht breit aufgestellt ist.
Bei BMW wird man hoffen, dass es besser als in Hockenheim läuft, da dort der vierte Platz von Martin Tomczyk das beste Ergebnis war. Für dieses Wochenende durfte man sogar einige Kilos aus dem Auto herausnehmen, jedoch wird es auch für die BMW-Fahrer extrem schwer gegen Mercedes-Benz. Wenn man in die Geschichte der DTM-Rennen auf dem Lausitzring schaut, ist Bruno Spengler die Speerspitze an diesem Wochenende.
Das Wetter soll am Wochenende sonnig bleiben und so werden wir wohl zwei Rennen im Trockenen sehen. Das erste Rennen beginnt am Samstag erst um 18:00 Uhr, da man hier besser ins sonstige Sportprogramm der ARD passt. Beim zweiten Rennen bleibt dann alles beim Alten und man startet um 14:20 Uhr.
