Vom Nürburgring geht es für die ADAC GT Masters direkt an die zukünftige Formel-1-Rennstrecke in Spielberg. In die Riege der Sieger darf sich an diesem Wochenende wahrscheinlich eines der Porsche-Teams einreihen.
Zumindest liegt diese Vermutung nahe, wenn man sich die Ergebnisse vom letzten Jahr anschaut. Im ersten Rennen gab es einen Vierfachsieg für Porsche vor zwei Corvettes von Callaway Competition. Im zweiten Rennen reichte es immerhin noch für einen Doppelsieg, allerdings lag man nur noch eine halbe Sekunde vor dem Lambda Performance Ford GT GT3.
Aber genug von der Vergangenheit, immerhin haben seitdem fast alle Hersteller neue Evolutionspakete für ihre Fahrzeuge gebracht und das Verhältnis aus Streckenlayout und Schnelligkeit der Autos damit verändert.
Auch wenn die Strecke sicherlich den meisten bekannt ist, hier nochmal meine kurze Streckenvorstellung aus dem letzten Jahr:
Die ADAC GT Masters tritt auf dem ehemaligen A1 Ring bereits zum zweiten Mal seit der Neueröffnung im Jahre 2011 an. Die Strecke, die man vor allem von früheren Formel-1- und DTM-Rennen kennt, ist im Gegensatz zu den meisten anderen Strecken heutzutage noch eine Strecke, auf der es auch mal auf und ab geht. Der vordere Teil des Kurses besteht aus Geraden, die in Haarnadelkurven münden. Dies führt (anders als zum Beispiel in Abu Dhabi) meist zu schönen Überholmanövern, bei deinen auch mal mehr als zwei Autos nebeneinander fahren. Der zweite Teil der Strecke ist dagegen eher langsam und kurvenreich, aber auch sehr anspruchsvoll, da die Kurven teilweise Gefälle haben.
Die Strecke ist mit den bisherigen Strecken in der ADAC GT Masters wohl am besten mit dem Kurs in Spa zu vergleichen, da beide Strecken ein hohen Vollgasanteil aufweisen. Daher sollte auf jeden Fall der Ford GT GT3 mit Dominik Schwager und Frank Kechele eine gute Chance auf eine Podiumsplatzierung haben. Vor allem wäre es verdammt wichtig, da man am Nürburgring durch Fehler keine Punkte gesammelt hat und jetzt 35 Punkte hinter den Tabellenführern Dominik Baumann und Claudia Hürtgen liegt.
Die ganz großen Favoriten sind für mich allerdings die Porsches. Besonders zu erwähnen sind dabei Robert Renauer und Martin Rangginger vom Tonino powered by Herberth Motorsport Team. Für Renauer reichte es letztes Jahr immerhin im zweiten Rennen für einen zweiten Platz. Ebenfalls um den Sieg will der Vorjahressieger Mario Farnbacher mit seinem Teamkollegen Philipp Frommenwiler fahren. Für beide Fahrerpaarung wären gute Platzierung wichtig, da man nur 13 bzw. 28 Punkte hinter den Tabellenführern liegt.
Die angesprochenen Tabellenführer Dominik Baumann und Claudia Hürtgen gehen trotz ihrer momentanen Führung ein bisschen als Dark Horse ins Wochenende, da der BMW Z4 GT3 im letzten Jahr am Red Bull Ring sehr enttäuschend lief. Ein zehnter Platz im zweiten Rennen war schon das beste Ergebnis, sodass man dieses Jahr auch nicht allzu viel erwarten sollte. Konkurrenz um die Meisterschaft könnte übrigens auch noch von einem weiteren BMW-Team kommen, denn Jeroen den Boer und Simon Knap vom DB Motorsport Team sind nur 22 Punkte hinter den Tabellenführern. Überraschend stark fuhr am Nürburgring auch der wieder genesene Jörg Müller auf und konnte einen Sieg im zweiten Rennen holen, also könnte es auch zu einer Überraschung kommen.
Etwas mehr Gegenwind kommt jetzt auch aus dem Lager der Audi-Teams, da man dank neuer BoP immerhin 15kg aus dem Auto nehmen darf, obwohl es in letzter Zeit gar nicht so schlecht lief. Besonders gefallen wird das Rene Rast und Christopher Mies, die nur acht Punkte hinter den Tabellenführern liegen. Allerdings lief es es letztes Jahr ähnlich wie für den BMW nicht besonders gut in Österreich und ein achter Platz war die beste Platzierung eines Audis. Also ist auch ein Sieg von einer der Audi-Mannschaften unwahrscheinlich.
Ähnlich schlecht lief es für Mercedes im letzten Jahr, als man nur einen siebenten Platz als bestes Ergebnis am Red Bull Ring herausfahren konnte. Dieses Jahr sollte es allerdings besser laufen, wenn man vorne im Meisterschaftskampf bleiben möchte. Immerhin hat man mit Maximilian Buhk und Maximilian Götz sowie Sergey Afanasiev und Andreas Simonsen zwei Duos am Start, die zumindest für einen Top-5-Platz gut sein sollten.
Ein Comeback feiert der Chevrolet Camaro GT mit den Meisterschaftsgewinnern von 2010: Albert von Thurn und Taxis und Peter Kox. Eingesetzt wird das Team von SaReNi-United, also einem Tochterunternehmen von Reiter Engineering. Außerdem soll der Wagen noch häufiger in dieser Saison fahren, sodass man ihnen ruhig mal die Daumen drücken darf und auf eine vollständige Saison im nächsten Jahr hoffen kann.
Wie gehabt laufen die Rennen am Samstag und Sonntag ab 12:15 bei Kabel Eins.
