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Formel Eins: Vorschau GP von Spanien 2026

von DonDahlmann
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Ein neuer Kurs im Kalender, der mal so gerade fertig geworden ist und einige Fragezeichen aufwirft.

Die Idee, in einem Gewerbegebiet in Madrid eine Rennstrecke zu bauen, ist ja an sich schon etwas merkwürdig. Aber die Spanier haben sich etwas einfallen lassen und herausgekommen ist ein Kurs, der sich “Madring” nennt und seinem Namen wohl alle Ehre macht. Denn neben einem etwas merkwürdigen Layout verfügt der Kurs über eine Besonderheit: eine Kurve mit 24 Grad Banking.

Das kennt man eigentlich nur von der NASCAR. Zum Vergleich: Die Strecken in Atlanta, Charlotte und Texas besitzen 24 Grad Banking und gehören zu den schnelleren Ovalen der Serie. Die Kurve, genannt “Monumental”, ist zudem 550 Meter lang. Pirelli geht anhand von Simulationen davon aus, dass die Belastungen für die Reifen an der Stelle rund 30 Prozent höher sind, als in der Steilkurve von Zandvoort. Überhaupt soll die vertikale Belastung für die Reifen absolute Rekordwerte erreichen.

Der Kurs besteht aus einem schnellen ersten Sektor, dessen Geraden allerdings nicht sonderlich lang sind. Mehr als 700 Meter kommen da nicht zusammen. Sektor 2 und 3 sind verwinkelt mit einer Menge 90‑Grad-Kurven. Die Fahrer, die die Strecke im Simulator gefahren sind, beschreiben sie als eine Art Mischung aus Baku, Jeddah und Macau. Damit ist dann auch klar, dass man sich nicht auf allzu viele Überholmanöver freuen sollte. Wie man sehen kann, ist es eng und Auslaufzonen sind Mangelware.

Das ist ja alles schön und gut, aber was ich mal zumindest als “mutig” beschreiben würde, ist die Entscheidung, vor der Formel Eins nicht ein einziges Rennen auf dem Kurs zu veranstalten. Das ist zwar nicht neu (Miami und Las Vegas haben das auch so gemacht), aber angesichts der verschiedenen Besonderheiten des Kurses wäre ein kleiner Test sicher nicht schlecht gewesen.

Immerhin gab es einen Test der F3, bei dem es sage und schreibe 19 Unterbrechungen und drei zerstörte Chassis gab. Nun gut, F3-Fahrer, aber es zeigt auch, dass die enge Strecke mit den sehr aggressiven Curbs schnell für Unfälle sorgen kann. Das SC dürfte vor allem im Rennen eine Rolle spielen. Ansonsten gab es nur einen Mini-Test von Ferrari, die auf dem Madring vor ein paar Wochen einen Filmtag absolvierten.

Zusätzlich zur Frage nach dem Layout kommt dann noch der Umstand, dass der Asphalt brandneu ist und halt bis auf den F3-Test nie befahren wurde. Die Strecke wird zudem dreckig sein, weil die Baumaßnahmen bis letzte Woche nicht abgeschlossen waren. Grip dürfte also Mangelware sein und sich erst im Verlauf des Wochenendes aufbauen.

Die gute Nachricht: Es wird keine Probleme mit dem Energiemanagement geben. Die Strecke ist langsam genug und verfügt über genug Bremszonen. Auf der einzigen langen Geraden im ersten Sektor kann man seine Batterie entleeren.

Wer von den Top 4 dann die Nase vorne hat, ist schwer zu sagen. Die entscheidenden Fragen werden sein, wer mit dem geringen Grip am besten klarkommt und wer sein Setup so schnell anpassen kann, wie sich die Strecke entwickeln wird. Aufgrund des Streckenlayouts sehe ich McLaren in einer guten Position und auch die Ferrari könnten aufgrund ihres mechanischen Grips in Madrid was zu sagen haben. Aber das ist dann auch eher eine Vermutung.

Das gilt natürlich auch für das Mittelfeld, wo RB, Alpine und Audi sich mittlerweile etwas abgesetzt haben. Haas und Williams hängen etwas zurück, bei Aston wird man sehen müssen, wie der Honda-Motor sich entwickelt hat. Schlusslicht bleibt Cadillac, denen weiter rund eine Sekunde auf die Williams fehlen.

Strategie:
Pirelli bringt trotz der Steilkurve C2, C3 und C4 mit. Das ist eine Stufe weicher, als ich erwartet hatte. Aber die Simulationen haben wohl ergeben, dass man etwas mehr Grip benötigt, um nicht im engen Teil der Strecke hoffnungslos herumzurutschen. Wie sich vor allem die C4 in der Steilkurve über die Distanz halten werden, wird sich dann zeigen müssen. Der Rest der Strecke belastet wie in Baku eher die Hinterreifen, da man permanent aus engen Kurven heraus beschleunigen muss.

Die Stopps werden aber eine Rolle spielen. Die Boxengasse, bzw. Ein- und Ausfahrt, sieht außergewöhnlich eng und lang aus. Pirelli geht davon aus, dass ein Stopp rund 25 Sekunden dauern wird, was eher auf der längeren Seite ist. Da aber echte Daten über den Reifenverschleiß fehlen, ist es nicht klar, ob man ein- oder zweimal stoppen muss. Und wie hoch der Zeitverlust ist, wenn man es mit einem Stopp versucht. Da die Strecke sich über das Wochenende und im Rennen entwickeln wird, kann es zu kurzfristigen Änderungen an der Strategie kommen.

Das Wetter wird zumindest keine Rolle spielen. Am Wochenende soll es in Madrid um die 28 Grad warm sein, Regen wird nicht erwartet.

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