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Formel Eins: Vorschau GP von Aserbaidschan 2026

von DonDahlmann
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Direkt mal eine Warnung: Das Rennen ist schon am Samstag, da Sonntag ein nationaler Feiertag in Aserbaidschan ist.

Ein ungewöhnliches Wochenende für die Formel Eins. Die Trainingssessions sind am Donnerstag, die Quali findet am Freitag statt und das Rennen dann am Samstag um 13.00 Uhr. Schuld daran ist ein nationaler Feiertag im Land, den die F1 nicht stören wollte. Immerhin haben Teams und Fahrer dann einen Tag mehr Pause, denn es geht in einen Triple-Header mit den Rennen in Sepang und Singapur in den nächsten drei Wochen.

Völlig ungeklärt ist allerdings die Frage, wie die WM enden wird. Die Spannungen zwischen den USA, Iran, Saudi-Arabien und den Houthis dauern an. Gerade in der letzten Woche gab es einen Drohnen-Angriff auf den Flughafen in Riad. Daher steht es noch in den Sternen, ob die Rennen in Katar und Abu Dhabi stattfinden werden.

Ein Hinweis darauf, dass die Rennen abgesagt werden, könnte die Entscheidung der F2 sein, an diesem Wochenende in Baku ein zusätzliches Feature Rennen zu fahren. Macht man ja auch nicht einfach so. Abgesagt sind ja auch die Rennen der WEC, die jetzt in Europa stattfinden werden. Ebenfalls abgesagt wurde von der WRC die Rallye in Saudi-Arabien, wobei die regionale Meisterschaft stattfinden wird.

Das Problem ist nicht, dass man nicht fahren wollte oder konnte, sondern interne Unternehmensvorschriften, die Reisen in Krisengebiete aus versicherungstechnischen Gründen nicht zulassen. Das wurde bei der WRC von Toyota und Hyundai so kommuniziert. Bei der F1 ist das insofern etwas anders, weil es, mal abgesehen von Ferrari, kein Team von den Vorgaben einer riesigen Organisation abhängig ist. Aber die Versicherungen haben natürlich auch etwas zu vermelden. So lange nur die Prämien erhöht werden, ist das sicher kein Problem. Eng wird es aber, wenn die Versicherungen sich weigern, die Reise aller Teammitglieder abzusichern.

Als Ersatz steht Portimao bereit, aber eine Bestätigung gibt es dafür auch nicht. Termin wäre dann aber wohl der 29.11. Keine andere Strecke kommt Ende November als Ersatz infrage. Jerez liegt zwar ebenfalls tief im Süden und hat eine Grade-1-Klassifizierung, kann sich aber nicht so schnell auf einen Auftritt der F1 vorbereiten. Zudem ist die Boxenanlage in die Jahre gekommen.

Zum Rennen

Baku stand in der Vergangenheit oft für erstaunlich unterhaltsame Rennen. Was daran liegt, dass es meist mindestens einen Safety-Car-Einsatz im Rennen gab, was die Strategien durcheinanderwürfelte. Dieses Jahr könnte es eventuell etwas weniger aufregend werden, denn die Strecke gehört zu den energiehungrigen Pisten. Die ultralange Gerade zu Start/Ziel definiert komplett die Frage, wie und wo man die Zusatzenergie einsetzen will.

Kurz gesagt: Am Ausgang T16 will man eine Batterie haben, die 100 Prozent gefüllt ist. Sonst verhungert man schlichtweg auf der Geraden. Aufgefangen wird die Sorge bezüglich der Akkus aber durch die Tatsache, dass genug Bremszonen zur Verfügung stehen. Diese werden reichen, um die Batterie aufzufüllen, auch wenn man im ersten Sektor noch mal Energie abrufen sollte.

Klar ist aber auch, dass die Ladestrategie eine große Rolle spielen wird und Mercedes ganz offensichtlich hier Vorteile hat. Siehe das Rennen in Monza. Ausgehend davon wäre alles andere als ein Sieg von Mercedes eine Überraschung.

Dahinter sehe ich dann Red Bull, die dank ihres starken Antriebs in den ersten beiden Sektoren gut sein sollten. McLaren wird auf der langen Geraden leiden, Ferrari sowieso. Denen fehlten in Monza schon gut 10 km/h Topspeed und das wird sich auch in Baku nicht ändern. Es wird also eher eine Schadensbegrenzung für die Italiener.

Allerdings kann sich die Hackordnung noch mal verschieben. Denn Baku ist das Rennen, in dem die meisten Teams ihre letzten großen Updates für das Jahr bringen werden. Man erwartet ein Upgrade bei Mercedes und Red Bull, eventuell auch bei Ferrari. Die hatten allerdings in den letzten Rennen schon mehrere kleinere Updates präsentiert.

Auch im Mittelfeld könnte es Verschiebungen geben. Williams hat ein großes Update für das Auto angekündigt, das schon eine Art Vorschau für 2027 sein könnte. Da alle die Chassis ins neue Jahr mitnehmen werden und die aerodynamischen Regeln sich nicht ändern, lohnt es sich durchaus, die Updates schon zum Ende der laufenden Saison auszuprobieren. Einerseits um die Korrelationen zu überprüfen, andererseits um mehr Erfahrung zu bekommen.

Williams glaubt zwar selbst nicht, dass man mit dem Update einen riesigen Sprung nach vorn macht, aber man hofft, die Lücke zu Audi und Alpine etwas schließen zu können. Aber das hängt natürlich auch davon ab, was die anderen Teams machen. Audi hat ebenfalls angekündigt, dass es spätestens im Oktober weitere Veränderungen am Auto vornehmen wird. Nur bei Alpine und RB wird sich eher wenig tun.

Hinten werden Haas, Aston Martin und Cadillac das Feld abrunden. Von allen drei Teams ist es vor allem die technische Entwicklung bei Haas, die Sorgen bereitet. Nach einem guten Start ist es dem Team nicht gelungen, passende Updates zu entwickeln. Auch das letzte Update, vorgestellt in Monza, machte nicht den Eindruck eines Quantensprungs. Zwar verliert man keine Zeit gegenüber Aston und Cadillac, aber man gewinnt auch nichts.

Aston wird in Baku vor allem im letzten Sektor leiden. In der F1 ist man mittlerweile so sehr um Honda besorgt, dass selbst die Konkurrenz überlegt, wie man Honda helfen könnte. Eine Aufweichung der AUDO-Regeln nur für Honda, also jener Regeln, die die Updates am Motor regeln, soll diskutiert werden. Derweil gibt es Gerüchte, dass Fernando Alonso nächstes Jahr seine Karriere in der WEC ausklingen lassen möchte. Um ihn zu halten, will man Honda unter die Arme greifen.

Bei Cadillac drehen sich die Gerüchte mehr um den Mehrheitsinhaber TWG. Wie schon mal berichtet, haben US-Behörden die Versicherungsgruppe ins Auge gefasst, weil diese angeblich zu kreativ mit den Bilanzen umgegangen sein soll. Allerdings gibt es bisher nur Untersuchungen des Justizministeriums und der Börsenaufsicht SEC. Eine Anklage ist bis zum heutigen Tag nicht erfolgt. Vom Tisch ist die Sache aber nicht.

Wie Delaware Life (gehört zu TWG) in einer Mitteilung vom Februar bekannt gab, erhielten sowohl Delaware Life als auch Clear Spring Vorladungen einer Grand Jury im Kontext der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft der USA in Manhattan.

Nach einer Überprüfung der Angaben zu verbundenen Unternehmen und nahestehenden Personen infolge der Vorladungen korrigierte Delaware Life den Anteil seines gesamten Anlagevermögens, der als „verbunden“ eingestuft wird, von 3 % auf 42 %.

Angesichts dieser Korrektur änderte S&P Global Ratings im Juli den Ausblick für Delaware Life von „stabil“ auf „negativ“, bestätigte jedoch gleichzeitig das Emittentenrating sowie die Ratings für Kreditwürdigkeit und Finanzkraft auf der Stufe „A-“. Bisher ist das also eher die technische Frage, ob die richtige Bilanzierung vorgenommen wurde.

Strategie
C3, C4 und C5 stehen auf dem Programm. Damit ist man technisch eine Stufe tiefer als im letzten Jahr, aber den C6 gibt es ja nicht mehr, weil er teilweise in den neuen C5 aufgegangen ist. Tatsache ist aber auch, dass die Strecke wenig Reifenverschleiß verursacht. Da die neue Generation der Chassis auch weniger Abtrieb erzeugt, ist der Verschleiß eh niedriger. Man hat in diesem Jahr immer wieder gesehen, dass sehr lange Stints mit den Medium fahren konnte.

Alles andere als eine Ein-Stopp-Strategie ist also außer Frage. Aber natürlich stellt man sich die Frage, wann man stoppen sollte. Ein SC kann jederzeit die Reihenfolge auf den Kopf stellen, weswegen man vermutlich auch an der Spitze einen Stopp so lange wie möglich herauszögern möchte. Ein langer erster Stint auf den Medium ist also die erste Aufgabe.

Die Frage ist dann, ob man Soft oder Hard für den letzten Stint nimmt. Die Soft hätten einen enormen Vorteil gegen Ende des Rennens. Was vor allem im Mittel- und Hinterfeld einige dazu verleiten könnte, das Rennen auf den C3 zu starten.

Bilder: Pirelli

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