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Formel Eins: Vorschau GP von Spanien 2026

von DonDahlmann
1 Kommentare 7 minutes read

In Spanien wird sich zeigen, wer in der Sommersaison die Nase vorn haben wird. Mercedes hat gute Karten.

Unglücklicherweise findet das F1-Rennen in diesem Jahr parallel zu den 24h von Le Mans statt. Dass sich die Termine schon mal überschneiden, ist nicht ungewöhnlich. Mehrfach fand das Rennen in Kanada am Le-Mans-Wochenende statt. Doch dass das Rennen parallel zur letzten Rennstunde in Le Mans gestartet wird, ist neu. Gut, Terminkollisionen bei so vielen Rennen in einer F1-Saison können passieren. Aber warum startet man das Rennen nicht um 16.15 Uhr? Doppelt ärgerlich ist die Startzeit deswegen, weil man die Qualifikation am Samstag auf 16.00 Uhr gelegt hat. Also genau zum Start der 24 Stunden. Samstags geht das, aber Sonntags nicht? Für Rennfans ist das eine Unverschämtheit der FIA.

Diese Woche gab es dann auch den Kompromiss für die neuen Motorregeln. Man stellt die Energieverteilung leicht von 53/47 % auf 60/40 % zugunsten des Verbrenners um. Das soll das Clipping eindämmen und das Batteriemanagement überflüssig machen. Allerdings macht man das nicht in einem Schritt, sondern über zwei Jahre verteilt. 2027 wird die Aufteilung 58/42 betragen, 2028 dann 60/40. Parallel dazu steigt die Menge der erlaubten Energie, die man rekuperieren darf. Stand jetzt sind das 350 kW, im nächsten Jahr werden es 375 kW, um dann 2028 auf 400 kW zu steigen.

Dass man die Änderungen nicht komplett schon im nächsten Jahr durchzieht, liegt an den Motorherstellern. Die weisen, nicht ganz zu Unrecht darauf hin, dass man bei einer Leistungssteigerung des Verbrenners, diesen umbauen muss. Es reicht ja nicht, einfach die Menge anzupassen, die das Fuelflow-Meter erlaubt. Die thermische Belastung steigt ebenso, wie die mechanische Belastung für diverse Bauteile. Man muss also den Motor deutlich überarbeiten. Das geht nicht so schnell.

Ebenso muss die Software angepasst werden. Die Batterie wird mit mehr Leistung versorgt und lädt schneller wieder auf. Das ist ein komplexer Vorgang und auch hier muss man etliche Anpassungen vornehmen. Die dann aber auch wieder in das Budget der Teams passen müssen, denn die FIA hat keine Ausnahme bei Budget Cap verkündet.

Weil die FIA gerade dabei war, hat sie diese Woche gleich noch die Leistungsanpassungen für dieses und nächstes Jahr bekanntgegeben. Das “Additional Development and Upgrade Opportunities” genannte Programm soll die Verbrenner im Antrieb auf ein Leistungsniveau bringen. Wer bei der Verbrennerleistung zurückliegt, bekommt ein Upgrade zugesprochen, und jedes Upgrade bringt 2 Prozent Leistung.

Überraschenderweise hat die FIA festgestellt, dass der stärkste Motor (Verbrenner) im Feld von Red Bull stammt. Es folgen Mercedes, Ferrari, Audi und dann Honda. Das bedeutet, dass Mercedes beim Verbrenner um 2 Prozent nachlegen darf. Ferrari und Audi bekommen zwei Upgrades zugesprochen. Honda auch, aber da wird es eine Sonderregelung geben, um den Japaner noch mehr zu helfen.

Es klingt natürlich etwas absurd, dass ausgerechnet das Team, das alle Rennen in diesem Jahr gewonnen hat, auch noch Leistung nachlegen darf. Aber die kommt ja nicht nur dem Werksteam, sondern auch McLaren, Williams und Alpine zu Gute. Aber das Ergebnis zeigt auch noch etwas anderes.

Denn geprüft wird nur der Verbrenner, nicht die gesamte Effizienz des Motors. Die FIA hatte das vorgeschlagen, die Hersteller hatten das aber abgelehnt, weil sich niemand in die Software-Karten schauen lassen will. Da die FIA allein aus des Entertainments kaum ein Interesse daran haben kann, die Autos nicht so nahe wie möglich zusammenzuführen, dürften die Angaben auch stimmen. Auch darf man nicht vergessen, dass das Chassis eine entscheidende Rolle in der Gesamtperformance spielt.

Theoretisch bietet eine Leistungserhöhung von 2 Prozent einen Rundenvorteil von ungefähr 0,2 Sekunden. Praktisch ist es aber die Frage, ob das auch so stimmt. Denn das Zusammenspiel von Batterie und Verbrenner, vor allem bei der Rekuperierung, ist entscheidend. Sicher ist aber, dass zusammen mit der Verlagerung mehr in Richtung Verbrenner, diese 2 Prozent dann ab 2027 bemerkbar werden. Theoretisch sollte das aber paradoxerweise dazu führen, dass Red Bull 2027 besser aufgestellt sein könnte, weil man ja den stärksten Motor hat und die Batterie in der nächsten Saison eine kleinere Rolle spielen wird.

So absurd das Upgrade für Mercedes und die doppelten Upgrades für Ferrari und Audi klingen mögen – sie sind nur ein Teil der Gesamtrechnung. Weder Ferrari noch Audi werden dadurch weit nach vorn gespült. Und ohne angepasste und verbesserte Software bringt die Leistungssteigerung sowieso kaum etwas.

In Spanien spielen diese Anpassungen noch keine Rolle. Ferrari hat erst für das Rennen in Österreich ein erstes Update für den Motor angekündigt und dieses wird den von der FIA vergebenen Upgrade-Token noch nicht enthalten. Ich gehe davon aus, dass die Upgrades dann frühestens im September kommen werden.

Barcelona gilt weiterhin als die Referenzstrecke für die Formel Eins, weil die drei Sektoren alle Elemente der sonst im Kalender befindlichen Strecken beinhalten. Geht man von den bisherigen Ergebnissen aus, muss man Mercedes als Favoriten nennen. Dahinter sollten McLaren liegen, gefolgt von Ferrari und Red Bull.

Für George Russell ist das Rennen eine gute Gelegenheit, zu zeigen, dass er noch im WM-Kampf ist. Sollte der Brite erneut so ein rabenschwarzes Wochenende wie in Monaco haben, wird es langsam eng in der WM. Mercedes wird irgendwann schauen, wen man für die WM bevorzugt. Zwar liegt Lewis Hamilton als WM-Zweiter schon 66 Punkte hinter Antonelli, aber wir erinnern uns an das letzte Jahr, als Verstappen einen Rückstand von mehr als 100 Punkten fast wettmachen konnte.

Hinzu kommt, dass die Glücksträhne von Antonelli nicht ewig anhalten wird. Motorschäden gab es bisher bei beiden McLaren, beide Williams und bei George Russell. Die Chance, dass es auch irgendwann Antonelli erwischen wird, ist sehr groß. Ein Hamilton-Sieg und ein Ausfall von Antonelli und die WM sieht schon wieder anders aus. Russell liegt zwei Punkte hinter Hamilton, täte also gut daran, den ehemaligen Weltmeister zu überholen.

Das Rennen im Mittelfeld dürfte interessant werden. RB, in Monaco stark, werden in Barcelona eher nach hinten rutschen. Williams schleppt immer noch mehr als 20 Kilo zu viel im Auto mit sich rum. Das öffnet durchaus Möglichkeiten für Audi, deren eigenwilliges Chassis in Monaco ein Upgrade bekommen hat. Aber ich gehe davon aus, dass Alpine die größten Chancen auf den “best of the rest” Titel haben wird. Das Chassis ist gut, der Mercedes-Motor wird in Barcelona ein Vorteil sein.

Haas ist im Moment etwas schwierig einzuschätzen. Das letzte Update brachte nicht das erwünschte Ergebnis und machte das Auto schwieriger zu fahren. In Spanien hat man aber einen Kurs, der dem Haas besser liegen können.

Hinten werden weiter Cadillac und Aston liegen. Die Amerikaner zeigen seit dem Rennen in Miami einen deutlichen Aufwärtstrend, vor allem mit Pérez. Bei Bottas läuft es sogar nicht, seitdem das letzte Update auf dem Auto ist. Das ist ein bisschen ungewöhnlich, lagen beide doch bis Miami sehr eng zusammen. Dass Bottas plötzlich eine halbe Sekunde auf Pérez fehlen muss, hat andere Gründe.

Aston Martin wird in Spanien keine Rolle spielen. Ich frage mich, ob sie überhaupt mit dem Cadillac mithalten können. Barcelona ist eine Strecke, die Motoren wie Chassis gleichzeitig beansprucht, und in beiden Bereichen ist Aston nicht konkurrenzfähig. Upgrades wird man bei Aston Martin auch nicht sehen, die kommen erst, wenn Honda sein Upgrade bringt, was wohl Mitte oder Ende Juli der Fall sein wird. Die Rede ist davon, dass Honda den Motor komplett umgebaut hat, was auch ein neues Chassis, bzw. ein komplett neues Heck erfordern wird. Zwar dementiert Aston weiterhin eine “B-Spec” Variante, aber weit weg wird man davon nicht sein.

Strategie:
Überraschenderweise hat Pirelli für Barcelona C2, C3 und C4 dabei. Man ist also eine Stufe weicher, als im letzten Jahr. Was daran liegt, dass die diesjährige Generation der Pirelli sowieso härter ist, weil man Rücksicht auf die leistungstärkeren Motoren nehmen musste. Im Grunde sollte sich also nicht viel ändern. Ich gehe von zwei Stopps aus.

Der Reifenabbau ist vorwiegend thermisch bedingt, und wie beim allgemeinen Verschleiß ist auch hier die Vorderachse der limitierende Faktor. Der Asphalt wirkt aufgrund des hohen Alters des Streckenbelags stark abrasiv. Zudem ist zu berücksichtigen, dass die Streckentemperaturen angesichts des veränderten Renntermins voraussichtlich höher ausfallen werden als in den vergangenen Jahren.

Es wird interessant sein zu beobachten, welche technischen Neuerungen die Teams an diesem Wochenende – das traditionell für zahlreiche Fahrzeug-Updates bekannt ist – mitbringen. Diese könnten auch die Felgen betreffen, da sie den Wärmeaustausch zwischen Asphalt, Reifen und Bremsanlage direkt beeinflussen. Als einfacher Leistungsmaßstab für die Teams dienen die Testfahrten, die bereits im Januar auf derselben Strecke stattgefunden haben.

Pirelli bleibt am Dienstag, den 16. Juni, und Mittwoch, den 17. Juni, in Montmeló, um Tests mit Slicks durchzuführen. Ferrari, Aston Martin und Cadillac werden an diesem zweitägigen Test teilnehmen.

Bilder: Pirelli

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1 Kommentare

Kamran Varashk 19 Juni, 2026 - 04:51

Bin Kamran Varashk, mein Sohn Keyvan versucht auch Rennfahrer zu werden.

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